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1. allg. 'Stellgefäß für Speisen im Haushalt (Essiggurken, Sauerkraut, Bohnen, Rüben, Handkäse, Butter, Schmalz, Fleisch u. a.)', früher aus Holz, später aus Steinzeug gefertigt, s. Abb. 91, bes. zum Einlegen in Salzlacke, Stänner [verbr. ges. Pf Heeger Südostpf. 30 Kamm 62 Karch Gimmdg/Muttstdt 246 Mang 90 Müller Dietschw 62 PfId. 136 Thielen 106, Lambert Penns 143 Horne Penns 44 Krämer Gal 205], Stanner [ ZW-Gr'bundb]; Pl. wie Sg.; Dim. Stännerche [ KU-Bedb KB-Kriegsf], Stännerle [ LU-Altr BZ-Dernb]; Dim. Pl. Stännerlich [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Tonne 1, PfWB Solperbütte; Zs.: PfWB Pfuhl-, PfWB Bohnen-, Fett-, PfWB Fleisch-, PfWB Gewürz-, PfWB Handkäse-, PfWB Herings-, PfWB Kraut-, PfWB Mehlständer, PfWB Rahmständerchen, PfWB Sauerkraut-, PfWB Saufen-, PfWB Schmalz-, PfWB Steinständer; e St. mit Wasser [ Gal-Dornf]; 's Flääsch in de St. leche [ KB-Kerzh]; e Sau im Stenner [Müller Luscht un Lewe 1]. Im St. steht die Lack iwerm Flaasch [RO-Sippf]. Handkees, ganze Schdänner voll [Holler 16]. Die Frää hot zwää Stänner voll Butter un Schmalz [ BZ-Dernb]. En jedem Pälzer Baurehaus / hun se geschdann johren, johraus / em Keller, die drei Schdenner. / Sie war'n vun Schdaa, vun Ton un Holz, / un jedi Hauseling war schdolz, / war ebbes dren em Schdenner [Burgey Keschte 44]. E Sau im Stenner, / Grumbeere im Loch, / Mei Weinche im Keller - / Was will ich'n noch?! [Räder Bitzler 19]. Ah 's Potehäbche (Pfotenhafen), 's Millichdippche, / Ja 's Stänner- [Bd. 6, Sp. 426] ![]() 2. 'Vorratsbehälter im Kaufmannsladen', für verschiedene Waren (Heringe, Margarine, Schnupftabak, Schuhwichse) [ BZ-Dernb, vereinzelt]. — 3. 'Maischebottich im Weinbau' [ KU-Lohnw RO-Feilbg KB-Stett]; vgl. PfWB Bütte 1 a, PfWB Zuber; Zs.: PfWB Gärständer. — 4. 'hoher, bauchiger Korb mit Deckel' [ PS-Winz]; Syn. s. PfWB Korb. — 5. übertr. von Form und Fassungsvermögen des Ständers 1. a. 'kleine, untersetzte, stämmige Person', Schimpfw. [ KB-Kerzh Kriegsf NW-Haßl Spey Gal-Obl]; Syn. s. PfWB Dicksack. — b. 'Säufer, Trunkenbold'. Des is e St. [Kaislt]; vgl. PfWB beständert; Syn. s. PfWB Trinker. — 6. 'gußeiserne (hölzerne, steinerne) Standhalterung mit drei oder vier Füßen für den Weihnachtsbaum' [mancherorts]; vgl. PfWB Garten 2 a; Zs.: PfWB Guß-, PfWB Holz-, PfWB Kristbaum-, PfWB Kristkindleinsbaumständer. De Baam werd in de St. ang'schraubt [ LU-Alsh]. 's Bäämche kommt in de St. [ HB-Lu'thal]. — 7. 'Stütze, senkrechte Stange am Bauge- [Bd. 6, Sp. 427] rüst' [ RO-Bistschd KB-Kriegsf NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Stand(en)baum; Zs.: PfWB Aufzugs-, PfWB Eisenständer. — 8. 'Stützvorrichtung am Schubkarch' [ RO-Dielkch]. — 9. 'aufragender Teil einer Pflanze, Kolben'. Spitzwäächerich / steht grien am Wäh un streckt sei brauner Stänner [Kraus Putscheblum 41]. — 10. weitere Zs. s. in PfWB Be-, PfWB Kappen-, PfWB Kerzen-, PfWB Kleider-, PfWB Noten-, PfWB Sau-, PfWB Speis-, PfWB Stroh-, PfWB Über-, PfWB Wabenständer. — RhWB Rhein. VIII 521/22; LothWB Lothr. 493 Stänner; DWB DWb. X, II,1 740 ff.
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| 1) so im deutschen seit alter zeit: ahd. stanta, -da, -de (plur. stantun, -en, -in) alveus statarius, orca, cadus, cupella. 6, 697 f.; mhd. stande handwb. 2, 1136; mnd. 4, 362a; auch entstellt zu stange, vgl. das. in glossen: angaria ... stanga, stanta, -e. gloss. 34c; biota (auch bigota, dyota u. s. w., vas protensum in altum) zwirigs vsslin hd. nd. stande, sthande, hd. stand, stanne, ... stantt vel potig. 74c; stande, stand. nov. gloss. 53b; cubella ... stande, -te, stande vat, schande, kübel. gloss. 160b; cupa ... weinstande, putt, standte. 163a; cupella u. s. w. stanta (ahd.). ebenda (nov. gloss. 124a); dyota ... hd. win-, weinstande, -stantner, stande zu wine o. zu biere mit zweien oren. 183a; orca ... standen. 399b; sisireol stanta (ahd.). 538c; statuarium ... schanck o. standt (?). 550c; vigeta stande, stand. 618c; s. auch 862. fundgruben 1, 392a. hausaltert. 2, 361, anm. 128. gloss. diplom. 2, 573c; biota est vas protensum in altum ein stande. Dief. mlat.-hd.-böhm. wb. (v. 1470) 51a. so auch nl. stande, labrum, alveus statuarius, orca, cadus. 2, 629b, vgl. die anm. mittelengl. stande 573b. — nhd. stande oder bütte, labrum solium. grosse stand, cuppa. Dasypodius; standen (die) wasserstanden, alveus, labrum, orca stataria, cuppa. 384b; standt, f. bütte, une truelle, ange. (1616) 306a; stande, f. cupa, truelle. zuber, labrum, butte. 1421; stande ... mastello, tinello, massimè più largo di sotto che di sopra à diversi usi. v. schaff. kübel. dict. 2, 906c; stande (die, [Bd. 17, Sp. 735] plur. standen) cupa, vas aquarium, quod uno loco permanet, aqualis. 2, 671; stande, f. ein hölzern gefäsz das der böttcher von allerley grösse verfertigt. 2, 318a. — heute in mundarten weit verbreitet: schweiz. štande 250, in Davos standa ('ein groszer, von hand nicht tragbarer, kübel'). 1, 155, in Basel ('faszähnl. stellgefäsz aus dauben, ohne füsze'). 277a; bair. a standen 2, 168, stantn (stanne) Schm.2 2, 768, steir. stante 569a; hess. stande (spr. štanne) 'fasz in form eines abgekürzten kegels, in den küchen und in kellern gebräuchlich, um wasser oder bier darin aufzubewahren'. 395, s. auch 283. 804 (stann, stân, schdâne 'gefäsz aus dauben, das unten weiter als oben, mit zwei ohren und einem deckel versehen ist und dazu dient, in küche und keller wasser, mehl, käse u. dgl. aufzubewahren'); nass. stann 1, 388; ripuar. stànt, stag Münch § 117, so in Köln und Aachen stang Hönig2 173a. 233; thür. mit umlaut stände, nordth. šdène sprachsch. 233, stänne 22a; oberlausitz. stande (gewöhnlich ständer) 13, 6, ebenso schles. 93a, in Posen stande 292, preusz. 2, 361b. nd. stande 287. brem. wb. 4, 999 f. (gewöhnlich stange gesprochen). 4, 187, štand(e) 98b, stanne 380b. 208a. 253a; stanne und stande in Lippe. 6, 485. 2) bedeutung: 'ein hölzernes gefäsz aus böttcherarbeit, welches gemeiniglich drey hohe aus verlängerten dauben bestehende füsze hat, und unten etwas weiter ist, als oben'. Adelung, ebenso 4, 254a, s. auch und die erklärungen unter 1. — belege: item torggel, standen und dergleichen so alles fahrend ist. weisth. 1, 291 (Wagenhausen im Thurgau 1491); wat rechtes se hedden in Tudorper holtmarke? schufelen to eren mollen und bredere to eren standen und bodden. 3, 92 (westfäl. holting v. 1482); thom fruwen gerade gehörig: ... sind dar twey standen, höret eine dartho, wo averst kein tapholl (zapfloch) vorhanden, so gehöret ein töver dartho, dar ein holl in is. 235, 21 (gericht zur Wiszenmühle an d. Aller 1570); als wann du zwo tugen (dauben) in einer standen oder bütten wider eben richten woltest, die gelassen haben, eine hinausz die andere hineinwerts. wundartzn. 224. — vgl. auch standbütte, -gelte. 3) die stande dient zu mannigfachem gebrauche (was jedenfalls auch verschiedenheiten der form bedingt) und wird danach gewöhnlich durch zusammensetzung näher bestimmt. a) zur aufbewahrung von wasser, vgl. wasserstande. Adelung. besonders in küchen, um einen vorrat frischen wassers aufzubewahren; so in den ostmitteld. idiotiken angegeben, s. sprachsch. 233. 22a. 13, 6. 93a. 292. hess. bornstanne 395; auch in Köln und Aachen stang wasserzuber Hönig2 173a. 233. els. schon im 15. jahrh. bezeugt: (der klingler soll die küche) versorgen mit holtze und mit wasser in die standen. quelle bei hist. wb. 337a. b) zum waschen: butte, darinnen man wäscht, stand, zuber, kübel, badgeschirr, labrum, vas ad lavandum aptum. 572, 41. so wol auch, wenn im Zürcher tageblatt angezeigt wird: zu verkaufen: ein altes waschschiff, verschiedene gröszere und kleinere standen, ein waschtrog mit 3 abtheilungen und anderes mehr. s. auch waschstande. c) zum baden, vgl. badstande, theil 1, 1075: labrum, badstanden: zuber, standen; wassergeschirr. 1, 373b, badestande Adelung. dasselbige wasser soltu in einem kessel ... sieden, ... so giesz es in die standen, darinn der krancke bedacht ist zu baden. von wassern 105; er nam sin achs, gab im (dem landvogt) ein schlag, [Bd. 17, Sp. 736] d) zum keltern des weins: stande in der trotten, labrum. Dasypodius; die trauben werden gewöhnlich in rückbottichen in den weinbergen selbst gestoszen oder in standen, sodann in fässer geschüttet und zur kelter oder trotte geführt, wo die masse gewöhnlich eine zeit lang in groszen zübern oder butten stehen bleibt. 3, 1868. vgl.: stand, grosse weinkuffe, mastello, tina, tinazzo, vaso grande di legno, per il nuovo vino. (1618) 237b. e) in küche und keller gefäsze zur aufbewahrung von allerlei speisevorräten u. ähnl.: milchstande, nd. melckstande 287. brem. wb. 4, 1000. 4, 187. —
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