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 PfWB Stopfen (Bd. 6, Sp. 623)   PfWB Kappe (Bd. 4, Sp. 55)   PfWB Geißel-kappe (Bd. 3, Sp. 141) 
   Stopfen m.:
1.
a. 'Flaschenverschluß, Korken', Stoppe (dǫbə) [verbr. NPf WPf Andre 123 Hussong Kirkel 146 Juner 83 Müller Dietschw 62, Krämer Gal 208], Stuppe (dubə) [ KU-Dennw/Frohnb Körbn], Verbr. s. K. 367; Zs.: PfWB Pantoffel-, PfWB Busem-, PfWB Glas-, PfWB Kork-, PfWB Ried-, PfWB Riegel-, PfWB Schwammstopfen; Syn.: PfWB Pantoffel 2, PfWB Pantoffelzapfen, PfWB Pfropfen, PfWB Pfropfer, PfWB Buschon 1, PfWB Flaschenstopfer, -zapfen, PfWB Holzstopfer, PfWB Kappe 2 a μ, PfWB Kork, PfWB Spund1 1 b, PfWB Stopfel 1, PfWB Stöpfel 1, PfWB Stopfer 1 a, PfWB Stopfert 1, PfWB Stopsel, PfWB Stöpsel, PfWB Zapfen. Mach dabber de St. uff die Sektbuddel, sunscht vafliehd 's beschde! [IB-Ensh (Glass 98)]. Off e jedes Fläschje paßt bloß de richtisch Stobbe [Kraus Sellemols 16]. Das sein die Krimmele vun dem Stobbe [Ranssweiler 102]. RA.: eem die Stoppe (Pl.) aus der Nas ziehe 'einen bloßstellen' [Krämer Gal 208]. —
b. 'Verschluß für das Weinfaß' [ KB-Dannfs]; Syn. s. Faßhahn. —
2. 'der Gummisauger des Kleinkindes', Stoppe [ KU-Reiffb RO-H'stätt Kalkof KB-Kriegsf FR-A'lein N'lein]; Syn. s. PfWB Schnuller 1. —
3. 'fester Kotballen', bei Verstopfung des Rindviehs, Stoppe

[Bd. 6, Sp. 624]
[ NW-Ellstdt]; vgl. PfWB Butz2 17, Verstopfung, Stopfer 3. Sie hat e St. bei sich [ ZW-Wiesb]. —
4. 'Klümpchen in der Biestmilch' [KU-O'staufb]; Zs.: PfWB Eiterstopfen. —
5. übertr.
a. 'ein kleiner Mensch, kleiner Junge', Stoppe [vereinzelt, Andre 123 Glass Klutzkopp 105 Höh 158 Juner 83 Otterstetter 240 Thielen 108]; Syn. s. PfWB Hosenmatz 1, PfWB Zwerg.
b. Schimpfw. [Damm Nachtdischlamp 13]. —
6. Weitere Zs.: PfWB Not-, PfWB Seifen-, PfWB Sodstopfen. — RhWB Rhein. VIII 743/44, LothWB Lothr. 502 Stoppen; Eichhoff WA 76; Kretschmer 368 ff.; R. Hildebrandt: Stopfen und Pfropfen. In: ZDL 61/1989 137-155.

 

   Kappe f.:
1.
a. 'Mütze mit oder ohne Schild', Kapp (kab) [verbr. WPf NPf nördl. VPf, seltener mittl. VPf (Bertram § 18) Lambert Penns 91 verbr. Gal Buch], (kḁb) [verbr. mittl. u. südl. VPf (Bertram § 18 Heeger Südostpf. § 52)]; Pl. -e (-ə), Dim. Käppche, Käppel.
α. 'Mütze für männliche Person'; Zs.: PfWB Patsch-, Bätz(el)-, PfWB Pelz-, PfWB Plätsch-, Buben-, PfWB Tatsch-, PfWB Dienst-, PfWB Eisenbahner-, PfWB Klitschen-, PfWB Lämmers-, PfWB Leder-, PfWB Ohren-, PfWB Schlaf-, PfWB Schnepp(en)-, PfWB Schnepper-, PfWB Schützen-, PfWB Strumpf-, PfWB Studenten-, PfWB Sturm-, PfWB Winzer-, PfWB Woll-, PfWB Zipfel(s)-, PfWB Zuckerrübenkappe; PfWB Hauskäppchen. Er setzt die K. uf, zieht die K. ab [NW-Kallstdt verbr.]. Er schwenkt die K. (zur Begrüßung) [ KB-Kerzh]. RA.: Wann der die K. abtut, dann brennt's (Anspielung auf die Glatze) [ ZW-Bechhf]. Er kann sich e nai K. käife 'Er hat die Prüfung bestanden' [ KU-Schmittw/O]. Er muß die K. unner de Arm

[Bd. 4, Sp. 56]
nemme 'Er muß aufs Rathaus gehen und die Geburt eines Kindes anmelden' [ LU-Fußgh]. Er hot sein K. uf Krakeel (schief) sitze 'fordert einen Streit heraus' [ BZ-Dernb]. Er setzt sein K., wie der Wind geht [ KU-Obw/T WD-Niedkch]. Er hot sein K. uf siwwe Schoppe 'Er ist betrunken' [ NW-Haardt]. Er is schwach wie e K. voll Schnoke (Schnaken) [verbr. Gal]. Einem die K. iwwer die Ohre ziehe 'einen betrügen' [ PS-Thaleischw]. Ich nemms uf mein K. 'Ich übernehme die Verantwortung' [ BZ-Dernb]. Er is net recht bei de K. 'Er ist verrückt, nicht normal' [ RO-Bistschd FR-Eppst]. Er is newer de K., dass. [KL-Olsbr, verbr. WPf NW-Hamb]. Er war newe de K. 'war ganz verwirrt' (bei einer Prüfung) [Kaislt]. Der is glei newer de K. 'leicht erregt' [ KL-Erfb Pirmas]. Wer nicht grüßt, hot Spatze unner de K. [ BZ-Albw]. SprW.: Jedem Bauer gefallt sein K. [ZW-Bechhf, verbr., auch Don Gal]; mit Zusatz: un meer mein Hut [ BZ-Dierb Dernb]. Gleiche Brieder, gleiche K. [Spey LU-Muttstdt NW-Haßl PfId. 71 mancherorts Don Gal]. Volksgl.: Wammer die K. in die Heh werft, fliet die Fleddermaus drunner [ KU-Herschw/Petth]. VR.: s. PfWB Dorfgasse, PfWB vier 1, PfWB Heinrich 1 a. —
β. 'enganliegende Frauenhaube', Kapp [KU-Herschw/Petth ZW-Gr'bundb PS-Gersb Schönau vereinzelt südl. VPf Don-Gottlob Heufeld]. Zs.: PfWB Baugen-, PfWB Bautschel-, PfWB Flutter-, PfWB Nebel-, PfWB Spitzenkappe. Die träächt e K. [ LA-Gommh]. —
b.
α. 'Schutzhaube des Imkers'; Zs. PfWB Bienen-, PfWB Immenkappe. —
β. Zs. PfWB Schnakenkappe. —
γ. Zs. PfWB Ohrenkappe. —
δ. 'Deckel des Bienenkorbs'; vgl. PfWB Kappenloch. —
2. übertr.
a. sachl.
α. 'Federschopf mancher Vögel'. 's Hinkel hat e Käppche [ ZW-Battw]. Kinderlied: Krab, Krab, dein Nescht brennt, siewe Junge sinn verbrennt. Zwää fliegen 's Bargel nuf, hän roure Käpplcher uf un kreischen: Quak, quak! [ BZ-Dernb]. —
β. 'Gesäß'. Du kannsch mich am Käppel lecke [ BZ-Nd'horb]. —
γ. 'Netzmagen des Rindes' [ BZ-Gossw]. Syn. s. PfWB Netzmagen. —
δ. 'Kapsel der Hagebutte'. Rätsel: E schwarz Keppche, e rot Recklche un die Titzcher voller Steen [mancherorts Gal Buch]. —
ε. 'die geschlossenen Deckblättchen der Knospe', bes. 'der fünfzipfelige Deckkelch der Rebenblüte', Käppche [ FR-Albsh]. Heit dun se ehr Käppelcher ab [ BZ-Pleisw]. —
ζ. 'das untere, dicke Ende der Roggengarbe', Kapp [ LU-Alsh/Gr]. —
η. 'Schaumschicht auf dem Bier'. Rätsel: Es geht etwas die Trepp hinauf, das hat ein rotes Röckchen an und ein weißes Käppchen auf [Hebel 118]. —
θ.
αα. 'breites Lederband an der Külpe des Dreschflegels' (vgl. PfWB Flegel(s)-, Külpenkappe). - -
ββ. 'Hülse mit Ring aus Eisen (früher häufiger aus Leder) an der Rute des Dreschflegels zum Aufnehmen des Flegel(s)bandes als Verbindungsstück zwischen

[Bd. 4, Sp. 57]
Rute und Külpe', Kapp [KU-Obw/T Bedb, verbr. WPf NPf], Käpp(e)l [BZ-Albw, verbr. mittl. u. südl. VPf]; s. Abb. 33. —
ι. 'Vorrichtung aus Leder zum Befestigen der Schnur am Peitschenstiel', Kapp [ RO-Obd], Käppel [ LU-Friesh]; vgl. PfWB Geißelkappe. —
κ. 'Versteifung an Spitze und Ferse des Schuhs'; die vodder, die hinner Kapp [verbr.]. Spottlied auf die Pirmasenser Schuhe s. PfWB Vorderblatt 1. —
λ. 'Verstärkung im Fersenteil des Strumpfes', Käppel [ LU-Alsh]. Die Käppcher om Strump strickt mer doppelt [ KU-Schmittw/O]. —
μ. 'Verschluß der Weinflasche', Käppche, im Rätsel bei verlustieren 1. —
ν. 'das über den Faßboden hinausragende Ende der Dauge', Kapp [ FR-Albsh]. —
ξ. 'eine das Achsenende umfassende Kapsel, die verhindert, daß das Wagenrad aus der Achse gerät' [ LU-Alsh Ruchh]. —
ο. 'Schutz- und Zierscheibe am Autorad' [verbr.]; vgl. Radkappe. —
b.
α. 'Bett', scherzh., Kapp [ KU-Adb]. AR.: Seppl, Seppl, hups ins Käppl, hups wirrer raus, du bischt drauß [ NW-Haßl]. —
β. e Käppl mache, e K. schlofe 'ein Nickerchen machen' [LU-Böhl Keiler 31]. —
γ. scherzh. für den Bahnhofvorsteher; die rot Kapp [ KU-Diedkch]. —
δ. 'Kapuzinerkresse' in den Zs. PfWB Pfaffen-, PfWB Kapuzinerkappe. Syn. s. PfWB Pfaffentutte 1. —
ε. 'Taubnessel'. Zs. PfWB Hahnenkappe. —
ζ. = PfWB Margerite. Zs. Sattlerkäppchen. —
η. ein Pilz. Zs. PfWB Rotkäppchen. —
θ. ein Gebäck. Zs. PfWB Pfaffenkappe. —
ι. 'Narr'. Zs. PfWB Rasselkappe. —
κ. Vorort der Stadt Hombg. Zs. PfWB Schelmenkappe. — Südhess. III 1099 ff.; RhWB Rhein. IV 153 ff.; LothWB Lothr. 274; ElsWB Els. I 453; Bad. III 68/69.

 

 -kappe f.: 'Lederöse am Peitschenstock, an der der Riemen befestigt ist', Gääschdlkapp [ NW-Geinsh, KU-Schmittw/O]. Rhein. II 1162.