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| PfWB Sparren-kraut (Bd. 6, Sp. 209) | PfWB Kraut (Bd. 4, Sp. 563) | PfWB Blau-kraut (Bd. 1, Sp. 998) | |||||
1. 'Beifuß (Artemisia vulgaris und campestris)', -kraut [KB-Albish (Wilde 16) IB-Alschb (Dimel 156)]; Syn. s. PfWB Beifuß. — 2. = PfWB Donnerdistel [Carl Pfalz im Jahr 425]. Die Bezeichnungen kommen daher, daß die Kräuter zum Trocknen (so Wilde 16) oder als Abwehr von Blitzen oder Übel (so Becker Vk. 118 Dimel 156 Carl Pfalz im Jahr 425) unter die Sparren des Daches gesteckt werden.
| 1. (ohne Pl.) zusammenfassende Bez. für einzelne Kohlarten, bes. 'Weißkohl', Kraut (graud) [verbr., auch Don Gal Buch], (grud) [lothr. SWPf], Krätt (gręd) [ GH-Neubg]; vgl. PfWB Kappes; Zs.: PfWB Blau-, PfWB Grün-, PfWB Jakobs-, PfWB Köhl-, PfWB Köpfchens-, PfWB Krussel-, PfWB Rot-, PfWB Setz-, PfWB Sommer-, PfWB Spitz-, PfWB Weiß-, PfWB Winter-, PfWB Wirsing-, PfWB Zuckerhutkraut. a. K. als Pflanze. K. setze 'Setzlinge einpflanzen', häkele 'die Erde um die Pflanze lockern, Unkraut beseitigen' [verbr.]. Desjohr gebt's schään K. [ NW-Kallstdt]. RA.: Was niemand hindert, des steht kääm Bauer im K. [ LU-Böhl]. BR.: Vederbt mer mein Häi, so wachst mer mein K. 'Nasses Wetter schadet dem Heu, läßt aber die Krautpflanzen gut wachsen' [ KU-Schmittw/O]. Der Michel 'der Michelstag (29. 9.)' schmeißt das Kraut 'macht das K. reif' [JKurpf. 1934, S. 21]. Volksgl.: Am Faßnachtsabend springt die Hausfrau vom Herdstein und spricht: Häbter wie mei' Kopp, Blädder wie mei' Schorz, Un Torsche 'Strünke' wie mei' Be'! [Schandein Bav. IV,2 379]. VR. s. PfWB Kehraus 1 a. a. 1515: Item 1 ß Pf. vor grun krutt [GgHospR]. a. 1629: vndt das seinig an obs krautt, ruben drauben, oder wie das namen haben moge, entfrembdet [PfWeist. 789 (FR-Gr'karlb)]. — b. K. als Nahrungsmittel, insbes. 'Sauerkraut'. α. K. in-, einmache 'K. im Krautständer einsäuern' [verbr.]; im einzelnen: 's K. butze 'die oberen Krautblätter entfernen' [KB-Bischh, verbr.], in-, einschneide 'den Krautkopf mit dem Krauthobel zerschroten und die Krautschnitzel schichtweise in den Krautständer einlegen' [verbr.], in-, einhuwwele (-howwele), dass. [mancherorts], einschärwe, dass. [mancherorts], in-, einsalze 'Salz auf das eingeschnittene K. streuen' [verbr.], in-, einstambe 'das eingelegte K. mit einem Stößel so lang stampfen, bis es Brühe zieht' [verbr.], eintrede u. ä. 'das K. zum gleichen Zwecke mit den Füßen treten' [mancherorts, bes. Gal]; dazu die RA.: Der esch recht for K. einsetrede, wer breite Füße hat [ BZ-Nd'ottb]. — β. K. koche [verbr.]; e Stick Flääsch im K. koche [ KL-Enkb]; K. susselich (süßlich) zurechtmache [ KB-Kriegsf]. Vgl. auch: Bayrisch-, Trester-, Viertel-, Koch-, Sauer-, Schlappen-, Schlapperkraut. Sie kocht K. un Riwe dorchenanner [Bd. 4, Sp. 564] [Land]; in der RA. von einem heillosen Durcheinander; auch: Do leit alles dorchnanner wie K. un Riwe [LA-Impfl, verbr. Don Gal Buch]; auch von bunt gemischter Gesellschaft gebraucht [Wilde 143]. Scherzhafter Vorschlag: Loß mich mei Kichelcher in deim Fett backe, dann därfschde aa dei Flääsch in meim K. koche! [Pirmas u. Umg., mancherorts]. SprW.: Stampes un K. fillt 'm Bauer die Haut [PS-Saalstdt, verbr. Don Gal]. K. un Speck reißt Farchte (Furchen 'Falten im Gesicht') weg [ Don-Kernei]. In scherzhaft-ironischer Wendung: Besser e Laus (e Muck, e Schnook) im K. wie gar kä Flääsch [LU-Limbghf, verbr., auch Don Gal Buch]. VR. s. PfWB Hafen 1 b. — 2. a. Bez. gewisser Pflanzen mit fleischigem grünem Stengel und reichem Blattwerk zur Gemüsebereitung dienend; grin K. 'Spinat' [verbr.]; vgl. PfWB Grünkraut. — b. als Gewürzkraut verwendet, Kraut, Pl. Kreitcher, Kreidelcher [Wilde 286]; insbes. Kreitche 'Bohnenkraut (Satureia hortensis)' [KU-W'mohr (Wilde 31)]. — c. K. zu Heilzwecken, insbes. zur Teebereitung dienend, Pl. Kreitcher [verbr.]. Er dut Kreitcher suche [ KL-Fischb]. SprW.: Ge'e (for, werrer) de Dod es kan Kraut gewachs [RO-Dielkch, verbr., auch Don Gal Buch]. Volksgl.: Der Himmelfährdag sammelt mer nein Särte K. oder alle Blanz as bliht fer Fiewer [Fogel Beliefs Penns Nr. 1328]. Heilsegen bei einer Verwundung: Dreierlei Kräutche / Hääl mer mein Häutche, / Still mer mein Blut, / Daß es sei Lebtag net meh weh duht [Wilde 135]. — d. 'Zauberkraut'; vgl. PfWB Beruf-, PfWB Beschrau-, PfWB Hexenkraut. RA.: Es geht mit schlechte Kraiter 'nicht mit rechten Dingen' zu [ PS-Geisbg]. — e. (ohne Pl.) nicht als menschliches Nahrungsmittel dienende Blätter mancher Nutzpflanzen; vgl. PfWB Grundbirnen-, PfWB Rübenkraut. — f. = PfWB Unkraut. Der Gaade steht voll Gras un Kraut [ LU-Opp]. RA.: Er is ins K. geschoß, von einem körperlich entwickelten aber geistig zurückgebliebenen Menschen [ KL-Fischb]. — g. 'schlechter Tabak', scherzh.; Zs. PfWB Schikanenkraut. Der raacht noch e K.! [Wilde 139]. — h. K. als Glied in Pflanzennamen (zu den Bed. 2. a. - f.). α. Kreidel rihr mich nicht an 'Augentrost (Euphrasia off.)' [»Donnersberg« (Wilde Notizen)]; 'Springkraut (Impatiens noli tangere)' [Wilde 231]; Kreidel Allerbest 'Ehrenpreis (Veronica off.)' [Neustdt GH-Wörth, mancherorts VPf (Wilde 46)]. — β. Grundwort in den Zs.: Abnehm(en)-, PfWB Baldrian-, PfWB Papp-, PfWB Peitschenstock-, Besen-, PfWB Pfeffer-, PfWB Bilsen-, PfWB Brunnel-, Tausendgulden-, PfWB Tee-, PfWB Eisen-, PfWB Finger-, PfWB Franzosen-, PfWB Gänse-, PfWB Garben-, PfWB Gelbrüben-, PfWB Geschwür-, Häfchen-, Hahnen-, PfWB Heide-, Himbeeren-, PfWB Hupps-, PfWB Immen-, PfWB Irr-, PfWB Iterüch-, PfWB Johannis-, PfWB Käse-, PfWB Käsepappel-, PfWB Katzen-, PfWB Kern-, Kleb(er)-, [Bd. 4, Sp. 565] PfWB Knall-, PfWB Krabbel-, PfWB Kranz-, PfWB Kränzel-, PfWB Kreuz-, PfWB Kuh-, PfWB Lab-, Laub-, PfWB Läuse-, PfWB Leim-, Magsamen-, PfWB Mai-, Marien-, Meld(en)-, PfWB Motten-, PfWB Mutter-, PfWB Römisch-, Rosmarin-, Schacht(el)-, PfWB Schellen-, PfWB Scheuer-, PfWB Schleier-, PfWB Schmalz-, Schnacken-, PfWB Schnell-, PfWB Seich-, PfWB Sparren-, PfWB Sperrvinkel-, PfWB Stier-, Stuf-, PfWB Wanzen-, Wasch-, PfWB Weiber-, Wiesenschaum-, PfWB Wingerts-, PfWB Wund-, PfWB Wurst-, PfWB Zinnkraut. — Südhess. III 1788 ff.; RhWB Rhein. IV 1426 ff.; LothWB Lothr. 317; ElsWB Els. I 528.
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