Stief-vater m.: 1. 'der nicht leibliche Vater', Stiefvadder, -varrer s. Grundwort [verbr.]. — 2. 'ein Mann, der seine Kinder vernachlässigt oder lieblos behandelt' [ ZW-Battw FR-Bockh]. RA.: Der is seim Maul käin St. 'Er legt Wert auf gutes Essen und Trinken' [KU-Schmittw/O WD-Niedkch ZW-Battw Land]. SprW.: Wer en St. hot, der hot aach en Stiefmudder 'In zweiter Ehe wendet sich der Vater von den leiblichen Kindern ab' [ BZ-Dernb]. — 3. 'der Vormund einer erwachsenen Person' [ FR-Bockh]. — 4. FlN. a. 1482: eyn wyngart am stieffatter [LandsbgZb. Bl. 13 (RO-Als)]. — RhWB Rhein. VIII 674; LothWB Lothr. 498 Stiefvadder; ElsWB Els. I 156. | | PfWB PfWB ElsWB LothWB Stief-mutter -mō:dər, –mō:r u. nach dem Nhd. -motər (s. S.) f.: 1. nach dem Nhd. RA.: En St. git (mät »macht«) ene St.vader Rip, Allg., — de Düwel hal (hole) se beide egal! Ess, — hol se allgar Geld-Leuth; häs du iərsch en St., dann kriste auch nen St.var Sol. St., Düvels Ongerfoder (Unterfutter) Eusk, Dür. — Stüssmoder (Stoss-) Köln-Stdt. Besser en helzernen (gefühllosen) Vadder wie en St. Merz-Nunk. De schlemmste St. es de St.vatter Jül. Et es doch nit ganz gefählt, seit de Jong, do schmiət (schmiss) he nam Hong (Hunde) on trof de St. Sol-Gräfr. Der is seim Maul kän St. er isst sehr gern gut u. reichlich Saarbr, Saar; men mott sinne Buk (Bauch) genn St. sin Heinsb. — 2. St.mötter-chen (immer in nhd. Form; s. S.) Viola tricolor Allg.; well St. Feldst.; Synon. für das Gartenst. (zahm St.) Gesichtchen, Gedinkeln, Dinkelchen (Ardinkelchen), Affen-, Fratzen-, Kosaken-, Menschen-, Schöngesicht, Jelängerjelieber, Gickel (Maginkelchen), Judenpifiünchen, Langliebchen, Langenmaliebchen, Annemaginkelchen, -liefchen- Matzenhüs-chen, Keikmarjännchen, Viole (Steinv.), Veilchen, Samtblume, Plüschveilchen, Vorwitzchen, alde Wiwer. — St.mütterchentee gilt als Blutreinigungstee; auch soll er, von stillenden Müttern getrunken, schwache Säuglinge kräftigen. | | PfWB ElsWB LothWB Stief-vater (s. S.) m.: nach dem Nhd. RA.: Bo en St. äs, Küt och bal en St.modder hin Neuw-Asb. Er (sie) is seim (ehren) Maul kä St. lässt es sich recht gut schmecken Simm. |
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