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 PfWB stecken1 (Bd. 6, Sp. 465)   RhWB stechen (Bd. 8, Sp. 547) 
   stecken1 schw.:
1. 'etwas an einen bestimmten Platz bringen, stechend befestigen, hineintun', stecke [verbr. ges. Pf Bertram § 56 Castleman Zwbr. 27 Christmann Kaulb 9 Henn Mda.-Int. 100 Karch Gimmdg/Muttstdt 37, 114 Müller Dietschw 61 Schneckenburger 54 Lambert Penns 142

[Bd. 6, Sp. 466]
Krämer Gal 206]; Part. Perf. g(e)steckt [KL-Einsdhf Henn Mda.-Int. 100 Karch Gimmdg/ Muttstdt 108, 214 Krämer Gal 206]; Zs.: an-, auf-, be-, dabei-, dahinter-, daran-, darein-, dazu-, durch-, ein-, heraus-, herum-, hinauf-, hinaus-, hinein-, hin-, PfWB hochstecken; vgl. auch PfWB Gesteck, PfWB gestekkeltvoll, Löffel-, PfWB Rumsteck. 's Geld in de Sack st. [Krämer Gal 206], Geld in ebbes st. [Lambert Penns 142]. Die beese Kinner steckt de Nickeloos in de Sack [ KL-Hütschhs]. Mädchen haben ihre Haare gezopft und tragen sie gesteckt [ KL-Fischb]. RA.: die Fieß unnerm Vatter sein Disch st. 'von den Eltern ernährt werden' [ PS-Schmalbg]; unner die Nas st. 'jemanden an etwas Unangenehmes erinnern' [ PS-Ruppw]. Steck der e Stein in de Sack, sunscht jaht dich de Wind fort, sagt man zu einem hageren Menschen [ KU-Schmittw/O]. Steck der 's an de Hut (hinnich de Spiel (Spiegel)) 'Das solltest du dir merken!' [vereinzelt Don Gal]. Er hat sein Geld in e lecherige Beitel gesteckt 'Er hat Geld verliehen und bekommt es nicht wieder' [ KL-Einsdhf]. Er steckt sein Geld (alles) ins Land 'Er streut viel künstlichen Dünger' [ WD-Niedkch PS-Fehrb NW-Frankeck BZ-Albw]. Wann de nit do bischt wammer esse, krieschde e Wisch in de Hawe gesteckt [ KU-Bedb Diedk Kaulb]. Do kammer doch die Händ net in de Sack st. 'Bei Streitigkeiten kann man nicht untätig zuschauen' [ GH-Schwegh]. Ich stecke dich in de Arsch for e Langkert 'Längsbalken am Wagen', prahlerische Streitaufforderung [ KU-Roßb]. Er hot 's em gesteckt wie de Stefan seiner Gluck, der hoðer Salz in de Arsch gesteckt, von einer verkehrten, unzweckmäßigen Handlung [ KU-Kaulb]; Var. s. PfWB stecken1 4 a, PfWB Stefan. Des steckt er nit hinner de Spichel 'Er hat als Denkzettel Prügel bekommen' [ NW-Haardt]. Der steckt dich in de Sack 'Der ist dir überlegen' [ KU-Kaulb]. Wart, dem steck ich de Kopp zwische die Ohre!, scherzhafte Drohung der Erwachsenen gegenüber Kindern [KU-Kaulb, KU-A'glan Kus KL-Wörsb Pirmas LU-Alsh PfId. 78 Steinmetz]. Ein neugieriger Mensch muß sei Noos in alles stecke [PfMHk. 7/8 1925 173, KU-Schmittw/ O Kus], ... in de Kochhawe st., vom Topfgucker [ KU-Kaulb]. Der stickt sein Nas in alles, was en nix angiht [RO-Rehborn, Lambert Penns 142]. Du steckscht jo die Nons ins Glas, wann de trinkscht!, scherzhaft zu einem trinkenden Kind [ KU-Schmittw/O]. Der steckt sei Nas in alle Dreck 'kümmert sich um anderer Leute Sachen' [lothr. SWPf]. Sie stecken weller (wieder) enanner die Nas in de Arsch 'Sie schmeicheln einander wieder auf üble Weise' [lothr. SWPf]. Stecken mol die Näs in die Äsch!, sagt die Hausfrau, wenn sie bei besonderen Gelegenheiten (Hausbau, Ernte, Dreschen) die Zahl der Tischgänger feststellen will [ Gal-Bagbg]. Der steckt sein Maul net in de Sack 'Er schweigt nicht' [ KU-Schmittw/O]. Der steckt sei Maul in alles 'mischt sich in alles ein' [ KU-Lohnw]. Sie hot sich in

[Bd. 6, Sp. 467]
de Staat gesteckt 'herausgeputzt' [ FR-Bockh]. Dem kammer aach kään Finger ins Maul st. 'Dem ist nicht zu trauen' [ KU-Schmittw/O KL-Hütschhs]. So was steckt sich net en die Klaarer 'Der Kummer eines Menschen dringt durch seine Kleider nach außen, er kann ihn nicht verbergen' [ FR-Bockh]. SprW.: Wem mer net hold is, dem steckt mer keen Maie [NW-Weish/S Hebel 47]. Volksgl.: Fer'n Kind as aagewachse is / Do hot mer'n Mittel, helft gewiss / Des muß mer därich en Kummet stecke; / Wann's bissel kreischt, du net verschrecke! [Birmelin Penns Gezw. 68]. Volksmed.: Watt in die Wund st., daß se nit zu frih zuhäält [ LU-Opp NW-Kallstdt LA-Maik]. KR.: Ich weß, was ich mach / ich hipps en de Bach / fang mer e Freschelche / lech 's uf 's Dischelche / nem e Gäwelche / steck 's ins Schnäwelche [ LA-Nußd]. KR.: Fastnachtsheischevers der Kinder: Die Faasnaacht, die Faasnaacht! / Die Kiechlscher sinn geback. / Gebb meer änns, gebb meer änns! / Isch schdeck se in mei Sack [PS-Rodalb (Bernhard 206)]. Var. s. PfWB Hanapfel 2. Kinderspiel: Pifferling ins Loch st., ein Suchspiel der Knaben, bei dem eine Scherbe versteckt wird [Kaislt]. —
2. 'stekkenbleiben', in der RA.: Die Wind hän sich gesteckt, von Darmblähungen [ LU-Friesh NW-Ellstdt]; vgl. PfWB versteckeln 2. —
3. als Garten- und Feldarbeit.
a. 'Pflanzensamen oder -teile in den Boden bringen'; Bohne (Erbse, Gummere, Zwiwwele, Grumbeere, Dickwurzelkern, Kären, Soot) st. [mancherorts ges. Pf, Wilde 285]; vgl. PfWB Kern 4 b, PfWB legen I 1 b. Tulwe hätt mer stecke misse! / Odder, besser noch, Narzisse [Ranssweiler 36]. BR.: Stecksch mich im April, / kumm ich, wann ich will. / Stecksch mich im Mai, / kumm ich glei, von der Kartoffel [GH-Vollmw, Bergz (Kamm 123) VPf (Wilde 118)]. Florian (4. Mai) - steck die Bahn (Bohne)! [ SP-Mechth]. —
b. 'Reisig oder Pfähle als Stützen für rankende Pflanzen (Bohnen, Erbsen, Weinreben) in den Boden drücken'. Die Erbsehecke un Bahnestecke werre gesteckt [ KL-Fischb]; Peel (Pfähle) st., im Weinberg [ RO-Rehborn]; vgl. WKW 51. RA.: Steck der e Stecke debei, wann der's net gefällt 'Laß es bleiben, wenn du willst' [ KU-Diedk Schmittw/O]. —
4. übertr.
a. 'jemandem eine (unangnehme) Wahrheit sagen, etwas verraten', in RA.: ääm (ebbes) st. [mancherorts, Bayer Hackm. 67 Bernhard 154 Kamm 78 Müller Dietschw 62 Thielen 107]; Syn. s. PfWB ribbeln 3 a; gesteckt for drei Penning [KU-Brück, Damm Nawwel 73]. Ich schteck's 'r liewer mündlich [Sommer So Sache 92]. Ich werd's (will's) em noch st. [LU-Opp Lambert Penns 142]. Dem hun (han, heb) ichs emol gesteckt [mancherorts, Kühn Hamet 136 Müller Luscht un Lewe 26 Wilms Alph. 51]. Er steckt 's em emol gehörig unn verkaaft 's em forn Kreizer [PfMHk. 7/8 1925 173]. Ich hann der sem (sie ihm) g'steckt, daß kee Hund kee Maulvoll Brot vunnem freßt [ KL-O'arnb]. De Feena is noh dabber riwah kumma un hut mirs gschteckd [Reichard Penns 315]. —
b. 'verhauen, eine Ohrfeige geben', in

[Bd. 6, Sp. 468]
RA.: eeni st. [NW-Rödh, NW-Haardt Bayer Hackm. 67]; Zs.: PfWB einstecken 5; Syn. s. PfWB verhauen 1; 's em st. [ KU-Liebsth FR-A'lein]. Dem hän se's g'steckt [ NW-Geinsh]. Er hot's em gesteckt wie de Steffen seinre Gluck mit em Strohhalme, der St. schlug seine Glucke angeblich mit einem Strohhalm [ Rußl-Worms]; Var. s. PfWB stecken1 1, PfWB Stefan. Mhd. stecken 'stecken, stechend befestigen, fest heften' ( Lexer Lexer II 1156/57). — RhWB Rhein. VIII 550 ff. unter stechen 2a; LothWB Lothr. 494; ElsWB Els. II 580; Kluge-Seebold22 698.

 

  PfWB  ElsWB  LothWB stechen vom Mosfrk an verwenden die MA. für nhd. »stechen« u. »stecken« das eine Wort, bis zur Benr.-L. -χən, n. davon -kən; das Rhfrk im Saargeb. u. an der Nahe südl. Soonw unterscheidet -ęχə, –iχt, –ę- [NW -iχt, –e-, SOWend -ę-; dann eine Strecke der Unsicherheit -i-, –e-,- –ę-], Part. gəstǫx, –ox in der Bed. 1 von -ęgə, –egt, –e- [Wend-Dörrenb -igt u. -iχt], trans. Part. gədęgt, intrans. gəsdǫk, –ok in der Bed. 2; Hunsr -ęχə, –iχt, Part. gəstǫx, –ox; das Mosfrk hat -χən, –ăx-, -ęχ-, –iχt, Part. gədǫx [Koch auch -doxt; in Saarbg, May, Neuw -dax(ən)]; Rip -χə [uSieg, LRip auch -ęiχ-), tiχ, –e-, Prät. -:x u. -ō:-, Conj. -:χ, –ø:- u. -:-, Part. jəstǫxə [-ǫux-, –-] [LRip auch daneben jətęiχə, –χ-]; OBerg n. Benr.L. -kən [u. -īk- Gummb-Berghsn], -ikt, –e-, Prät. -ūk, ORand -ouk, Part. jətkən; NBerg -kən [Lennep auch -īək-], -ekt, Prät. -ō:k, Part. jətkən [Wermelsk -χən, –ekt, Prät. -:k, Part. jətęχən]; Eup-Stdt -ēəkə, –ekt, Prät. -ū·ə.k, Part. γətōəkə u. -tēəkə; SNfrk -əkə, –ēə-, –īə-, –ekt, –i-, Prät. -ō:k, Part. jətəkə, –ōə- u. -təkə, –ēə-; Klevld -kə, γe –kt, he –ękt, –e-, Prät. -k, Part. γətkə [in Mörs daneben -tkə] st.: 1. mit einem spitzen scharfen Gegenstand stechen. a. einen, etwas, sich st.; de Bei (Wespel, der Dorn) stich; de Bei hät mech gestouche; ech han mech en de Fönger g., — möt en Nol (Nadel) g., — an de Dörn g.; he stoch mem Metz (Messer) no em; de Kerls han sech met Metzer g.; de Bröhnnessele st. arg; et Ferke st. das Schwein schlachten; ech st. dech dut!; ech bön gestouche; se han dren-, — herengestouche

[Bd. 8, Sp. 548]
Rip, Allg.; dat Vieh werd (bei Blähsucht) gestech Hunsr, Allg. RA.: Zu spetzt stecht net on zu scharf schneid net Rhfrk, Mosfrk, Rip. Niəhn (nähe) sihr (schnell) en steich witt (weit), dat der Bur der Keil (Kittel) en krit! spottend vom Schneider Aach-Stdt, — wit, ek häbb niet lang de Tit! Rees-Brünen, — wit, halt fos (fest)! Kemp-Stdt. Stek witt, st. wäll (wohl), drej Stek (Stiche) op enen Ell! zum Antreiben der Näherin oder als Klage über schlechte Arbeiten Emmerich; Vit, stek wit, sewe Stek op en Eələ! das ist übereilte Arbeit Kref; stek witt, st. sehr, et sin marr Diensboje(Dienstboten)-kleər! Geld. Weit gestache es bal zerbrache SNeuw. Die stich op hondert Foss näht mit weiten Stichen Sieg-Müllekoven. We met de Bei ömgonn wellt, moss et St. gewennt (gewöhnt) sin Bergh-Lipp. Dem (das Mädchen, das sich vergangen hat) hät en Bei gestouche; et es van e B. g. Jül; zu einem solchen Mädchen: da wänzel dich emol an (in) er Derenhek (Dornenhecke) a so (sage), wen dich gestoch hot! Bitb-Seimerich. Wen et gelöst, Hunnig ze lecken, den muss et och gelösten, dat en de Emen st. Wippf-Bechen. Et es geə Flüəhche (Floh) su kleng (klein), et stich niemand ist so schwach, er kann dir schaden, z. B. die Konkurrenz Aach-Warden. Et hät en en Fluh gestache er ist sehr gereizt Neuw-Datzeroth; den stecht wei en Fl: er stichelt, reizt Merz-Mitlosh. Dem st. de Lüs er ist sehr gereizt Aach-Münsterbusch. Wann mich äner gestoch hätt, ich h. kä Blut gen ich war so erschrocken Rhfrk. En de andere Weche (Woche) welle mer en Fitzche (Schweinchen) st.; dat soll sage: guik! damit bohrt man dem Kinde einen Finger in die Seite MülhRh, Verbr. Engen et Ferke st. ihn übertrumpfen Aach, Eup. Er macht Aue wie e gestochener Bock, — e gestoche Kalb so erschrocken sieht er aus Saarbr, Allg.; he kritt (schreit) es en gestoke Ferke Ruhr; er heilt wie en gestoche Sau Simm-Schlierschd; er es gefall we'n gestochener Ochs Saarl-Differten. Schlange st. faulenzen Koch, May. Das an Trommelsucht leidende Vieh wörd gesteəke in die Milzgegend gestochen SNfrk, Allg. Dorn un Destele st. jih (jähe), falsche Zungen doch noch mih Köln-Stdt. Denne Mond (diesen Monat) st. se net scherzh. die Brennesseln, zu dem, den man auffordert, in sie hineinzufassen Saarbr. Dat Perd, dat lang en e Stol (Stall) steht, stech de Haver es schlägt leicht hinten aus; den st. de H. er ist ausgelassen, übermütig, fängt dummes Zeug an Kemp, Allg. Den st. de Brotkrümmels er ist stolz geworden, denkt nicht mehr an seine frühere arme Jugend Geld, Klev. Höm steckt der Kettel (Kitzel) er wird übermütig Eup. Dech steckt der Dore (Dotter)! zu einem Kinde, das zu viel Eier isst, übermütig ist, — der Düər (Stier)! das die Butter zu dick schmiert Heinsb, Erk-Elmpt. De Gek hot en gestoch aus Übermut hat er das gewagt Bitb. Er es gestoch verrückt Trier-Mettnich. De Melz stich bei stechenden Schmerzen nach raschem Lauf; ech han St. en der Sitt Rip, Allg.; der eiternde Finger stich; et st. su (em Fönger) Rip, Nfrk. De Sonn sticht so arg Rhfrk, Allg.; et get widder en Schauf (Schauer), de S. sticht se eraus Kobl-Güls. Fraleit, wann dir Rusen brecht, get Oicht (Acht),

[Bd. 8, Sp. 549]
dat dir eich net stecht! seid vorsichtig bei einem Liebesverhältnis Trier-Meerf; wer höstig (hastig) R. brich, sich en de Fingere stich Köln-Stdt. Do hät sich ene fies en der Därm gestouche gefurzt Dür-Gürzenich, MGladb-Rheind, Gummb. Steich ose Herrgott net nojen Ojje! sei zufrieden u. verlange nicht zu viel Aach, Geilk. — Do han ich ävver en e Wespelsnes (-nest) gesteiche einen böse gemacht, gereizt Rip. Hat man jmd. an seiner empfindlichen Stelle getroffen, ihn erregt, do hat mer de Bien gestoch Simm. Enem de Star st. ihn über etwas aufklären Allg. Die steck angere de Kuff sie übertrifft die andern, ist am schönsten MGladb, Kemp. He kriet noch de Gek gestoch man macht ihn noch vernünftig Bitb. — b. im bes. u. technisch. α. weə wellt ens st.? Einladung zum Stechen nach Bildchen, die meist in einem Schulbuch versteckt sind; das geschlossene Buch hält man mit dem Schnitt dem Nachbar vor, der dann mit einem spitzen Griffel in den Schn. hineinsticht; trifft er auf ein Bildchen, so erhält er es u. lässt dafür den Verlierer in sein Buch st. (veralt.) Aach, SNfrk. — β. iwerst. überwendlings nähen Bitb-Beiling. — γ. Erpel st. Kartoffeln ernten Selfk. — δ. e gestoche Bildche Heiligenbildchen, dessen Rand mit einem Federmesser kunstvoll ausgestochen war (ursprüngl. von Holzschnitzerei); de süht us wie e g. B. pockennarbig Köln-Stdt. Der es (wie) aus Holz gestoch ungelenk Kobl-Neuend. He schrif wie gestoche, dat es geschrivve wie g. von einer schönen Handschrift Rip, Allg. Der Butterweck get gestoch verziert Ottw, Merz. Dat es net gehaue on net gesteiche eine unordentliche Arbeit, — wie gehaue on gest. eine tadellose Arbeit Rip, Nfrk, Kreuzn, — net gesteəke on net geschniə MGladb; dat es got für gehauen on für gestouche zu vielen Dingen nütze MüEif; dat es geh. wie gestoke es ist ganz gleich Mörs. Dat es net gestouche on net gefloge Rheinb-Meckenh, Aach-Berenbg; he es nit gestoken on nit geflogen ihm ist nicht zu trauen Sol, Mettm. — ε. mit dem Spaten (der Stechschöpp) umgraben; Schöppe st.; de Garde st. rrhn. Kobl, May, Altk, Rip, Nfrk; et steckt sech wie Botter die Erde ist zum Spaten sehr locker Geilk, Allg. — ζ. leicht, oberflächlich pflügen Kref-Fischeln. η. Böll — (Bälle) st. mit der Hand soviel Lehm abstossen, als zum einmaligen Füllen der Ziegelsteinform genügt Heinsb. — θ. Pocke, Purpeln (s. d.) st. impfen. — ι. Partie st. beim Karussellfahren nach den Preisringen stechen Kreuzn, Rip, Berg, SNfrk (tüchtig zulangen beim Kartoffelessen Eusk-Zülp); Ring st. Kref. — κ. Roheisen aus dem Hochofen fliessen lassen, in der Spr. der Hüttenarbeiter Allg. — λ. mer wellen noch ent st. noch ein Bohrloch bohren, in der Bergmspr. Siegld, Altk. — μ. eine st., derb ein Mädchen (Frau) beschlafen Allg. — ν. einem einen st., eine Ohrfeige geben; e kriet än gestoch Ottw, Birkf, Goar, Koch, Kobl, Westerw, Sieg, Eusk-Dirmerzh, Jül, Geld-Straelen; äm en Flapp st. Simm-Stdt. — j. miteinander st., beim Kegelsp., zwei Spieler haben die besten u. zwar gleich gute Erfolge erzielt; nun müssen sie noch einmal um den Gewinn werfen Mosfrk, Rip, Berg; dat stich sech dröm, of et

[Bd. 8, Sp. 550]
op den Kopp (genau) zwei Pond sen vielleicht etwas mehr oder weniger Rip, Berg. — Mit einem eisernen Klicker nach der mit Klickern gefüllten Kaule werfen Saarbr-Güding; no de Kräpp st. mit Geld oder Bleiplatten nach dem Einsatzstrich werfen Emmerich; du has mich der Pott Einsatz) gesteche beim Kegeln mich besiegt Aach-Merkst. — Eine Trumpfkarte stich die niedrigere des Gegners Allg. RA.: De Fluh kann am beste Kart spiele; er sticht de Kaiser, de Kinnig un de Bauer Kreuzn-Bockenau. Der sticht se all übertrifft alle, stellt sie in Schatten Rip. — ο. dat stich den arg wurmt, ärgert ihn sehr Rip, Nfrk; der os flöck gesteichen leicht erzürnt Sieg-Blankenbg. — π. de Hawer es gesteken wenn er bald nach dem Aufspriessen weisse Spitzen hat Mettm. — ρ. de Zemmere sen huh gestouche hoch gebaut Rip, Allg. RA.: Der es hoch gestoch sehr eingebildet, hochnäsig Rhfrk, Allg., — huh gegivvelt on nedder gestouche Rip; en Huhchgestochener; en h.gestochener Narr Goar, Allg. He es knapp gestechen nicht klug uWupp, — kört (kurz) gesteke barsch Kref-Strümp. — σ. stekend grün (u. a. Farbtöne) hellgrün Mörs-Orsoy. — 2. nhd. stecken. a. trans. Kere (Kerne) st. Runkelrübensamen in den Acker legen Rhfrk im Hunsr Nahe; Maien st. belaubte Zweige zur Zier oder zur Ehrung, bes. der Mädchen Allg.; en neu Schwell st. nach Entfernung einer morschen Schwelle; Rett (Ried) st. anschlagen bei der Weberei Aach, Kref; de Kart st. beim Mischen der Spielkarten mogeln Erk-Elmpt; klen st. ein grosses Fass Wein in kleinere aufteilen Neuw(Rhein); kiwipp st. Verstecken spielen uWupp, Sol; pip st. Geilk-Gangelt; stikə stikə fiəlχən, lo nümmes un nümməs niχ ziən ein Gesellschaftsspiel, diesen Spruch sagt der, der in seinen gefalteten Händen (wie betend) ein Hölzchen, Bleistift oder andern kl. Gegenstand hält und die Hände jedem Mitspieler (in dessen im Schoss gefaltene) Hände steckt, ihn bei jedem wiederholend. Bei einem lässt er das fiəlχən in dessen Hände gleiten. Alle sitzen um ihn herum im Kreise; ein zweiter im Kreise muss nun raten, wer das fiəlχən hat (stehend), während der erste sich wieder mit in die Reihe setzt, so lange bis er es geraten hat: dann ist er »erlöst« und wechselt mit dem, der es hatte, den Platz. Dieser muss jetzt raten. Ein anderer versteckt es aufs neue mit obigen Worten. Wer dreimal falsch rät, muss ein Pfand geben (oder zweimal oder einmal, je nachdem, wie ausgemacht ist): das Spiel heisst auch fiəlχən zükən Gummb-Berghsn; einen Wagen st., entgleisen lassen, zum E. bringen; der W. hat gestoche ist entgleist; er es gestoche wurde entlassen worden, in der Bergmspr. Siegld, Altk; van Hangd en Kar (udgl.) st. die Karre wenden u. fahren dahin, wo sie hin soll, von mindestens zwei Mann (ohne Pferd) ausgeführt Gummb-Schwarzenbergisch. RA.: Emmes e Steckelche st. ein Hindernis in den Weg legen; ech sall en e Stöckche derfürst. Rip, Nfrk; do wellen vi em awwer ens en Pinnchen bi st. Gummb. Enem der Lopp (Lappen) st. ihm den Vorsprung abgewinnen, z. B. bei einem Kauf oder bei der Brautwerbung (beim Wettsp. des Steinwerfens bezeichneten

[Bd. 8, Sp. 551]
die Sieger durch einen in die Erde gesteckten Stock mit Lappen die von ihnen erreichte Höchstentfernung) Heinsb, Kemp. Me mott der Düvel och all e Kertzke st. listig sein Erk-Doveren, Aach. Ech han et em gestoche ihn gründlich zurechtgewiesen Siegld; eich hons em emol gesteckt; de kriet's emol g. Saargeb., Nahe, Gummb; es hat mer'sch äner gestock heimlich, verstohlen gesagt Saarbr. — Mit Ortsadv.; stech de Nol (Nadel) dran! höre davon auf Dür; nu wellen se mech drunst. (drein-) mich verantwortl. machen Daun-Strohn, Bitb-Speicher; dat Feld driht (trägt), wenn mer och neist (keinen Dünger) drenstecht Koch, Allg.; eich han et Säckelchen selbst dehinnergestoch Hunsr, Allg.; de ös onzefridden, on wenn mer et (bei Geschenken) em für on höngen (hinten) heranstech Sieg; we för Dag opsteiht, de kann am D. ouk es den Bessem rutst. Ess; stech mer de Nas hinne enin! abschl. Antw. Simm; de Käpp (Köpfe) beiənänst. (zesumme-) heimlich tuscheln, verabreden WMosfrk, Allg.; den stich de Nos (Nase) iweral Bitb, Allg., jet fas-, los-, wegst. Rip, Allg. (usf.). — Mit präposit. Ortsangaben; de geht, as wüəren öm de Ben an et Lif gesteəken so unbeholfen Kemp; Geld op e Kopp st. unterschlagen Klev; dat konns de dech op dinne Hot (Hut) st.! wenn man einem derb die Wahrheit gesagt hat Kemp, Kref; stech emol der Kopp us em Fenster erus, wenn de kene häs! zu dem, der Unmögliches verlangt Düss-Stdt; de Ärmes ut de Mauwes (Ärmeln) st. tüchtig arbeiten Geld; deə stecht de Nas net bei mech besucht mich nicht Aach; ene bei de Zaldate st. Rip, Allg.; deə hat de Be ze witt dorch de Bocks (Hose) gesteche die Hose ist zu kurz Aach; de steck et net henger (hinter ) Stöhl on Bänk sagt alles frei heraus Erk, Aach; dat stich der och nit h. der Spegel Köln, Allg.; Geld en e Geschäf st.; sing Nas (Schnüss) en alles st., — en jede Dreck st., — en alle Döppe st. sich um alles bekümmern; sech en en et Gesech st. eine Pfeife anmachen Rip, Allg.; steckt ow Fingers niet in andermanns Kalk kümmere dich nicht um anderer Leute Bauten Klev; steckste enem Bur de Fenger en de Mull, so bitt (beisst) e; st. em ävver de F. en de Fott (Gesäss), so dritt (scheisst) e Kref, Nfrk; kene F. en de Äsch st., ohne te froge sehr unselbständig sein Kref-Fischeln; de et langk hat, lött et l. hange, sat Ülespeigel en stuək se Mudder en Latt egen Fott Eup; steck dem Hunn dei Nas in de Arsch, dann seihsde de ganze Hunsrick! Kreuzn-Oberhsn; stecht mer nüs en der Sack, su ka mer neus (nichts) erüsholle Prüm; sich jet e jen Täisch (Tasche) st. mösse einen unbegründeten Tadel ruhig hinnehmen müssen; de stecht dem e jen T. ist ihm überlegen Aach, Allg.; de moss de Kopp en et Louch (Loch) st. für andere büssen Rip, Nfrk. Passiensi (Geduld), min Baske, säij den Bäcker, on stok hen de Katt in de Backowe Geld; wenn nau de Kuh kä Kalb micht, st. se meich enin mir gibt man für alles die Schuld Simm-Laub; nou kann he sech e Höltje e gene Haus (Hals) st. hungern Eup; äm ebbes en de Ribbe st. ihn unterstützen Saarbr; wann dat nit got för de Wanzen es, sät der Bor, do stoch he si Hus en Brand Köln, Allg.; dat Kond hat de Griewen

[Bd. 8, Sp. 552]
last (längst ) de Mond gestochen hat Ausschlag am Munde Prüm; he steckt sing Ben onger (unter ) angermanns Desch lebt bei fremden Leuten Elbf, Allg.; dem kann me nicks unger et Dümmken (Daumen) st. nichts weismachen, nicht betrügen Berg; de kriest de Kopp tiəche (zwischen ) de Ohre gestoch! scherzh. Drohung an Kinder Simm, Allg. — Sech st. sich verstecken Sieg-Honnef, (sech) langs de Schuld (de Arbet) st. die Schule (Arbeit) schwänzen, auch (sech) derlangs st. Sol. — b. intrans.; wo mag der st.? sich aufhalten, verborgen sein; wo häste (u. beschte Saarbr) dann die Dag gesteche; loss nur st., ech bezahlen et at (schon)! ich werde für dich mitbezahlen Rip, Allg.; loss st., et ös bezahlt! scherzh. zu dem, der den Hosenlatz aufknöpft, um Wasser zu lassen Rheinb-Meckenh; jet st. losse eine strafbare Handlung nicht zur Anzeige bringen Aach; dat lot ek nit soa st. dabei beruhige ich mich nicht Elbf; et Metz (Messer) en der Sau st. losse ein Stück Arbeit halbfertig liegen lassen Rip, SNfrk; bleib awwer net st.! in der Rede, im Schmutz Saarbr, Allg.; dat ka net st. blive die Missetat muss zur Anzeige gebracht werden Aach; de Kar bleff alle Ogenblecks (em Dreck) st.; de Wort bleffen em em Hals st.; die Bir blif enem em H. st. so sticksig ist sie; die st. voll Geld Rip, Allg.; lo sticht wiere der N. dehinner; schreie, als wann er am Metz (Messer) stöch erbärmlich, sehr; he stich e Schold bes övver de Uhre, — deef dren; de Res (Reise) no Kölle stoch em en de Nas (em Kopp) er hätte sie zu gerne gemacht; he stich en kener goden Hock (Haut), — en kenem gode (en em schlechte) Fell; en dem sengem Fell möch ech net st. Rip, Allg.; de stecht o kene gude Schuhnen gesundheitl., wirtschaftl. nicht in einer beneidenswerten Lage Prüm; der Deiwel stecht elo un (in) dem Steck Holz es lässt sich schwer spalten Bernk-Merschd; wenn der Seuel (Ahle) im Sack stekt, dann st. hei uck herut gemeine Gesinnung verleugnet sich nicht Gummb-Stdt; dem stecht et Weader an (in) de Knochen Bitb, Allg.; dem steckt ene Wörm in de Kopp er ist nicht recht gescheit Mörs; die st. enner (unter) äner Dek, — änem Hout handeln einträchtig, spielen ein abgekartetes Spiel Bernk, Allg. — Doə steckt nicks (net völ) dren ist kein Unterschied, das gleicht sich aus Kref, MGladb, MüEif, Sieg, OBerg; dat mag wahl dren st. wird wohl die Ursache sein Kref-Fischeln; et stich all dren, dat.. es ist möglich, ist zu erwarten MüEif; do stecht nicks dren das ist keine Erfolg versprechende Sache, da ist nichts zu holen Siegld; en den stech nüs er hat keinen Verstand, keinen Charakter Rip, Allg.; wu et net dra (drin) stecht, do ka mer et net eraschlohn (herein-); do stecht noch wat hönger (hinter) ein unerklärlicher Grund, eine Absicht Altk, Allg.; do steck wat drachter, sät de Schollmeister, do schlug hej de Jong op Pappdeckel Mörs. — Et sticht (bei em) em Holz, — en der Art, — em Geblöt (Geblüt) diese Eigenschaft, Krankheit hat er ererbt; dat sticht em en der Nas (em Kopp, en de Aue) er hat es im Sinn, ist erpicht darauf Rip, Allg.; dat stecht döm all lang e jen Knouche er trägt den Keim der Krankheit schon lange in sich Aach, Allg.; dat steckt noch e wi (weiten)

[Bd. 8, Sp. 553]
Säck ist ungewiss Eup, Rip, Nfrk, Mosfrk. — Dat sall sech wahl dröm st.; et steckt sech w. dröm es wird wohl so ungefähr sein Kemp, Kref, Geld, Mörs, Rees; dat steckt sech her wie dar Lennep; do stoch sech jo nicks anen gelegen es war gleichgültig Sol; dat sall sich wall esu näu (genau) net st. auf die Kleinigkeit wird es wohl nicht ankommen; dat st. sech n. es kommt genau drauf an Aach, Eup, Monsch. — Abl.: die Stecherei, dat Gestech(s).