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 PfWB stauchen (Bd. 6, Sp. 450)   DWB stampfer (Bd. 17, Sp. 680) 
   stauchen schw.:
1. 'etwas auf den Boden oder eine feste Unterlage aufstoßen, damit es kürzer wird', stauche (dauxə) [verbr. ges. Pf, Bernhard 154 Thielen 106 Lambert Penns 142 Krämer Gal 206]; Part. Perf. gestaucht (gədauxd) 'von gedrungener Gestalt, kurz und dick', von Menschen, Vieh [mancherorts]; vgl. PfWB Bannstauch, PfWB blochen; Zs.: PfWB verstauchen; e Stummel Wääz st. 'eine Weizengarbe aufstoßen' [ KU-A'glan]. De Schmid staucht e Stick Eise [ KU-A'glan]. RA.: Er esch g'staucht, von gedrungener Gestalt [ BZ-Dernb]. Die Kuh isch

[Bd. 6, Sp. 451]
g'staucht unn dick gebumbelt [ PS-O'simt]. —
2.
a. 'jemanden mit Worten zurechtweisen, zur Rede stellen, tadeln' [mancherorts, Bernhard 154 Kieffer 67 Thielen 106]; Zs.: PfWB herab-, PfWB herunter-, PfWB zusammenstauchen; Syn. s. PfWB ausschelten, PfWB schelten; jemand (eenen) st. [mancherorts]; geherich (ordentlich) st. [ KU-Schmittw/O RO-Obd GH-Schwegh]. Den haw ich emol schää g'staucht [ LU-Opp]. Dort dhut er'n grindlich stauche: / »Du kannst mer bei de' Deiwel geh, / Ich kann jetzt selwer brauche!« [Müller Luscht und Lewe 69]. —
b. 'verhauen; am Kragen fassen, anheben und fallen lassen' [mancherorts]; Syn. s. PfWB verhauen 1. Den häb ich g'staucht [ BZ-Dernb]. —
3. 'stehlen, entwenden, klauen' [ZW-O'hs KL-Lauhf Mackb Ottbg PS-Leim Winz Pirmas (Kieffer 67) KB-Dreis Rams FR-Quirnh LU-Alsh Maud NW-Gimmdg Hamb LA-Herxhwey BZ-Apphf Mühlhf]; Syn. s. PfWB stehlen. Er hot's gestaucht [ FR-Heßh]. Der hot e Fahrrad g'staucht [Lu'haf]. — RhWB Rhein. VIII 541/42; ElsWB Els. II 573 stuchen; Hess.-Nass. III 740; Kluge-Seebold22 697; DWB DWb. X, II,1 1132 ff.

 

 stampfer, m. einer der stampft.
1) von personen:
a) der etwas stampfend bearbeitet: stampffer, stosser, der in einem mörsel stoszt, pinsor, pistor. Maaler 384a; stampfer, pistor, ein becker. Stieler 2120; stampfer (neben stämpfer), stampatore, pestatore, improntatore. Kramer dict. 2 (1702), 906b; stampfer, pistor. Steinbach 2, 667; stampfer, welcher in einer färberei die bereitung der färberröthe überwacht. Jacobsson 4, 252a.
b) der mit den füszen stampft, stampfer et stampferinn mas et foemina inquieti, conculcantes, pedibus protrudentes. Stieler 2120.
c) einer, der unzufrieden, zornig u. dergl. ist, eigentlich der unmutig auf den boden stampft. vgl. DWB stampfen 3, a, α. δ: meutmacher, schnauber, stampffer, friedbrecher. Kirchhof milit. discipl. 221.
d) entsprechend stampfen 4: stampfer, die zu den hofbällen nur als tänzer eingeladenen leutnants u. s. w. Bauer-Collitz 174.
2) bezeichnung eines pferdes mit (fehlerhaft?) stoszender gangart: stampfer, etiam dicitur equus succussator. Stieler 2120; dafür auch hochstampfer (theil 4, 2, 1633).
3) entsprechend stampfen 5: stampfer ein schiff, welches schwer und heftig stampft. Jacobsson 7, 425a.
4) ein werkzeug zum stampfen, stoszen: stamper, pistellus. Dief. 438b; stampfer, pavicula, tudes, batuarium. Stieler 2120; die diele ist mit dem stampfer geschlagen, pavimentum fistuca pavitum ... est. Comenius sprachenthür 551; stampfer, doch üblicher dafür stampfe oder stämpfel. Adelung; stampfer, stampfmesser zum zerkleinern der rüben. Martin-Lienhart elsäss. wb. 2, 597b. in der bergarbeitersprache stampfer ein werkzeug aus holz oder eisen, welches die sprengmasse in einem bohrloche feststampft, ein ladestock. Veith bergwb. 458, dafür stamper. Jacobsson 7, 425a; allgemeiner stamper ein eisern instrument zum schiessen gehörig. quelle bei Veith 458a; entsprechend: stosze mit dem stamper die kugel und proz aufs pulver. Wallhausen des soldat zu fusz abc 16. stampfer in einer papiermühle: (im gewölbe des rathauses,)

[Bd. 17, Sp. 681]
wo alte acten in dicker staubhülle die zeit erwarteten, in welcher ihr stilleben unter dem stampfer einer papiermühle enden würde. Freytag 6, 149 (verl. handschr. 1).
5) stampfer zu dick oder steif geratener brei. Martin-Lienhart elsäss. wb. 2, 597b. vgl. DWB stampf 5, c.