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 PfWB streifen (Bd. 6, Sp. 690)   LothWB streifen (Bd. 1, Sp. 505b)   RhWB streifen II (Bd. 8, Sp. 821) 
   streifen schw.:
1.
a. 'in der Vorbeibewegung leicht berühren', strääfe (drfə) [PS-Rodalb (Bernhard 156) NW-Wachh LA-Impfl, Müller Dietschw 63], streffe (dręfə) [ LA-Venn GH-Leimh], straafe (drāfə) [Mang 133]; Zs.: PfWB abstreifen. RA.: Dem kinnt mer e Bierfaß dorch die Bää schmeiße, uhne daß 's rechts orrer links st. dät [ GH-Leimh]. —
b. 'beim Gehen die Füße auf dem Boden schleifen lassen', sträffe [ LA-Hainf]; vgl. PfWB schlurpsen 3. —
c. 'durchkämmen, durchhecheln', vom Flachs, streffe [Krämer Gal 209]. Die truckene Flachsstengel werren gestrefft [Krämer Gal 209]. —
d. 'Pflanzzeilen für den Tabak markieren' streffe (dręfə) [ LU-Limbghf]; vgl. PfWB Streife 1 b. —
2. 'Dauben auf der Außenseite rund hobeln', Faßküferterminus. Die Daue werren gesträäft, gelenkt un gefiecht [ NW-Kallstdt]. —
3.
a. 'schelten, zurechtweisen, abweisen', sträffe [IB-Heckdh LA-Impfl]; Syn. s. PfWB schelten. —
b. 'schlagen, ohrfeigen'. Ich häwwen gestrefft [ LA-Venn]; Syn. s. PfWB verhauen, PfWB ohrfeigen. —
4. 'streifend herumziehen, streunen', strääfe [ NW-Hardbg]; Zs.: PfWB herumstreifen. Mei Felleb (Philipp) muscht acht Da'e streefe 'acht Tage herum-

[Bd. 6, Sp. 691]
streifen' [Firmenich III 245]. —
5. 'mit einem Handnetz fischen', vgl. Streich-, PfWB Streifgarn und mhd. streifen 'mit dem Streichgarn fischen' ( Lexer Lexer II 1230). a. 1596: der mittelß (mittlere) Speis weyer ... ist heinrichs gestreifft ... darinnen laichkarpffen [WerschwSchR 182r]. — RhWB Rhein. VIII 776 sträffen, 821 streifen; LothWB Lothr. 505; ElsWB Els. II 627.

 

  ElsWB  PfWB  RhWB  RhWB streifen [traifən D. Si.] tr. v. wie hd. streifen, leise berühren. — lux. 430.

 

  PfWB  ElsWB  LothWB streifen II Rhfrk, Mosfrk (in beiden Geb. als Lehnwort aus dem Nhd. empfunden), Rip, Berg, SNfrk wie Streifen, also -aif- [-ī-, –ē-, –ę-], -ęif-, –eif-, –ī-, -īp- [Mettm-Kronenbg -ēp-] (NBerg, SNfrk jətript); Dinsl -ip-; Mörs, Geld -īp-, –i-; doch hat letztes Geb. wie das übrige Klevld auch sträupen; s. auch straffen, sträffen, ströppen schw. [Eusk, Rheinb Part. jətrefə]: 1. trans. a. etwas, einen str.; de Kugel hat en am Bän gestreift Rhfrk, Allg. (Rhfrk, Mosfrk aus der Militärspr., wie auch Streifschuss); mem Wagen de Zong (Zaun) str. Rip, Nfrk (s. o.); gestrippt Tüg (Zeug, Stoff); de Blumen send g. NBerg, Rip, Nfrk (s. o.); gestripte Knüppeln Grubenholz, dem die Rinde in Str. abgeschält ist Gummb; Fassdauben str., falzen uMos. RA.: Hei süht us as en gestripete Mus nass u. zerzaust Gummb-Lantenb. Et güt sonne un sonne, punktierte un gestripte gute u. schlechte Menschen Remschd. — b. absol. (im Scherz) lügen, aufschneiden; der stript; dä hät gestern Ovend wat gestript Gummb, Waldbr, Wippf, MülhRh, Sieg-Fussh Ruppichteroth; he strip et drückt sich absichtlich an der Wahrheit vorbei Gummb-Bergneustdt. — c. sich str. α. sich an etwas, an einem str., nahe berühren Rip, Nfrk. — β. sich an etwas str., Anstoss nehmen; sich an enge (einem) str. Händel mit ihm suchen Aach. — γ. sich an etwas str., sich an etwas heranmachen; sich bemühen, es zu erwerben; e hät sich an dem Hus gestreffe MüEif, LRip. — δ. sich derweərstr. widersprechen Kemp-Dornbusch. — 2. intrans. a. dat Tüg strippt bildet Streifen, ist ungleich gewebt oder gefärbt Elbf; de Froch stripp es zeigen sich beim Aufgehen der Saat Streifen Mörs-Friemersh. — b.α. erömstr. umherstrolchen. — β. dat es em noch ens derlangsgestrif, langs de Nas gestr. missglückt Ripk, Nfrk. — γ. Bahn strifster! Zuruf beim Klickersp., der es dem Rufer erlaubt, im Bogen um den Klicker des Gegners herumzugehen Grevbr. — Abl.: die Striferei, dat Gestrif(s), der Strifer (Lügner).