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 PfWB Stempel (Bd. 6, Sp. 532)   PfWB Tisch-bein (Bd. 2, Sp. 299)   ElsWB Tischstolleⁿ (Bd. 2, Sp. 592b) 
   Stempel m.:
1.
a. 'Stempel zum Aufdrucken von Schrift- und Siegelzeichen', Stembel (dembəl) [verbr. Christmann Kaulb 48, 77 Juner 82 Lambert Penns 143]; Pl. wie Sg. RA.: Dem isch de St. ufgedrickt 'Man kann ihm seinen Makel ansehen' [ LA-Mörzh]. —
b. 'das aufgestempelte Schrift- oder Siegelzeichen', z. B. auf einer Briefmarke [ KU-Hundh, mancherorts]. —
2. 'stempelartiger Teil der Pflanzenblüte oder der Samenkapsel', bes. vom Mohn [ IB-Bliesmg/Bolch]; vgl. PfWB Stempelblume. Kinderspiel: »Die Oberfläche der Samenkapsel des Mohnes wird auf die Hand aufgedrückt, so daß ein St. entsteht« [Ph. Gimmel in: PfL 30. 1. 1932]. —
3. Gerät zum Stampfen.
a. 'der hölzerne Stampfer zum Zerquetschen von gekochten Kartoffeln, Rüben; halbkugelförmig' [KU-Hundh KL-Stelzbg PS-Erfw Geisbg FR-Bockh NW-Elmst LA-Mörzh, Bernhard 153]; vgl. PfWB Stampfer 1, PfWB Stößel 1; Zs.: PfWB Pflaster-, PfWB Grundbirnen- 1, PfWB Krautstempel.
b. 'der Butterstößel' [ RO-Imsb PS-Hintwdth]; vgl. PfWB Stößel 2; Zs.: PfWB Butterstempel. —
4. 'Gerät zum Setzen und Verpflanzen junger Waldbäumchen' [ LU-Muttstdt NW-Geinsh]. —
5.
a. 'Möbelbeine, bes. von Tisch und Stuhl' [KU-Hundh KB-Bubh Krämer Gal 207]; Zs.: PfWB Tisch-, PfWB Stuhlstempel. a. 1787: 1 Back (Back 'Mörteltragbehälter') mit Stempel [Kurpf. 940-942 (KU-Einöll)]. —
b. 'Stütze, Säule in Räumen, im Stall, im Bergwerk' [ IB-Wolfh]. Schrambohrer gedrickt un Stemple gehuckt / e paarhunnert Meter drunne im Fleez [Kraus Pat 15]. —
6. nur als Pl. 'dicke, stämmige Beine mit gut ausgeprägten Waden', seltener von den Füßen gesagt [verbr., Müller Dietschw 61]; Zs.: PfWB Grundbirnen- 2, PfWB Schrottenstempel. Die (Das) hot awer e Paar feschte (dicke) Stembel, von Mädchen, Frauen, Kindern [ LA-Nußd, vereinzelt, Gal-Dornf]. Er hat ein paar rechte Stempel [Klein Prov. 170]. »O jerem« - lacht se »hot des Biewel (Bübchen) Stembel!« [Hartmann Teemaschin 70]. RA.: Die (Er) hot Stembel wie e Bodderfaß [ KU-Schmittw/O RO-Obd KB-Kerzh], ... wie en Elefant [ BZ-Dernb]. —
7. Als Ausruf der Verwunderung, Verwünschung: Stembel noch emol, der hat awer e Gewicht! [ KL-Reichb]; Syn. s. PfWB Donnerwetter 2 a. —
8. s. in PfWB Geschwisterstuhlstempel. — Mhd. stempfel 'Stempfel, Stössel, Grabstichel, Holzstamm' ( Lexer Lexer II 1174). — RhWB Rhein. VIII 629/ 30; LothWB Lothr. 496; ElsWB Els. II 597 Stempfel; Kluge-Seebold22 700.

 

   Tisch-bein n.: wie schd., Dischbään, -been, -been, -baan, s. PfWB Bein [allg.]; vgl. PfWB Tischfuß, PfWB -stempel, PfWB -stickel, PfWB -stollen. Tischbeine sind nicht gedreht, sondern vierkantig [ ZW-Battw]. Volksgl.: Wann eens angewachse is, muß's dreimol hinnerschich (hinter sich) ums Dischbeen kradle (kriechen) [Fogel Beliefs Penns Nr. 1492]. Südhess. I 1540/41; Rhein. VIII 1208; Bad. I 486.

 

  PfWB  RhWB Tischstolleⁿ m. Tischbein Ndrröd.