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 PfWB Stab (Bd. 6, Sp. 384)   PfWB Gold-stäbchen (Bd. 3, Sp. 381) 
   Stab m.:
1. 'ein kleinerer, meist runder Stock aus Holz', mda. weniger gebräuchlich als Stecken, Stab (dāb) [vereinzelt, Schandein Ged. 249 Lam-

[Bd. 6, Sp. 385]
bert Penns 141]; Pl. Stäb (db) [RO-Bistschd, vereinzelt, Mang 93]; Dim. Stäbche [ KU-Adb]; Zs.: PfWB Bettel-, PfWB Pilgerstab, PfWB Goldstäbchen, PfWB Hirten-, PfWB Leuchsen-, PfWB Maß-, PfWB Red-, Rendel-, PfWB Riester-, PfWB Rockenstab. RA.: Stecke un St. 'Schutz' [ KU-Schmittw/O]. Er ißt (pickt) mit Stääbche, von einem Menschen, der wenig ißt [Kus]. VR.: Bastlösereim, beim Losklopfen der Weidenrinde, bei der Anfertigung von Weidenpfeifen, zu singen: Saft, Saft Sinn, / Korn in die Mihl, / Stab in de Bach, / Dut mein Peife e heller Krach [Apostelmühle bei PS-Rodalb (Wilde 259)]. 14. Jh.: auch sol er haben ein stap, der sol haben dry zwacken, den sol er vnder sin küne (Kinn) stellen, das er nit entslaff [PfWeist. I 235 (NW-Deidh)]. a. 1670: soll die geringe Arbeit an dem laufenden Geschirr, wie die Schaufeln am Schöpfrad, die Stäbe und Kämme an den Kampfrädern ... selbst und auf eigene Kosten machen [R. Wihr, Rehhütter Chronik 1938, S. 36]. —
2. übertr. als Zeichen richterlicher Gewalt, als Rechtssymbol (näheres s. HRG IV 1838 ff.), in der RA.: Sie hawe de St. iwwer in gebroche 'Er ist verurteilt worden, man hat mit ihm gebrochen' [ LU-Opp]; Zs.: PfWB Gerichtsstab. Volksbr.: »Eine Frau an der Südgrenze der Pfalz ... hatte zwischen den Psalmen ... noch 1884 ein Rezept liegen, wie man böse Leute in den Stab macht, vielleicht auch bösen Blick vereitelt: Für böse Leute in dem Stab zu machen: Wermuth schwarzen Kümmel Fünffingernkraut Teufelsdreck Saubohnenstroh und das Zusammenkehrig hinter der Thür ein wenig Salz, dieses zusammen in ein loch über der Thür mit ein hölzern Stachel zu gemacht [Becker Vk. 137/ 38]. a. 1618: hat das Amt dem Rath etwas zu verkünden, so läßt er denselben durch den Stab eingebieten, der Schultheiß dagegen versammelt den Rath durch ein Zeichen mit der Glocke [Dochnahl 133 (Neustdt)]. a. 1635: Daß des Richters Stab über keines Burgmanns Gut geht [Niedhammer 249 (NW-Wachh)]. a. 1684: Ein Hindersaß, der Krämer genannt, hatt als wächter an der holtzpforten jemanden in der Trunkenheit erschossen, und hot sollen enthauptet werden, nach gebrochenem staab [Niedhammer 249 (NW-Wachh)]. a. 1778: solche Entlassung von dem Stab demselben nicht nur anzukünden, sondern auch ... fürzunehmen [Kreuter Haust 39]. — RhWB Rhein. VIII 479/80; LothWB Lothr. 492 Staf; ElsWB Els. II 567.

 

 -stäbchen n.: 'Lupine (Lupinus luteus)', -stäbche [ KL-Fischb]. Marzell 169. —