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1. 'Gebäude, Verschlag zum Unterstellen von Tieren', manchmal auch als Speicherplatz für Heu, Holz usw., Stall (dal, dḁl) [allg., Christmann Kaulb 77, 88 Glass 96 Karch Jockgr/ [Bd. 6, Sp. 410] Nd'horb 164 Müller Dietschw 61 Lambert Penns 142 Krämer Gal 205]; Pl. Ställ [mancherorts ges. Pf, Henn Mda.-Int. 281]; Dim. Ställche (dęlχə, sdęlə) [PS-Erfw, mancherorts ges. Pf, Glass 95 Krämer Gal 205]; Zs.: PfWB Affen-, Agenen-, PfWB Bock-, PfWB Enten-, PfWB Färner-, PfWB Farren-, PfWB Fasel-, PfWB Fohlen-, PfWB Füllen-, PfWB Futter-, PfWB Gänse-, PfWB Gauls-, PfWB Geißen-, PfWB Glucken-, Hammel-, PfWB Hasen-, PfWB Heiden-, Hengst-, PfWB Heu-, PfWB Hirten-, PfWB Holz-, PfWB Hühner-, PfWB Hunds-, Hünkel-, PfWB Juden-, PfWB Kälber-, PfWB Kuh-, PfWB Moken-, PfWB Ochsen-, PfWB Pferds-, PfWB Sau-, Schaf-, PfWB Schweine-, PfWB Vieh-, PfWB Wagen-, Wutzenstall (-ställchen); uffem St., Vorratsplatz für das Heu [ FR-Gerolsh]; in de St. gehe [ NW-Haßl]; die Hinkel in de St. dun [ NW-Deidh]. Dann misse mer in de St., dann misse mer im St. helfe [Karch Gimmdg/Muttstdt 164]. Ich muß en de St. helfe fiedere (füttern) [ LA-Gommh]. Soi Haus duft inne wie e Schtall [Damm Nachtdischlamp 36]. Drauße em Schdall schloft schun 's Kälbche [Burgey Keschte 41]. Er hat a for sei Viehzeig all / Eningebaut e extra Stall [Münch Werke I 39]. De Stall un aach die Scheier, / Die sollen ruhisch verfalle [Ranssweiler 93]. RA.: Die hän en St. voll Kinner, viele Kinder [LA-Gommh, mancherorts ges. Pf., Feierowend 1950 40 S. 5 Krieger 53]. Bei dem sin St. un Scheier angebaut, von einem mit ausgeprägtem Hinterkopf [ KU-Diedk HB-O'bexb]. Do sieht's aus wie in em St., von einem großen Durcheinander [ ZW-Battw, KB-Kriegsf]. Es werd gemacht, un wann's die scheenscht Kuh im St. koscht 'Die Sache wird in jedem Fall gemacht' [ BZ-Albw]. 's 13. Männche findt net sein Ställche 'Spinnereien im Kopf haben' [ PS-Geisbg]. De Gaul war in keim schlechte St. 'ist gut gefüttert worden' [ KU-Schmittw/O]. Der kummt net weirer wie in de St. un uf die Mescht 'Der sieht und weiß nichts von der Welt, weil er immer zu Hause bleibt' [ PS-Schmalbg, WD-Niedkch]. SprW.: Wann die Kuh fort is, macht de Bauer de St. zu 'Das Notwendige wird oft zu spät gemacht' [ RO-Obd]. Wer's Glick hat, dem kalbt sogar de Ochs im St. 'Dem Glücklichen gerät alles zum Besten' [Krieger 30]. Es gin viel gedulliche Schoof in ee St. 'Wenn sie wollen, können viele Menschen auch auf engem Raum zusammensein (Versammlungen, Bahnabteil usw.); wenn Menschen sich für eine gemeinsame Sache begeistern, sind sie leicht unter einen Hut zu bringen' [PS-Schmalbg, mancherorts ges. Pf, Gal-Obl]; auch mit dem Zusatz: ... un ungedulliche noch mihn [ KU-Kaulb, Gal-Dornf]. WR.: Nach (auf) Sankt Gall (16. Oktober) / bleibt die Kuh im St., wegen Gefahr von zu großer Kälte, s. PfWB Gall [ZW-Stamb PS-Geisbg]. Volksgl.: Mittwochs derf mer die Ställ net ausmischte [Fogel Beliefs Penns 1348]. Mer hot ken Glick mit em Vieh wammer die Ställ zwische Chrischttag un Neijohr ausmischt [Fogel Beliefs Penns 1349]. Rätsel vom Mund: 's hocken zwäedreißich G'selle em St. un ee rotbäckich Mädel debei, Zähne und Zunge [ LU-Böhl]. Var.: Zweiundreißich [Bd. 6, Sp. 411] Ellercher / stehen in eem Ställerche / es reent net druff un schneet net druf / un sin doch immer naß [ Gal-Dornf]; vgl. PfWB Ellellell, PfWB Ellerchen. Weitere Var.: E rotes Ställche, voll weißer Hühnerche [Hebel 114]. AR.: Hickel - hickel - Haisje / im Schtall do hockt e Maisje, / im Schtroh do schteht e Kälbche drin, / dort grawwelt als 's Maisje nin - / hickel - hickel - Haisje - / im Schtall do hockt e Maisje! [Damm Schoggelgaul 45]. Ene mene Bohneblaat / unser Keenich hat gesaat / siwwe Gääße un en Kuh, / Peter, schließ de Stall zu. / Werf de Schlissel iwwer de Rhein, / morje soll's gut Wedder sein [ RO-Obd NW-Frankeck]. KR.: De Perer (Peter), wo stehrer? Im Stall. Was durer? Er gebt de Gail Furer. Was noch? Er putzt de Gail 's Loch [ KU-Reiffb, KU-Kaulb LA-Essing Gal-Dornf]. Ein weiterer KR. s. PfWB Katzuff. a. 1342: domo z dem stalle [Lam 1 S. 2r]. a. 1493: Peter Boheler hat ... daruf gebawet ein Stelchin [Glasschröder (LU-Mundh)]. — 2. 'der Chorstuhl in der Kirche, der Platz des Pfarrers', Ställche Dim. [KL-Obernh, Umg. des Potzbergs im Glantal]; vgl. PfWB Premjeeställchen. — 3. 'das hölzerne, viereckige Gitter, in das man Kleinkinder setzt', Ställche [Kaislt]; Zs. PfWB Laufställchen. — 4. 'der vordere Schlitz in einer Hose', Stall [ IB-Ensh ZW-Gr'bundb]; Zs.: PfWB Hosenstall, PfWB Saustall 2, PfWB Stall-laden 2, PfWB -tür 2; Syn. s. PfWB Hosenschlitz. RA.: de St. uffschdehn honn 'mit geöffnetem Hosenschlitz herumlaufen' [IB-Ensh (Glass 96)]. — 5. Neckname für die Bewohner von LU-Muttstdt, aus em große St. [ LU-Rh'gönh]. Neckvers für die Bewohner von GH-Hay: Hayna ist ein großer St. [Seebach Neckn. 35]. — 6. FlN, Stall, neben der Johanniskreuzer Hochstraße [W.Albert in: PfH 1952 S. 109]; Zs.: Hengst-, PfWB Herd-, PfWB Hunds-, PfWB Moor-, PfWB Saustall. — Mhd. stal 'Ort zum Einstellen des Viehes' ( Lexer Lexer II 1130). — RhWB Rhein. VIII 502 ff.; LothWB Lothr. 492; ElsWB Els. II 588; Kluge-Seebold22 694.
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