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 PfWB stauchen (Bd. 6, Sp. 450)   RhWB stauchen (Bd. 8, Sp. 541) 
   stauchen schw.:
1. 'etwas auf den Boden oder eine feste Unterlage aufstoßen, damit es kürzer wird', stauche (dauxə) [verbr. ges. Pf, Bernhard 154 Thielen 106 Lambert Penns 142 Krämer Gal 206]; Part. Perf. gestaucht (gədauxd) 'von gedrungener Gestalt, kurz und dick', von Menschen, Vieh [mancherorts]; vgl. PfWB Bannstauch, PfWB blochen; Zs.: PfWB verstauchen; e Stummel Wääz st. 'eine Weizengarbe aufstoßen' [ KU-A'glan]. De Schmid staucht e Stick Eise [ KU-A'glan]. RA.: Er esch g'staucht, von gedrungener Gestalt [ BZ-Dernb]. Die Kuh isch

[Bd. 6, Sp. 451]
g'staucht unn dick gebumbelt [ PS-O'simt]. —
2.
a. 'jemanden mit Worten zurechtweisen, zur Rede stellen, tadeln' [mancherorts, Bernhard 154 Kieffer 67 Thielen 106]; Zs.: PfWB herab-, PfWB herunter-, PfWB zusammenstauchen; Syn. s. PfWB ausschelten, PfWB schelten; jemand (eenen) st. [mancherorts]; geherich (ordentlich) st. [ KU-Schmittw/O RO-Obd GH-Schwegh]. Den haw ich emol schää g'staucht [ LU-Opp]. Dort dhut er'n grindlich stauche: / »Du kannst mer bei de' Deiwel geh, / Ich kann jetzt selwer brauche!« [Müller Luscht und Lewe 69]. —
b. 'verhauen; am Kragen fassen, anheben und fallen lassen' [mancherorts]; Syn. s. PfWB verhauen 1. Den häb ich g'staucht [ BZ-Dernb]. —
3. 'stehlen, entwenden, klauen' [ZW-O'hs KL-Lauhf Mackb Ottbg PS-Leim Winz Pirmas (Kieffer 67) KB-Dreis Rams FR-Quirnh LU-Alsh Maud NW-Gimmdg Hamb LA-Herxhwey BZ-Apphf Mühlhf]; Syn. s. PfWB stehlen. Er hot's gestaucht [ FR-Heßh]. Der hot e Fahrrad g'staucht [Lu'haf]. — RhWB Rhein. VIII 541/42; ElsWB Els. II 573 stuchen; Hess.-Nass. III 740; Kluge-Seebold22 697; DWB DWb. X, II,1 1132 ff.

 

  PfWB  ElsWB stauchen -aux-, –ǫu-, –ou-, –ux-, –o- Rhfrk Mosfrk, Rip; das Nfrk hat -uk-, das auch im Stuchen-Geb. von Jül, Aach, Eup, Erk, Grevbr, Neuss u. an der uWupp gilt; in besonderer Bed. der Klickerspr.

[Bd. 8, Sp. 542]
auch sonst Rip (s. stucken) schw.: 1. etwas st. a. absol. die Hände in den Muff stecken Trier-Mehring. — b. etwas fest auf den Boden stossen, dass es kleiner, aber dicker wird; stuch de Sack ens, dat jet mih dre geht; stuch de Bessem ens fas en de Stell; he hät sech de Hand gestuch verstaucht Rip, Allg.; bes. den Hafer, Flachs st., zu Garben fest, einzeln aufstellen Verbr. wie Stauchen 2 n; Gerste st., einmaischen, in der Brauerei Köln-Stdt; der Schmied staucht Eise, indem er ein kürzeres Stück E., nachdem er es erhitzt hat, durch Schläge mit dem Hammer auf das obere Ende zusammentreibt, es also verkürzt u. zugleich verdichtet Allg. in der Spr. der Schmiede; də Lubbə schduchə die Luppe über dem Schmieden zusammenstauchen; der Schmied stellte zu dem Zweck in schnellem Schwung die Luppe neben dem Amboss hoch, so dass ein Oahr (ein seitlicher Vorsprung) des Hamərbears auf das Ende auftraf und die Luppe zusammenpresste Siegld; das Wasser st., stauen Siegld, Altk, in der Bergmspr. Bitb-Dudeld; et (Wasser) stuch sech staut sich, kann nicht gut abfliessen Neuw-Dattenbg; anem de Hor st. ihm einen Verweis erteilen Kobl-Vallendar; gestauchde voll bis zum Rande gefüllt Trier-Karths; de stuch de Wöərt esu spricht sehr undeutlich Bo-Rammersd; die Pflanzen werden durch eingetretene schlimme Witterung gestücht in ihrer Weiterentwicklung gehemmt Schleid-Baasem; et stucht sech em alles nach zu reichlichem Essen oder wenn ein schlecht sitzender Anzug drückt, beengt Siegld. — c. die Decke eines Zimmers st., zwischen deren Balken mit Strohlehm umwickelte Spalthölzer stecken u. diese mit Lehm bekleiden; die Fachwand flechten Schleid-Schöneseiffen, Bo, kurköln. Neuw, Sieg. — d. etwas st., stibitzen Kreuzn, Simm, Kobl-Kärlich, Wittl-Eisenschmidt, Ahrw-Sinzig. — e. das Klickersp. »stuchen« (s. d.) spielen Gummb-Drabenderhöhe, Sieg-Birk, Sülzt, Dür-Kreuzau Winden, Grevbr-Gindrf. — f. äne st. einen trinken, sich einen genehmigen; e paar Flasche st. Koch, Kobl, May-Naunh. — 2. einen st. a. einen auf dem Boden niederdrücken, überwältigen, prügeln Rhfrk, Mosfrk, Ahrw; ene gehüreg ongerst. (unter-) Eusk-Zülp; die Krankheit hat en arg gestaucht Saarbr; ein Kind lef st. liebkosen, verhätscheln Ahrw-Altenahr; sich st. sich prügelnd balgen Koch-Greimersbg. — b. ihn zur Rede stellen, ihm einen Verweis erteilen, ihn kleinlaut machen; der hat mich (samme) gestaucht Rhfrk, Mosfrk, Siegld, Sieg-ODollend, Gummb-Berghsn. — c. -yχ- einen Erregten beruhigen Wippf-Thier. — d. gestaucht von gedrungenem, untersetztem Körperbau, auch klän, korz g.; en g.ər Kerl Saar, Simm, Kobl-Bendrf; gestaucht (eran)komme, — do setze in krummer Haltung Saarbg-Cahren Hentern, Trier, Koch, May, Aden, Bo-Wesseling. — Abl.: die Staucherei, dat Gestauch(s).