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 PfWB Spitz-bube (Bd. 6, Sp. 300)   PfWB links (Bd. 4, Sp. 994) 
  -bube m.:
1. 'Dieb, Gauner, Betrüger', -bu [verbr. (außer NWPf), Lambert Penns 140 Krämer Gal 204], -bub [NWPf]; Pl. -buwe [verbr.]; vgl. PfWB Spitz 5; Zs.: PfWB Erz-, PfWB Hauptspitzbube; Syn. s. PfWB Gauner; en ausgebäänder 'durchtriebener' Sp. [ GH-Kand]. Vor Gericht is de Sp. iwwerfehrt worr [ KU-Schmittw/O]. Er esch en Sp., er bescheißt d' Leit [ LA-Nd'hochstdt]. Die Kaafleit sinn lauder Spitzbuwe [ ZW-Battw]. Im Wertshaus verduften die Schagrille wie die Spitzbuwe vor de Bolizeidiener [Kühn Kumödi 10]. Gast zum Wirt: Alle Wert sinn Spitzbuwe — der Wirt schlagfertig: Awwer nit alle Spitzbuwe Wert [ GH-Kand]. RA.: laafe (fahre) wie e Sp. 'sehr schnell (davon)laufen, -fahren' [ KU-Adb, mancherorts]; lache wie e Sp. 'sich hämisch, über eine gelungene Schandtat freuen' [ KU-Schmittw/O LU-Neuhf]. Se verkitzele (s. PfWB verkitzeln 'kichernd lachen') sich wie die Spitzbuwe [ KU-Schmittw/O]. Er sieht wie e Sp. 'Er sieht gut, ihm entgeht nichts' [ KB-Kriegsf]. Dem guckt der Sp. aus em Gesicht 'Er

[Bd. 6, Sp. 301]
hat ein Gauner-, Verbrechergesicht' [ KU-A'glan]. Der isch e Sp., wo ne 's Hemd anrehrt 'Der ist ein Sp. durch und durch' [PS-Rodalb (Bernhard 152)]. Wammer die zwee in ee Sack nindut un darchenanner schittelt, leit immer de Sp. owwe 'Da ist einer schlechter als der andere' [ Don-Schowe]. SprW.: Die kläine Spitzbuwe henkt mer, die große loßt mer läife [ KU-Schmittw/O]. Met Spitzbuwe fängt mer Spitzbuwe 'Ein Sp. verrät den andern' [ KU-Schmittw/O]. Sagsprichwort: Die Woch fangt gut aan, hot de Sp. g'saat; do is er g'hängt worr [KB-Biedh, Rohr 79]. Einen KR. s. PfWB links 2 a. Neckvers auf den Bauern: De Bauer is e Schlauer (uf de Lauer) / is e Sp. uf die Dauer [ KB-Mauchh, vereinzelt]. —
2. abgeschwächt.
a. 'schlauer, durchtriebener Mensch' [NW-Haardt Glass Klutzkopp 103 Otterstetter 248]; Syn. s. PfWB Schlaukopf. —
b. 'frecher Junge, Lausebengel', teilweise tadelnd, aber auch scherzh. [vereinzelt, Glass Klutzkopp 103]. —
c. Schimpfwort, bes. für Rothaarige, rorer (roter) Sp.! [ KU-W'mohr, mancherorts]. —
3. 'kleiner Finger', in VR. zu Fingerspielen: Das is de Daume, / der schiddelt die Plaume, / der liest se uf, / der trägt se heem / un der klee Sp. ißt se ganz elleen (allein) [ NW-Haßl, mancherorts]; Var. s. PfWB Daumen. Der is ins Wasser gefalle, / der hot en erausgeholt, / der hot en häämgetrache, / der hot en ins Bett geleet / un das klään Spitzbiwel (Dim.) hot en widder ufgedeckt [ LU-Opp, Var. RO-Obd]. —
4. 'Kuckuck' [KU-Reichsth RO-Sippf]. —
5. 'längliche bis walzenförmige Kartoffelklöße', nur Pl., Spitzbuwe [LU-Neuhf, Bertram § 289 Hussong Kirkel 145, 147 Seebach Essen 95]; vgl. Bubenspitzen, PfWB Spitzbubenknopf; Syn. s. PfWB Grundbirnenknopf 1. — RhWB Rhein. VIII 375/76; Lothr. 487; ElsWB Els. II 5.

 

   links:
1. Adv.
a. wie schd., links (liŋgs) [verbr., Müller Dietschw 48 Lambert Penns 100 Don Krämer Gal 142], lenks [mancherorts NPf westl. WPf SOPf]; l. fahre (gehe) [ZW-Bottb, verbr.]. Ich schlaa der l. un rechts an de

[Bd. 4, Sp. 995]
Backe! [ KL-Fischb, mancherorts]. Er wackelt l. un rechts, beim Gehen [ KL-Reichb]. RA.: l. liche losse 'nicht beachten' [ LA-Edk, mancherorts]. SprW.: L., wie klingt's (Wenn es im linken Ohr klingelt, bedeutet das etwas Gutes) [ KB-Zell BZ-Dernb], auch: L. klingt's, rechts stinkt's [ KU-Krottb]. L. Ohr - Klingsohr, rechts Ohr - schlecht Ohr [ NW-Haßl]. a. 1421: und ein eichen widt links gedrehet und ein hanbüchen knebell [ABlieskst 70, 97]. —
b. 'verkehrt, umgewendet', bes. von Kleidungsstücken, links [verbr. westl. WPf mancherorts übrige Pf Otterstetter 190], lenks [mancherorts SWPf]; vgl. auch 2 c; 's Klääd l. anhawwe [ LU-Neuhf]. Die Hosse l. mache 'wenden' [ KU-Körbn]. RA.: de Wammes (de Rock) l. andun 'Bankerott machen' [ KU-Konk, mancherorts]. Er macht 's ganz Haus l. 'Er kehrt (beim Suchen) das unterste zuoberst' [ KU-Diedk, KL-Bruchmühlb]. Dem sei Rädche geht l. erom 'Bei dem läuft im Kopf alles verkehrt' [HB-Einöd, mancherorts WPf]. Volksgl.: »Ist ein kleines Kind krank und weiß man nicht, was ihm fehlt, so zieht man ihm das Röcklein links an, damit die bösen Hexen verschwinden« [Vogelsgesang 40]. —
2. Adj.
a. 'auf der linken Seite befindlich'; uf de linkse Seit [ Don-Werb]; die links Hand [KB-Bennhs, verbr.]. Geb dem Onkel die rechts Hand, norre net die l., des is vekehrt [ KL-Reichb]. Auch subst.: die Links 'die linke Hand' [NW-Kallstdt, verbr.] RA.: linksi un rechtsi (Worscht) 'Leber und Blutwurst' [Kieffer Bilderb. 41, Nationalsozialist. Zeitung Südpfalz 4. 7. 1939]. Er hat zwää linkse Hänn [Zweibr, verbr., mancherorts Don Gal]. Der hat zwää linkse Bään (Fieß) [ KL-Reichb, Pirmas Gal-Dornf]. Er isch mit'm linkse Bään s'erscht aus'm Bett, von einem Mißgelaunten [Bayerland 1933 480, vereinzelt]. Der guckt mit'm rechtse Aag in de linkse Hossesack, von einem Schielenden [ Gal-Reichb, mancherorts Don Gal Buch]. Volksmed.: Bei Halsleiden muß man de linkse Strump um de Hals wickle [ NW-Kallstdt, BZ-Dernb]. Volksgl.: En jung Bobl (Kleinkind) legt mer net uf die links Seit, schunscht werd's l. (linkshändig) [Fogel Beliefs Penns 48]. KR.: Linkser, rechtser, / Spitzbu schlechter, / Dunnerwetter halt! beim Marschieren zu singen [ LA-Essing]. —
b. 'linkshändig' [ KU-A'glan Bedb]; bes. subst.: de Links [KU-A'glan, verbr.]; e Linkser [KU-Herschw/Petth, verbr.]; e linkser Hannes 'ein Linkshänder' [ ZW-Schmitshs]; de links Hannjakob, dass. [ LU-Muttstdt]; de linkse Fritz, dass. [ ZW-Walshs]; e linkser Hamerschel, dass. [ RO-Falkst]; e linkser Hanndewel (Hans-Theobald), dass. [ KL-Olsbr]; de linkse Hawwersack [ KU-Reiffb]. —
c. 'verkehrt, umgewendet', bes. von Kleidungsstücken [verbr. westl. WPf, vereinzelt übrige Pf, mancherorts Don Gal Buch-Illisch]; s. K. 4; Syn. s.

[Bd. 4, Sp. 996]
PfWB verkehren 3 a; vgl. auch 1 b; die links Seit [ HB-Beed, mancherorts]. — Südhess. IV 352/53; RhWB Rhein. V 480/83; LothWB Lothr. 340; ElsWB Els. I 598.