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 PfWB Straminer (Bd. 6, Sp. 665)   RhWB Traminer (Bd. 8, Sp. 1281)   DWB krakel (Bd. 11, Sp. 1978) 
   Straminer m.: 'Traminer', eine weiße und blaßrote Traubensorte, Straminer (draˈmīnər) [ FR-N'lein]; wie PfWB Dreimänner eine Weiterbildung zu PfWB Traminer.

 

 Traminer dramīnər  Nahe, Rhein, Mos; vielf. entstellt: dramę·n.ər Goar-Trechtingshsn; tęrmīnər Trier-Detzem; dra·m.ər May-Löf; ramy·n.ər Kobl-Winning; dręimęnər Nahe Sg. t. m.: Reb-, Traubensorte, grauviolett bis rot, frühreif u. sehr süss, aus Tramin in Südtirol, Vitis vinifera tirolensis; der grosse u. der kläne, der rore Tr.

 

 krakel, f. dürrer zweig, dürrer baum mit zweigen.
1) Hauptsächlich beim vogelfang, das sog. antrittreis, das in der nähe der vogelhütte oder des vogelherdes aufgesteckt wird oder durch schälung eines baumes hergestellt.
a) krakel, die heutige form, z. b. vom Thüringer walde: die vögel .. setzen sich zuerst auf die dürren bäume (krakel) welche den herd umgeben (treten an), um nach kürzerer oder längerer bedenklichkeit einzufallen. B. Sigismund in Gutzkows unterhalt. 2, 2, 108b.
b) früher krackel, womit zwar auch krâkel gemeint sein kann, doch s. grackel unter 2, b: krackeln oder antrittreiser werden gleichfalls drum herum gesetzt (um die vogelhütte). Döbel jägerpr. 2, 217b. 226b; krackeln oder trittreiser. Göchhausen notab. venat. 92.
c) eigen auch krockel: ferner setzet man um den heerd dürre bäume, welche krockeln oder antrittreiser genennet werden. Döbel 2, 214a; krockel- hock- oder antrittreiser. 230a. also auch krôkel? s. 3, b.
2) Aber das voglerwort ist blosz eine gebliebene einzelne anwendung eines alten und einst allgemeinen wortes.
a) noch auf dem Thüringer walde krakel allgemeiner, z. b.: wird (vom kustelsteiger, s. d.) ein mit eingehauenen kimmen versehener fichtenstamm (krakel) als leiter angelehnt. Sigismund a. a. o. 41. aus Schlesien gibt Weinhold 29a grâgel f. (auch grægel) dürrer zweig, namentlich ein gabelförmiger, aus Kärnten Lexer 120 gragl dürrer ast, aber als masc.; doch wieder als fem. schweiz. im 16. jh. bei Maaler 191b graglen, die groszen und alten (also dürren) schosz an weinstöcken, dracones (Frisius 449a). also wieder ein oberd. g einem md. (nd.) k entsprechend, s. sp. 2 unten. s. auch DWB krakelwerk. vielleicht gehört auch luxemb. krakelsnosz (nusz) lindenblüte Gangler 251 hierher, die blütenknöpfchen stehn wie an krakeln.
b) daneben mit entschiedener kürze in Nassau grackel f., sperriges holz, bes. astgabel Kehrein 170, freilich ohne den begriff des dürren. völlig an die krakel der vogler erinnert schles. grachel (und graichel) f., dürrer schosz an gewächsen, und die stange mit querhölzern woran im stalle die pferdegeschirre aufgehängt werden Weinh. 29a (wegen des -ch s. u. DWB krakeel 2, b). eine ablautsform taucht vielleicht auf in nd. krik m. zweiglein Schambach 112b.
c) für die geschichtliche abschätzung am wichtigsten ist sein auftreten im norden, noch ohne die demin. endung: dän. krage 'hühnerleiter, notleiter', deutlicher norw. krakje m. baum mit

[Bd. 11, Sp. 1979]
gestutzten ästen der als notleiter dient (Aasen 235b), wie es Saxo Gramm. auch fürs dän. angibt (s. Egilsson 476a), ganz wie die thür. krakel unter 2, a; schwed. krake m. bäumchen mit aststumpfen, das zum trocknen von erbsen, bohnen u. dgl. dient, die darauf gehängt werden (Rietz 349a); die altn. form war kraki oder krakr m. (Möbius 240). damit rücken aber begriff und wort weit in die vorzeit zurück.
3) Zur verwandtschaft.
a) das altn. kraki bei Fritzner 366a ist auch schwächlicher mensch, eine art pallisade und stange mit einem haken vorn; zur ersten bedeutung stimmt unser kracke (s. sp. 1928 mitte), das zwar zunächst nach andrer richtung zeigt, und doch läszt sich darin der begriff des dürren wiederfinden. die dritte bedeutung hat bei uns anklang in krack haken u. ä., s. sp. 1926 unten. der grundbegriff wäre danach dürrer ast oder dürrer baum, den man zu einem bestimmten zwecke nimmt und herrichtet.
b) bei uns blieben die abweichungen der form zu ordnen, hauptsächlich im vocal, wo jetzt bestimmt â und a nebeneinander erscheinen; so schwanken kürze und länge vor -k bei krack rabe sp. 1927, auch bei kracke, bei haken. das â scheint als alt gestützt durch krockel unter 1, c, s. auch krokeln unter krakelfüsze (das auch zur sache zu vergleichen ist), ô aus â vergröbert.