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| PfWB stillen (Bd. 6, Sp. 590) | PfWB herr-jess(es) (Bd. 3, Sp. 880) | LothWB Jeses (Bd. 1, Sp. 267a) | |||||||||||||||||
1. 'etwas zum Stillstand bringen, in der Bewegung hemmen', stille (dilə) [verbr., Lambert Penns 143]; das Blut st. [verbr.]. De Dokder hotter (hat ihr) 's Blut st. misse [ LA-Gommh]. Volksgl. und Volksmed. bei Blutungen: gegen Nasenbluten: Wasser in die Halskaut [ RO-Als]; gegen Lungenbluten: Eis zuckele [ RO-Als]; bei Schnittwunden: Spinnwebe uf frische Schnittwunde dricke [ LU-Opp, KU-Bedb LU-Oggh]; die Blutorer zudricke [ BZ-Dernb]; mit Kamille behannele [LA-Impfl]; mit Katzepapier, auch mit Alaun [ LU-Oggh]; Zunder auf die Wunde [ KU-Bedb]. Guck die Wand stärr ḁ und blinzel net un zehl hinnerschich vun fuffzich bis drei [Fogel Beliefs Penns Nr. 1615]. a. 1765: Mittel zum Blutstillen: Es stehen 3 Blumen auf Gottes Grab; die erste heißt Mut, die andere heißt Blut, die dritt heißt Wohlgemut. Damit stille das Blut. Darnach zur Buß gezählt. Einem Pferd das Blut zu stillen: Nimm 2 oder 3 Frösch oder mehr und wirf sie in 1 Feuer, laß sie braten, daß man Pulver kann machen, gib dem Pferd ein, wie du kannst; es ist gut [Aus dem Roß- und Arzneibuch des Schmiedes Johannes Antonius Hafner (FR-Flomh)]. Er loßt sich brauche, dazu wird das Kreuzzeichen gemacht und die Brauchformel gesprochen Blut, steh still im Namen Gottes, des Sohnes und des Geistes [ LU-Limbghf]. Dreierlei Kräutche, / Hääl mer mein Häutche, / Still mer mein Blut, / Daß es sei Lebtag net meh weh dut [RO-Würzw (Wilde 135), RO-Nd'mosch]. So allzeit gewiß ist, sobald du dich geschnitten oder gehauen hast, so sprich: glückselige Wunde - glückselige Wunde - glückselig ist der Tag, da Jesus Christus geboren ward. Amen. Ein Kindlein geboren zu Bethlehem, gefunden zu Jerusalem, getauft am St. Jordan, so gewiß und wahr sein Blut stan. Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen [ LA-Maik]. Wenn jemand sich verbluten täte, so lege deine Hand darauf und sprich: »Durch Adams Blut kommt her der Tod, ich gebiet dir, Blut, durch Christi Blut: steh still!« [Pirmas]. Behandeln mit Gundelrebe und Spruch: Es blühen drei Rosen auf dem Heiligen Grab, die eine heißt Sanft- [Bd. 6, Sp. 591] mut, die ander heißt Demut, die dritte Blut Gottes. Stehe still solang Gott will [ NW-Frankeck]. Andere Brauchsprüche s. PfWB Blut1, PfWB bluten, PfWB Blutstillung, PfWB Jesus, PfWB Wunde. Weitere Volksheilmittel zum Stillen einer Blutung in Pauli Heilm. 45 ff.; Heeger Vhk. 47/48 Nasenbluten und 86 ff. Wunden. — 2. a. 'ein Kind an der Mutterbrust säugen und dadurch still machen' [verbr.]; vgl. PfWB Brust 1 b, PfWB schenken 2; e Kind st. kenne [ KU-Kaulb]; 's werd gestillt [verbr.]. Sie dut er Kind (er Kläänes) selbscht st. [ LU-Opp LA-Gommh]. — b. 'das Säugen des Ferkels'. Die Sau stillt [ BZ-Dernb]. — c. 'trinken' in der RA.: de Dorscht st. [vereinzelt]. Zum Martinsdaag gebts e Gänsel mit Käschte gefillt un de Dorscht werd mit Neue gestillt [Krieger 41]. — 3. übertr. 'einen unangenehmen Zustand beenden'; stille 'einen Streit schlichten' [ IB-Gersh RO-Schweisw GH-Neubg]; de Schmerz st. [vereinzelt]. RA.: sich gar nit st. losse 'untröstlich sein' [ ZW-Battw]. Die Zeit werd schun ere Schmerz st. [ LU-Opp]. — RhWB Rhein. VIII 694.
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