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 PfWB Strebe (Bd. 6, Sp. 681)   PfWB Stütze (Bd. 6, Sp. 791)   ElsWB Stütz(e) (Bd. 2, Sp. 621b) 
   Strebe f.:
1. '(schräge) Stütze', z. B. zum Abstüt-

[Bd. 6, Sp. 682]
zen einer Wand, Decke, von vollhängenden Ästen der Obstbäume, Streb (drēb) [KU-Krottb KL-Katzw FR-N'lein BZ-Apphf, Mang 94 Krämer Gal 209], Sträb (drb) [KU-Bosb Roßb Rutsw/L Schönbg HB-Altstdt IB-Habkch RO-Steinb Unkb KL-O'sulzb LA-Mörzh BZ-Dernb GH-Neubg, Christmann Kaulb 12]; Pl. Strewe, Sträwe [mancherorts]; vgl. PfWB Pfahl, PfWB Steiper, PfWB Stütze; Zs.: PfWB Baumstrebe; e St. an die Wand stelle [Krämer Gal 209]. Er hot zwee Sträwe eingezoche [ BZ-Dernb]. —
2.
a. 'untere Querverbindung zwischen den Wagenleitern' [KU-Altkch Krottb Roßb Rutsw/L Schönbg IB-Habkch RO-Steinb, Klein Wag. 113]; Syn. s. PfWB Spannholz 1 a. —
b. 'hinteres Verbindungsholz zwischen oberem und unterem Pflugbalken' [HB-Altstdt (Klein Wag. 117)]; Syn. s. PfWB Hintersäule. —
c. vgl. PfWB Brücken-, PfWB Leuchsen-, PfWB Rehstrebe. — RhWB Rhein. VIII 806; ElsWB Els. II 623.

 

   Stütze f.:
1.
a. 'Holzstange zum Abstützen', z. B. für einen fruchtbeladenen Ast, eine Zimmerdecke, ein Wäscheseil, Stitz (dids) [mancherorts, Karch Gimmdg/Muttstdt 52 Schmitt Billh. 110]; Pl. Stitze (didsə) [vereinzelt]; vgl. PfWB Steipe 1, PfWB Strebe 1; Zs.: PfWB Baum-, PfWB Brunnen-, PfWB Obst-, PfWB Ofenstütze. An de Stitze loßt mer owwe e Gawwel stihn [ KU-Schmittw/O]. Än Planz soll ich mit Stitze stitze [Kraus Arwed 24]. RA.: Stitzelcher (Dim. Pl.) unner die Aagedeckel stelle, sagt man, wenn vor Müdigkeit die Augen zufallen [ NW-Wachh]. Er hat Äinser met Stitze 'die Note Vier in römischen Ziffern: IV', iron. in der Schülerspr. um 1900 - 1930 [ WD-Niedkch Kaislt LU-Böhl Friesh]. De Kopp leiht in de Stitze, wenn man sich mit den Armen aufstützt und den Kopf darauflegt [ HB-Kirrbg]. Wer e Hinnere hat, findt a e St. [Zweibr]. SprW.: Mer muß in de Juchend de Stecke zu re St. im Alder schneire [ BZ-Dierb]. —
b. 'Stelze', als Kinderspielzeug; uf Stitze laafe [ KU-Mühlb ZW-Bechhf Dietriching Marthh Riedbg RO-Hochst PS-Herschbg]; vgl. PfWB Stelze 1, PfWB Stützel.
c. 'Holzstab, mit dem Kinder auf dem Eis den Schlitten antreiben' [Bertram § 304]; vgl. PfWB Stachel 4; Zs.: PfWB Eisstütze. —
d. 'Stützvorrichtung an Heuwagen, Schubkarre, Pflug' [ KU-Bledb KB-Mauchh NW-Frankeck]; Zs.: PfWB Deichsel-, Galgen-, PfWB Leiter-, PfWB Leuchsen-, Reh-, PfWB Riesterstütze(n). —
2.
a. 'ein kannenähnliches Gefäß mit Handgriff und Ausgießer', meist bei der Kellerarbeit benutzt für Wein, Branntwein, Wasser; ältere aus Holz mit Metallreifen, neuere aus Kupfer oder Aluminium; s. Abb. 97; faßt in der Regel zwischen 10 und 15 Liter [allg., Klein Prov. 180 PfId. 137 PfRSch. 9. 9. 1926 Schandein Bav. IV,2 399 Schandein Sprachsch. 70 Schmitt Billh. 109, 182 Thielen 107 Lambert Penns 144 Krämer Gal 211]; Dim. Stitzche (didsχə) [ KB-Orb]; genauere Maßangaben in Liter: 2 [ LU-Dannstdt], 3-5 [ KL-Steinwd], 5 [ GH-Rh'zab], 6 [ LU-Opp], 8 [ BZ-Dernb], 10 [verbr.], 12 [ NW-Hardbg Wachh BZ-Dernb], 15 [ZW-L'wied KL-Fischb H'spey BZ-Dernb Schmitt Billh. 109], 20 [FR-Bockh Feierowend 10/1958], 25 [ LA-Herxh BZ-Nd'ottb GH-Schwegh]; Zs.: PfWB Bier-, PfWB Kohlen-, PfWB Korb-, PfWB Küfer-, PfWB Wasser-, PfWB Weinstütze; e St. voll Grumbeere [ KL-Siegb], die Schnut an die Stütz zu hänge [JKurpf. 1927 75]. Hol mol e St. Wasser! [Krämer Gal 211]. Liewer drei Stitze voll Hausdrunk als noch emool ää Maul voll vun dem do! [PfRSch. 27. 1. 1927]. RA.: e St. Kaffee getrunk 'viel Kaffee getrunken' [ KL-Olsbr]. Der säift e St. voll

[Bd. 6, Sp. 792]

[ BZ-Dernb]. Der kann e St. vertrage 'ist ein guter Trinker' [Wilde 263, vereinzelt]. a. 1596: 2 Newer Stützen Jeder 4 maß haltent [WerschwSchR Bl. 611]. —
b. 'gleichmäßig weites Steingutgefäß zum Einmachen von Gurken, Bohnen, Kraut, Obst' [ RO-Imsw FR-Carlsbg Tiefth]; vgl. PfWB Ständer. —
c. 'ein Rükkentragegefäß' [ KL-Erfb Reichb], in der Essigsiederei verwendet [ KL-Erfb]. —
d. 'ein kleiner irdener Topf' [ KU-Nußb Reipkch]. —
e. 'ein Gefäß zur Käsebereitung, das die Molke ablaufen läßt' [ PS-Ruhbk]. —
f. 'ein Krug, aus dem man trinkt' [ RO-Gehrw Nd'mosch LU-Dannstdt]. —
g. 'eine große, bauchige Kaffeetasse', meist im nahen Elsaß gekauft [ PS-Petbch]. —
h. 'die Wasserspritze' [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Stritze 1 a. —
3. 'röhrenförmiger Männerhut', Stitz [Lambert Penns 144]; vgl. PfWB Halbstutz, PfWB Stoß 6, PfWB Stützenhut. Die draagt dir 'n sonderbarer Hut / Des war en rechter Stitz [Birmelin Penns Poems 120]. —
4. übertr.
a. 'moralische Ünterstützung, Beistand'; e St. an seine Kinn han [ KU-Kaulb KL-Hirschhn]. Awwer an meime alde Großvadder hab ich trotzdem noch e St. g'hat [ LA-Gommh]. An de Gemēneschöfferät horrer an dr Regel gar ke Stütz an dem Betreff [Westrich (PfId. 182)]. —
b. 'ein Dienstmädchen, Haushaltshilfe' [KU-Bedb ZW-Battw RO-Dielkch KB-Kriegsf LU-Oggh Opp NW-Deidh LA-Gommh Land GH-Kand]. Die geht fort als St. [ LA-Gommh]. — Zu Bed. 2 vgl. mhd. stutze 'Gefäß von Böttcherarbeit' ( Lexer Lexer II 1282). — RhWB Rhein. VIII 967/68; ElsWB Els. II 621.

 

  PfWB  RhWB Stütz(e) [ʿStìtsə Hi. Mü.; ʿStetsə Steinbr. Heidolsh. Strüth; ʿStìts Obhergh. Bf. Str. Zinsw. Lobs.; ʿStets Su. Hlkr. Logelnh. Horbg. Ingersh. M. Dü. Rapp. Bisch. Mutzig K. Z. Han. Wh.; Pl. –ə] f. 1. Stütze, insbes. die Stange mit gabelförmigem Ende zum Unterstützen des Waschseiles Hi. Steinbr. Dr Bam wërd gstippert mit Stützeⁿ Wh. 2. Küferkübel, zugleich Hohlmass für Wein, mit verschiedenem Rauminhalt, in der Regel 10 l, aber auch 12-15. Die Liter sind gekennzeichnet durch eingetriebene Nägel oder Pflöcke. Ër suft so n-e S. voll Wiⁿ wie nix Horbg. Vgl. ält. Spr. ‘vnd tzwein (sol man geben) einen stösse rots wines’ Metzeral Anfang 15. Jh., Als. 1854, 75. 3. Zylinderhut Ingersh. Schwäb. 518. Bayer. 2, 802.