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 PfWB Stabaus-stock (Bd. 6, Sp. 388)   PfWB Stabaus-stecken (Bd. 6, Sp. 387) 
 -stock m.: = PfWB Stabausstecken, Stabausstock [ FR-Quirnh LU-Ruchh NW-Ellstdt Leistdt Seeb Wachh], Stawaus- [ FR-Lambsh NW-Kallstdt Ungst], Stewaus- [ NW-Weish/S]; Syn. s. PfWB Sommertagsstock; vgl. Abb. 87, 88. Volksbr.: Der St. bestand aus einem Holunder- oder Weidenzweig [ FR-Quirnh]. Die Buben tragen am Sommertag einen Säbel, die Mädchen den St. [ NW-Wachh]. —

 

 -stecken m.: 'der mit farbigen Bändern, Brezel, Apfel u. a. geschmückte Stab, den die Kinder beim Sommertagszug tragen', Stabausstecke (ˈdābaus̩dęgə) [KB-Weitw, mancherorts nördl. VPf], Stawaus- (dāwaus-) [KB-Harxh Lauth Otth Stauf Stett Zell FR-Bockh Ebertsh Eppst Heßh Hettldh Kirchh Mörsch Mühlh N'lein O'sülz Saush Tiefth NW-Freinsh Weish/B Weish/S], Stawenaus- [ FR-Bissh], Stäämaus- (dmaus-) [ LA-Birkw Bergz]; Syn. s. PfWB Sommertagsstock; vgl. Abb. 87, 88. Buwe schneiren Schdabausschdecke [Burgey Keschte 66]. Volksbr.: Der St. ist gefertigt aus einem Haselnußzweig, dessen Rinde spiralig abgeschält ist; verziert mit bunten Papierstreifen [ KB-Eisbg Kerzh FR-Hettldh N'lein Tiefth Watth], die geschälten Stellen sind rot oder gelb gefärbt [ FR-A'lein], aus einem geringelten Weidenstecken [ FR-Ebertsh Kindh Kirchh Mühlh N'lein]. Der St. ist eine langstielige Gabel, mit Papier geschmückt [ FR-Gerolsh], der St. ist gegabelt [ KB-Gauh FR-Studh LA-Birkw]. In früherer Zeit war die Rinde des St. teilweise so abgeschält, daß sie noch mit dem Stab verbunden blieb und mehrere gekräuselte Wülste bildete. In neuerer Zeit ist dieser Schmuck ersetzt durch Papier. Die

[Bd. 6, Sp. 388]
Spitze ist besteckt mit einem Apfel, darunter ist eine Brezel gebunden. An einem waagrechten Ring hängen bunte Papierbänder [ KB-Harxh FR-Bobh Studh Frankth LA-Birkw]. Am St. wird ein mit Geldstücken besteckter Apfel getragen [Grünstadter Gegend (Wilde 9)]. Die Größe des St. richtet sich nach der Größe des Kindes, das ihn trägt; statt des Apfels kann auch eine Apfelsine aufgesteckt sein. Statt an Lätare kann der Umzug auch an Judica stattfinden, die Kinder gehören alle den ersten vier Schulklassen an und singen Frühlingslieder [ LU-Oggh]. Auf die Spitze sind ausgeblasene Eier gesteckt [ LA-Birkw], als weiterer Schmuck dienen Buchsbaumzweige [Bergz]. Die Kinder tragen an Fastnacht den St. herum [ NW-Erph]. In den Apfel an der Stabspitze stecken die Kinder Geld, das ihnen geschenkt wird [ NW-Dürkh]. Neben dem St. tragen die Kinder einen Korb oder eine Tasche für die erwarteten Geschenke [ NW-Hardbg]. Inzwischen kann ein St. auch gekauft werden [ KB-Zell FR-Ebertsh Mühlh], der alte selbstgefertigte St. gilt nicht mehr als vornehm [ KB-Zell]. Die Buben tragen ihren Holzsäbel, die Mädchen den St. [ LA-Birkw]. — S. die bei Sommertag, Stabaus aufgeführte volkskundliche Literatur. — Stoll 47, 98, 184 f. —