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 PfWB Spital-suppe (Bd. 6, Sp. 298)   PfWB Suppe (Bd. 6, Sp. 813)   PfWB Baberatsch (Bd. 1, Sp. 500) 
 -suppe f.: 'dünne, leicht verdauliche Suppe (zum Kurieren des Magens)', Spidalsupp [ LU-Friesh]. RhWB Rhein. VIII 371; ElsWB Els. II 370. —

 

   Suppe f.:
1. 'flüssige, mit verschiedenen Zutaten angerichtete Speise', Supp (sub) [verbr. (außer NWPf), Bertram § 117 Höh 58 Lambert Penns 152 Krämer Gal 211], Sopp (sob) [verbr. NWPf westl. NPf vereinzelt übrige NPf SWPf GH-O'lustdt Westh Christmann Kaulb 17 Mang 111 Müller Dietschw 59], Soup [ IB-Rohrb]; Pl. -e [verbr.]; Dim. Sippche, Sippsche [verbr. WPf NOPf], Seppche [Altenhofer 15], Sippel, Seppel [SOPf O-PS]; s. K. 373; Pl. Sippcher [vereinzelt WPf], Sipplich, Sepplich [Land u. Umg.], Sipple [ GH-Kand]; vgl. PfWB Schnelle2; Zs.: PfWB Bampel-, PfWB Bartbampel-, PfWB Bettelmanns-, PfWB Bibilchens-, PfWB Bier-, Blumenkohl-, PfWB Bohnen-, PfWB Braunmehl-, PfWB Brennsel-, PfWB Brenn-, PfWB Brockel-, PfWB Brockelbohnen-, PfWB Brocken-, PfWB Brot-, PfWB Buchstaben-, PfWB Buttermilch-, PfWB Tomaten-, PfWB Einbrenn-, PfWB Einlauf-, PfWB Erbsen-, PfWB Eß-, PfWB Faulweiber-, PfWB Fleischbrüh-, PfWB Fleischknöpfe-, PfWB Fleisch-, PfWB Franzosen-, PfWB Gemüse-, PfWB Gersten-, PfWB Grieß-, PfWB Gropel-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Grünkern-, PfWB Hahnen-, PfWB Hasen-, PfWB Hirsen-, PfWB Hörnchen-, PfWB Hühner-, PfWB Hünkels-, PfWB Julien-, PfWB Kartoffel-, PfWB Katzen-, PfWB Kerbel-, PfWB Kicherling-, PfWB Kindbett-, PfWB Kirschen-, PfWB Klöß-, PfWB Knochen-, PfWB Knöpfe-, PfWB Knöpfel-, PfWB Knottel-, PfWB Kraft-, PfWB Kraut-, PfWB Krebs-, PfWB Krottenlaich-, PfWB Leberknöpfe-, PfWB Linsen-, PfWB Maggi-, PfWB Makkaroni-, PfWB Markklößchen-, PfWB Markknöpfe-, PfWB Mehl-, PfWB Metzel-, PfWB Milch-, PfWB Mittags-, PfWB Molken-, Morgen-, PfWB Most-, PfWB Nacht-, PfWB Nudel-, PfWB Ochsenschwanz-, PfWB Rahm-, PfWB Reis-, PfWB Ribbel-, Ribbelchens-, PfWB Rindfleisch-, Rind-, PfWB Rüben-, PfWB Rummeln-, PfWB Sago-, PfWB Sauerampfel-, PfWB Sauermilch-, PfWB Sauerrahm-, PfWB Schlacht-, PfWB Schleim-, PfWB Schnaken-, PfWB Schüppchen-, PfWB Spargel-, PfWB Spatzen-, PfWB Spital-, PfWB Süßmilch-, PfWB Wasser-, PfWB Weck-, PfWB Wein-, PfWB Wurst-, PfWB Zwiebelsuppe; e gut, sämich Sippche [Pirmas]; die S. rehre (rühren) [ KU-Schmittw/O]; ebbes an die S. rihre 'etwas in die Suppe einrühren' [ NW-Elmst]. Die S. laaft aus 'kocht über' [ LU-Alsh]. Ach, is des e gut Sippche! [ NW-Freinsh]. Schepp der S. raus! [ LA-Nd'hochstdt]. Hol e bissi Grienes for in die S.! [ KU-Schmittw/O]. Die S. isch noch e bissel leiser 'fade', ich will noch e paar Kerner Salz dran dun [ PS-Erfw]. Die S. is a werrer net gesalzt un net geschmelzt [Westricher Kalender 1957 102]. Die S. is

[Bd. 6, Sp. 814]
kalt, die braucht mer nimmi se bloose [ KU-Schmittw/O]. Vumme alde Hinkel gibt's e gut S. [ KU-Schmittw/O]. Brave Kenn esse gere S. [ WD-Niedkch]. Ich guck in moi Dibbche / dagdäglich eninn / un drin kocht e Sippche / mit Riwwelcher drin [Damm Nachtdischlamp 16]. Jemmernää, die S. doo esch sou hannich (handig 'scharf, salzig'), das ziechder 's Hämb hinnenie! [Braun Lääsebuuch II 116]. Ich honnda de Reschd Supp ins Backeebche geschdelld, konnschs noch deoowed esse! [Glass II 3]. Noot schlaa(n) eich mer zwee Aier nin / Un eß mei Supp halt selwer! [Ranssweiler 84]. Kaum war die Supp eweg vum Disch, / Do kommt e Rieseplatt voll Fisch [Münch Werke I 115]. RA.: nore langsam mit de haaße Subb! 'nur mit der Ruhe!' [Kühn Hamet 87 Kühn Kumödi 16]; e Hoor in de S. finne 'etwas Nachteiliges an einer Sache entdecken' [KU-Bedb, verbr.]; net es Salz in de S. verdiene 'nichtsnutzig sein' [Kaislt]; sich (eem) die S. versalze 'sich (jemandem) eine Sache, Angelegenheit verderben; Unannehmlichkeiten bereiten' [Don-Gottlob, verbr.]; eem in die S. spauche, dass. [ LU-Opp]; sich e S. inbrocke 'etwas anrichten, sich in eine unangenehme Situation bringen' [KU-Kaulb, verbr., Kühn Kumödi 37]; die S. ausleffele, wo mer sich eingebrockt hat 'die unangenehmen Konsequenzen seines Handelns tragen' [Bergz, verbr.]; Pederle (Petersilie) uf alle Suppe sein 'überall dabei sein wollen, mitreden wollen, aber nicht bei der Sache bleiben' [BZ-Dernb, vereinzelt, Kühn Hamet 135 Wilde 187]; in die S. kumme 'dazu gehören' [Thielen So rerre mer 113]; nimmeh S. saan kenne '(vor Übersättigung, Erschöpfung) nichts mehr sagen können' [ KU-Hundh, mancherorts]; vun siwwe Suppe e Schniet (Schneet) (s. PfWB Schnitte 1) 'weitläufig miteinander verwandt sein' [Land, verbr. SOPf]; vun siwwe S. ee Aa, dass. [ FR-Bockh]; ehm saan, was drei Linse for e S. koche '(tätlich) zurechtweisen, schlagen' [ KL-Wörsb]. Er hot 's Fett vun de S. abgescheppt 'Er hat das Beste im Voraus für sich genommen' [ LU-Limbghf]. Do will jeder sei eichnes Sippel koche 'Da will jeder eigene Wege gehen, den eigenen Vorteil suchen' [Bergz (Kamm 86)]. Er wollt nore sei eichenes Sippche koche, dass. [Schneider Dillje 148]. Der redt ach 's Fett vun de S. runner 'nimmt durch vieles Reden das Beste für sich' [ Gal-Sap]. Das macht die S. nit fett 'Das ist unbeträchtlich, nicht der Mühe wert' [Bayer Hackm. 69, mancherorts]. Die Supp is uf de Sunn (uf em Feier) gekocht, wenn sie heiß ist, und uf em Mond, wenn sie kalt ist [ ZW-Gr'bundb, vereinzelt]. In die S. gucke meh Aue enin als wie eraus, von einer Suppe mit wenigen Fettaugen [ KU-Diedk]. Die S. isch hochmierig (hochmütig), die guckt enne mit kääm Ääg an, dass. [ PS-Erfw]. 's is immer die alt S. 'Es ist immer dasselbe' [Kaislt]. Das is sicher wie S. [Hebel 19]. Nor langsam mid de hääße S.! 'Keine Überstürzung!' [ GH-Westh, vereinzelt]. Des is meh wert wie e Teller voll S. [ Don-Schowe Torscha]. Des is so glatt gange

[Bd. 6, Sp. 815]

wie e Hoor aus de S. [ LU-Neuhf]. Ich schlaan der ans Unnermaul, daß 's Ewermaul keen S. meh freßt! [ KL-Wörsb]. Ich glaiwe nore, daß zwee Pond Rendfleisch e gutt S. gewwe, skeptische Entgegnung, wenn jemand eine Behauptung, Aussage in Frage stellt [ WD-Niedkch]. Die missen d' S. aach mit Wasser koche, Äußerung, mit der die Ansichten über vermeintlich Bessergestellte relativiert werden sollen [ LA-Gommh]. Der muß aa heißi S. esse un kalt Wasser trinke, dass. [ Don-Gert]. Wammer dich net hätt (Wann du net wärscht) un die Leffel, mißt mer die S. trinke (saufe) [PS-Gersb, verbr.]. Der Langschläfer sagt: Gummorsche S.! Wu esch de Leffel? [ BZ-Dierb]. Antwort auf die Frage: Was gibt's heit? - S., Salat un Kaffee! [Bergz (Kamm 85) Thielen So

[Bd. 6, Sp. 816]
rerre mer 113]. SprW.: Viel Kinner - dinne Suppe [ LU-Oggh, vereinzelt]. Viel Kech (Köche) versalze (verderwe) die S. [ ZW-Battw, KU-Kaulb] 's werd kä S. so hääß gesse, wie se gekocht werd [NW-Elmst, verbr.]. Besser die S. gebloos, wie 's Maul verbrennt 'Wer rechtzeitig Vorsorge trägt, fährt besser' [Pirmas]. Wer lang S. eßt, lebt lang, scherzh. SprW., häufig gesagt, um Kinder zum Suppenessen zu verleiten [PS-Erfw, verbr.]. E Kuß ohne Schnorres, is wie e S. ohne Salz [Feierowend 31/1955 7]. Aach bei reiche Leit werd die S. mit Wasser gekocht [LA-Impfl]. E gut Sippche spiert mer bis enunner an die groß Zehb (Zehe) [ ZW-Battw]. Wer die S. versalzt, ist verliebt [ ZW-Gr'steinhs]. Vk.: Suppen waren früher häufiger Bestandteil von Mahlzeiten; vgl. Morgenes-

[Bd. 6, Sp. 817]
sen, -suppe, Nachtsuppe und Schandein Bav. IV,2 415. Vereinzelt geben Gewährsleute an, daß das Kaffeetrinken anstelle von Suppenessen getreten sei. Volksmed.: En Trunk in die S. bringt de Dokder in die Stubb 'Während des Suppeessens trinken, macht krank' [ BZ-Dernb]. VR.: E schänes Vechelche, des is die Muck, Muck, Muck, fliet iwwer's Schisselche, fallt in die Supp [Kröher Lyoner 98]. Weitere VR. s. PfWB Amen, hopperlopopp, PfWB kreischen 1 a, PfWB Löffel 1, PfWB Maikäfer 1 a. a. 1354: dem gericht ein sup [Grimm Weist. V 689 (ZW-Hornb)]. a. 1382: zue dem ersten desz morgens soll er in geben ein suppen [Grimm Weist. V 561 (BZ-Queichhmb)]. a. 1442: sal man yne soppen essen vnd dricken geben [Zweibr II 541, Bd. 1]. a. 1487: Item mann weist auch dem armann des morgens eine supp zu geben und zu dem wagen ein rockenbrod [PfWeist. 249 (RO-Dörnb)]. a. 1537 (Abschr. 1604): auch soll vnnser her ... acht schilling heller vor die soppen ... geben [SchWeist. RO-Falkst 28]. —
2. 'undefinierbare Brühe, flüssiger Straßenkot' [ KU-Kaulb, vereinzelt]; Syn. s. PfWB Baberatsch. —
3. 'Person'. Des isch e bleedi Supp [Bergz (Kamm 87)]; dumm(ie) Subb [Hussong Kirkel 156]; vgl. die Zs.: PfWB Pappel-, PfWB Brummel- 2, Brutzel-, PfWB Gropel- 2, PfWB Milchsuppe 2. —
4. 'Malzeichen, nach dem beim Klickerspiel geworfen wird' [KU-Sand ZW-Lambsbn Groh Wörschw 188]; vgl. PfWB Suppcherns; Syn. s. PfWB Bott 1. —
5. Neckname für die Bewohner von RO-Gaugrw: Supp ohne Ää (Augen) [RO-Münstapp]. —
6. vgl. die Zs.: PfWB Brenn- 2, PfWB Pröpel-, PfWB Brummel-, PfWB Grummel-, PfWB Knebel-, PfWB Knüppel-, PfWB Knussel-, PfWB Kochlöffel-, PfWB Nacht- 2, PfWB Ölsuppe.RhWB Rhein. VIII 1000; LothWB Lothr. 513; ElsWB Els. II 368; Kluge-Seebold22 715.

 

  Baberatsch m.: 'zähflüssiger Straßenkot, Schlamm', Bawweratsch (bawÄrad) [NWPf Zweibr KL-Rodb Siegb Katzw Einsdhf LU-Limbghf BZ-Schwanh]. Syn.: PfWB Babel, PfWB Baber, PfWB Baberei, PfWB Baberich, PfWB Bampes, PfWB Pansch,

[Bd. 1, Sp. 501]
PfWB Papp, PfWB Pappei, PfWB Pappel, PfWB Papper, -asse, PfWB Papperatsch, Papperei(del), PfWB Papperich, PfWB Papperlapapp, PfWB Pappes, PfWB Pappsel, PfWB Papsch, PfWB Patsche, PfWB Patter, PfWB Patterich, PfWB Brabel, PfWB Dreck, PfWB Matsch, PfWB Morast, Mörtel, PfWB Mur, PfWB Murz, PfWB Muttich, PfWB Sapch, PfWB Sauerei, PfWB Schlamassel, PfWB Schlamm, PfWB Schleich, PfWB Schleim, PfWB Schmiere, PfWB Schmierakel, PfWB Schmorakel, PfWB Schmutz, PfWB Sulper, Sumpf(en), Supch; vgl. auch PfWB Bawelatsch. — Wohl Kontamination aus bawÄr (s. PfWB Baber) u. bad (s. PfWB Patsche). Das Wort ist in Penns Don Gal Buch unbekannt; es dürfte also in der Pfalz erst nach 1800 aufgekommen sein. — Hess.-Nass. II 549 Parratsch.