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 PfWB stechgranaten-voll (Bd. 6, Sp. 461)   PfWB be-trinken (Bd. 1, Sp. 747)   PfWB Tute (Bd. 2, Sp. 698) 
   stechgranaten-voll Adj.: 'volltrunken, besoffen', stechgranadevoll (ˈdęχgraˈnādə̩fǫl) [mancherorts ges. Pf Kieffer 67 JKurpf. 1926 38], (ˈdę-) [ NW-Freinsh]; Syn. s. PfWB betrinken. Der war st. (gesoff, gesoffe) [mancherorts]. RhWB Rhein. VIII 557.

 

  be-trinken st.: kein Mundartwort; dafür die Syn.: sich PfWB andudeln, PfWB -rauchen, PfWB -saufen, -schwipsen, PfWB -trinken, -trudeln; sich PfWB bedudeln, PfWB -grasen, PfWB -hauen, PfWB -ledern, PfWB -nebeln, PfWB -reiten, PfWB -rußen, PfWB -sabeln, PfWB -saufen, PfWB -schlagen, PfWB -schnussen, PfWB -seibeln, PfWB -trudeln, PfWB -tutern, -zechen; sich vollsaufen; einen aufladen, bamschen, pfetzen, pitschen, blasen, einbinden, holen, kaufen, laden, machen; einen Bambusch (eine Bamsche) machen; einen über den Durst trinken, einen aufs Stroh legen; eine Katze anbinden; zu tief ins Glas gucken, über die

[Bd. 1, Sp. 748]
Schnur hauen. Syn. für betrunken: blau, teigig, trunken, glasig, knieknackerig, lateinisch, mole, scheckig, schicker, schikorum, schräg, schwarz, schwipsig, selig, stabaus, staubig, wackelig; nicht allein, nicht klar; voll; voll wie eine Bolle (eine Dose, Tüte, Kanone, Krotte, Kuh, Sau, Spritze, Strandhaubitze, ein PfWB Haus, PfWB Krug, PfWB Maihammel, PfWB Stiefel, PfWB Stier, PfWB Zapfen, PfWB tausend Mann); kanonen-, krotten-, spunden-, stechgranaten-, sterngranaten-, strackvoll; angebrütet, -geduselt, -geheitert, -gerudelt, -gesäufelt, -gesäuselt; bediaduselt, -hurmelt, -schaskelt, -schickert, -schmort, -schnuckt, -schokert, -ständert, -stußt; gespritzt, -tönt; versohlt; er hat einen Affen, Anrauchkopf, Ballen, Ballon, Bären, Blauen, Brand, Bausen, Dackel, Dampf(es), Dermel, Duft, Dümmler, Dusel, Hieb, Hormel, Käfer, Knorpel, Rausch, Schikker, Schlag(er), Schweden, Schwips, Spritzer, Stefzen, Stich, Stieber, Storren, Sturm, Sturracks, Suff; eine Bürde, Fahne, Kiste, Rotznase, Schlagseite; ein PfWB Krähenauge, Stößchen; seinen Dampf, Gram; seine Kiste, Ladung, Sachen; sein PfWB Tier, PfWB Grummet, PfWB Heu; er hat einen sitzen (hängen, hocken); er hat die Bätze (Köze, den Kanal) voll; er hat Blei in den Sohlen, einen (Kater) mit Krallen, eine Krotte am Bändel; er hat einen im Tee (im Tüpfen, Giebel, Heft, Kopf, Ohr, in der Krone); er hat einen (auf, bei sich, weg); er hat runde Absätze, das Delirium, die Röteln, genug, es warm; er hat einen (Schweden) heimgetragen, die Wegsteuer verloren, Babbelwasser getrunken, die Füße verbrannt, in den Dreck getreten, sein PfWB Oberstübchen verliehen, schief (schwer) geladen; er ist leicht (schwer) angeschlagen, er findet die Kehre (das Schlüsselloch) nicht mehr, sieht den Himmel für eine Baßgeige an, sieht den Himmel nicht mehr, sieht nicht mehr gerade, geht zu PfWB zweit heim, läuft auf Eiern, kann nicht mehr gerade laufen, hängt im Tee, liegt im Sulper; er wackelt, er spürt es (ihn); ihm langt es (für heute), ihm läuft der Wein aus den Augen heraus, ihn hat es erwischt-.

 

   Tute1, Tüte f.:
1. 'Papiertüte', früher trichterförmig gerollt, jetzt meist rechteckig geklebt, Tutt (tud), Tut (tūd), Tout (toud), Dutt (dud), Ditt (did), Dott (dod), Dut (dūd) [zur Verbr. s. K. 110]; Auslandspfälzer: Tutt [ Don-Schowe Torscha Gal-Josbg Dornf], Tutt u. Dutt [Penns, Lambert Penns 46 PSA K. 35]. Zs. PfWB Feder-, Gutsel-, Mehl-, PfWB Zuckertute. Bring mer e Tutt voll Zuckerbohne 'Bonbons' [verbr. Gal]. RA.: Er muß Tutte mache 'im Gefängnis Tüten kleben' [KL-Wörsb, verbr.]. Mach d'r Tutte an die Ohre, damit du besser hörst [ KU-Diedk]. Er war so voll wie e Dutt 'besoffen' [LA-Nd'hochstdt,

[Bd. 2, Sp. 699]
verbr.]; vgl. PfWB betrinken. Er macht Mailer (Mäuler) for Tutte, vom Müßiggänger [Hebel 25]. Die hän angebb wie e Tutt voll Micke [Sunndag Nr. 34/1965, Bassler 30]. Er is so hell uf der Platt 'im Kopf' wie e Tutt voll Ruß, von einem Dummen [ RO-Winnw]. SprW.: For Geld un gute Worte kriecht mer Zucker un aach e Dutt 'Mit Geld und guten Worten erreicht man viel' [LA-Gommh, verbr.]. In der letschte Dutt findt sich alles, Trost beim Suchen [FR-Bobh, verbr., auch

Don-Alexanderhs Gal-Josbg Kaisersd Königsbg Buch-St-Onufry]; auch: 'Einmal kommt alles ans Tageslicht' [PfMHk. 1925 S. 173], 'Ende gut, alles gut' [Krieger 43], 'Beim Erben zerstreiten sich die Verwandten' [Pirmas]. VR.: Proscht Neijohr! E Bretzel wie e Scheierdor, un e Dutt voll Fläich (Flöhe), do huppse mer all in d'Häich (Höhe) [ LA-Edk]; Var. s. bei PfWB Brezel, PfWB prosit. Das Kinderfangspiel Tutt is leer hat folgenden Verlauf: Von zwei Parteien (Bayern und Preußen) versteckt sich die eine, die andere sucht. Von der Suchpartei bleibt einer bei der Kaute, um die Gefundenen laut anzusagen. Sobald sich alle versteckt haben, ruft einer »Tutt is leer!« Gelingt es denen, die sich versteckt haben, einen von den Suchenden zu fangen, dann gewinnen sie einen Punkt. Mit drei Punkten entscheiden sie das Spiel für sich, d. h. sie dürfen sich wieder verstecken. Andernfalls müssen sie das nächste Mal suchen. [ KU-Hachb]. —
2. 'Tütenförmiges'.
a. bei Mensch und Tier.
α. 'Nase', scherzh. [ RO-Duchr GH-Büchbg]. Zs. PfWB Kupfertute. Syn. s. PfWB Nase. —
β. 'Kopf', scherzh. RA.: Er hot's in de Dutt 'ist betrunken' [Neustdt NW-Haardt]. —
γ.

[Bd. 2, Sp. 700]
'Geschlechtsteil der Kuh' [KU-Obw/Tiefb IB-Eschring]; 'Geschlechtsteil der Stute' [ ZW-L'wied], vgl. PfWB Butte2, Futt; 'Gebärmutter', vulgär [ KB-Kriegsf]. —
δ. 'Haarknoten' [Zweibr]. —
b. bei Pflanzen.
α. 'Blüte der Winde' [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Tutenblume 2. —
β. 'Herbstzeitlose', Pl. Dutte [BZ-Pleisw (Wilde 103)]. —
γ. andere Pflanzennamen in Pfaffen-, Kaffeetute. —
c. an Geräten.
α. 'Brause an der Gießkanne', Tud [ IB-Rohrb Aßw], Tittche [ Gal-Brig]. Syn. s. PfWB Zotte. —
β. 'tütenförmiger Verschluß der Wagenachse' [KL-Fischb Klein Wag 109]. —
γ. 'Blechhütchen (mit Spalt), das über die Lichtflamme der Petroleumlampe gedeckt wird', Duttche [ Gal-Josbg Dornf]. Zs. Lampentutchen. —
δ. 'mit dem Schäleisen abgeschältes Stück Eichenrinde' [Feierowend Nr. 19/1955]. —
3. Berufs- und andere Bezeichnungen für Menschen.
a. 'Kaufmann', Tutt [ PS-Winz]; vgl. PfWB Pfeffertütchen. —
b. scherzh. für 'Spengler', s. PfWB Rußtute. —
c. e langi Tutt 'großes Frauenzimmer' [ ZW-Ixh]; e alti T., verächtlich für 'ältere Person' [Zweibr]; e dummi Dutt 'ungeschicktes Frauenzimmer' [ BZ-Dernb]; vgl. auch Lumpentute. — Südhess. I 1920/21; RhWB Rhein. VIII 1495 ff.; LothWB Lothr. 115; ElsWB Els. II 727; Bad. I 618/19.