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 PfWB Stollen (Bd. 6, Sp. 617)   PfWB Scholle (Bd. 5, Sp. 1402) 
   Stollen m.:
1.
a. 'pfostenartige Stütze, Möbelbein', bes. an Bett, Tisch, Stuhl, Schrank, Stolle (dolə) [verbr. Henn Mda.-Int. 282 Karch Gimmdg/ Muttstdt 38 Schneckenburger 49 Lambert Penns 144]; Pl. wie Sg.; Zs.: PfWB Bettlad-, PfWB Bett-, PfWB Tisch-, PfWB Schankstollen. »Die Bettstatt ist mit Stollen versehen, welche von den vier Ecken der Statt bis zur Stubendecke hinaufreichen und dort mit dünnen Querbalken verbunden sind« [Schandein Bav. IV,2 207 (Westricher Hausbau)]. a. 1571: Item 1 birbaumen disch mit vier geraten stollen [ZweibrKellR]. a. 1571: Item 1 Disch mit 4 stollen ist an den ortten mit schwartzem holtz eingelegt [WerschwSchR]. a. 1759: 1 Bettlade mit Stollen [SSp F 29/11 (KU-Dittw)]. a. 1786: 2 klein Bettlad mit Stollen [Rudolf Wihr Rehhütter Chronik 1937 S. 131]. —
b. 'Beine', bes. dicke, kräftige [ZW-Stamb KL-Siegb FR-Tiefth]. —
2.
a. 'Stütze unterhalb des Handgriffes am Dreschflegel' [ KU-Obw/T]. —
b. 'Fuß am Schubkarcharm' [ GH-Kand Nd'lustdt]; Zs.: PfWB Schubkarchstollen. —
c. ' Teil des Heuwagens' [ KB-Orb NW-Elmst]. —
d. 'Zapfen am Deichselblech' [ KB-Zell]; vgl. PfWB Stollblech. —
e. 'Holzfortsätze im oberen Teil des Kummetgestells' [ LU-Altr SP-Mechth]; Zs.: PfWB Kummetstollen. —
f. 'eiserner Bolzen im Hufeisen', gegen Rutschgefahr auf Glatteis [KB-Bubh Krämer Gal 208]; Zs.: PfWB Hufeisenstollen. Rätsel vom Pferdewagen: Vier Rolle, vier Stolle, tripp, trapp, in der Mitt e Dicksack 'Kutscher' un e Wiwat 'Peitsche' in der Heh [Krämer Gal 208]. —
g. ' Teil des Webstuhls, mit dem die Querfäden fest aneinander geschlossen werden' [ LA-Venn]. —
3.
a. 'Erdklumpen, Erdscholle', bildet sich gerne zwischen Absatz und Schuh [ KU-Kaulb PS-Lautschw]; Zs.: PfWB Fußstollen; Syn. s. PfWB Scholle. —
b. 'Schneeklumpen, der unter dem Schuh oder dem Pferdehuf hängt' [KU-Bedb Lambert Penns 144]; Zs.: PfWB Fuß-, PfWB Schneestollen. Mer krieht Stolle an die Schuh [ KU-Bedb]. —
4.
a. 'ein längliches Weihnachtsgebäck aus Hefeteig mit Früchten' [allg.]; Zs.: PfWB Krist-, PfWB Weihnachtsstollen. —
b. 'ein Neujahrsgebildbrot aus Kuchenteig' [ KU-Hachb Theisbgstg KL-Vogb LU-Oggh GH-Kand]; Zs.: PfWB Neujahrsstollen; weitere Neujahrsgebildbrote s. PfWB Neujahrsweck. —
c. 'ein länglicher Brotlaib' [GH-Zeisk, SOPf]; vgl. PfWB Gendarm 3; zu 4 a-c s. Otto Bertram: Pfälzische Gebildbrote. In: Westmärkische Abhandlungen 5 1941/42 S. 266, 273. —
5. 'in die Erde, in den Berg gegrabener Gang', Bergbauspr. [vereinzelt]. Uff de Karlsbäärsch in de Näh vunn Humboisch soll aamoo e St. gḁng sinn [Hussong Kirkel 146]. —
6.
a. 'ein steifer, tölpelhafter, unbeholfener Mensch' [mancherorts]; Zs.: Bau-

[Bd. 6, Sp. 618]
ern-, PfWB Heu-, Hollenstollen; Syn. s. PfWB Tappes 1 a; dummer St. [ LA-Siebdg GH-Kand]. —
b. 'wer sich ungebührlich benimmt' [ LA-Dammh BZ-Albw]; Syn. s. PfWB Rüpel 1. Jezz bedrachder mool dänn St., brauchd dä kää Gondach (Gutentag) se saache? [Braun Lääsebuuch 197]. —
c. Neckname für die Bewohner von GH-Hördt, Hördter St. [ GH-Sondh]. — RhWB Rhein. VIII 733/34; LothWB Lothr. 501; ElsWB Els. II 592.

 

   Scholle f., Schollen m.: 'fester Erdklumpen, wie er beim Pflügen entsteht', der Scholle [verbr. VPf SPf SWPf, mancherorts Don Rußl-Speyer], Schulle [ GH-Neubg], die Scholl [Frankth LU-Altr NW-Frankeck, vereinzelt Don Gal]; Zs.: PfWB Eis-, PfWB Erd-, Gras-, Grund-, Schneescholle. Syn.: PfWB Bollen1 1, PfWB Brocken I1bα, PfWB Klumpen 1b, PfWB Knorren 4a, PfWB Schlumpen, PfWB Schliebe 2, PfWB Schlüten, PfWB Schnitte 3, PfWB Schübel 1a, PfWB Schülpe(n) 2c, Schwolle(n); Scholle kloppe 'Schollen zerkleinern' [verbr.], klänner mache, dass. [ LA-Wollmh]. Die Hack verschlaat jedi Scholl [Kraus Unser Babbe 71]. RA.: dohocke wie e Krott uf eme Scholle [LU-Oggh, NW-Kallstdt LA-Ilbh BZ-Dierb PfL 30. 1. 1932 Bayerland 1933, S. 480 Feierowend 20/1949 7 Hartmann Unkel 40], uf 're Scholle [Hebel 14], uf de Scholl [ NW-Hardbg]. Dem geheere e paar Scholle mäh (auf seinen Sarg ins Grab), von einem Taugenichts [ KB-Kerzh]. SprW.: Scholle kloppe un Märe wecke esch unnäirich (ist unnötig, denn die Schollen zerfallen, wenn es regnet und die Mädchen stehen auf, wenn sie ausgeschlafen haben) [ BZ-Dierb, Albw];

[Bd. 5, Sp. 1403]
Var. s. PfWB Tütz 1 b. Südhess. V 699/700; RhWB Rhein. VII 1707/08; Rhein. IX 1341/42 K. N 22; LothWB Lothr. 464; ElsWB Els. II 409.