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 PfWB Stech-heber (Bd. 6, Sp. 461)   DWB stechheber (Bd. 17, Sp. 1278)   Meyers Stechheber (Bd. 6, Sp. 880) 
  -heber m.: 'unten spitzes und offenes Gerät zum Entnehmen einer Weinprobe aus dem Faß', auch gebraucht beim Ab- oder Umfüllen, -hewer [ FR-Albsh LU-Neuhf LA-Mart], -heber [ KU-Wolfst NW-Haardt Kallstdt BZ-Dernb]; vgl. PfWB Heber 1 a. RhWB Rhein. VIII 557; DWB DWb. X, II,1 1278. —

 

 stechheber, m., eine an beiden enden offene, nach der mitte zu verdickte glas- oder metallröhre, deren obere öffnung durch den darauf gedrückten finger leicht geschlossen werden kann. der stechheber dient zum herausheben von flüssigkeiten aus fässern u. dgl., denn er füllt sich beim eintauchen (einstechen vgl. oben stechen verb. 15) in die flüssigkeit und bleibt gefüllt, wenn man ihn mit verschlossener oberer öffnung wieder herauszieht: stechheber, ein (metall)röhrlein Amaranthes frauenzimmerlexicon (1715) 1096; Eggers kriegslexicon (1757) 2, 985; der stechheber ... das tropfglas sind anwendungen dieses gesetzes (vom druck und gegendruck der luft) Liebig handbuch der chemie (1843) 1, 30; man trennt die auf die oberfläche sich begebende delphinsäure von der wasserschicht mittelst eines stechhebers Sprengel chemie für landwirthe (1831) 2, 495. — wenn ein kostetrunk von ihnen begehrt wird, laufen sie mit ihrem stechheber behend in die erste beste niederlage, heben bald aus diesem bald aus jenem fasz ein maulvoll aus Musäus physiognom. reisen (1778) 3, 105; er nahm den stechheber und steckte ihn zum spundloch ein W. H. Riehl naturgeschichte des volkes (1851) 1, 138. — personificiert: 'ihr nimmersatten!' scholt das geizige weinfasz den stechheber und die flaschen: 'wenn werdet ihr endlich genug haben?' Kretschmann werke (1784) 6, 74.

 

 Stechheber, eine weite, bisweilen an einer Stelle zu einer Kugel oder in andrer Form erweiterte, auch konisch zulaufende Glas- oder Metallröhre, deren obere Öffnung bequem durch den ausgedrückten Finger geschlossen werden kann (s. Abbildung), dient zum Heraus heben von Flüssigkeit aus einem Faß od. dgl. Der S. füllt sich beim Eintauchen in die Flüssigkeit und bleibt gefüllt, wenn man ihn mit verschlossener oberer Öffnung herauszieht. Durch vorsichtiges Heben des verschließenden Fingers kann man beliebige Quantitäten der Flüssigkeit abfließen lassen. Vgl. Pipette.