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 PfWB spritzen (Bd. 6, Sp. 357)   PfWB schnellen (Bd. 5, Sp. 1320)   RhWB schnellen (Bd. 7, Sp. 1612) 
   spritzen schw.:
1.
a. 'Wasser (mit Schlauch, Pumpe, Kanne, Spritze, Hand o. ä.) verteilen, versprühen; etwas mit Wasser befeuchten, begießen', spritze (bridsə) [allg., Christmann Kaulb 22, 60 Karch Jockgr/Nd'horb 118, 144, Mang 112 Müller Dietschw 61 Schneckenburger 28 Lambert Penns 140]; Part. Perf. g(e)spritzt (gəbridsd, gbridsd) [allg., Karch Jockgr/Nd'horb 160 Lambert Penns 140 Gal-Dornf]; Zs.: PfWB ab-, PfWB aus-, PfWB ein-, PfWB ver-, PfWB heraus-, PfWB herumspritzen; mit de Feierspritz sp. 'löschen' [ RO-Als]; de Borrem sp. 'den Boden eines Saales, Zimmers vor dem Fegen mit Wasser besprühen, um Staubentwicklung zu verhindern' [BZ-Dernb, Krämer Gal 204]; den Garten sp. 'den Garten wässern' [ NW-Frankeck]; die

[Bd. 6, Sp. 358]
Mescht sp. 'den Misthaufen mit Wasser bespritzen' [ RO-Als]; Wasser uf die Wäsch sp. 'die Wäsche vor dem Bügeln befeuchten' [ NW-Frankeck]; vgl. PfWB Sprenzblech. Das Wasser spritzt in die Höh [ BZ-Dernb]. Es reent, daß es spritzt [ KU-Schmittw/O]. RA.: Die Gießkann spritzt 'rinnt' [ KL-Fischb]. Er is e bißche gespritzt 'Er ist verrückt' [ PS-Erfw], 'betrunken' [ LA-Edh]. Das isch e Gespritzter 'Das ist ein hochmütiger, dünkelhafter Kerl' [ PS-Fehrb, RO-Messbhf]. —
b. 'ein Getränk mit Wasser verdünnen'. De Wein esch g'spritzt [ BZ-Dernb]. —
c. 'fein regnen' [ KU-Haschb/G RO-Würzw PS-Winz FR-Beindh Colgst N'lein GH-Weingt]; vgl. PfWB spritzeln; Syn. s. PfWB rieseln 2. Es spritzt es bißje [ ZW-Gr'bundb, KL-Fischb Nanzdzw Frankth]. —
d. 'andere Flüssigkeiten (mit Schlauch, Pumpe, Kanne, Spritze, o. ä.) verteilen, versprühen, etwas damit benetzen', spritze [verbr.], spretze [ WD-Niedkch]; de (die) Wingert (die Rewe) sp. 'die Reben mit Pflanzenschutzmittel besprühen' [verbr. in Weinbauorten], 'schwefeln' [ LU-Assh]; de Garde (die Bääm, die Blumme, des Obscht, de Duwwak) sp. [ FR-Tiefth, mancherorts]; die Wiss sp. 'die Wiese düngen' [ ZW-Schmitshs]. Wieviel mol hasch'n dann g'spritzt dies Johr? [ RO-Rehborn]. Un des Johr hot ma misse so frieh anfange se sp. [ BZ-Nd'horb]. Des Sp. hawen die Leit net gekennt, si hawen so spoot g'spridst, si wissen jeds, wan ma spridst [Karch Gimmdg/Muttstdt 112, 114]. Frieher hab'n die Leit das noch net gekennt mit dem Sp. [ NW-Gimmdg]. Mer hot schun siwwemohl geschbritzt / mit Kupper, Gift un Schwewel [Burgey Keschte 24]. RA.: Gift sp. 'böse reden' [vereinzelt, Kraus Putscheblum 43]. Des Greetche dut Gift sp. [Kaislt]. Volksgl.: Wann der geel Schneirer 'Feuersalamander' Gift spretzt, geht 's Feier aus, wenn man ein Brett mit einer Kröte auf einen kleineren Stein legt und jenes durch einen kräftigen Schlag in die Luft schnellt, so verbreitet das Tier einen sichtbaren Sprühregen von Gift [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Schneider 7. VK.: Wemmer die Kindbetterin besucht, muß mer sie un 's Beebili mit Weichwasser sp., darum sagt m'r: sp. gehn, vom Besprengen der Wöchnerin und des Neugeborenen mit Weihwasser [ Don-Neufutok]. D'r Tote geht m'r a sp. 'Man ging auch zu Toten, um sie mit Weihwasser zu besprengen' [ Don-Neufutok]. —
2. 'sich verteilen, versprühen', von verschiedenen Materialien; die Funke sp. [ KU-Bedb RO-Dielkch PS-Hintwdth LU-Opp]; das Eise spritzt 'vom glühenden Eisen stieben unter dem Schmiedehammer die Funken' [ NW-Frankeck]; das Eise sp. 'das glühende Eisen abkühlen' [ NW-Frankeck]. Am große Hammer hen sie g'schweest, / Was sin sie noh als g'schwitzt; / Des Wasserrad hot noh gebrummt, / Un die Feierfunke g'spritzt [PennsDeitschEck 11. 1. 1941]. Der Ääder (Eiter) spritzt [ LA-Mörzh]. Das Blut spritzt, aus einer Wunde, beim Aderlaß [mancherorts]. RA., auch als Androhung von Schlägen: uf 's Maul schlaa, daß 's Blut spritzt [ KB-Stett]. Ich schlaan der ins

[Bd. 6, Sp. 359]
G'sicht, daß doi Blut geen Himmel spritzt [ KU-Krottb]. Kinderspiel: spritze 'mit dem Klicker schnellen, werfen' [Kus RO-Schönbn]; Syn. s. PfWB schnellern 2 a; s. K. 243 knäupeln. Kere spretz! Hoppla droff! 'Kern spritze! Hoppla getroffen!' [ WD-Niedkch]. —
3. von (schnellen) Bewegungen.
a. 'eilig laufen' [ Gal-Dornf]; Syn. s. PfWB laufen 1 a; weitere Syn. s. PfWB springen 2. —
b. 'schnell fahren', spritze losse (bridsə losə) [Höh 132]. —
c. 'jemanden schlagen, eine Ohrfeige geben'; (jemandem) eeni (eene, enn, e paar) sp. [verbr., Bergz (Kamm 62) Hartmann Teemaschin 103 Kühn Kumödi 2]; Zs.: PfWB herunterspritzen; Syn. s. PfWB verhauen 1, PfWB ohrfeigen; aam aani ins G'sicht sp. [ LU-Altr]; eem e gesalzeni sp. [ KU-Bedb]; in die Visaasch gespritzt [ KB-Stett]. Ich spritz der e paar (an, ee, eeni) [ NW-Lach/Speyd, HB-Einöd KL-H'spey KB-Ilbh NW-Haßl Gimmdg BZ-Sarnst GH-Kuhdt Leimh]. Ich spritz der gleich eni! [ LA-Edk]. Dem duh ich enie schpritze [Krieger 61]. Ich hab em (häwem) ene g'spritzt [ FR-N'lein SP-Harths LA-Leinsw Roschb GH-Sondh]. Spritz em ään! [ RO-Semb]. Der hat im ään gespritzt [ RO-Semb, KB-Kerzh]. Er hot eni g'spritzt krieht [ FR-Carlsbg]. Wie eich a mei veele Geld denke, han eich d'r uff emol Kurrasch gefaßt, schbringe uffene zu un han d'r em e geheeries met meim Knubertschtäcke geschbritzt! [Feierowend 47/1953 S. 2]. RA., auch als Androhung von Schlägen: Wann de net ufhärscht, kriehst de e paar gespritzt [RO-Sippf], ... daß de ins hinnerschte Eck fliegscht [ FR-Lambsh]. Er horrem eni g'spritzt, die war vun keene schlechte Eldere [ NW-Weish/S]. Dem anner aani sp., daß em die rot Brieh de Backe runnerlaaft [ FR-Hettldh], daß er de Borrm sucht [ FR-Hettldh], daß er die Engel im Himmel singe heert [ ZW-Schmitshs FR-Hettldh], daß er net waaß, ob er e Buu orre Määre is [ FR-Hettldh], daß em 's Siehe unn 's Heere vergeht [ FR-Hettldh], daß 'r määnt, Oschtern un Pingschte falle uf een Tag [NW-Hardbg und Umg.]. Geh weg orrer i spritz da ää, awwa e safdichi [Land]. —
4. 'gären', vom Wein. Er spritzt [ KU-Bedb]. —
5. 'durchfallen, in der Schule sitzenbleiben'. En Schieler spritzt [ LU-Friesh]. — RhWB Rhein. VIII 440; Lothr. 489/90; ElsWB Els. II 563; Hess.-Nass. III 705; DWB DWb. X, II,1 129 ff.

 

   schnellen schw.:
1. 'eine rasche Bewegung machen, etwas rasch in Bewegung versetzen, springen (lassen)', schnelle (nęlə) [RO-Dielkch Obd PS-Gersb LU-Friesh NW-Geinsh Kallstdt LA-Wollmh BZ-Dernb GH-Kuhdt, Lambert Penns 137]; Part. Perf. g'schnellt (gnęld) [BZ-Dernb GH-Kand, Lambert Penns 137]; Zs.: PfWB auf-, PfWB zurückschnellen; Syn.: PfWB abschnelzen, PfWB auffahren 1 b, PfWB aufkippen, PfWB aufschnappen 2 a, PfWB prallen, PfWB pritschen 4 a, PfWB toppen, PfWB dornschnäppen, PfWB tupfen 1aβ, PfWB fahren I 3 b, PfWB verschlenkern 2, PfWB feuern 2 c, PfWB fliegen 2, PfWB fortknäubeln, PfWB fortschießen, PfWB fortschlenkern, PfWB fortschnärren, PfWB fortschnellern, PfWB fortschnelzen, PfWB fortschnicken, PfWB geheien 1 a, PfWB hereinschlenkern 1, PfWB herschleudern, PfWB herumschukken, keideln1 2b, PfWB knallen 2d, PfWB knällen 2, PfWB knällksen, PfWB rollen 1d, PfWB schicken1 1 b ek">β<, PfWB schießen 1c, PfWB schlaudern 1a, PfWB schlauzern, PfWB schlenkern 1 b, PfWB schlenzeln, PfWB schleudern 1 a, PfWB schmeißen 1 a, PfWB schmettern 1, PfWB schnalzen, PfWB schnappen 4, PfWB schnäppen 1, PfWB schnärren 1a, PfWB schnätzeln, PfWB schnätzeln, PfWB schnätzen, PfWB schnaupeln, PfWB schnellern 1, PfWB schnelzen 1, PfWB schnelzern 1, PfWB schnicken, PfWB schnurren, PfWB schuben, PfWB schucken 1b, PfWB spritzen 3. De Fisch schnellt [ PS-Erfw]. Der Fusch schnellt aus em Wasser [ BZ-Dernb]. Der Fisch is g'schnellt [ GH-Kand]. Der Zweig schnellt in d' Höich [ BZ-Dernb]. Die schnelle deim Hinnermann jo ins G'sicht [ BZ-Dernb]. —
2.
a. 'mit dem Finger etwas ruckartig fortschleudern', bes. beim Klickerspiel, schnelle [ KU-Nerzw KB-Niefh FR-Bockh Merth LU-Altr SP-Heiligst LA-Offb GH-Leimh]; Syn. s. PfWB schnellern 2 a; s. K. 243 knäupeln; de Klicker sch. [ PS-Erfw LA-Mörzh]; nach de Kaut sch. [ SP-Heiligst]. Die hot alle drei Knepf ins Käutel g'schnellt, beim Knopfspiel der Kinder [ BZ-Dernb]. —
b. 'mit den Fingern knipsen und dabei ein Geräusch machen, schnalzen' [ SP-Heiligst]; vgl. PfWB knaupeln 1bα, PfWB schnellern 2 b. Er hat

[Bd. 5, Sp. 1321]
ihm unter die Nase geschnellt [Klein Prov. 134]. — x
3. 'sich an die Arbeit begeben, tätig werden'. Nau du dich moll wennich schnelle [Beam Penns 95]. —
4. 'betrügen'. Er hat mich drum geschnellt [Klein Prov. 134]. — RhWB Rhein. VII 1612; ElsWB Els. II 500; Hess.-Nass. III 358; Kluge-Seebold22 647.

 

  PfWB  ElsWB schnellen -ę- vereinzelt schw.: 1.a. absol. mit den Fingern schnalzen; einen schn., mit schnellendem Finger den Kopf treffen Eusk-Zülp. — b. absol. u. den Klicker schn., mit untergelegtem Daumen voranschieben Saarbr-Völkl, Saarl-Differten (u. -lern); Schnellches spiele Ottw, Birkf-NBromb. — c. etwas schn., erwähnen; de Sach wuərd kan Wort geschnellt Bernk-Wintrich. — 2. intrans. mit »sein«, eilen, geschwind laufen Aach-Stdt. — Abl.: die Schnellerei, dat Geschnell.