| Netz-Navigator | ||||||||||||||||||||||||||||
| PfWB stauchen (Bd. 6, Sp. 450) | DWB stampfen (Bd. 17, Sp. 677) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'etwas auf den Boden oder eine feste Unterlage aufstoßen, damit es kürzer wird', stauche (dauxə) [verbr. ges. Pf, Bernhard 154 Thielen 106 Lambert Penns 142 Krämer Gal 206]; Part. Perf. gestaucht (gədauxd) 'von gedrungener Gestalt, kurz und dick', von Menschen, Vieh [mancherorts]; vgl. PfWB Bannstauch, PfWB blochen; Zs.: PfWB verstauchen; e Stummel Wääz st. 'eine Weizengarbe aufstoßen' [ KU-A'glan]. De Schmid staucht e Stick Eise [ KU-A'glan]. RA.: Er esch g'staucht, von gedrungener Gestalt [ BZ-Dernb]. Die Kuh isch [Bd. 6, Sp. 451] g'staucht unn dick gebumbelt [ PS-O'simt]. — 2. a. 'jemanden mit Worten zurechtweisen, zur Rede stellen, tadeln' [mancherorts, Bernhard 154 Kieffer 67 Thielen 106]; Zs.: PfWB herab-, PfWB herunter-, PfWB zusammenstauchen; Syn. s. PfWB ausschelten, PfWB schelten; jemand (eenen) st. [mancherorts]; geherich (ordentlich) st. [ KU-Schmittw/O RO-Obd GH-Schwegh]. Den haw ich emol schää g'staucht [ LU-Opp]. Dort dhut er'n grindlich stauche: / »Du kannst mer bei de' Deiwel geh, / Ich kann jetzt selwer brauche!« [Müller Luscht und Lewe 69]. — b. 'verhauen; am Kragen fassen, anheben und fallen lassen' [mancherorts]; Syn. s. PfWB verhauen 1. Den häb ich g'staucht [ BZ-Dernb]. — 3. 'stehlen, entwenden, klauen' [ZW-O'hs KL-Lauhf Mackb Ottbg PS-Leim Winz Pirmas (Kieffer 67) KB-Dreis Rams FR-Quirnh LU-Alsh Maud NW-Gimmdg Hamb LA-Herxhwey BZ-Apphf Mühlhf]; Syn. s. PfWB stehlen. Er hot's gestaucht [ FR-Heßh]. Der hot e Fahrrad g'staucht [Lu'haf]. — RhWB Rhein. VIII 541/42; ElsWB Els. II 573 stuchen; Hess.-Nass. III 740; Kluge-Seebold22 697; DWB DWb. X, II,1 1132 ff.
| 1) einen gegenstand mit einem stampf bearbeiten: a) um ihn zu zerkleinern, stampfen, pilare 434b; stampffen, zerstossen, z pulver machen, tundere, contundere. 384a; stampffen, das ist, die hültschen abstossen, als hirsz oder gersten stampffen, pisere. ebenda; stampffen, stossen, piler, pistare. (1616) 306a; stampffen, zerstossen, pistare. (1618) 237b; stampffen, tundere, stossen, piler. 1421; mit dem stempfel stampfen, pistillo conterere. 2120; im mörsel stampfen, pestare nel mortaio. dict. 2 (1702), 906b; stampfen, im mörser stossen, tundere in mortario. 2, 317b; stampfen, mit der mörserkeule zerreiben, terere. ebenda; stampfen, mit füszen treten, als trauben, calcare. ebenda; stampfen, in der mühle, contundere, als gewürz, tudiculare. ebenda; im mörser stampfen, in mortario tundere, terere. 2, 667; mit eisernen stämpeln stampfen, ferreis pilis contundere. ebenda; stampfen 'im oberdeutschen ... von dem stoszen im mörser, wofür im hochdeutschen stoszen üblicher ist'. Adelung. gersten stampfen, hordea pinsere. 384a; die trauben stampfen, calcare uvas. ebenda; weinbeer tretten oder stampffen, ehe man sie auf die kälter trägt, calcare uvas. 108a; gewürtz, als pfeffer, imber u. s. w. in der müle stampfen, stampare cioè pestare, infrangere speciarie, come pepe, zenzebre etc. cella mola. dict. 2 (1702), 906a; er stampft den samen, semina pistillo conterit. 2, 667; das getreide mit dem stöszel stampfen, far pilo pinsere. ebenda; er stampft den hirse, milium tudiculat. ebenda; graupen, hirse stampfen. Adelung; kraut stampfen, es im stampftroge mit der krautstampfe stoszend zerschneiden. vgl. ebenda; ha! wenn ich doch die schwarzröcke auf einmal zu pulver stampfen und in die luft schieszen könnte. 1, 423 (freigeist 3, 4); (der umstand,) dasz gerade das subject und der provisor giftige bilsensamen in mörsern stampften. 51, 60 (Katzenbergers bader.). b) um ihn zu ebnen und fest zu machen. lehm stampfen, erde stampfen u. s. w. pass.: über das ganze (wird) eine schicht lehm und kies ... gestampft. 2, 292; die decke des weiten zimmers war mit dichten fichtenstämmen gedeckt, auf welche erde gestampft wird. 8, 220. c) mit finalem object: α) olivenöl (samen) stampfen, stampare etc. olive per cavarne l'oglio. dict. 2 (1702), 906a; das pulver in [Bd. 17, Sp. 678] der büchse stampfen, calcare, stampare la carica. 906b; futter stampfen für die schweine. pass.: geh, Margarete! β) einen lehmboden stampfen (vgl. oben 1, b). pass.: über dem gestampften lehmboden des weiten hausflurs stand ein gedeckter tisch mit den holzstühlen. 8, 112 (ahnen 1). d) absolut: wellicher müllner zu Burgeisz melt oder stampft nach feirabent, ist die mult von ainem jeden rad söchs kreizer. tirol. weisth. 3, 64, 8. e) in mehr rein technischer sprache: α) 'prägen, stempeln', doch gewöhnlicher mit umlaut stempfen (s. unten), bildlich: lieb und gerechtigkeit die streiten vor gericht, β) die goldschmiede stampfen einen löffel, wenn sie ihm mit dem stampfeisen in der löffelstampfe die nötige vertiefung geben. Adelung; die nadler stampfen, wenn sie den stecknadeln mittels stempel in der wippe den kopf ansetzen. ebenda. γ) papier stampfen bei den papiermachern, das fertige papier glätten. 4, 252b. 2) den als stampf gebrauchten gegenstand selbst durch stoszen auf den boden oder sonstwie zerkleinern: du lächeltest, wenn dann am pult 3) von menschlichen und thierischen wesen, 'mit den füszen fest auf den boden treten'. a) von menschen: α) mit füssen stampffen, conculcare. 384a; mit den füssen stampfen, pedibus deculcare. 2120; mit dem fusz auf die erde stampfen, stampare il piede ò col piè in terra, dare dalle stampate, stampite, stampanate col piè; calpestare forte. dict. 2 (1702), 906a; mit den füssen stampfen, supplodere. 2, 667; häufig als zeichen seelischer erregung: man konte ihnen ihren unwillen an den augen ansehen; sie stampten mit den füszen. persian. baumgarten 52a; Franz mit den füszen stampfend ... zornig ab. 2, 55 räuber (schausp.) 1, 3 (scenar. bemerk.); 'ich sage, nein!' sprach das mädchen, in dem sie, mit einem ausdruck von unwillen, mit dem fusz stampfte. 3, 317 Schmidt; da sitzt er (der könig) und starrt leblos auf den grund, β) mit gewandeltem subject, stampfender fusz u. s. w.: wenn er (der schauspieler) nur die allergröbsten äuszerungen des zornes ... getreu nachzumachen weisz — den hastigen gang, den stampfenden fusz, den rauhen, bald kreischenden bald verbissenen ton. 7, 15; auch: es zerrüttet ein fusztritt die mühseligen gebäude der ameisen, und stampft eine kleine welt in ein schmähliches grab. 16, 76 (Werther); ringsum scholl der grosze palast von dem stampfenden fusztritt γ) mit finalem object: du bist auch unter der rotte? ich will dir das herz aus den rippen stampfen! 2, 175 (räuber 5, 1 schausp.); kann ich armeen aus der erde stampfen? δ) absolut: wenn wir keine maasz wissen zu halten im zorn, sondern bey uns selbst ergrimmen, unsere geberden verstellen, fluchen, schweren, rumoren, poltern, zähne zerbeissen, stampfen, stürmen, als ob wir halb von sinnen wären. Nicodemus quaerens 2 (1719), 286; er fing aufs neue zu stampfen, zu schimpfen und zu schreien an. 19, 53 (Wilhelm Meisters lehrjahre 4, 8); vgl.: da stampfte der bursche gar grimmig und mit einem fluche auf den boden. 5, 47; [Bd. 17, Sp. 679] Mephistopheles. dein wesen strebe nieder; b) von thieren, so von hufthieren, insbesondere vom pferde; auch hier gewöhnlich als zeichen der ungeduld, des mutes u. s. w. α) mit instrumentaler angabe: ein herold ... mit einem bündel sachen, und den beiden, von wohlsein glänzenden, die erde mit ihren hufen stampfenden rappen. 3, 247 (Schmidt). der thätige körpertheil als subject: von goldmetall blitzte die rüstung des rosses und sein huf stampfte auf dem linnengewand, das Irmgard ausgebreitet hatte. 8, 177 (ahnen 1). β) nur mit äuszerem object: es (das rosz) stampfte die erde und knirschte die zähne, seine mähne sträubte sich und seine nüstern schnaubten feuer. 5, 348; löwe γ) mit finalem object: kein wunderlicher volck ist je gesehen worden, ... δ) absolut: das pferd stampfet, equus fodicat. 2120; das pferd stampfet, il cavallo zappa in terra, egli stampa, fodica, pesta, calpesta. dict. 2 (1702), 906a; ich nem des goszlarischen jungherrn gaul Ramel darfür, der kont am berg angebunden, also rammeln und stampffen, dasz er mit den wolgescherfften hufeisennegeln ein goldader entblöset. Garg. 204 neudr.; ich steige kaum aus dem wagen, so werden die hengste scheu, stampfen und schlagen aus, dasz mir der gassenkoth über und über an die beinkleider sprüzt. 3, 378 (kab. u. liebe 1, 6); aber lange harrte die schaar und ungeduldig stampften die rosse, bevor das schwere thor sich knarrend öffnete. 8, 116 (ahnen 1); auf dem freien raum vor der königshalle stampften die rosse. 120; wie pferd im notstall stampften sie, dort trampeln die stampenden klepper, hier klappen die tappen der rappen. sieh, ländliche muse, den anger voll finsterer rosse. sie werfen das wilde streitrosz stampft und bebt auf der gewässerten die rosse brausen schon und stampfen — und dann eröffneten die schranken sich; jedoch von diesen rossen wild stampfte der hengst und tanzte keck. zu Rostems lager hin lief Rachs, 4) intrans. als mittel oder begleiterscheinung beim gehen, schreiten, tanzen, laufen u. s. w. an stelle von stampfend schreiten u. s. w.: als wann ein galgen voll gestiffelter bauern bei nacht durch das kot ins dorff stampfften und postierten. Garg. 80 neudr.; seh ich solch ein schlankes kind, wie es ... neben dem stampfenden papa und der schleichenden mama daher trippelt. 2, 399; auch von einem pferde: [Bd. 17, Sp. 680] zu fusze schreitet sie heran, tanze mit uns in die rund'! ... 5) von einer bewegung des schiffes (wol übertragung von 3, b) intrans.: ein schiff stampft, wenn es um seine querachse heftig hin und her schwankt. niederd. jahrb. 5, 18; auch hier die form stampen belegt. 7, 425a; fallen die schiffe mit dem hindertheil hierbei tiefer ins wasser als mit ihrem vordertheil, so heiszt es: sie stampfen auf das gat. ebenda; die entsprechende bewegung um die längsachse bezeichnet schlenkern (theil 9, sp. 638 unter 3) und schlingern (sp. 741 unter 1). das fahrzeug stampfte hinein und setzte mit schwerem schlag durch die brausenden wogen. weserzeit. 1853 nr. 3033; das schiff hatte schwere fahrt, stampfend und schlenkernd und ächzend arbeitete es sich durch den tumult. Tristan 239. 6) aus dem gebrauch unter 4 ergeben sich wendungen wie einen stampen machen oder lassen, ihn fortschicken, wegjagen, in denen die mitteldeutsch - niederdeutsche form unseres wortes ausschlieszlich gebraucht zu werden scheint: man könne solche murmelthier nicht besser abfertigen, dann man werff jhnen den sack für die thür, unnd lasz sie stampen. Garg. 227 neudr.; ihr wollt die pfaffen all stampen machen, denn ich bin wieder an dem ampt
| |||||||||||||||||||||||||||
|
| |||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ||||||||||||||||||||||||||||