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 PfWB Spreu (Bd. 6, Sp. 339)   PfWB Gerst(en)-angeln (Bd. 3, Sp. 232) 
   Spreu, Spreuerf. (m.):
1. 'die Gesamtheit von Samenhülsen, Grannen, kleinen Stückchen von Ähren und Stroh verschiedener Getreidesorten, Abfall beim Dreschen und von der Windmühle', Sprau (brau) [verbr. ges. Pf außer SWPf Bertram § 140 und 309 Christmann Kaulb 60 Christmann SprBew. 19, Abb. 5a und 23 Heeger Südostpf. 12 Höh 61 Kamm 62 Mang 126 Müller Dietschw 61 Otterstetter 63 PfId. 135 Schneckenburger 32 Wilde 70 Danner Penns 16 Lambert Penns 140 verbr. Auslandspfälzer, Krämer Gal 204 Albrecht 118 Schwartz S. 34 § 31], Spraue (brauə) [mancherorts SOPf, Verbr. s. K. 359, Wilde 70 (BZ-Kap/ Drusw) Ph. Gimmel in: PfL vom 27. 11. 1922], Spraa (brā) [RO-Münchw GH-Wörth Krämer Gal 204], Sprei (brāi) [KU-Gangl IB-Rohrb NW-Deidh Wörth Germh Bertram § 309 (NW-Deidh Gimmdg Mußb) Christmann SprBew. 19 Otterstetter 63 Krämer Gal 204], Sprää (br) [KL-Dansbg PS-Haust KB-Marnh FR-N'lein Lu'haf NW-Deidh Frankeck Hardbg Neidfs SP-Berghs Ottstdt Spey LA-Bornh Burrw Flemling Frankw Leinsw

[Bd. 6, Sp. 340]
Ranschb Siebdg BZ-Apphf Barbr Böllbn Queichhmb Sarnst Wernbg GH-Leimh Mindlach N'potz, Bertram § 139 Kamm 62 Schandein Sprachsch. 68], Sprie (brī) [ KU-Breitb Dunzw Selchb WD-Hoof Niedkch HB-Brenschb Höch O'bexb], Sprie'e (brīə) [ PS-Hilst], Sprier (brīr) [verbr. lothr. SWPf, Bliesgegend (Wilde 70) PfId. 135 Glass II 60 Walle 35], Sprie'er (brīər) [ ZW-Battw Gr'bundb Zweibr], Spriter [ HB-Altstdt], Sproo (brō) [ Gal-Hartfeld Münchenthal], Spreu (brǫi) [PS-Schweix Otterstetter 63 Gal-Schönthal], Sprauer (brauər) [NW-Geinsh LA-Insh GH-Freisb Lingf Schwegh, Heeger Südostpf. 12 Don-Brestowatz Kernei], Spreier (braiər) [ Don-Neufutok]; Gen. m. Sprauer [ LA-Offb]; Pl. Spraue (brauə) [ LA-Nd'hochstdt GH-Nd'lustdt], Sprauere (brauərə) [ PS-Fischb Hirschth Schönau], Sprier [ ZW-Dietriching Riedbg], Sprie'e [ ZW-Battw]. Die Scheidung von Sg. und Pl. ist nicht immer eindeutig möglich, ebenso die Genuszuordnung der Belege; Syn. s. PfWB Granne 1; weitere Syn.: PfWB Abbruch 3, PfWB Abgereds, PfWB Abgeredsel, PfWB Abredsel, PfWB Achelagen, PfWB Ähricht, PfWB Angel1 4, PfWB Tennreis, PfWB Fese, PfWB Fesel, PfWB Fesem, PfWB Feser 2 a, PfWB Fliegsel, PfWB Flitsch, PfWB Flitsche, PfWB Flitschen1 2 e, PfWB Flügel 2 a ζ, PfWB Fruchtgranne, PfWB Gekäfficht, PfWB Genistich 2, PfWB Genists2, PfWB Helben, PfWB Hirsenspreu, PfWB Käfe 1, PfWB Käficht 1, PfWB Spelz 2, PfWB Spreißel 2 b, PfWB Spriße; zur Verbr. der Lautformen s. K. 359; s. auch K. 8 Agen/Granne und Südhess. K. 4 Agen. Sprau für Samenhülsen aller Getreidesorten außer bei der Gerste; hier heißt es Agle (Agen) [ LU-Dannstdt]; grob Sprau 'was aus dem Schüttler der Dreschmaschine fällt' [ RO-Feilbg]. Mer verkaafen noch Sprau [ LU-Alsh]. Frieher honnse die Säck medd Schp. geschdobbd fa in die Scheesja 'Kinderwagen'! [IB-Ensh (Glass II 60)]. 's is viel Frucht stecke blieb un die Sprie'e sin nit ab, beklagen sich die Bauern über eine schlecht arbeitende Dreschmaschine [ ZW-Battw]. RA.: Der is so leer wie Sprau 'Von ihm ist nichts zu erwarten' [ Don-Gert]. SprW.: Mimm Geld ischs grad so, wie wann de Wind Schbraue hodd [Ph. Gimmel in: PfL vom 27. 11. 1922]. Volksbr.: Wenn ein Bursche einem jungen Paar sein Glück nicht gönnt, so streut er eine Spur aus Spreu von der Wohnung des einen zu der des anderen, um so die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen [ LU-Alsh]. Vk.: Sp. (nur die reinen Samenhülsen) diente als Füllmaterial für Schlafunterlagen [ KU-Blaub, mancherorts]. In Sp. werden Eier eingelegt und sind so lange haltbar (vgl. PfWB Spreuei): Aajer in de Sprau [ KL-Matzb, Frankth]. Die Aajer kammer in de Sprau ufhewe [ KU-Schmittw/O]. a. 1577: Frische Hner eyer ein Zeit lang gt z erhalten, mag man im Winter inn Bonen mael oder inn Sprewer ... verbergen [Bock Kreutterbuch 426r]. Sp. wird trocken oder überbrüht unter Viehfutter (Kleie und Rüben) gemischt [ KU-Kollw, mancherorts], bes. die Sp. von Weizen, Hafer und Roggen [ ZW-Battw]. Einige

[Bd. 6, Sp. 341]

[Bd. 6, Sp. 343]
Bezeichnungen leiten sich oft von dieser Verwendung her: Aas 1 a, PfWB Aasdreck, PfWB Gebrühs 2, PfWB Gesüd, PfWB Weizengesüd. a. 1535: Innam von verkaufften fruchten Cleien vnnd Spreuwe. Nota dieß Jar nichts dan die cleir vnd spreuwe [ZweibrLSchR Nr. 419]. a. 1541: ... für 44 sack sprewer dem Newmüller für den sack 10 d [GgHospR]. a. 1563: spreuer [ZweibrKellR]. a. 1577: Die Sprewer darin der samen verschlossen ligt ... Solches ist z vnderscheid der aehern, granen vnd sprewern herbey gesetzt [Bock Kreutterbuch 231r]. a. 1569: Innam geltt kleyen vnd spriuwer. Item 2 Mltr. spriuwer hat der landschreiber verkaufft [ZweibrKellR]. a. 1590: 47 1/2 mlt. spraüwer so die furknecht ... uff die pferdt vnd Vieh durchs Jar empfangen [HornbSchR]. a. 1761: 2 Kopfkissen desgleichen mit Fettern, überzogen, unten ein Züg mit Sprau angefüllt nebst einer Bethlath [LeinGbl. 1911 S. 76 (RO-Gonb)]. —
2. nach Getreidearten gesondert.
a. 'die Samenhülsen des Spelz (Triticum spelta) oder der Spelzart Dinkel', Sprau [LA-Nußd, Bertram § 140 und 309 Carl Pfalz im Jahr 310], Spraue (brauə) [ LA-Venn GH-Bellh Zeisk]; vgl. PfWB Spelz, PfWB Spelzenspreu. VK.: Mit Sp. füllte man Kinderbetten (Matratzen) [Carl Pfalz im Jahr 310]. —
b. 'die Samenhülsen des Roggen (Korn) [NW-Elmst (Bertram § 309)]; vgl. PfWB Kornacheln, PfWB Kornspreu. Die Spreu des Roggen wird gelegentlich Kornsprau genannt, meist jedoch Kääp (Käfe) [ KU-Blaub]. —
c. 'die Samenhülsen des Hafer', Sprau [ KU-Bedb]; vgl. PfWB Haferacheln, PfWB Haferagen, PfWB Haferflügel 1, PfWB Haferhelmle, PfWB Haferkeffig; Zs.: PfWB Haferspreu. VK.: Die guut Sprau von Hafer (weniger die von Weizen) hatte noch zu Beginn dieses Jahrhunderts eine große Bedeutung als Füllmaterial für die Betten, die jedes Jahr im Herbst frisch gefüllt wurden. In den zwanziger Jahren gab es noch das Sprauunterbett und die Sprauziech als Oberbett [ KU-Blaub]. —
d. 'die Samenhülsen der Gerste, Sprau [RO-Schweisw VPf (Wilde 70)], Spraue [BZ-Kap/Drusw (Wilde 70)], Sprier [Bliesgegend (Wilde 70)]; vgl. PfWB Gerstenachel, PfWB Gerstenagen, PfWB Gerstenahne, PfWB Gerstenangeln, PfWB Gerstengranne; Zs.: PfWB Gerstenspreu. —
e. 'die Samenhülsen des Weizen, Sprau [Wilde 271]; Zs.: PfWB Weizenspreu. —
f. 'Stengelabfälle des gerösteten Flachses', Sprau [ PS-Geisbg]. —
3. 'Laubstreu', Sprier [ IB-Aßw]. — Mhd. spriu n. und f. 'Spreu', Pl. spriu und spriuwer, spriur ( Lexer Lexer II 1119). — RhWB Rhein. VIII 424/25; LothWB Lothr. 489 Sprier; ElsWB Els. II 556 Spreüer; Hess.-Nass. III 700; Kluge-Seebold22 691; DWB DWb. X, II,1 52 ff.; Wilde 228/29, 271.

 

 -angeln Pl.: = PfWB Gerstengranne, -angele [ NW-Meckh]; vgl. PfWB Angel 4. —