strack Adj.: 1.a. 'steif, starr, straff, unbeweglich', strack (drag) [verbr., Castleman 27 Bayer Hackm. 68 Mang 79 Müller Dietschw 63 Lambert Penns 144 Krämer Gal 208], (drak) [Christmann Kaulb 78], (drḁk(h)) [Höh 46]; vgl. PfWB rack; Zs.: birnenstrack; e strack Bään 'ein steifes Bein'; e stracker Finger [ZW-Stamb]; ganz stracke Hänn, vor Kälte [ KL-Weilb]; e strackes (strack) Messer 'ein im Griff feststehendes Messer' [ZW-Stamb, mancherorts]; vgl. auch PfWB Strackmesser; e strack (strackes) Joch 'ein starres Doppeljoch' (im Ggs. zum Stirnjoch für das einzelne Tier, s. Abb. 45), schon um 1925 nicht mehr im Gebrauch [ KL-Weilb, KU-A'glan Bedb Herschw/Petth WD-Niedkch ZW-Gr'bundb]; vgl. auch PfWB Strackjoch; stracke Hoor 'borstige, starrende Haare' [ KL-Fischb]; stracke Borschde, dass. [ KU-Krottb]; auch subst.: e Stracker 'erigiertes männliches Glied' [Hussong Kirkel 147]. Der Gaul is st. 'hat die Gliedersteifheit' [ Don-St. Andreas]. Das Vieh isch st. 'in der Totenstarre' [Bayer Hackm. 68]. Do werd mer st. von lauder Kält [ IB-Ommh]. Ich muß mer die Fieß e bißje vertrede, sunscht werr ich ganz st. [ ZW-Battw]. Die Wäsch esch ganz st. g'frore [ BZ-Dernb]. 's esch alles st., nach Reif, Frost [ PS-Erfw]. Die Klärer sinn so st., die kennen alleen stehn, von starrenden Kleidern [ ZW-Gr'bundb]. Ich sinn so st., ich kann ke Glied meh re'e (regen) [ ZW-Battw]. Nä, bloß nit im Winter sterbe! / Stracker Borrm (Boden) un kalter Schnee [Kraus Pläseer 41]. »Ist er verschieden, drückt man (dem Toten) die Augen ihm zu, ... beeilt sich ihn zu waschen, anzukleiden und auf das Schab zu legen, ehe er strack wird [Schandein Bav. IV,2 407]. Lieber e Mannskerl, so st. wie e Brett, / als wie for immer allän in dei Bett [Kraus Putscheblum 20]. RA.: st. un steif [ KU-Bedb]; st. wie e Stick Holz [ KU-Bedb]; st. wie e Heeseholz [ HB-Breitft]. Heb die [Bd. 6, Sp. 658] stracke Helzer uf! 'Beeile dich!' [ HB-Alth]. — b. 'ungelenkig, unbeholfen' [vereinzelt WPf, Hussong Kirkel 147]; Das is e stracker Kerl [ KU-Kaulb]. — c. 'träge, faul' [vereinzelt, Glass 98]; e stragger Hund 'ein fauler Kerl' [Hussong Kirkel 147]. Stracker Buck! [IB-Ensh (Glass 98)]. Geh mer eweg met dem stracke Kärl! [ KL-Hirschhn]; auch subst.: e Stracker 'träger Mensch' [ KL-Fischb]. — d. 'betrunken' [KU-Bedb Kaislt Bernhard 156 Glass 98 Thielen 108]; vgl. PfWB strackvoll; Syn. s. PfWB betrinken. Er is schun ganz scheen st. [Kaislt]. — 2.a. 'gestreckt, gerade, glatt' [verbr., Lambert Penns 144]; Zs.: PfWB bolzen-, pfeilstrack; stracke Linie [ PS-Fehrb]; stracke Herner 'gerade Hörner' [ ZW-Gr'bundb]; st. gehn 'aufrecht gehen' [ BZ-Dernb]; sich st. halle [Krämer Gal 208]; e Ee (Egge) met stracke Zihn (Zähnen) [ KU-Bedb]; auch subst.: Stragge Pl. 'längliche Kartoffelklöße' [Hussong Kirkel 147]. Der geht noch st., trotz seines hohen Alters [ ZW-Battw]. Der Bu isch so st. gewachs wie e Kerz [Bayer Hackm. 68]. Ich bin raseert un butz de Schnorres, / drick Locke in mei stracke Hoor [Kraus Putscheblum 7]. Die rode Soldaade, mit goldene Gnepp, / Sie laafe so schtrack un sie hewe die Kepp [Birmelin Penns Poems 79]. RA.: Er geht so st., mer määnt er hätt e Linjal (en Ladstock) verschluckt [ BZ-Dernb, vereinzelt]. Die is so st. wie e Distel, von einer langen, hageren Person [Wilde 43]. a. 1547: von dem Stein strackh aben auff die Aich [ZweibrOABannb. 14]. a. 1556: darnach strack hinuff den Wecklinger pfadt [PfWeist. 142/43 (IB-Blieskst)]. a. 1600: Von diesem Stein halten wir uns strack gegen Aufgang der Sonne [Vellmann Beforchung des Stiftsgewälds zu Lautern]. a. 1606: strackh durch das Bruch [HanLicht. 7 Amt Lemberg]. — b. 'steil' [ZW-Battw PS-Erfw Kröpp BZ-Böllbn Kamm 63 Kühn Hamet 136]; e stracker Stich enuf 'eine anstrengende und steile Steigung hinauf' [ PS-Kröpp]; auch in dem FlN De Stragge Bersch der Clauser Weg [PS-Rodalb (Bernhard 156)]. — 3. übertr. 'starrsinnig' [ HB-Breitft ZW-L'wied Marthh]; Syn. s. PfWB halsstarrig. Des is e stracker Hund, der biet un beit sich net 'Der gibt nicht im geringsten nach' [ ZW-L'wied]. — Mhd. strac, strack 'gerade, straff, ausgestreckt' ( Lexer Lexer II 1220). — RhWB Rhein. VIII 770 ff.; LothWB Lothr. 503, ALLG I 17; ElsWB Els. II 628. | | PfWB ElsWB LothWB strack das Wort, Grundwort zu strecken, ist, wenn wir Bed. 1 u. 2 zusammenfassen, zieml. allg., u. zwar Rhfrk im Saargeb., an der Nahe, südl. Soonw, in Goar, Hunsr-Orte von Bernk; Mosfrk an [Bd. 8, Sp. 771]
der Saar, im Hochw, an der Mos Trier ö. Stdt, Bernk; Koch, Kobl, May, Bitb-Speicher, NPrüm (rip.); dann Westerw, Siegld allg., Rip, Nfrk, u. zwar -ak [NSaarbg, Trier ö. Stdt u. Bernk -ā-; Koch-Hambuch -ę-; im snfrk Trübungsgeb. -ǫ-], gesteigert -akər, Berg auch -ękər, –kstə Adj.: 1.a. starr, steif, hart, nicht biegsam; er es str. von Kält, — str. verkalt, — str. un steif; das Zugvieh hält beim erstmaligen Auflegen des Jochs de Kopp str.; das Duch es str.; der Ackerboden es str. steifer Lehmboden; str.ə Knedele steife Kartoffelklösse Rhfrk, Saar, Hochw, Trier ö. Stdt, Bernk, Bitb-Speicher, Prüm-Steffeln; str.ər Wollang Papierdrachen Saarl-Lisd; str.ər Hund träger, steifer Kerl Wend-Marping, Saarl. RA.: Er es so str. wie e Steck Holz, weil er sich nicht bücken kann od. will, — e Brett wenn einer angetrunken ist und sich krampfhaft gerade hält Allg., — e Leich Ottw, Saarl, — en Hänsch (Handschuh) Wend-Sien, — e Pissem (Binse) starr erfroren Saarl, Merz, Hochw, Birkf (pissemstr. Trier-Mettnich). Der is se str., äs er et Maul ufduht Saarl-Differten. Er gäht so str. doher, wie wann er e Hebeisen verschluckt hätt Trier-Heidenbg. Er fresst, dass er str. steht Birkf-Idar. — b. gerade, geradlinig, aufrecht, von festen Gegenständen; en str.ən Stock (udgl.); en str.ə Nas ohne Höcker; en str. Röck aufrechten Rücken; str.ə Hor aufrechtstehende Haare; en str.ə Fur (Furche); en str.ə Strich; en str.ə Kerl; du moss en str.ən Weg gohn der die Krümmungen der Strasse abschneidet; der Weg no N. es str., — geht str. no N.; de Kord (et Seel) str. trecken; dat geknubbelte Papier str. maken; den Arm str. halen; der Jong es str. gewassen; e geht he str. erop, — eraf steil; et rän (regnet) str. en in einem steil von oben; der kann net meh str. op de Been stohn; et eenem str. en't Gesicht (widder de Bart) sän (sagen) Gummb, u. so vereinzelt Saarl-Dilling Berus, Merz-Losh, Allg. u. Mos von Koch an, Goar, May, Westerw, Siegld, Berg, RRip, LRip in Aden, Ahrw, Eusk, Rheinb, Bo, sonst LRip nur noch in sich str. hale sich aufrecht halten, ebenso Rees-Milling. RA.: Su str. wie en Keərz (keərzenstr.) Allg., — en Widd Merz-Losh, — en Oəssenfurz Gummb-Berghsn; de steət so str. wie e alt Backes (Backhaus) Siegld-Seelb; der hält sek so str., as wenn he en Ell verschluckt här Gummb, Allg.; Bain wie str.ə Kirn (Butterfass) Siegld-Deuz. Er es su domm wie et str.ə Strüh Ahrw-Sinzig. Er es noch str. rüstig Altk-Neitersen. Nu es de Bahn wier str. wenn einer beim Kegeln einen Pudel nach rechts und einen nach links geworfen hat Gummb. De Krommen seng det Johr all net str. Gummb-Nümbrecht. En de kromm Fur (Furche) wiəsst och en str.ə Muhr (Möhre) OBerg. En str.ə Röck (Kopp) han starr bei seiner Meinung bleiben Neuw-Dattenbg, Allg. Der Fresser hät en str.ən Därm wie en Hohn Sieg, Waldbr. Ek kann met str.ən Ohren vör em opstohn habe ein gutes Gewissen Gummb. Der kann nit ümmer met str.əm Wasser mahlen kann nicht immer seinen starren Willen durchsetzen Waldbr-Wildbg (aus der Müllerspr.). En Str.ən maken beim Kegeln einen Wurf in gerader [Bd. 8, Sp. 772]
Richtung, so dass entweder rechts oder links die zwei Kanten fallen oder die drei Kegel in der Mitte Gummb. Do geht et str. der Nasen no (geradeaus), dann kümmt der Arsch van selwer no Gummb, Allg. Der kann de Finger nich str. halen ist unehrlich Gummb. Sech seng Eng (Ende) str. halen ehrlich bleiben Sieg, MülhRh; he hält dat str. verteidigt seinen Besitz uWupp. Ek halen minen Ort str. tu meine Pflicht bis zum äussersten Gummb-Schwarzenbergisch. Do mosste für str. stohn dafür musst du gerade stehen, aufkommen RRip, Berg. Enen str. machen töten; sech str. m. sterben uWupp. — En str.ən Besched ein kurzer, schneller Bescheid NBerg. — c. glatt, schlicht, ohne Rüschen u. Kräuseln Altk, Siegld. — d. geordnet, geregelt; do es alles str.; die Li (Leute) han et str. haben geordnete Verhältnisse; wat str. mache etwas regeln; wat str. ha etwas geregelt haben; se han et str. sind handelseinig, von angehenden Brautleuten, der öffentl. Verlobung steht nichts im Wege Siegld; wat str. brengen fertig bringen, — machen begleichen Altk-Betzd Wissen; met der Welt str. sin ohne Schulden, aber auch ohne Geld sein, nichts mehr vom Leben verlangen, des Lebens überdrüssig sein Gummb-Schwarzenbergisch, Lennep. — e. str. sin handelseinig sein; str. wearn mit jmd. einig werden, ins reine kommen Siegld, Altk (Sieg), Waldbr, Gummb, Sieg, MülhRh. — f. im Spiel mer sin str. quitt, wett; keiner von uns hat etwas gewonnen od. verloren ebd. — g. (zu 1 a, b) starrsinnig, eigensinnig, dickköpfig; er es str. Wend, Saar, Hochw, Trier; e str.ər Buck (Hund) Wend, Saarbr; he es str. em Kopp, — vürm K., — van K. Sol, uWupp, Altk; he hät en str.ən Kopp Altk, Siegld, RRip, Berg, Prüm-Steffeln. — Stolz Sieg-Lohmar. — h. (zu 1 a) sprachlos über etwas Saarl. — 2. Adv. a. räumlich geradeaus; do simmer str. de Schnäs (Schneise) dorichgelaf; dem stihn de Hor str. en de Hih; strack drop los; str. aus gihn Simm-Laub, Saarl-Roden, Trier-Stdt, Kobl-Stdt; str. os! Zuruf beim Klickersp., nur von der gestützten Hand aus schnellen zu dürfen Meis-Hoppstädten. — b. zeitl. α. -ak u. -aks binnen kurzer Frist, sofort, auf der Stelle, ohne weiteres; ech komm str., str. gohn ich heem LRip, RRip im Sülzt (-k), Sol (-ks), dann Eup, Geilk, Heinsb-Karken (-ǫks), Neuss-Kaarst (-aks), Kref-Fischeln (-akəs), Mörs-Alpen (-k) Neuk (-k u. -ks), Geld-Kevelaer (-ks) Winnendonk (-k u. -ks), Klev-Üdem (-k) Hönnepel (-k) Stdt (-ks), somməstrack Klev-Gaesdonk Goch; -ks Rees-Bergerfurth Brünen Milling, Dinsl-Gahlen Vörde, Elbf; dann noch vereinzelt -ags im WMosfrk in Saarl-Roden, Saarbg-Castel, Trier-Mettnich, Bitb-Hütting Mettend, Prüm (-āk, –āgs, –aks Mürlenb) u. -ag(s) Siegld. RA.: Stracks küt glich! Antwort auf eine zudringl. Bitte Köln-Stdt. De os luəs (schlau) en senge Sack; wat e kret, dat fresst e strack Schleid-Reifferschd. — β. -ak, –aks nachher, später, in naher Zukunft, am selben Tage in einer Zwischenzeit von 3-5 Stunden, meist am Nachmittag od. gegen Abend Monsch, Bo (Vorgebirge), Köln-Frechen, Bergh, Dür, Jül, Aach, SNfrk, Klevld; daneben [Bd. 8, Sp. 773]
oder häufiger -akə, –ǫ- Geilk, Heinsb, Erk, MGladb, Grevbr, Kemp, Kref, Geld-Schravelen; -akəs, –ǫ- (dass.) Heinsb-Dremmen, MGladb, Grevbr-Wickr, Kref-Fischeln, Geld-Straelen, anschliess. an die Ruhr (-aks) im NBerg -aks Düss, Mettm, Sol, uWupp, Wermelsk; -akəs Sol-Gräfr, Barm, Elbf (u. -ks), Lennep (Wermelsk auch -ks); -aks Gummb-Frömmersb; str. am Oəvend; bis str.! auf Wiedersehn; dat ilt noch net, dat kammə str. dohn; ech sall et dech str. schecke SNfrk, Allg.; so str. später Geld, Mörs, Klev. — γ. -ak(s) kurz vorhin, soeben Bergh-NEmbt, Grevbr-Priesterath (veralt.), Klev-Hönnepel (so str.), Ruhrort. — δ. -ak binnen kurzem; str. git et Rän (Regen) Ahrw, MüEif. — ε. -ak(s) beinahe, nahezu, fast; et werde str. alt (schon) vier Mond (Monate); auch modal, dat Perd kos str. dusend Mark Schleid-Mechernich, MüEif, Dür-Froitzh; et woər str. för te bite zum Beissen wütend; str. op all Stroăte woəren Pöhl (Pfuhle); se woəren str. te bang för optekike Eup. |