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| PfWB Stirn-haar (Bd. 6, Sp. 602) | PfWB Haar (Bd. 3, Sp. 527) | PfWB Flachs-haar (Bd. 2, Sp. 1415) | |||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'H. am menschlichen Körper'. a. 'Kopfhaar', Hoor, s. F. [fast allg.], Haar (hr) [lothr. SWPf]; lange (korze, dicke, dinne, lokkiche, krussliche, struwweliche, schwarze, rode, grooe, schneeweiße) H. [ PS-Dahn, allg.]; struppiches H. [Frankth]; kohlraweschwarze H. [ KB-Kriegsf], goldiche H. [ NW-Geinsh], falsche H. [ LU-Opp]. RA. u. Vergl.: H. wie e versääfdi (ersäufte) Ratt [ LU-Oggh], wie vun de Mais abgefress [Pirmas]. Die hot nor drei H. [ LU-Opp]. Dem sein H. kann mer zähle [RO-Semb, verbr.]. Der Haarlose hot e Kopp voll gar kän H. [ BZ-W'rohrb]. Ich krie erscht mein H., sagt der Glatzköpfige [ KB-Albish]. Es is kan gut H. an'm [ KB-Kriegsf]. Er loßt kee gudes H. an'm [verbr. [Bd. 3, Sp. 528] Don Gal Buch]. Des geht dich kän H. an [ GH-Schwegh]. 's hot'm kan H. gedun 'nicht das mindeste geschadet' [FR-Bockh, PfId. 175]. Die Uhr geht uf's H. 'ganz genau' [ RO-Obd Rockhs Pirmas FR-Grünstdt]. Um's H. wärscht drunne gelege [GH-Zeisk, verbr.]. Um e H. wär ich an dem Beerewein verstickt [Feierowend Nr. 28/1965 S. 5]. Do reiß ich mer kän H. raus [GH-Schwegh, verbr.]. Ropp e H. raus, wu käns isch [ NW-Geinsh]. Er hot e H. drin (in de Supp) g'funn [ZW-L'wied, verbr.]. Die Kinn (Kinder) fresse aam noch die H. vum Kopp [ KU-Kaulb Kreimb ZW-Gr'bundb]. Er hot H. losse misse, von einem erlittenen Verlust [NW-Wachh, verbr.]. Der Betrüger dut die H. schneide [ KU-Rutsw/G Kus]. Er hot sich die H. schneire losse 'Er war im Bordell' [ PS-Rodalb LU-Opp GH-Zeisk]. Er stellt die H. 'ist aufgeregt' [ RO-Dielkch GH-Zeisk]. Der Sorglose loßt sich kan grooe H. wachse [FR-Hettldh, verbr.]. Do stehn ääm die H. geje Berg [Kus, verbr.]. Der Geizhals zählt die H. [ ZW-Bechhf]. Er hot mehn Schulde wie H. uf'm Kopp [ FR-Bockh]. Die Streitenden leien sich in de H. (sin sich in die H. kumm) [FR-Ebertsh, verbr.]. Er hat ihm in die Haare geschissen 'seine Hoffnung vereitelt' [Klein Prov. 176]. Er is mit Haut un H. verlore [ LU-Opp]. Der geht mich vun Haut un H. nix an 'ist nicht verwandt mit mir' [ LA-Gommh]. Die Frucht steht so dick wie H. uf'm Kopp [ FR-Bockh]. Dem Toten dut kään H. mehn weh [Hebel 27]. Wann se nor lange H. hot, dann verliebt er sich sofort in sie [ GH-Zeisk]. SprW.: Du kannscht ken H. roppe, wo's keni hot [Reichard Penns 292]. Korze H. sin ball gebärscht [NW-Geinsh, verbr., auch Don Gal Buch]. Lange H. un korzer Sinn (un korzer Verstand) [KU-Diedk, verbr.]. Roore H. hän die Kränk, darum hüte man sich vor den Rothaarigen [ NW-Geinsh]. Roode H. un Erleholz wachsen uf kääm gude Bodde [GH-Schwegh, verbr., auch Don Gal Buch]. Besser grooe H. un H. als schwarze H. un kän H. [ GH-Zeisk]. Rechter e Glatz wie gar kan H. [ KB-Bischh]. Wann der Verstand kummt, müssen d' H. Platz mache [Zahn Pläsier 196]. Volksgl.: Wann die Braut rauhe H. hat, werd des Ehepaar reich [PS-Geisbg, verbr.]. Wer dinne H. hat, macht e reichi Heirat [ KU-Diedk]. Ausgestrählte H. därf mer net verbrenne, schunscht werd mer dumm [Fogel Beliefs Penns Nr. 1807]. a. 1790: Kein ausgekämmtes Haar darf auf die Straße geworfen werden, wenn man für Hexereien sicher seyn will [Journ., 7. Jahrg. S. 142-44]. Die H. schneidt mer im [Bd. 3, Sp. 529] Zunemmende (im zunehmenden Mond) ab [Fogel Beliefs Penns Nr. 1820]. Sie henn halt de Fehler gemacht, Ehr H. bei zunehmendem Mond schneide zu losse [Zahn Pläsier 106]. Den Mädchen soll man die Haare bei abnehmendem Mond stutzen [ NW-Frankeck]. Aus einem KR.: Blott geschor, die H. verlor [ ZW-Bechhf]. Zs.: Augenbrauen-, PfWB Augen-, PfWB Flachs-, PfWB Frauen-, PfWB Kopf-, PfWB Krussel-, PfWB Locken-, Mädchen-, PfWB Männer-, PfWB Manns-, PfWB Milch-, Nasen-, Naupen-, PfWB Schnurres-, PfWB Sieben-, Sonntags-, PfWB Steh-, PfWB Strubbel-, Süß-, PfWB Weiber-, Weibsleute-, PfWB Weiß-, PfWB Wimper-, PfWB Wirr-, PfWB Wuschel-, PfWB Zimmermanns-, PfWB Zottelhaar. — b. sonstiges Körperhaar. RA.: Er hot H. uf d'r Bruscht 'ist ein kräftiger, energischer Mann' [ LU-Neuhf Don-Gottlob Gal-Brotschk]. Er hot noch kaan H. unner de Nas [ FR-Kindh]. Er hat e Eisebahnerschnorres: alle Station emol e H. [Kaislt]. Der Heranwachsende steht noch im Gansprozeß: gebt's H. oder Flaume [ PS-Steinalb]. Dem muß ich mol d' H. aus de Ääge mache 'die Meinung sagen' [LA-Venn, verbr. SOPf]. Er hat Hoore en de Hänn 'Schwielen in den Händen' [ WD-Niedkch]. Die hat H. uf de Zähn [KU-Obw/ Tiefb, verbr., auch Gal], uf de Zung [KB-Weihf, verbr.]. — 2. H. bei Tieren, vgl. PfWB Borste 1. Zs.: PfWB Pferds-, PfWB Draht-, Fang-, PfWB Gauls-, PfWB Geißen-, PfWB Glatt-, Hasen-, Hunds-, PfWB Kamel-, Kamm-, PfWB Katzen-, Kühe-, PfWB Kurz-, PfWB Lang-, Maus-, PfWB Roß-, Samt-, PfWB Sau-, PfWB Schnauz-, PfWB Schnurr-, PfWB Schwanz-, PfWB Stichel-, PfWB Stirnhaar. Vergl. u. RA.: Er hot H. wie e Maulwelfer (Maulwurf) [ GH-Schwegh]. Der Wald steht (so dicht) wie die H. uf'm Hund [ KU-Schmittw/O Reichsth GH-Büchbg]. Er hot Geld wie e Krott H. [ LA-Mörzh]. Bezeichnung für eine weitläufige Vewandtschaft: vun hunnert Kihschwänz ee H. [ HB-Brenschb]. Beim Jahresende sagt man: Noch e Monat, dann gehn der Katz die H. aus [Kaislt, NPf GH-Schwegh]. SprW.: De Wolf verliert die H., awwer net die Naupe [LA-Edh IB-Bliesmg verbr. Don Gal Buch]; dass. vom Fuchs [HB-Kirrbg, verbr.]. Die Fichs hän all ee Sort H. [Penns Don Gal Buch]. 're Krott kann mer kee H. ausroppe [ Don-Schowe Gottlob]. Rätsel vom Spinnrad: Was is des for e Katz: Mer roppt ehr die Hoore raus, un sie schnorrt weider [ Gal Buch]. VR. s. PfWB Frosch I. — 3. 'Haarähnliches'. a. 'dünne Wurzeln', Hoorcher [ FR-Bockh]. Zs. PfWB Wurzelhaar. — b. 'Härchen an der Unterseite der Blätter'. 's Blaat vun de Rewe hot unne H. [ LU-Alsh]. Zs. PfWB Blatthärchen. — c. 'die Fasern im Schimmel'. Das Brot hat schun H. [ ZW-Bechhf]. Antwort auf die Frage, was es zu essen gibt: Schnitz mit H. dran [Kaislt]; vgl. die RA. bei dahinter 1 b. — d. Pflanzennamen: Jungfrau-, Liebfrauen-, Muttergotteshaar. — e. s. PfWB Engelshaar. — F.: hōr [verbr.], hr [ FR-Bockh], [Bd. 3, Sp. 530] hōÄr [verbr.], hr [lothr. SWPf], hōr [Penns Don Gal Buch Rußl]. Der Pl. ist dem Sing. gleich, vereinzelt Hoore. Dim.: hērχə, hērə, hrχə [verbr. WPf NPf nördl. VPf], hōrχə [vereinzelt WPf NPf nördl. VPf], hrχə [vereinzelt SWPf], hērlχə, hērlə [Ost-PS SOPf]; dem Sing. -che/-sche entspricht im Pl. -cher/-scher; das Dim. hērl(ə) der mittl. u. südl. VPf hat im Pl. hērlə, um Land hērliχ, in SP-W'see hērlīn; GH-Neubg hat hārlə. Genus f. nachgewiesen für KL-Fischb, s. Kleeberger 117. — Südhess. III 2 ff.; RhWB Rhein. III 3 ff.; LothWB Lothr. 249; ElsWB Els. I 364/65; Bad. II 513/14.
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