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| PfWB Stoff (Bd. 6, Sp. 614) | PfWB Schnaps (Bd. 5, Sp. 1244) | PfWB Johann-Jakob (Bd. 3, Sp. 1362) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. 'gewebtes Tuch', Stoff [mancherorts, Henn Mda.-Int. 74 Karch Gimmdg/ Muttstdt 243 Krämer Gal 208], Stuff (Stuff) [ WD-Niedkch], Stofft (dofd) [ZW-Gr'bundb Lambert Penns 144], Stufft (dufd) [Kus IB-Ensh (Glass 100) Ommh (Walle 35) Reinh ZW-Gr'bundb lothr. SWPf KL-O'mohr Müller Dietschw 64 PfId. 136 Schandein Sprachsch. 70 Schandein Ged. 250], Gen. f.: Stuft [Kus Don-Lenauheim]; Dim. Steffche [mancherorts], Stiftche [ KU-Diedk]; Zs.: PfWB Anzugs-, PfWB Trikot-, PfWB Hoden-, PfWB Hosen-, PfWB Kleider-, PfWB Kragen-, PfWB Mannsleutsstoff; e fein Steffche [ KB-Zell]. Der Schorz baßt gut zum St. vum Klääd [ ZW-Gr'bundb]. Der Stuff geht en [ WD-Niedkch]. Die Dore krien jetzt oft Dorekirrel (Totenkittel) an aus Babier; friher aus weißem St. [ ZW-Gr'bundb]. Schere fer die Nehmaschin, fer Stoff se schneide [Kröher Lyoner 142]. RA.: e guud Steffche sagt man, wenn man jemanden kneift [Hussong Kirkel 146]. Seller Mann hot sich a Kloni g'heirat, daß er net viel St. kaafe muß [ Don-Neufutok]. — 2. übertr. a. 'Art, Gattung, Herkunft, Abstammung; verächtl. Sippschaft', Stufft [Thielen 109], Gen. f. [Kus]; Zs.: PfWB Pfaffenstoff, Mädchenstoft. For eier Stuft aah zu belääwe, / Do braucht's e' Blosbalk riesig groß [Schandein Ged. 115]. Der is aus de Stuft nix wert [Don-Lenauheim]. — b. 'Materie, Ausstattung, Zeug'; Zs.: PfWB Sauer-, PfWB Süßstoff. Der Willem wollt e'Parre warre, / Ei hot er net de' Stuft dezu? [Schandein Ged. 196]. — c. 'Rest, Kleinigkeit', Stuft [ RO-Lettw]. RA.: Keen St. un keen Staud es me do 'Kein Rest ist mehr da' [Kus KU-Diedk]. Syn. s. PfWB Lappalie. — 3. 'alkoholisches Getränk' [vereinzelt]; Syn. s. PfWB Schnaps 1. Chef, de Stoff geht glei zur Neiche! [Ranssweiler 11]. Un butzt's un fillt's mit neiem Stoff / Un dann werd's widder leer gesoff [Münch Werke I 130]. RA.: Fer heit hat er genunk, [Bd. 6, Sp. 615] der hat sei Stoff [Kaislt]. — 4. a. Schimpfw., Stufft [RO-Callb PfId. 139]. — b. Neckname für die Bewohner von HB-Böckw: Beckwiller Stuft [ HB-Böckw]; für KL-W'lein: scheele Stufft [ KL-Mölschb]; für RO-Callb: Stuffte [ KU-Schmittw]. — RhWB Rhein. VIII 730 ff.; LothWB Lothr. 509, ElsWB Els. II 577 Stuft; Kluge-Seebold22 704.
| 1. 'Getränk mit hohem Alkoholanteil', Schnaps (nabs) [allg., Klein Prov. 132 Karch Gimmdg/Muttstdt 126 Lambert Penns 173 Buffington-Barba Penns 158 Don-Schowe Torscha Krämer Gal 189]; Pl. Schnäps (nębs) [allg.]; Dim. Schnäps'che (nębsχə) [ KU-Bedb ZW-Battw Gal-Josbg], Schnäpsje (nębsjə) [ KU-Hundh LU-Opp], Schnäpsel (nębsəl, nębsl) [ PS-Schmalbg LU-Limbghf NW-Freinsh Haßl LA-Nd'hochstdt], Schnäpsi (nębsi) [KU-Schmittw/O, NPf]; Dim. Pl. Schnäpsjer (nębsjər) [ KU-Hundh]; Zs.: PfWB Branntweinschnäpsel, PfWB Trester-, PfWB Druschel-, PfWB Erdbeeren-, PfWB Grundbirnen-, [Bd. 5, Sp. 1245] PfWB Heidelbeeren-, PfWB Honig-, PfWB Kirschen-, PfWB Korn-, PfWB Kümmel-, Maurer-, PfWB Nuß-, PfWB Quetschen-, Schlehschnaps; Syn.: PfWB Ameisenbranntwein, PfWB Aufenthalt 3, PfWB Bauchwehwasser, PfWB Perlkaffee, PfWB blau 4aβ, PfWB brandig 1 b, Branntwein, PfWB Teufelsgesöff, PfWB Doppelkümmel, PfWB Trinkbranntwein, PfWB Eureka, PfWB Vergiß-mein-nicht 2 a, PfWB Feuerwasser, PfWB Vorlauf 2, PfWB Franzbranntwein, PfWB Fusel1 1, PfWB Gocko 2, PfWB Gori2 2, PfWB Grundbirnenbranntwein, -bumpes 2, -fusel, PfWB Gückes 2, PfWB Husarenkaffee, PfWB Johannjakob 2 c, PfWB Johannpeter 2 e, PfWB Karst 2, PfWB Karstanis, PfWB Karst ausgemachter, PfWB Karstenwasser, PfWB Kirsch, PfWB Kirschenwasser, PfWB Knorbel, PfWB Knurbel, PfWB Knürbel, PfWB Kornbranntwein, PfWB Krabbel-an-der-Wand 2, PfWB Krambambel 2, PfWB Kümmel2 2a, PfWB Kurzer, PfWB Läuter, PfWB Lutter, PfWB Magenbitter, Maurerlikör, PfWB Meerrettich 3, PfWB Nabelwärmer, PfWB Nachlauf 2, PfWB Nähts 2 b, PfWB Olig 2, PfWB Ores, PfWB Quetschenbranntwein, PfWB Rachenputzer 1b, PfWB Raspel 3, PfWB Rattengackel 2, -gift 2b, PfWB -gückel 2, PfWB Reiß-mich-um, PfWB Schlehbranntwein, PfWB Schlinkenputzer 1b, PfWB Schnaubian, PfWB Schnips 2, PfWB Seelenwärmer 2, PfWB Soruf, PfWB Spiritus, PfWB Stoff, Unterirdischer, PfWB Weingeist, PfWB Wermut, Willi; angesetzter Sch., wird gewonnen, in dem man aus Kartoffeln oder Zwetschgen gebranntem Sch. andere Stoffe wie grüne Walnußschalen, Waldmeister, Heidelbeeren und ähnliches zusetzt und nach abgeschlossener Gärung die geklärte Flüssigkeit abgießt [ KU-Kaulb]; e Sch. nemme 'einen Sch. trinken' [Lambert Penns 137]; no Sch. stinke 'eine Schnapsfahne haben' [ KU-Kaulb]. Also, die Hef, die kummt dann zum Brenne, des gibt Sch. als (Sch. wird aus Hefe, dem Rückstand bei der Mostgärung, gebrannt) [ NW-Gimmdg]. Der ganze Schammas kummt in große Blechkiwwel un dann werd Schnaps draus gebrennt! [Damm Nawwel 14/15]. Noch e Schnaps owedroff [Kraus Arwed 25]. E Schnäpsche isch manchmol recht gut [ ZW-Battw]. Geb mer emol e gut Schnäpsi, e Sch. hält worem (warm) [ KU-Schmittw/O]. Nä jo, Du hoscht recht, hoscht de net so e klen Schnäpsi? [NPfGV 5/1933]. »No jerr«, sat de Bader, »hoscht de net so e Schnäpsi?«[Pfälzer Art und Sinn 12. 11. 1933]. De ganze Dag schdinkd er no Schnaps unn sein blooer Zinke 'blaue Nase' leichd (leuchtet) schon so, daß er uff em Häämweg naachd's kä Lichd brauchd [A. Kloos in: Westricher Kalender 1957 103]. Wenn ich do die Deer nore ufgemach han, un do hot mer der Wert schun e Sch. ingeschenkt [ KU-Rammb]. Trinksch es Bierche uhne Schnaps / Saan se: guck, bei dem geht 's knapps! [Ranssweiler 67]. Moi Mann schtemmt als am Bau zwanzich Schnaps in ääner Rutt (Rute2) [Damm [Bd. 5, Sp. 1246] Schoggelgaul 33]. Wann de dei Geschäft net willscht uffgenn, dann muschte es Schnappsdrenke uffgenn. Awer vun Stunn an hann eich a ke Droppe Schnapps meh gedronk [Umg. von Kus (PfId. 185)]. Sch. wird gebrannt aus Zwetschgen [ KU-Brück Kaulb FR-Albsh], Kartoffeln [ KU-Kaulb FR-Albsh], Weinhefe [ NW-Gimmdg], Kirschen [ FR-Albsh], Getreide (Korn) [ FR-Albsh]. RA.: Scherzfrage an jemanden, der än Troppe unner de Nas hängen hat: Gell, du brennscht Sch.? [ LA-Nd'hochstdt]. Er brennt Sch., wenn die Nase läuft (tropft wie ein Destillationsapparat) [ PS-Erfw]. Vor 'm Sch. e Sch. und nooch 'm Sch. e Sch. [ NW-Hardbg]. 's Geld on de Sch. hänge 'viel Geld für Branntwein ausgeben' [ KU-Schmittw/O]. Er iss em Sch. verfalle 'Er trinkt gerne Schnaps' [ LU-Opp]. Wammer (wenn man) on de Sch. gerot (gerät), is mer verlor 'Schnapstrinken ruiniert den Menschen' [ KU-Schmittw/O]. Sch. is Sch., Dienscht is Dienscht [ Gal-Slawitz]. SprW.: Der een sauft de Schnaps, der anner trägt die rot' Nas' rum 'Oft wird der Unschuldige für schuldig gehalten, und umgekehrt' [Trifels 20/ 1928]. Volksmed.: Sch. gilt vielfach als medizinisches Hausmittel zur Abtreibung [Pirmas], bei Durchfall e Schnäpsel trinke [ NW-Freinsh], Fieber [ LA-Wollmh], Magenbeschwerden [ NW-Kallstdt], Zahnschmerzen [ZW-L'wied Stamb RO-Alsbr KL-Siegb KB-Kriegsf], Sch. in de Zahn 'Sch. in den hohlen Zahn' [ ZW-Bechhf], bei angeblichen Beschwerden: Ich hunn 's so im Leib, geb mer emol e gut Schnäpsi, Ausrede eines Trinkers [ KU-Schmittw/O]. Volksbr.: Die Drescher fingen zur Winterszeit schon um 4 Uhr an zu dreschen, vorher gab es Brot un Sch. [ PS-Erfw]. Um 10 Uhr wird weißer Käse gegessen und Sch. dazu getrunken [ ZW-Marthh]. Am Kirbenmontag ziehen die Burschen in einer Tanzpause mit den Musikanten von Haus zu Haus und trinken Sch. [ IB-Ormh]. VR.: Erscht o Schnäpsche for Appedit, das is alter Schwowe (Schwaben) Sitt, hinnenoh werd ufgetraa, Rindssupp voller fette Aa (Augen) [ Gal-Josbg]. Die Maurer sinn se bedaure, uhne Schnaps kenne se nit maure, Spottvers auf die schnapstrinkenden Maurer um 1870/1890; sie tränkten ihr Pausenbrot mit Schnaps. Wenn bei Hausrenovierungen in Lu'haf eine eingmauerte, leere Schnapsflasche gefunden wird, vermutet man, daß sie von durstigen Maurern aus LU-Opp stammt [LU-Opp (PfHBl. 13/1931)]. Var.: ...wann se kän Schnaps hänn, kenne se net maure [ LU-Opp]; uhne Schnaps halt bei de Maurer nix [ NW-Kallstdt]. — 2. übertr. Das is aber starker Schnaps! 'Das ist eine unglaubwürdige Sache' [ LA-Mörzh]; vgl. PfWB Tabak 4 b. — 3. 'Tadel, Strafpredigt, Zurechtweisung, Staucher' [ ZW-L'wied LU-Altr BZ-Albw GH-Nd'lustdt]. Awwel gitt's Schnaps! 'Jetzt bekommen wir etwas zu hören!' [ LU-Altr]. Er [Bd. 5, Sp. 1247] hodd e Schnapps kriechd 'Er ist getadelt worden' [Gimmel in: PfL 5. 9. 1924]. — 4. 'Nasenstüber' [ PS-Geisbg]. — RhWB Rhein. VII 1551; LothWB Lothr. 457; ElsWB Els. II 504; Schwäb. V 1032; Hess.-Nass. III 323; DWB DWb. IX 1175/76; Frankf. V 2773.
| 1. alter Doppelname, Hansjakob [ NW-Hardbg ZW-Marthh], Hansjokeb [ LA-Edk Gommh], Hanjakob [ NW-Hardbg], Hanjokob [Pirmas KL-Fischb], Hanjoob [ KU-Dietschw ZW-Lambsbn KL-Gimsb], Hanjaab [ Gal-Josbg], Hanjockel [vereinzelt mittl. VPf]. Sparjelemente se mache, das versteht mein Hanjob [PfId. 173]. Scherzw.: Hanjakob, bick dich, weil er trefft dich! [mancherorts Gal]. Zur Erklärung: Angeblich hatte H. vom Acker des Pfarrers Kraut gestohlen. Der Pfarrer, der den Diebstahl am frühen Sonntagmorgen bemerkt hatte, nahm einen Krautkopf mit auf die Kanzel, schalt in der Predigt über das Stehlen und fuchtelte mit dem Krautkopf gegen die Kirchgänger. Dabei verlor die Frau des H. die Beherrschung und rief warnend ihren Mann an. VR.: Hanjakob Kneip hot gefrorene Riewe gess; ach Gott, Motter, mein Leib! [ Gal-Brunnd]. Im Kniereiterreim Reite, reite, Rößchen lautet der Schluß: die spinnt e rore Rock for de Brurer Hanjakob [ RO-Dielkch]; der ganze Reim bei Madam. — 2. a. 'ungeschickter, einfältiger Mensch, der sich von anderen ausnutzen läßt', Hanjokob [ ZW-Mittb], Hansjockel [ LU-Neuhf], Hanjockel [ BZ-Dernb], Hanjakob [ Gal-Bagbg]; daawer Hanjoob 'tauber Mann' [Keiper in ZfdMa. 1910, S. 129]; linkser Hanjokob 'Linkshänder' [ LU-Muttstdt]; vgl. PfWB Tappes 1. RA.: Sie mache mer'm de Hanjoob 'halten ihn zum besten' [ KL-Reichb]. 's kimmt'm wie 'm Hanjockel 's Dresche 'Endlich begreift er's' [ WD-Niedkch]. — b. Uzname auf einen Bewohner von PS-Windsbg: Hanjob. — c. 'Schnaps' in der Maurersprache (nach dem ehemaligen Schnapsbrenner Johann Jakob Weisbrod), Hannoppel [ LU-Opp]; vgl. PfWB Johann-Peter 2 e. — Südhess. III 969; Rhein. III 1189 Z. 8. —
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