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 PfWB stauchen (Bd. 6, Sp. 450)   PfWB schelten (Bd. 5, Sp. 921)   PfWB aus-schelten (Bd. 1, Sp. 470) 
   stauchen schw.:
1. 'etwas auf den Boden oder eine feste Unterlage aufstoßen, damit es kürzer wird', stauche (dauxə) [verbr. ges. Pf, Bernhard 154 Thielen 106 Lambert Penns 142 Krämer Gal 206]; Part. Perf. gestaucht (gədauxd) 'von gedrungener Gestalt, kurz und dick', von Menschen, Vieh [mancherorts]; vgl. PfWB Bannstauch, PfWB blochen; Zs.: PfWB verstauchen; e Stummel Wääz st. 'eine Weizengarbe aufstoßen' [ KU-A'glan]. De Schmid staucht e Stick Eise [ KU-A'glan]. RA.: Er esch g'staucht, von gedrungener Gestalt [ BZ-Dernb]. Die Kuh isch

[Bd. 6, Sp. 451]
g'staucht unn dick gebumbelt [ PS-O'simt]. —
2.
a. 'jemanden mit Worten zurechtweisen, zur Rede stellen, tadeln' [mancherorts, Bernhard 154 Kieffer 67 Thielen 106]; Zs.: PfWB herab-, PfWB herunter-, PfWB zusammenstauchen; Syn. s. PfWB ausschelten, PfWB schelten; jemand (eenen) st. [mancherorts]; geherich (ordentlich) st. [ KU-Schmittw/O RO-Obd GH-Schwegh]. Den haw ich emol schää g'staucht [ LU-Opp]. Dort dhut er'n grindlich stauche: / »Du kannst mer bei de' Deiwel geh, / Ich kann jetzt selwer brauche!« [Müller Luscht und Lewe 69]. —
b. 'verhauen; am Kragen fassen, anheben und fallen lassen' [mancherorts]; Syn. s. PfWB verhauen 1. Den häb ich g'staucht [ BZ-Dernb]. —
3. 'stehlen, entwenden, klauen' [ZW-O'hs KL-Lauhf Mackb Ottbg PS-Leim Winz Pirmas (Kieffer 67) KB-Dreis Rams FR-Quirnh LU-Alsh Maud NW-Gimmdg Hamb LA-Herxhwey BZ-Apphf Mühlhf]; Syn. s. PfWB stehlen. Er hot's gestaucht [ FR-Heßh]. Der hot e Fahrrad g'staucht [Lu'haf]. — RhWB Rhein. VIII 541/42; ElsWB Els. II 573 stuchen; Hess.-Nass. III 740; Kluge-Seebold22 697; DWB DWb. X, II,1 1132 ff.

 

   schelten st.:
1. 'seinem Ärger oder Unwillen mit heftigen Worten Ausdruck geben; beschimpfen, zurechtweisen', schelde (ęldə) [verbr. VPf östl. WPf, Lambert Penns 132], schalde [ PS-Bobth Busbg Hirschth GH-Wörth Neubg], schelle (ęlə) [verbr. westl. u. mittl. WPf westl. NPf, PfId. 122 Christmann Kaulb 12, 84 Mang 93 Müller Dietschw 60 Höh 75 Otterstetter 98, 215, Krämer Gal 183, mancherorts Don], schille [IB-Ensh Eschring], schilde [ BZ-Spirkb]; zur Verbr. s. K. 328; Part. Perf. g'scholde [VPf, Lambert Penns 132], gescholl [WPf, Schandein Ged. 248], g'scholl [Mang 103, 195 Don-Schowe Torscha Buch-Illisch], geschull [ WD-Niedkch]. —
a. absol.

[Bd. 5, Sp. 922]
sch. wie e Rohrspatz [verbr.], wie e Berrelgääß [ PS-Geisbg], wie e Derk [Kaislt]. De liewe lange Dag dut se sch. [ KU-Schmittw/O]. De Truthahn (De Rehbock) schelt [RO-Sippf]. SprW.: Met gure Wort bringt mer mihn ferdich wie met Schelle [ KU-Schmittw/O]. —
b. mit Akk.- oder Präpositionalobjekt (mit, auf, über jemanden sch.); Zs.: PfWB aus-, PfWB ver-, PfWB zusammenschelten. Die grob Sauboll hot mer de Buckel voll gescholl [ KU-Schmittw/O]. Un ich versprech's an dere Stell, / Daß ich jetzt nie meh uf se schell' [Münch Werke I 145]. Jesses, dut das Luder bejm Emil iwer mich schelle! [Kraus Sellemols 23]. SprW.: Die sich nanner schelle, die sich nanner welle (wollen) [ Don-Tscherwk]. Volksgl.: Mer klingt's im linkse Ohr, ich werr g'scholde [ FR-Kindh]. Wann's dunnert, schelt de liewe Gott mit seiner Fraa [ KU-Diedk]. VR.: Schelle, schelle dut net weh. Wer mich schellt, hat Lais un Fleh [Pirmas, verbr.]; Zusatz: Lais un Fleh gebbt Wanze, mit denne kannsche danze [ PS-Saalstdt]. Sch., sch. gibt ke Flecke. Wer mich schellt, kann mich am Arsch lecke [ PS-Fehrb]. a. 1487: so sich zwoo frauen schlugen oder schelten [PfWeist. 249 (RO-Dörnb)]. a. 1522: wen sich zwen scheltten oder trawewort (Drohworte) gebenn [PfWeist. 215 (PS-Burgalb)]. —
c. mit Akkusativobjekt u. Gleichsetzungsakk. '(jemanden als etwas) in herabsetzender, beleidigender Form bezeichnen; spotten'; Zs.: PfWB zusammenschelten. Er hot mich e Liener (Lügner) gescholl [ KU-Schmittw/O]. RA.: Laaf em noo un schell ne Plattkopp! 'Du kannst ihm nichts anhaben' [Pirmas]. a. 1550/1554: wan einer einen ein dieb schilt, 10 ß 2 Pf. [PfWeist. 58 (HB-Alth)]. a. 1717: In gleicher straf steht der, so einen gemeindsmann einen schelm schelt [ebd. 1 (KU-Adb)]. —
d. Syn. (zu a—c): abkampeln 1, anfahren 2c, aufbolzen, ausblasen 1bβ, -fallen 2d, -leeren 1, -setzen 3, -schelten (hier weitere Syn.), bäffen, bäffern, bäffzen, baldöbern, baljaschen 1, papern 2, bären1 3, belfern, pfuihasen, billern2 2, pochen 1, brüllen 1b, brummeln 1b, brummen 2c, tadeln, taufen 2d, deckeln 3b, termen 3, teufeln 1, verschänden 2, herunterkapiteln, -machen, -putzen 1, PfWB knäffen 2 a, PfWB knarren 2, PfWB knottern 1 a, PfWB krakeelen 2, PfWB krimscheln, PfWB kritisieren, PfWB kritteln, PfWB loslegen 2, PfWB maulen 1 c, PfWB murren, PfWB nörgeln, PfWB räsonieren 1 d, PfWB schänden 1, PfWB schimpfen, PfWB zusammenschelten, -stauchen.
2. = PfWB verhauen 1, schelde [ BZ-Völkw], schelle [ HB-Medh]. — Südhess. V 244; RhWB Rhein. VII 1036/37; LothWB Lothr. 438; ElsWB Els. II 412.

 

  aus-schelten st.: einen a. 'einen sehr schelten', ausschelle, -schelde [mittl. u. südl. Pf Lambert Penns 18]. Syn.: PfWB abdackeln, -feimen, -fummeln, -kanzeln, -kapiteln, -mucken, PfWB -putzen, PfWB -schnauzen, PfWB -stauben; PfWB ausfilzen, PfWB -putzen, PfWB -schänden. — RhWB Rhein. VII 1037.