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 PfWB Stein-apfel (Bd. 6, Sp. 506)   PfWB Kastanie (Bd. 4, Sp. 101)   ElsWB Kest(ene) (Bd. 1, Sp. 477a) 
  Stein-apfel m.: 'die Frucht der Roßkastanie', Stäänäbbel Pl. [Umg. von Zweibr (Wilde 215)]; vgl. PfWB Kastanie 1. Rhein. VIII 602. —

 

   Kastanie, Kästef.:
1. 'Baum und Frucht der Kastanie (Castanea sativa Miller)', wobei mit Kastanie meist die Roßkastanie und mit Käste meist die Edelkastanie gemeint sind. F.: Kaschdanje (kaˈdanjə) Sg. u. Pl. [verbr. NPf u. nördl. VPf KU-Kübbg KL-Enkb Alsbn verbr. Gal], (kaˈdanjə) [ FR-Flomh], Kaschdain [ FR-Heuchh], Kaschdan, Pl. Kaschdanje [ FR-Hertlinghs KL-Siegb], Kescht, Pl. Keschde (ked, -ə) [verbr. mittl. u. südl. VPf lothr. SWPf (PfId. 73) mancherorts NPf u. WPf Wilde 214 Lambert Penns 93 mancherorts Don], Keschdel [ KU-Frohnhf]; wildi Keschd 'Roßkastanie' [Wilde 215]; zahme Keschde [Wilde 119]; Pälzer Keschde [ KU-Bedb]; vgl. PfWB Stachelpeter. Zs.: Ballen-, PfWB Pferds-, PfWB Drusenkastanie, Edel-, Eß-, PfWB Vexierkäste, PfWB Roß-, PfWB Springkastanie. On de Kaschdanje (auch: Keschde) kammer sich hungrich esse [ KU-Schmittw/O]. Beliebte Speise: Keschde un Rotkraut [ BZ-Albw]; Keschde auch gern zu neuem Wein gegessen [ NW-Deidh]. VR.: Schneirer geh hääm un metzel dein Gans, füll se mit Keschte! [Hebel 102]. RA.: Einem die Keschde aus'm Feier hole 'für jemanden eine gefährliche Aufgabe übernehmen' [NW-Hardbg BZ-Albw Hebel 27]. BR.: Wanns uf die Pingschde regert (regnet), gebts ken Keschde [Fogel Beliefs Penns Nr. 1238]. Volksgl.: Wer rohe Keschde ißt, bekommt Leis [Wilde 120 (Neustdt u. Umg.)]. Drei Keschde im Hosesack hält Rheumatismus fern, denn die Vexierkeschde ziehen ihn an [PfH 1931, Nr. 16]. a. 1521: 1 symern kysten martini [GgHospR]. a. 1597: die Kesten uf den bäumen überhaupt 'in Bausch und Bogen' verkauft [LeyArch. A. 2730]. —
2. 'Kartoffel', scherzh., Käschde [Wilde Notizen]; vgl. auch Schandein Bav. IV/2 416. —
3. Zs. Wasserkastanie. — Aus mhd. kesten(e) < ahd. kestin(n)a < spätlat. castinea < lat. castanea (Kluge-Mitzka20 356). — Südhess. III 1171; RhWB Rhein. IV 246 ff.; LothWB Lothr. 283 Kescht II; ElsWB Els. I 477 Kest(ene); Bad. III 83.

 

  Kest(ene) [‘Xìtənə Olti. Fisl.;Xètənə Liebsd.; Khètənə Hi. Baldersh. Ndrburnhpt. Banzenh.; Khèt Olti. Hüss. Hirzfn. Su. Ruf. u. nö. allg.; Pl. -ə] f. Kastanie, castania vesca (auch Maron genannt). Zaʰmi K., dagegen wildi K. Rosskastanie, Aesculus hippocastanum. Erstere werden im Winter ausgerufen: Gebroteni Kesteⁿ, ganz heiss! Str. Kartoffeln werden gelobt: gueti, mëʰligi Hërdäpfl wie Kesteⁿ! Su. Kesteⁿ us em Für holeⁿ etwas Schwieriges zum Vorteil eines Andern thun Bf. K. trotteⁿ mit den Zähnen auspressen Obbr. ‘umb einen halben sester Kesten Dankr. 444. ‘Kesten, biren oder ander essende ding’ Str. 15. Jh. Brucker 254. ‘Kesten’ Chron. ‘Ein Kest ist ussen gantz ruch und inwendig wachset sie darin’ Geiler, Pred. über Maria 15ª. ‘Kesten’ Dasyp. ‘Kesten vmb Heidelberg’ Fisch. Prakt. 28. ‘Ich wais ain (eine Jungfrau), ist glatt wie

[Bd. 1, Sp. 477b]
ein Kst’ Fisch. Flöhh. 986. ‘Castanea Kesten’ Gol. 400. ‘Leonische Kesten = frz. marrons sortes’ Martin Coll. 46 (berühmt waren früher in Str. die Marrons de Lyon). Zss. kesteⁿbrun; Kesteⁿschuppel. — Schweiz. 3, 541. Bayer. 1, 1306.