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 PfWB Stiefel1 (Bd. 6, Sp. 567)   PfWB Über-gänger (Bd. 6, Sp. 844)   PfWB Bock (Bd. 1, Sp. 1057) 
   Stiefel1 m.:
1.
a. 'Fußbekleidung mit Schaft', Stiwwel (diwəl, diwl) [allg., Castleman Zwbr. 27 Christmann Kaulb 13, 65, 77 Mang 96, 150, 214 Müller Dietschw 62 PfId. 137 Schandein Ged. 250 Schneckenburger 42, 59 Wilms Alph. 52 Lam-

[Bd. 6, Sp. 568]
bert Penns 144 Krämer Gal 207], Stiffel (difəl) [LU-Friesh LA-Edk GH-Kand Max'au Bertram § 189-190 Heeger Südostpf. 17 Schandein Ged. 250 Lambert Penns 144 Beam Penns 89], Stäwwel [ GH-Rh'zab], von älteren Leuten gesagt; Pl. Stiwwel [vereinzelt], Stiwwele [verbr., Glass 98 PfId. 137 Krämer Gal 207], Stiwwle [ IB-Reinh], Stiewele [ RO-Börrstdt], Stiebel [ ZW-Battw]; Dim. Stiwwelche [mancherorts]; Dim. Pl. Stiwwelcher [mancherorts]; Zs.: Pelz-, Bund-, Filz-, Fischer-, Gummi-, Halb- 1, Hochschaft-, Kanonen-, Knie-, Knöpf-, Kommiß-, Kragen-, Latwergen-, Meilen-, Militär-, Mist-, Reiter-, Reit-, Rohr-, Roll-, Schnür-, Siebenmeilen-, Sonntags-, Spangen-, Stulpen-, PfWB Zugstiefel. Sie hann 's Geriß? - Inja! Wie e paar alte Schtiwwele [Kühn Kumödi 46]. Ich han mei Schärm, mei Jibbche / un Stiwwle an de Fieß [Kraus Pädcher 14]. De Soldat faßt Stiwwel 'Dem Soldaten werden Stiefel zugeteilt' [ KU-Schmittw/O]. De Belzenickel hot große Stiwwle an [ LA-Roschb]. Ich breng de St. net on [ KU-Schmittw/O]. Sie hänn verschied'ne Schtiffel, / Herr Lehrer, heit verwischt! [Sommer Humor 23]. Lehme Stiwwel, nasse Hosse / Un kee trocke Himd am Leib [Ranssweiler 60]. Un werklich, wie ich Dags deno' / Mei Stiwwel grad han angezo' [Münch Werke I 169]. Der hat Schlittschuh an die Stiwwel gedudelt gehatt [Kröher Lyoner 24]. Bangadde, Alde Weiwer, Pämbs, Ordebädische, Stiwwel, Sportschuh - all sin se gezwickt wor [Kröher Lyoner 93]. RA.: mit Stiwwel un Spore 'mit voller Ausrüstung, aber auch mit allem Straßendreck' [ KU-Schmittw/O, vereinzelt]. 's Stick Veh 'der Schmutzfink' hot sich met St. un Spore ins Bett geleet [ KU-Schmittw/O]. 's Geriß hunn wie e paar alte Stiwwele 'viel umworben sein' [Kühn Palz 143]. Des sin zwee Paar Stiwwel 'Es geht um zwei unterschiedliche Dinge' [Krieger 38, vereinzelt, Kamm 96]. Er schwitzt, daß em's Wasser in d'Stiwwele lieft [ BZ-Dernb]. Was man nicht gebrauchen kann: e St., wo drickt, un e Sigar, wo net zieht [WPf]. Sein St. is hungrich 'zerrissen' [ KU-Schmittw/O]. Der hot käin ganze St. mihn 'ist verarmt' [ KU-Schmittw/O]. Er hot ball die Stiwwel verlor 'Er hat schnellstens die Flucht ergriffen' [ ZW-Bechhf]. Wenn jemand ein Paar große Stiefel an hat, sagt man: »Das ist strafbar, laß dir ein Geländer drum machen, damit niemand hineinfällt« [ KL-Queidb]. Der geht aa in hohe Stiwwel 'verlangt hohe Preise' [ KU-Kreimb]. Der hat e Staucher krieht, daß er in ke St. meh paßt! [Fuhrmann-Stone in: NSZ-Südpfalz 4. 7. 1939]. Die Leute in ehrem Dorfe sagen, deß Büwel wu se henn, hot zweerle Stiwwel an 'Es kommen zwei Männer als Vater in Frage' [Zahn Einkehr 278]. Der is so dumm wie e St. [ Gal-Sap]. SprW.: Was mer seet un macht sin zwäerlei Stiwwel 'Worten folgen nicht immer Taten' [Thielen So rerre mer 112]. Halt dei Stiwwel in Ehre / wern se lang währe [ Gal-Obersdorf]. Volksgl.: Wannd en Bu

[Bd. 6, Sp. 569]
mache witt, schlof bei der Fra mit de Stiewel ḁ un die Fḁhrgeschel 'Peitsche' in der Hand [Fogel Beliefs Penns Nr. 1861]. VR.: Als Napoleon achtzehnhundertdreizeh is in Deitschland rum marschiert, da harre seine Stiewel mit Schampanjer ei'g'schmiert [FR-Hettldh (PfRSch. 29. 10. 1933)]. Das Stiwwele muß sterwe, / is noch so jung, so jung [ BZ-Albw]. Wann das de Absatz wischt, / das de St. sterwe mischt, / werd er sich kränke bis in de Dod [ KU-Schmittw/O]. Hannemann, geh du voran, / du hoscht die greschte Stiwwel an [ KU-Schmittw/O]. Ich setz mich ufs Hiwwelche / flick mer mei Stiewelche [ Gal-Gelsendorf]. Roter Fuchs, dei Hoor gehn ah, / schitt e bissel Wasser drah. / Stäächele nuff, Stiwele nei, / will kä roter Fuchs me sei [Bergz (Kamm 108)]. a. 1425: von einem par armerlute stiffel [LeinArch. Löhne]. —
b. 'ein Folterinstrument für die Beine, Beinschrauben'. a. 1661: wurde er vor den Meister gestellt, der ihm die Instrumente zur Tortur, den Stuhl und die spanische Stiefel vorlegte [Knapp 57]. —
c. 'ein abgeschnittener Strumpf' [ PS-Winz]. —
2.
a. α. 'ein meist gläsernes Trinkgefäß in Stiefelform', vorwiegend für Bier [verbr., Glass 97 Kieffer 67 Kraus Gutsjer 10], Stewwel [ BZ-Dernb]. Unterschiedliche Maßangaben: kein bestimmtes Maß [ BZ-Dernb]; Weinmaß 1 Stütze = 10 Liter [Wilde 263]; 3 Liter [ NW-Frankeck]; 5 Schoppen = 2½ Liter [ KU-Herschw/Petth KB-Kriegsf]; 2 Liter [ KB-Mauchh]; 1 Liter [ KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Bier, PfWB Humpen 1. RA.: Er is voll wie e St. 'ist betrunken' [RO-Rehborn, mancherorts, Hebel 25 Kühn Kumödi 3 Wilde 263]. —
β. 'die Menge, die in einen Trinkstiefel geht; eine ziemliche Menge'. Der kann e St. (voll) vertrage 'ist trinkfest' [mancherorts, Bernhard 155 Braun Lääsebuuch II 211 Kieffer 67 Krieger 8 Ney 136 Wilde 263]. Er hot en St. z'ammeg'soffe [ BZ-Dernb]. Drum trink halt e' Jeder sein' Stiebbl [Kobell 94]. —
b. 'Alkoholrausch' [Rohr 96]; vgl. PfWB betrinken. Er hot e St. [ KU-Schmittw/O, vereinzelt]. Wann er e St. hot, muß merem die himmelsbeschte Wort gewwe 'dann muß man ihm gut zureden' [ KU-Schmittw/O]. —
c. Wirtshausname, De Goldene Stiwwel [Wilms Alph. 52]. —
3. übertr.
a. 'schwerfälliger, unbeholfener, sturer Mensch' [mancherorts WPf vereinzelt übrige Pf, Bernhard 155 Hussong Kirkel 146 PfId. 137 Siebenlist 36 Lambert Penns 143]; Zs.: Bauern-, Dick-, Dumm-, Halb- 2, Höhen-, Krumm-, Schepp-, PfWB Steifstiefel; Syn. s. PfWB Tappes 1 a, PfWB Rüpel 1. Alter Schtiwwel! [Damm Nachtdischlamp 12]. Du Stawwer! Waart! Ich gebb der druff! / Du Dormel du, du Storre, Stiwwel! [Siebenlist 36]. —
b. 'ein alter Junggeselle' [ KU-Theisbgstg BZ-Steinf]; Syn. s. PfWB Übergänger. —
c. 'schmutziger, klebriger Mensch' [Kus]; Syn. s. PfWB Drecksack 1 a. —
d. Neckname für die Bewohner von KU-Konk: Kunkener Stiwwel [ KU-Liebsth], (Kunker) Stiwwel [KU-Bosb Konk Krottb Schellw Welchw, Seebach Neckn. 16], Konker Stiwwele Pl. [ KU-Langb, KU-Albess], Stie-

[Bd. 6, Sp. 570]
wel [KU-Herschw/Petth, Seebach Neckn. 20]; für die Bewohner von KU-Bosb: Stiwwele Pl. [ KU-Friedhs]; Neckname für die Bewohner von ZW-Marthh: (Martsheher) Stiwwel [ ZW-Lambsbn KL-Hauptstl]. —
4. 'Unfug, Unsinn', in RA.: e St. zamme lese (samme quatsche) [ RO-Obd HB-Nd'bexb], ... samme fahre 'schlecht fahren' [Andre 123]. Der hot en St. zamme g'schrewwe 'dummes Zeug geschrieben' [ BZ-Dernb, KU-Schmittw/O LU-Limbghf]. Redd der en St.! [GH-Max'au, Bernhard 155]. Die mole heitzuda' e Stiwwel, / do werd's em weh un schwach un iwwel [Münch Werke II 380]. Der Kerl, der muß aus em Ausland stamme, / der babbelt nämlich e Stiffel zamme [Münch Werke I 377]. Heit hännse widder e St. zammegeschpielt [Damm Schoggelgaul 23]. —
5. FlN, amtl. Im Stiefel [LA-Impfl], mda. im Stiffel [LA-Impfl]. a. 1839: im Stiefel [SSp Liqu.-Prot. I S. 3]. — RhWB Rhein. VIII 674 ff.; LothWB Lothr. 500 Stiwel; ElsWB Els. II 576 Stifel, Stibel; Kretschmer 486 ff.

 

  -gänger m.:
1.
a. 'älterer Junggeselle, Hagestolz', Iwwergänger [KU-Brück Herschw/Petth Schmittw HB-Limb Mimb IB-Ballw ZW-A'hornb LA-Kl'fischl, Glass Klutzkopp 58]; Syn.: PfWB Alleinhalter, Altlediger, PfWB Pate 3, PfWB Pater 2, PfWB Pfetter 5, PfWB Bock 2 a, PfWB Bube 4, PfWB Dareinläufer, PfWB Einsiedel 1, PfWB Einspänner 2, Einzechtiger 3, PfWB Erbonkel, PfWB Esel 2 a β, PfWB Vetter 2 b β, PfWB Gefreier, PfWB Griesgrämer, PfWB Hagestolz, PfWB Johann 2 b, PfWB Junggeselle, PfWB Junker 1 a, PfWB Kaliber 1, PfWB Kerl 1 c α, PfWB Knabe 1 a, PfWB Knopf 2 b, PfWB Knopfhengst 2, PfWB Knorren 5 c, PfWB Knorzen 7 a β, PfWB Krauter 1 b, PfWB Onkel 2 a, PfWB Samenstengel, PfWB Schnauser 4 b, PfWB Schossel 2 f, PfWB Sonntagsbube 3, PfWB Stachen 2, PfWB Stecher 4 c, PfWB Stefzen 2 b, PfWB Stiefel 3 b, PfWB Stiel 4, PfWB Storren 6 i, PfWB Überständer, PfWB Umgänger 3 e. —
b. 'unverheiratet gebliebene Frau' [ KU-Brück IB-Bliesmg/Bolch]; Syn. s. PfWB Mauerblume 2. —
2.
a. 'Rind im Stadium zwischen Kalb und erwachsenem Rind' [ ZW-Bechhf]. —
b. 'unfruchtbare bzw. nicht trächtige Kuh' [ HB-Kirrbg IB-Ensh KL-Lind PS-W'fischb]. Sie isch e Iwwergänger [ IB-Ensh]. — RhWB Rhein. IX 12.

 

   Bock m.:
1. männliches Tier.
a. 'Ziegenbock', seltener 'Schafbock', Bock (bǫg) [allg.]. Zs. PfWB Geiß-, Hammel-, Kapitals-, PfWB Regiments-, PfWB Schafbock. a. 1354: einem apt uf den ostermontag zu bringen ein bock und hundert eier [Grimm Weist. V 685 (ZW-Hornb)]. — RA.: Der kann de B. zwische de Herner kisse, von einem Hohlwangigen [LU-Altr, verbr.]. Er sieht aus wie e B. am Michelsdaa, von einem Abgemagerten [ KL-Fischb], vgl. Hebel 13. Er is so steif wie e B., von einem Ungelenkigen [ NW-Freinsh, allg.]. Er stinkt wie e B. [PS-Erfw, verbr.]. Er geht als ins Eckelche un stinkt wie e Beckelche [ Gal-Dornf]. Er springt uf die Arwet wie e Bock ins Messer, von einem Faulen [Hebel 16]. Der laaft (wild) erum wie e g'stochener B. [ NW-Hardbg KL-Fischb]. Der macht Aache wie e g'stochener B., von großen, starren Augen [NW-Niedkch, verbr.]. Er macht Ää wie e B., wo uf'm Schrane 'auf der Schlachtbank' leit, dass. [RO-Als, verbr. NPf Hebel 14]. Der guckt wie e B., wann's blitzt 'Er ist sprachlos, verblüfft' [ KU-Hundh]. Alleweil kimmt's ehm wie 'm B. die Milch, iron. von einem, der etwas schließlich doch begriffen hat [KL-Alsbn, verbr.]. Dem kummt's stoßweis wie 'm B. die Milch, von einem, der zusammenhanglos und mit Unterbrechungen erzählt [ KL-Wörsb, PS-Geisbg NW-Niedkch Frankeck]; de B. zum Gärtner mache, wie schd. [allg.]; de B. bei de Herner fasse 'entschlossen und fest zugreifen' [KU-Schmittw/O, verbr.]. SprW.: Je älder de B., desto härter es Horn 'Je älter der Mensch, desto starrsinniger ist er' [Krieger 19 Fogel Prov. Penns Nr. 166 Don-Bulkes Alexandershs Gal-Sap Buch-Illisch]. Wann's Glick will, gibt de B. Milch [Sunndag 18/1956]. Hot de Deiwel d' Gäß ghoult, so kann er ach de B. houle 'Wenn ein Teil fort ist, kann auch das Ganze zum Teufel gehen' [BZ-Dierb, verbr.]. VR.: Willewillewitt, was macht de Schneider? Willewillewitt, was macht de Bock? Willewillewitt, er hängt am Galje, willewillewitt, er zappelt noch [Feierowend 5/1950]. Katrienche mer'm Zelariekopp (Selleriekopf) geht en de Stall on melkt de Bock; de Bock der schmeißt de Eemer om, Katrienche fallt en de Knorrle rom [ HB-Kirrbg]; Var. hierzu s. PfWB Jakob, Kazuf. — Scherzh. Neujahrswunsch: Proscht Neijohr, ich winsch eich 'n Bock mit Hoor, daß ehr allzeit mit dem Bock uf Landaach (Landau) reit [ LA-Mörlh].

[Bd. 1, Sp. 1058]
Fasnacht, die Pann kracht, schlacht mei Mutter e Bock; un wann mei Mutter kee Bock schlacht, peif ich uf die Fasnacht [ NW-Hardbg]. Weitere VR s. PfWB Kind, PfWB Regenwetter, PfWB Schneider, PfWB strüpfen. Kinderspiel: Ein Kind trommelt mit den Fäusten auf den Rücken des anderen, das sich niedergebeugt hat. Dabei singt das erste: Bumbele, bumbele, Hollerstock, wieviel Herner hot de Bock? Wieviel Finger stiehn? Das zweite muß erraten, wieviel Finger das erste ausgestreckt hat. Errät es die Zahl der ausgestreckten Finger, dann werden die Rollen getauscht. Andernfalls trommelt das erste weiter und singt: Häschde ... Finger gerot, häschde net dei Bumbes kriet [KU-Kaulb, verbr.]. Ein anderes Spiel s. bei PfWB Backofen. Die turnerische Übung De Bock abziehe s. bei PfWB abstrüpfen; vgl. auch PfWB Purzel-, Stutzebock. —
b. von anderen Tieren.
α. wild lebende Tiere in den Zs. PfWB Gabel-, Gems-, PfWB Reh-, PfWB Sechser-, PfWB Spieß-, PfWB Stein-, PfWB Viererbock. —
β. 'verschnittenes Schwein', Beckelche [ RO-Gonb]; vgl. PfWB Barg. —
γ. 'Rassepferd' in der Zs. PfWB Rassebock; 'altes abgetriebenes Pferd', alder Bock [verbr.]. —
δ. 'störrisches Tier', im Scheuchruf auf das Rindvieh: Gehschde fort, du Bock! [KU-Sand RO-Sippf]; vgl. auch die Zs. PfWB Stallbock. —
ε. 'Käfer mit langen Fühlern' [ PS-Geisbg Rockhs KB-Kriegsf]. —
ζ. 'Zecke' in den Zs. PfWB Hecken- PfWB Wald-, PfWB Zeckenbock. —
η. 'Hirschkäfer' in den Zs. PfWB Hirsch-, PfWB Reb-, PfWB Schröterbock. —
θ. 'Made, Larve im Obst' [ KU-Bedb Relsbg]. —
2. vom Menschen.
a. 'alter Junggeselle'; alder B. [ KB-Stett FR-Flomh Gerolsh]. —
b. 'geiler älterer Mann'. Das esch e B. (auch: e alder B.) [LA-Wollmh, verbr.]; vgl. PfWB Bocker. —
c. Spottname für den Schneider [ KB-Kriegsf]; auch in den Zs. PfWB Geiß-, PfWB Schneiders-, PfWB Ziegenbock. —
d. 'Knabe'. Neun Kinner hot erlauter Böck [Müller Butterbärwel 13]. —
e. 'Junge, der fleißig lernt' [ LA-Ilbh]; vgl. PfWB bocken 4. —
f. Uzname für die Bewohner von KL-Mölschb: Melschbacher Beck; dass. für ZW-Riedbg Marthh Buch-A'fratautz. —
g. andere Uz- und Schimpfnamen in den Zs. PfWB Bettel-, Heide-, Hof-, PfWB Hörner-, PfWB Nadel-, PfWB Oster-, PfWB Rassel-, PfWB Rolz-, PfWB Sau-, Sozen-, PfWB Stink-, PfWB Wellen-, Zassel-, PfWB Zottel-, PfWB Zwiebelbock. —
3. von Pflanzen.
a. 'Kiefernzapfen' in der Zs. Kuhnenböcklein. —
b. 'taube Steckzwiebel' [»allg.« (Wilde 280)]. —
4. von Gestellen und Geräten und deren Teilen.
a. jedes Untergestell mit drei oder vier (zumeist gespreizten) Beinen in den Zs. PfWB Tisch-, PfWB Drei-, PfWB Gerüst-, PfWB Reif-, PfWB Schmier-, PfWB Schneid-, Schnitzel-, PfWB Waben-, Wäschebock. —
b. = PfWB Sägebock. Rätsel: Weller B. hat kee Haut? [ ZW-Marthh]. Eich hun e B., der stoßt net un schmeißt net un scheißt net [ KU-Reiffb]. —
c. 'dreifüßiger Stuhl des Schusters'

[Bd. 1, Sp. 1059]
[verbr.]; vgl. PfWB Schemel. Zs. PfWB Schusterbock. —
d. das Turngerät 'Pferd' [verbr.]. Zs. Voltischierbock. —
e. 'altes Fahrrad', spöttisch, alder B. [ NW-Frankeck]. —
f. 'aufrecht stehendes Spinnrad mit Spule über dem Rad', im Gegensatz zur Geiß, Beckl [ NW-Lach/Speyd]; dafür auch Schleifsteinchen. —
g. 'hoher Schlitten mit eisernem Untergestell und rundem Sitz', Beckel [ BZ-Gossw]; 'kurzer Kinderschlitten', Beckelche [ FR-Kirchh]. —
h. 'Heureuter', zum Aufsetzen des Heues im Felde [ KU-Bedb Rockhs KB-Zell LA-Altd]. Zs. PfWB Heubock. —
i. 'Lager für den Schleifstein', manchmal nur zwei Blöcke oder Steine, auf denen die Achse des Schleifsteins ruht, Bock [verbr.], Pl. Beck [ NW-Geinsh], Beckl [ LA-Maik]. Zs. PfWB Schleifsteinbock. —
j. 'der über das Rad vorgewölbte Teil des Schubkarrens' [verbr. VPf RO-Dielkch Sippf Semb]. Zs. PfWB Schubkarchbock. —
k. 'Kutschersitz auf dem Wagen' [allg.]. Zs. PfWB Kutscher-, PfWB Schäsenbock. —
l. am Holzpflug das hintere Verbindungsstück zwischen oberem und unterem Pflugbalken [RO-Lohnsf, verbr. WPf Klein Wag. 117]. Syn. s. PfWB Hintersäule. —
m. das dreibeinige Gestell in dem Spiel Bocksmutter.
n. andere Geräte und Geräteteile in den Zs. PfWB Prell-, Hünkel-, PfWB Sattel-, PfWB Mist-, PfWB Stiefelbock. —
5. oberster Klicker im Klickerspiel Böckelns.
6.
a. 'der letzte, nicht mehr vollständige Kornkasten auf dem Feld' [ZW-Mörsb RO-Als Münstapp]; 'die letzte, nicht mehr volle Garbe', Beckelche [KU-Kaulb Eschau RO-Münstapp Als]; vgl. PfWB Bodemgarbe. Hierzu: Christmann Vk. 45, L. Stoll, Der brauchtümliche Wortschatz, S. 180 f. —
b. im Kornkasten die mittlere Garbe, an die die anderen Garben angelehnt werden [ WD-Niedkch HB-Rohrb]. —
c. 'kleiner, nicht gerodeter Rest des Kartoffelackers [ KU-Jettb]. —
rend=>+7." level="3" value="11059.39"> in den B. spannen, eine Strafart. a. 1568: Wegen unerlaubten Fischfanges wurde ein Jakob Ransweiler in den Bock gespannt und außerdem für drei Tage in den Turm gesperrt. Der Bock stand (ebenso wie das Halseisen) vor dem Rathaus. Der Verurteilte wurde auf den Bock gesetzt und unten mit den Füßen festgebunden [Kaislt (Küchler 23)]. a. 1750: Dem Amt Deidesheim wird durch Erlaß der fürstbischöflichen Regierung zu Bruchsal befohlen, einen Bock anzufertigen. In ihn sollten künftig die Jagdfrevler drei Tage lang gespannt werden [Seel, Chronik von Deidesheim, S. 253]. In Don Gal Buch war das Bockspannen unter Knaben noch um 1920 gebräuchlich; vielerorts, bes. in Gal, nannte man es in de bolische (polnischen) Bock spanne. Dem von den Altersgenossen zu dieser Strafe verurteilten Knaben wurden zunächst die Hände so zusammengebunden, daß die Handflächen aufeinander lagen; dann zwang man das Opfer

[Bd. 1, Sp. 1060]
in die Hockstellung, zog die Arme über die beiden Knie hinunter und steckte unter den Kniekehlen einen Stock durch. —
8. der B. im Brauchtum.
a. der bolisch (polnisch) B., 'Begleiter des Christkindes' [ ZW-Lambsbn]. In KU-Konk ging der polnische B. am Nikolaustag noch um 1900 um; es war dies eine Maske, die aus einer Schüttgabel und einem darübergezogenen Tuch hergestellt war. Die zwei Gabelzinken stellten die Hörner des Bockes dar. Der Träger der Maske hielt sich unter dem Tuch versteckt. Durch seine stoßenden Bewegungen wurde der Anblick des Bockes für die Kinder noch schrecklicher [Vogelsgesang 1/2]. Vgl. L. Stoll, Der brauchtümliche Wortschatz, S. 129. —
b. der B. in der Brechhochzeit, s. d. —
9. RA.: Ich han e B. geschoß, e B. gemach 'einen Fehler begangen, mich geirrt, getäuscht' [ KU-Herschw/Petth]. — Südhess. I 975 ff.; RhWB Rhein. I 820 ff.; Saarbr. 32; LothWB Lothr. 54; ElsWB Els. II 28; Bad. I 276.