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| PfWB Spatz (Bd. 6, Sp. 218) | PfWB Speis-spatz (Bd. 6, Sp. 249) | |||||||||||||||||||
1. 'Sperling (Passer domesticus, Passer montanus)', Spatz (bads) [verbr., Heeger Tiere II 11 PfId. 134 Lambert Penns 139 Krämer Gal 201] (in der NPf SWPf teilweise neben PfWB Spatzert), Spoatz [ LA-Nußd]; Pl. Spatze [verbr.]; Dim. Sg. Spätzje [WPf nördl. VPf], Spätzi [Nordspitze der Pf], Spatzi [ RO-Rehborn], Spätzelche [mancherorts westl. VPf], Spätzel [mittl. u. südl. VPf O-PS, Lambert Penns 139 Beam Penns 86], Pl. Spätzjer, Spätzcher [WPf nördl. VPf], Spätzicher [ RO-Als], Spätzelcher, Spätzelscher [mancherorts MPf VPf], Spätzlich [mancherorts SOPf], Spätzle [mancherorts östl. VPf SPf]; Gen. m. heute vorherrschend, Gen f. verbr. NWPf mittl. WPf mancherorts NOPf SWPf LU-Limbghf NW-Duttw Erph Friedhs Kallstdt Wachh LA-Frankw Mörzh Siebdg BZ-Nd'horb GH-Kuhdt Leimh Neubg O'lustdt Buch-Illisch, beim Nebeneinander beider Genera an einem Ort wird von den Gewährsleuten (um 1930) die Verwendung des Femininums den älteren Sprechern nachgesagt; Zs.: PfWB Feld-, PfWB Haus-, PfWB Hecken-, PfWB Ried-, PfWB Rohrspatz; Spatze schieße [ KU-Schmittw/O]. De Sp. huckt uffem Fenschder [ LA-Birkw]. Mer jaat se fort un schießt se doot, / die arme, arme Schbatze [Burgey Keschte 32]. Kaum war e Värrtelschtunn erum, / do sinn e Haufe Schbatze kumm [Damm Schoggelgaul 8]. Zwää Schpatze win- [Bd. 6, Sp. 219] ![]() [Bd. 6, Sp. 221] zich klää un zierlich / sitzen brav un ganz manierlich / drowwe uff de Dachantenn [Damm Dreifaltichkäät 23]. Vergleiche und RA.: frech wie e Sp. [PS-Erfw, verbr.]; do hocke (sitze) wie e Sp. uf em Roß- bolle 'sich frech, stolz geben' [Krieger 46, vereinzelt]; do henge wie e Sp. am Gewwel 'schlechte Körperhaltung zeigen' [Thielen So rerre mer 111 Hussong Kirkel 53]; esse wie e Sp. 'wenig essen' [BZ-Ingh, verbr.]; noch net for e Sp. esse, dass. [ GH-Zeisk]; Hunger wie 'n Sp. hawwe, dass. [ LU-Alsh, mancherorts]; e Maache wie e Spätzel hawwe, dass. [ PS-Erfw]. Sp. flie! (fliege!) Ausruf beim Spiel Tenee. Die Spatze peifen's vum (uffem) Dach 'Alle Welt spricht davon, das ist ein offenes Geheimnis' [PS-Erfw, verbr.]. Der lebt wie de Sp. in de Knoddele 'kann aus dem Vollen schöpfen' [Zweibr]. Wämmer g'storwe isch, sin alle Spatze g'fange 'sind alle Mühen vorbei' [ SP-Heiligst]. Zieht jemand beim Grüßen, beim Betreten eines Hauses nicht den Hut (die Mütze), fragt man: Hoscht Spatze unnerm Hut (unner de Kapp)? [Frankth, verbr.]; vgl. PfWB Spatzenmichel. Spatze sinn kään Hase, sagt man, um kleinere Diebstähle zu beschönigen, zu rechtfertigen [Land]. Der (Die) loßt die Spatze mit de Hihner fliege 'Er (Sie) hat Kinder von verschiedenen Partnern' [ BZ-Dernb]. Das war domols, wie die Spatze noch Schleppsäwel getraa han, Abweisung einer nicht überprüfbaren, zweifelhaften Darstellung [ Don-Gert, Gottlob Heufeld]. Dem steht 's Glick uf wie 'm Sp. 's Arschloch, von einem, der häufig Glück hat [ Gal-Brotschk]. Er hat e Sp. (gefrihstickt) 'Er ist verrückt, nicht ganz zurechnungsfähig' [GH-Berg, Thielen So rerre mer 111]. SprW.: E Sp. in de Hand es besser wie e Daub uffem Dach [KL-Stelzbg, verbr.]. Var.: E Sp. em Sack es besser als e Amschel en de Horebach [ WD-Niedkch]. Peift se frih de Sp., so frißt en am Owend die Katz [PfMus. 1920 179]. Wann de Himmel runnerfallt (zusammefallt, infallt, einsterzt), sein alle Spatze gefang (dot) [KB-Mauchh, verbr.]. 's esch schun gesorcht, daß d' Spatze nit in die Heh fliechen [ GH-Zeisk]. Sagsprichwort: Das bind't, saacht de Sp., do hat er dem Küfer uf de Rääf (Reif) geschiß [Hebel 50]. VR. s. PfWB Pfingstenlümmel 2, PfWB schaben 1 b α, PfWB Schneider 1. — 2. a. 'kleiner, schwächlicher, magerer Mensch' [mancherorts]; e dinner Sp. [ KU-Schmittw/O]. Der esch norre so en Sp. [ BZ-Dernb]. Ach, herrjee, ich wääß iwwerhaabt nit, was ich demm Sp. doo koche soll! [IB-Ensh (Glass 110)]. — b. 'Mensch, der wenig ißt' [RO-Sippf Frankth SP-Schiffstdt Glass Klutzkopp 102]. — c. vgl. PfWB Dreck-, PfWB Frechspatz. — 3. a. 'männliches Glied, Penis' [verbr.], bes. bei Buben, häufig auch nur im Dim. Spätzje, Spätzel [mancherorts, Glass 110 Thielen 105], Gen. f. KU-Brück ZW-Walshs; Syn. s. PfWB Schwanz 2 a. — b. 'Geschlechtsteil des Ochsen' [ ZW-Dietriching Walshs PS-Burgalb]; Gen. f. ZW-Dietriching Walshs; Syn. s. PfWB Rute 2 d. — c. vgl. Hahn(en)spatz. — 4. a. 'junger, grüner Trieb des Rebstocks' [Bd. 6, Sp. 222] [ KB-Boland Gauh FR-Bockh Dirmst N'lein Quirnh Saush NW-Dürkh Freinsh Kallstdt Ungst]; vgl. PfWB Schoß2 1 a, WKW 8; in NW-Kallstdt werden die verschiedenen Stadien so unterschieden: Spatz 4-5 cm, Trieb ca. 15 cm und Schuß ca. 35-50 cm. Die Spatze sinn kumme [ KB-Gauh]. Die Spatze huppse, d. h. die jungen Triebe brechen leicht ab, wenn man unvorsichtig daranstößt [ FR-Albsh]. — b. 'Aronstab (Arum maculatum)', Spätzje [KU-Godhs (Wilde Notizen)]; vgl. Bubenspitz 2. — 5. 'Mörteltragbehälter der Handlanger des Maurers' [verbr. WPf mancherorts SOPf vereinzelt übrige Pf, Thielen 105 Lambert Penns 139]; vgl. K. 355; Gen. m. vorherrschend, Gen. f: KU-W'mohr Welchw HB-Webh ZW-Wattw RO-Gehrw Obd KL-Wörsb PS-W'fischb Winz KB-Kriegsf Zell FR-Watth; vgl. PfWB Vogel 2 d γ; Syn. s. PfWB Back; zur Sachkunde: Krebs 31 und ein Gewährsmann aus Kus erwähnen als Vorläufer des trogartigen auf einer Schulter getragenen Mörteltragbehälters (vgl. Abb. 8) eine Art Gerüst mit winklig zueinander angeordneten Mörtelbrettern und zwei auf den Schultern aufliegenden Trageholmen sowie einer Rückenlehne mit Polster, das jedoch um 1930 schon nicht mehr verwendet wurde (vgl. Spatzen-, PfWB Speisbahre). De Speis von Hand anrehre / un ne, Sp. um Sp., die Läder nofferkorzle (vgl. PfWB kozeln 'auf dem Rücken tragen') [Kraus Arwed 13]. — 6. Mehlspeisen. a. 'Art Kloß aus einem Teig von Mehl, Eiern, Wasser oder Milch, in kochendem Wasser (bzw. Milch) zubereitet', Spatz, meist Pl. Spatze [LA-Wey, vereinzelt VPf, Gal-Josbg], Dim. Pl. Spätzle [ GH-Kand]; Zs.: PfWB Mehl-, PfWB Milch-, Wasserspatz. — b. 'Mehlspeise aus streifenförmig abgeschupptem oder durch eine Art Sieb gedrücktem Teig, in Wasser gekocht', nur Pl. Spatze [LU-Opp, vereinzelt VPf ZW-Battw], Dim. Pl. Spätzcher [ LU-Oggh], Spätzlich [ BZ-Dierb], Spätzelcher [ PS-Gersb], Schpätzlscher [PS-Rodalb (Bernhard 151)]; vereinzelt wird gemeldet (um 1930), daß sich das Gericht aus dem Schwäbischen eingebürgert habe, daher auch die Formen Spätzle (Dim. Pl.) in KU-O'staufb WD-Niedkch; Linse un Spatze, ein Gericht [ LU-Opp]. — c. eine Wecksorte, nur Dim. Pl. Spätzcher [ KU-Reichsth]. — 7. Pl. Neckname für die Bewohner von LA-Kl'fischl und ZW-Wattw, Spatze [ LA-Essing Freimh Roschb ZW-Wattw]; vgl. Glas-, PfWB Käsespatzen, PfWB Spatzenrupfer. — RhWB Rhein. VIII 275/76, K. VIII 3; LothWB Lothr. 483; ElsWB Els. II 552; DWA XV 11; FSA 1.
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