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 PfWB Spitz-bube (Bd. 6, Sp. 300)   PfWB Grundbirn(en)-knopf (Bd. 3, Sp. 478)   RhWB Stuppert (Bd. 8, Sp. 947) 
  -bube m.:
1. 'Dieb, Gauner, Betrüger', -bu [verbr. (außer NWPf), Lambert Penns 140 Krämer Gal 204], -bub [NWPf]; Pl. -buwe [verbr.]; vgl. PfWB Spitz 5; Zs.: PfWB Erz-, PfWB Hauptspitzbube; Syn. s. PfWB Gauner; en ausgebäänder 'durchtriebener' Sp. [ GH-Kand]. Vor Gericht is de Sp. iwwerfehrt worr [ KU-Schmittw/O]. Er esch en Sp., er bescheißt d' Leit [ LA-Nd'hochstdt]. Die Kaafleit sinn lauder Spitzbuwe [ ZW-Battw]. Im Wertshaus verduften die Schagrille wie die Spitzbuwe vor de Bolizeidiener [Kühn Kumödi 10]. Gast zum Wirt: Alle Wert sinn Spitzbuwe — der Wirt schlagfertig: Awwer nit alle Spitzbuwe Wert [ GH-Kand]. RA.: laafe (fahre) wie e Sp. 'sehr schnell (davon)laufen, -fahren' [ KU-Adb, mancherorts]; lache wie e Sp. 'sich hämisch, über eine gelungene Schandtat freuen' [ KU-Schmittw/O LU-Neuhf]. Se verkitzele (s. PfWB verkitzeln 'kichernd lachen') sich wie die Spitzbuwe [ KU-Schmittw/O]. Er sieht wie e Sp. 'Er sieht gut, ihm entgeht nichts' [ KB-Kriegsf]. Dem guckt der Sp. aus em Gesicht 'Er

[Bd. 6, Sp. 301]
hat ein Gauner-, Verbrechergesicht' [ KU-A'glan]. Der isch e Sp., wo ne 's Hemd anrehrt 'Der ist ein Sp. durch und durch' [PS-Rodalb (Bernhard 152)]. Wammer die zwee in ee Sack nindut un darchenanner schittelt, leit immer de Sp. owwe 'Da ist einer schlechter als der andere' [ Don-Schowe]. SprW.: Die kläine Spitzbuwe henkt mer, die große loßt mer läife [ KU-Schmittw/O]. Met Spitzbuwe fängt mer Spitzbuwe 'Ein Sp. verrät den andern' [ KU-Schmittw/O]. Sagsprichwort: Die Woch fangt gut aan, hot de Sp. g'saat; do is er g'hängt worr [KB-Biedh, Rohr 79]. Einen KR. s. PfWB links 2 a. Neckvers auf den Bauern: De Bauer is e Schlauer (uf de Lauer) / is e Sp. uf die Dauer [ KB-Mauchh, vereinzelt]. —
2. abgeschwächt.
a. 'schlauer, durchtriebener Mensch' [NW-Haardt Glass Klutzkopp 103 Otterstetter 248]; Syn. s. PfWB Schlaukopf. —
b. 'frecher Junge, Lausebengel', teilweise tadelnd, aber auch scherzh. [vereinzelt, Glass Klutzkopp 103]. —
c. Schimpfwort, bes. für Rothaarige, rorer (roter) Sp.! [ KU-W'mohr, mancherorts]. —
3. 'kleiner Finger', in VR. zu Fingerspielen: Das is de Daume, / der schiddelt die Plaume, / der liest se uf, / der trägt se heem / un der klee Sp. ißt se ganz elleen (allein) [ NW-Haßl, mancherorts]; Var. s. PfWB Daumen. Der is ins Wasser gefalle, / der hot en erausgeholt, / der hot en häämgetrache, / der hot en ins Bett geleet / un das klään Spitzbiwel (Dim.) hot en widder ufgedeckt [ LU-Opp, Var. RO-Obd]. —
4. 'Kuckuck' [KU-Reichsth RO-Sippf]. —
5. 'längliche bis walzenförmige Kartoffelklöße', nur Pl., Spitzbuwe [LU-Neuhf, Bertram § 289 Hussong Kirkel 145, 147 Seebach Essen 95]; vgl. Bubenspitzen, PfWB Spitzbubenknopf; Syn. s. PfWB Grundbirnenknopf 1. — RhWB Rhein. VIII 375/76; Lothr. 487; ElsWB Els. II 5.

 

 -knopf m.:
1. 'Kartoffelkloß', -knopp, gew. Pl. -knepp [verbr., auch Gal-Josbg Kaisersd Ugartsbg Rußl-Worms], -knepf [ GH-Kand], -kneppcher [Jung 32]; ausgebrochene G. [ BZ-Albw]; ausgescheppde (ausgeschöpfte) G. [ KL-Fischb]; geruchelde 'gerollte' G. [ NW-Gimmdg]; G. un Hälbeere (Heidelbeeren) [ KB-Kerzh]; G. un Beereschnitzle [Jung 32]. Die G. sin e Weschtricher Fraaß [Hebel 78]. In Spiese (Spiesen bei Neunkirchen/Saar) isch nix zu genieße als lauder G.; un die werre mit de Sauboll erausgeschebbt [Wilde 118]. Syn. für die aus rohen oder gekochten Kartoffeln (mit und ohne Mehlbeigabe) zubereiteten G.: Bauchsucher, Pechkugel, Pfetzkloß, Brauseknopf, Bube 11 a, PfWB Bumpes 2, PfWB Donnerkeil 3 b, PfWB Flutschenknöpfe, PfWB Getatschte, PfWB Grundbirnenkloß, PfWB -knödel, -kugel, PfWB Grünesknopf, PfWB Herzdrücker, Hodenknopf, PfWB Kartätsche, Kartoffelkloß, PfWB -knopf, PfWB Kloß, PfWB Knödel, PfWB Knopf, Kugel-, Rapp-, PfWB Rugelknopf, PfWB Schießding, Schneebällchen, Schnurrgickel, PfWB Seifenkugel, PfWB Spitzbube, PfWB Stuckert, PfWB Stupfert, PfWB Wampendrücker; vgl. auch achtundvierzig, PfWB patschen 3. —
2. im Klickerspiel 'ein schwarzer Knopf aus Pappe' [Kaislt]. — Südhess. II 1492; RhWB Rhein. II 1463; ElsWB Els. II 79/80. —

 

  PfWB  LothWB Stuppert -ub-, Pl. -də(n), Demin. -ibərdχə(n) Rhfrk, Mosfrk (s. im einzelnen u.) m.: 1. persönl. a. schwanzloses Huhn Ottw-Eppelborn Wiesb, Merz-Erbring, Koch-Bruttig; -y- Ahrw-Dedenb, Gummb-Stdt. — b. verächtl., auch anerkennend, kleiner,

[Bd. 8, Sp. 948]
gedrungener kräftiger Kerl Saarbr-Heusw, Saarl, Merz-Krettnich, Bernk-Longkamp, Kobl-Bendrf; -y- Gummb-Berghsn (auch von Pflanzen). — c. verächtl. Hinkender Saarl-Saarwelling. — d. Neckn. für einen aus Bernk-Mahring. — 2. sachl. a. kurzes Endstück, z. B. Stumpfschwanz, Zahnrest Merz-Bardenb, Trier-Fell Kenn Mehring. — b. Absatzstift ebd. — c. scherzh. Nase Koch-Laub. — d. kleiner Finger, im F.märchen Saarbg-Besch, Trier Mettnich. — e. Pl. verächtl. od. kosend Beine (des Kindes) Saarbr-Quierschd. — f. Kartoffelstampfer Ottw. — g. derber Knüppel MGladb-Liedbg (abseits). — h. -ib- kurzer Unterrock der Frau Zell-Burg. — i. im Rätsel von der Möhre: Ru, ru, Ruppert, gel is der St., schwarz es et Loch, wu der R. hat gestoch? Saarl, Saarbg, Prüm. — k. Knödel aus Buchweizenmehl Wend-Dörrenb, Ottw, Saarl, Merz, Birkf-Türkismühle; Kartoffelknödel, mit rundem Löffel aus dem Kartoffelbrei geschöpft Saarbr, Ottw, Saarl, Merz-Rimling. Was haben wir gekocht? Scherzh. Antw.: St.ən un Reipercher Saarl-Piesb; St.ər, Grombereschwänz Merz-Saarfels. — Dicker, in Wasser abgekochter Fleischkloss Saarl-Berus (veralt.). — l. Gericht aus in Wasser gekochtem Buchweizenmehl, mit Möhrenlatwerge (-kraut) gegessen Düss-NKassel; Mehlspeise mit Specktunke Düss-Erkr Gerresh Rating; Speise aus Mehl u. Fleischbrühe, steif gekocht Grevbr-Hochneuk (alle Orte abseits). — m. heftiger Stoss Saarbg-NZerf, Bitb-Dudeld.