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 PfWB stiebern (Bd. 6, Sp. 567)   PfWB weg-laufen (Bd. 6, Sp. 1140)   PfWB kratzen (Bd. 4, Sp. 555) 
   stiebern schw.:
1. 'fein regnen oder schneien, stieben', stiew(e)re (dīwərə, dīwrə) [BZ-Darst Dierb PfId. 137 vereinzelt Gal], stiwwere (diwərə) [KB-Kerzh LU-Böhl Beam Penns 89 vereinzelt Gal]; vgl. PfWB kieseln 2, PfWB stieben; Syn. s. PfWB rieseln 2. Es stiewert [BZ-Darst Bertram § 295]. Wann's stiwwert, blost un schneet un dobt, / Do ward die Grundsau noch gelobt [Birmelin Penns Poems 21]. —
2.
a. 'jemanden vertreiben, wegjagen, verscheuchen', stiwwere [KB-Kerzh FR-Bockh BZ-Dörrb, Steinmetz], stiewere [Gal-Obl, Krämer Gal 207], stibern [Klein Prov. 169], stüweren [Klein Prov. 179]; vgl. PfWB stauben 3 a; Zs.: PfWB hinausstübern; Syn. s. PfWB fortjagen. Ich hun dene awer gestiwwert [ FR-Bockh]. —
b. 'fortlaufen', stiwwere [ NW-Kallstdt]; Syn. s. PfWB weglaufen. —
3.
a. 'schimpfen' [ PS-Zesbg]; Syn. s. PfWB schelten. Ich han en gestiebert [ PS-Zesbg]. —
b. 'jemanden beruhigen', von Kindern, stiwwere [ ZW-O'hs]; vgl. PfWB dibbern 2; Zs.: PfWB verstübern. —
4. s. auch in PfWB aufstöbern, -stübern.

 

   weg-laufen st.: 'fortlaufen, sich davonmachen', (e)weglaafe [PS-Schmalbg LU-Alsh/Gr Lambert Penns 175], -läfe [ KU-Schmittw/O GH-Kuhdt]; Syn.: PfWB abdachsen, abfeueren, PfWB abgaloppieren, PfWB abgehen I 1 a β, PfWB abhauen, PfWB abjackern, PfWB abkratzen 2 a, PfWB abreifeln, PfWB abschapieren, PfWB abschassen 2 a, PfWB abschieben, PfWB abschlagen II 1 a, PfWB abschnärren, PfWB abschuben 2, PfWB absegeln 1, PfWB abspritzen 1 b, PfWB absurren, PfWB abtigern, PfWB abwedeln 2, PfWB abwetzen 2, PfWB abwitschen 2, PfWB abzwatscheln, PfWB auf I 3 c, PfWB ausbrechen II 1, PfWB ausreißen 2 b, PfWB ausrücken 2, PfWB ausschapieren, PfWB ausschlitzen, PfWB auswitschen 2, auszwitschen, PfWB packen 1 b, PfWB pleite 1 b, PfWB brennen I 2 j, PfWB davonbrunzen, PfWB -gehen, PfWB -laufen 1, PfWB -machen 1, PfWB -rennen, -sausen, -schälen, -springen, PfWB -stürzen, -witschen, PfWB trollen 2, PfWB drücken 3 b α, PfWB dünnmachen, PfWB durchbrennen 2, -flitschen, PfWB -gehen I 4 a β, PfWB -reißen 2 b, -schlitzen, -schlupfen 2, -springen 2, PfWB -wischen 2, -witschen 1, PfWB türmen2, PfWB einspannen 1 b β, PfWB entrinnen, PfWB entwischen, PfWB entwitschen, PfWB eschappieren, PfWB verdrücken 4, PfWB verducken 2, PfWB verduften, PfWB verdünnen 2, PfWB verkrümeln 2, PfWB verputzen 4, PfWB verschleichen 2, PfWB verschwinden 1 b, PfWB verziehen 3 c α, PfWB fliehen, PfWB flüchten, PfWB fortbisen, PfWB -brunzen, -donnern, -duckeln 1, -galöppern, -hossern, -huppsen, -huschen, PfWB -laufen, -purren, PfWB -rennen, -sausen, PfWB -schaffen 2 a, -schieben, -schleichen, -schlupfen, -springen, PfWB -stürzen, -surren, -witschen, PfWB hauen 6 b, hinausdukkeln, PfWB -fliegen 1, -helfen, -huppsen, -packen, -springen 2, -witschen, PfWB hissen, PfWB kneipen2, PfWB kratzen II 5 a, PfWB loslaufen, PfWB losschaffen, PfWB losschieben, PfWB Lystra, PfWB marschieren 1 b, PfWB schanden, PfWB sippen, PfWB stauben 4, PfWB stiebern 2 b, PfWB stiftengehen, PfWB wegrennen, PfWB -stürzen. RA.: die Baan unnerm Arsch eweglaafe 'viel laufen' [ KB-Biedh]. SprW.: Die Ärwet is ko Has, die laaft net weg [ Gal-Slawitz]. KR.: Tross, tross Trillche / De Bauer hot e Füllche / Füllche will net laafe / De Bauer will's vekaafe / Laaft des Füllche weg / Do hot de Bauer Dreck! [Donnersberg Jahrbuch 1981 166]. Rhein. IX 346. —

 

   kratzen, krätzenschw.:
I. gegenst.
1. 'mit etwas Spitzem, Scharfem, Rauhem ritzen, reiben, schaben, scharren', kratze (gradsə, -ḁ-) [verbr.

[Bd. 4, Sp. 556]
mittl. WPf östl. NPf VPf], krätze (grędsə) [verbr. NWPf westl. NPf].
a.
α. 'ritzen, ritzend verwunden'; de Nome in de Hausbalke kratze [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB durch-, PfWB einkratzen. Die Katz dut kratze (krätze) [zur Verbr. s. K. 263]; vgl. PfWB verkratzen. Syn.: PfWB krammen, PfWB krammeln. Er hot sich wund gekratzt [BZ-Albw, verbr.]. Die dut krätze un beiße 'wehrt sich mit Krallen und Zähnen' [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Die Rore (Roten) hän's hinner de Ohre, die Weiße hän's mi'm Beiße, die Schwarze hän's mi'm Kratze [ NW-Lambr Neidfs]. KR.: Schelle, Schelle (Schelten) dut net weh; wer mich schellt, hat Lais un Fleh; Lais un Fleh, die kratze; wer mich schellt der hat se [ KU-Bedb]. Vgl. auch PfWB auskratzen 2. —
β.
αα. 'mit Hacke u. dgl. die Erde auflockern'; vgl. PfWB durchkratzen 2; Grumbeere, Riwe k. [mancherorts]; de Wingert k. [NW-Kallstdt, verbr. VPf]. BR.: Wann se (die Weißrüben) sin wie e Batze, soll mer se kratze [Land]. - -
ββ. 'jäten'; de Pad im Gaade k. [ KB-Kriegsf]. - -
γγ. vgl. PfWB unterkratzen. —
b.
α. 'reiben'; sich k. 'mit den Fingernägeln auf der Haut kratzen' [verbr.]; sich am Arm k. [verbr.]; in de Pann (Pfanne) k. [verbr.]; vgl. PfWB ab-, PfWB aus-, PfWB herauskratzen. RA.: sich hinner de Ohre k., Ausdruck der Verlegenheit, des Bedauerns [ KL-Stelzbg]; einem de Bart k. 'einen umschmeicheln' [ KU-A'glan, mancherorts]; vgl. PfWB herumkratzen. SprW.: Wo's mich net beißt, krätz ich net [KU-Bedb Hebel 47]. Var.: Wu's dich net beißt ... [verbr. Don Gal Buch Rußl]. —
β. 'schaben'; mit'm Leffel in de Pann k. [NW-Weish/B, verbr.]; vgl. PfWB aus-, PfWB herauskratzen; mit der Kratz (vgl. PfWB Kratze 1bα) die Stroß k. 'schabend die Straße säubern' [ FR-Tiefth Albsh]; vgl. PfWB abkratzen 1 b, PfWB auskratzen 1. Rätsel: Wer krätzt, wo's ehn net beißt? (der Straßenwärter) [ KU-Kaulb]. —
γ. 'radieren'. Der hot (in dem Schriftstück) e paarmol gekrätzt [ LA-Gommh]. —
c. 'scharren'. Die Hinkel kratzen [ZW-L'wied, verbr.]; vgl. PfWB verkratzen 2. RA.: Der is gescheit, der loßt sich vun de Hinkel kään Dreck ins Au kratze [ ZW-Gr'bundb]. —
2. 'Juckreiz erzeugen'. Der Stoff krätzt uf de Haut, von rauhem Stoff [KU-Schmittw/O, verbr.]. 's kratzt mich im Hals [NW-Wachh, verbr.]. De Wein kratzt mer em Hals, von schlechtem Wein [ LA-Wollmh]. —
3. 'durch Reiben u. dgl. ein kratzendes Geräusch erzeugen'. De Hund kratzt an de Deer, der will erein [NW-Weish/B, verbr.]. Der kratzt mit de Ferrer (Feder) [KB-Kriegsf, verbr.]. —
II. übertr.
1. 'Geld, Vermögen erwerben', leicht abschätzig, kratze [ ZW-Battw]; vgl. PfWB zusammenkratzen. —
2. 'stehlen, entwenden', kratze [verbr.]; sich eppes k. [ KU-Schmittw/O]. —
3. 'fleißig arbeiten', kratze [KL-Lind (nur bei Bauern)]. —
4.
a. uf de Gei krätze 'stümperhaft, schlecht auf der Geige spielen' [ KU-Schmittw/O LU-Opp]; vgl. PfWB Kratze 2. —
b. 'schlecht schrei-

[Bd. 4, Sp. 557]

ben'. Du hoscht do wirrer mol gekratzt! [RO-Sippf, verbr.], gekrätzt [ RO-Als LU-Opp]. RA.: Mer määnt, die Hinkel hätten's gekratzt, von schlechter Schrift [ LU-Oggh]. —
5. sich k.
a. 'sich schnell entfernen'; vgl. PfWB abkratzen 2 a, PfWB verkratzen 3. Kratz dich! 'Geh weg!' [ IB-Hass]. RA.: Kratz die Kurv!, dass. [Kaislt]. —
b. 'sich ärgern, etwas bereuen'. Er krätzt sich so arich [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. III 1788 ff.; RhWB Rhein. IV 1398 ff.; LothWB Lothr. 310; ElsWB Els. I 534.