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 PfWB Spitz-bube (Bd. 6, Sp. 300)   RhWB Spitzbube (Bd. 8, Sp. 375) 
  -bube m.:
1. 'Dieb, Gauner, Betrüger', -bu [verbr. (außer NWPf), Lambert Penns 140 Krämer Gal 204], -bub [NWPf]; Pl. -buwe [verbr.]; vgl. PfWB Spitz 5; Zs.: PfWB Erz-, PfWB Hauptspitzbube; Syn. s. PfWB Gauner; en ausgebäänder 'durchtriebener' Sp. [ GH-Kand]. Vor Gericht is de Sp. iwwerfehrt worr [ KU-Schmittw/O]. Er esch en Sp., er bescheißt d' Leit [ LA-Nd'hochstdt]. Die Kaafleit sinn lauder Spitzbuwe [ ZW-Battw]. Im Wertshaus verduften die Schagrille wie die Spitzbuwe vor de Bolizeidiener [Kühn Kumödi 10]. Gast zum Wirt: Alle Wert sinn Spitzbuwe — der Wirt schlagfertig: Awwer nit alle Spitzbuwe Wert [ GH-Kand]. RA.: laafe (fahre) wie e Sp. 'sehr schnell (davon)laufen, -fahren' [ KU-Adb, mancherorts]; lache wie e Sp. 'sich hämisch, über eine gelungene Schandtat freuen' [ KU-Schmittw/O LU-Neuhf]. Se verkitzele (s. PfWB verkitzeln 'kichernd lachen') sich wie die Spitzbuwe [ KU-Schmittw/O]. Er sieht wie e Sp. 'Er sieht gut, ihm entgeht nichts' [ KB-Kriegsf]. Dem guckt der Sp. aus em Gesicht 'Er

[Bd. 6, Sp. 301]
hat ein Gauner-, Verbrechergesicht' [ KU-A'glan]. Der isch e Sp., wo ne 's Hemd anrehrt 'Der ist ein Sp. durch und durch' [PS-Rodalb (Bernhard 152)]. Wammer die zwee in ee Sack nindut un darchenanner schittelt, leit immer de Sp. owwe 'Da ist einer schlechter als der andere' [ Don-Schowe]. SprW.: Die kläine Spitzbuwe henkt mer, die große loßt mer läife [ KU-Schmittw/O]. Met Spitzbuwe fängt mer Spitzbuwe 'Ein Sp. verrät den andern' [ KU-Schmittw/O]. Sagsprichwort: Die Woch fangt gut aan, hot de Sp. g'saat; do is er g'hängt worr [KB-Biedh, Rohr 79]. Einen KR. s. PfWB links 2 a. Neckvers auf den Bauern: De Bauer is e Schlauer (uf de Lauer) / is e Sp. uf die Dauer [ KB-Mauchh, vereinzelt]. —
2. abgeschwächt.
a. 'schlauer, durchtriebener Mensch' [NW-Haardt Glass Klutzkopp 103 Otterstetter 248]; Syn. s. PfWB Schlaukopf. —
b. 'frecher Junge, Lausebengel', teilweise tadelnd, aber auch scherzh. [vereinzelt, Glass Klutzkopp 103]. —
c. Schimpfwort, bes. für Rothaarige, rorer (roter) Sp.! [ KU-W'mohr, mancherorts]. —
3. 'kleiner Finger', in VR. zu Fingerspielen: Das is de Daume, / der schiddelt die Plaume, / der liest se uf, / der trägt se heem / un der klee Sp. ißt se ganz elleen (allein) [ NW-Haßl, mancherorts]; Var. s. PfWB Daumen. Der is ins Wasser gefalle, / der hot en erausgeholt, / der hot en häämgetrache, / der hot en ins Bett geleet / un das klään Spitzbiwel (Dim.) hot en widder ufgedeckt [ LU-Opp, Var. RO-Obd]. —
4. 'Kuckuck' [KU-Reichsth RO-Sippf]. —
5. 'längliche bis walzenförmige Kartoffelklöße', nur Pl., Spitzbuwe [LU-Neuhf, Bertram § 289 Hussong Kirkel 145, 147 Seebach Essen 95]; vgl. Bubenspitzen, PfWB Spitzbubenknopf; Syn. s. PfWB Grundbirnenknopf 1. — RhWB Rhein. VIII 375/76; Lothr. 487; ElsWB Els. II 5.

 

  PfWB  ElsWB  LothWB Spitz-bube (s. S.) Allg., das meist fehlende Dieb ersetzend m.: 1.Dieb. RA.: He hüərt (lustert, git Ach, pass op) wie ene Sp., — hät Oge wie ene Sp. Rip, Allg., — hät Honger wie ene Sp. Waldbr-Hespert Eckenhg, SNfrk, Geld. Der lacht wie en Sp. lacht schelmisch Merz-Nunk, — fihrt be e Sp. sehr schnell May-Kollig, — laift wie en Sp. Goar-Weiler. Dau glechs iher em Sp. wie em Kanarienvuəl Prüm. Frog me Broder ens, of ich ene Sp. sen! so beruft man sich auf das Zeugnis eines Verwandten oder Freundes Schleid, MüEif. Sp.ə sinnt (sehen) ut wie Mensche Kemp-SHubert. Sp.ə en Gaudiewe es en Volk Klev-Warbeyen. Sp.ə on Freier greiele (fürchten) net May-Hatzenport. Wenn ene Möller on ene Bäcker üəver de Stroət gonnt on ene Mann röppt (ruft) henger dene vom Fenster eraf: do es ene Sp., dann kike alle beds öm MGladb, Rees. M. on B. schibbele de Berg erof; ber belift nau owen leien? der Sp. Koch. Wer emol et Wort (den Ruf) hät, blifft ömmer Sp., wann he auch iəhrlech wörd Sol. Von einem kleinen Dorfe scherzh.: dat send sechs Huser on siəve Sp.ə Grevbr, Neuss, MGladb, Rees; do sen zehn Häuser en fufzehn Sp.ə Ahrw. Der Sp. sät: Aller Anfang es schwer, du stohl (stahl) he ene Amboss Rip, Allg., — do st. he för et iərschte en Merl (Amsel) Wermelsk. Des Weək (Woche) fängt got an, sät (ment) der Sp., du hongen se öm Moənes (Montags) morges an de Galg SNfrk, Rip, Prüm-Rommersh, — als he Mondigs geköppt wörd Kref. Dem Glöckliche schleiht kein Stund, s. der Sp., do rümten (räumte) he dem Uhrmächer et Schaufenster us Köln-Stdt. Wenn zwei Sp.ə sich zänke (schänne), krit der ihrleche Mann si Peərd (seng Sach) widder Rip, — hüərt der i. M., wo sing Koh es Ahrw, — kret der Onschöldege senge iəhrleche Name wedder Schleid-Reifferschd, — si Woərt wiər Dür-Langerwehe. Leiver ene Sp. äls enge, deə ömmer osen Herrgott met de Kneie hat Aach-Stdt. Gelegenheit macht Sp.ə Elbf, Allg. Do han mir us (met dem) de Sp. en et Haus gehollt May, Allg.; do hammer de Sp. zom Höder (Wächter) gemach Rip. So fröt (fragt) der Borgermester de Sp.ə us! antwortet man den Neugierigen Gummb-Nümbrecht. Et kann kener besser Sp.ə söke (suchen), als der selver ene es Bergh-Blatzh. Men hät noch kene Sp. eiter (achter) de Dür gefongen (gefunden), of men hät self dereiter gestongen (gestanden) Kemp-SPeter. De kläne Sp.ə hänkt mer, die grosse lässt mer lafe Rhfrk, Allg. För en Sp. ka me de Döar tuschlete, mär ni för en Bedrieger Ruhr. Enen Dag in de Wek (Woche) mutt men för de Sp.ən arbejen Dinsl. Met em Wingertspohl (Weinbergspfahl)

[Bd. 8, Sp. 376]
un er Rung vom Won (Wagen) ka mer gent de stärkste Sp. on (an) Mos. — In Ortsneckereien. Wadern (Kr. Merz) es en Flecken, Noswendel es en Stecken, Thailen es en schen Stadt, die lauder Sp.ə hat. En de ihrleke Leek (Lieck bei Heinsb-Kirchhv), do es gene Bosch af Struk, et springt enne Sp. drut. Und so werden auch die von Birkf-Martin Weierb Sp.ə geneckt. — 2. übertr. a. persönl. α. verächtl. Schimpfw. du Sp., du fussige Sp.! Fule Sp. Faulenzer Rip, Allg. — β. in harmlosem Sinne wie Schelm für einen listigen, gewandten, schlauen Menschen; sune gecke Sp., — ale grise Sp.; der Sp. hät mech krege usf. Rip, Allg. — b. sachl. α. der kleine Finger, im F.märchen Birkf-Herrst, Kreuzn, Elbf. De es en de Pött gefallen, de h. en rutgetrocken, de h. en afgedrugt, de h. en en't Bett geleit (gelegt), on de klene Sp. h. et Vadder on Modder gesat Elbf. — β. das Schlitzohr, Werkzeug des Schmieds Simm, Koch. — γ. Vorrichtung am alten Pfluge, zum Beidrücken der Erde Hunsr. — δ. Kartoffelkloss, lang u. spitz Saarbr-Güding, Ottw-Schiffw. — ε. -b:fχə, –bøfkə das frühere kleine silberne 2½, späterhin 20-Pfg.stück Jül-Müntz, Aach, Geilk, Heinsb, Grevbr-Hülchr.