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 PfWB Sparren-gockel (Bd. 6, Sp. 209)   PfWB Gockel (Bd. 3, Sp. 368)   PfWB eins (Bd. 2, Sp. 814) 
  -gockel, -gokes, -gückelm.: = PfWB Sparrenfankes, -gockel [ RO-Feilbg KB-Dreis Mauchh Mörsf Orb], -gokes [Krämer Gal 257], -guckes [ KU-Reiffb], Sperregickel [ Gal-Sap]; Syn. s. PfWB Spaßvogel. —

 

   Gockel, Göckel, Gokel, Gökelm.:
1.
a. 'Haushahn', Gock(e)l (gogəl, gogl) und Gog(e)l (gōgəl, gōgl) [zur Verbr. s. K. 162, verbr. Gal], Geck(e)l (geg-) [ KU-Theisbgstg WD-Ostbr RO-Gonb

[Bd. 3, Sp. 369]
NW-Freinsh GH-Hatzbühl], Gegel (gēg-) [ PS-Geisbg]; die Form mit kurzem Stammvokal ist mancherorts der jüngeren Gener., die mit langem Vokal der älteren Gener. eigen, vgl. Otterstetter 176; die F. von Pl. u. Dim. s. unten 2cα. Zs. Hahn(en)gockel. Syn. s. PfWB Hahn. Man ruft den Hahn: Kamm, G., kamm! [ NW-Ellstdt]. Vergl. u. RA.: Er kummt doher wie e G. im Salat, wer beim Gehen die Füße zu stark anhebt [ ZW-Bechhf KB-Kerzh]. Der Eingebildete stellt de Kopp wie e G. [ NW-Kallstdt]. Er steigt doher wie e G., wer viel auf schöne Kleidung hält [ NW-Neidfs]. Das laaft wie e G., von einem Mädchen mit geziertem Gang [ PS-Vinn]. Er guckt wie e G., wann's blitzt, wer ein erschrecktes Gesicht zeigt [Kaislt]. Er is rot wie e G., wer im Zorn rot wird [ ZW-Gr'bundb GH-Zeisk]. Er hot Ware (Waden) wie e G., von dünnen Beinen [NPf]. Er hot e Bruscht wie G., von einer schmalen Brust [NPf]. Sie sin Geschwischderhinkel mit'm G. uf de Meschtkaut, Bezeichnung für weitläufige Verwandtschaft [KB-Albish, verbr. NPf]. Dann stecke se ufs Dach vum Haus de rote G. owenaus [Münch Weltgesch. 133]. SprW.: Zwää Geckel uf eem Mischthaufe dun selte gut [Sunndag Nr. 18/1956, S. 3]. WR. (scherzh.): Kräht de G. uf de Mischt, gibt's anner Werrer, orrer 's bleibt, wie's is [ KB-Kriegsf Albish]. Wenn Kinder, bes. Mädchen niesen, sagt man: Helf dir Gott ins Hinkelhaus, kummsche aa zum G. [Kaislt]. VR.: G., Hinkel, Hahn, die Kerch geht an [ ZW-Bechhf]. Heio, popeio, schlag 's Gockelche dot; 's legt mir kee Eier un frißt mir mein Brot [ KU-Altkch]; Var. s. PfWB popeia. Troß, troß, troß, de G. hockt im Schloß, frißt'm Bauer sein Korn, kriegt de Bauer en Zorn, nimmt de Bauer en dicke Stään un schmeißt 'm G. newer's Bään, kreischt de G. »Kikeriki, äks, du hoscht mich doch net kriet« [LU-Alsh, verbr. VPf]; Var. s. PfWB Bauer1. Einen AR. s. PfWB eins 1. —
b. 'Truthahn' s. PfWB Welschgockel. —
2.
a. persönl.
α. 'eingebildeter, hochmütiger Mensch', vgl. PfWB Sparrengockel. Das is e rechter G. [Neustdt, verbr.]; e engebildter G. [KB-Bischh, verbr.]. So manch Dorf hat sein G. 'putzsüchtige weibliche Person' [ KU-Bedb, ZW-Gr'bundb]. —
β. 'wer sich ausgelassen, wenn nicht gar verrückt gebärdet'; e närrischer G. [ZW-Battw, verbr.]; e närrischder G. [ NW-Ellstdt]; vgl. PfWB Gockeldings. —
γ. 'weibstoller Mann' [ FR-Quirnh]. Syn. s. Schürzenjäger. —
δ. 'wer leicht in Zorn gerät' [ PS-Münchw]. Zwää Geckel hän Streit minanner [Frankth]. Zs. PfWB Streitgockel. —
ε. Schimpfw.: Du schäler G.! [SOPf]. Du tappicher G.! [ ZW-Battw]. Ehr Geckelcher! [ LA-Venn]. Zs. PfWB Rindsgockel. —
b. 'altes, zum Ausschlagen neigendes Pferd', Googel [ KU-Rothsbg], Gockel [Heeger Tiere I 13]. —
c.
α. 'Tannen- oder Fichtenzapfen', meist im Pl., Gock(e)le [NPf

[Bd. 3, Sp. 370]
nördl. VPf KU-Miesau BZ-Gossw Eußth Wilde 124], Geckel [KB-Zell (Wilde 59)], Goog(e)le [KU-Gries Schönbg Steinb HB-Kirrbg KL-Gimsb Kaislt KB-Kriegsf NW-Hardbg Weidth Wilde 124], Gockelcher [ KU-Dittw KL-Neukch Mehlb KB-Orb Gauh], Googelcher [ KU-Nanzw Dietschw Quirnb Kübbg W'mohr Dunzw ZW-Lambsbn Bechhf KL-Vogb RO-Ebbg]. Zs. PfWB Tannen-, PfWB Fichten-, PfWB Hahnengockel. —
β. 'Kiefernzapfen', meist im Pl., Gogle [ FR-N'lein NW-Erph BZ-Dernb], Gockelcher [Kirchhbol]. Syn. s. PfWB Butzel1 4. —
d. 'der wertvollste Klicker', Gockel [ FR-Flomh]; vgl. PfWB Gockelchens. Syn. s. PfWB Schießklicker. —
e. 'Schlittschuhschlüssel', Gookelche [ KU-Breitb]. —
f. 'die haubenartige, gegen die Stirn gestellte Haarfrisur bei Frauen', Gockel [ NW-Lambr Neidfels]; vgl. PfWB Kobel. —
g. 'Turmhahn' in PfWB Turm-, PfWB Kirchengockel. — Südhess. II 1406/07; RhWB Rhein. II 1292/93; LothWB Lothr. 210; ElsWB Els. I 206; Bad. II 441.

 

   eins:
1. Num. (Kardinalzahl). 'die erste Zahl in der Zahlenreihe, die Ziffer eins', ääns (ns) [verbr. VPf RO-Als Gal-Unterwalden], enns (ęns) [verbr. WPf], eens (ēns) [Gal-Dornf u. Umg. Brig], aans (āns, ns) [verbr. NPf KU-Kaulb Hüffl PS-Bundth Busbg Gal-Unterb u. Umg. Kaltwasser Weinbergen Buch-Illisch], aans (āns) [RO-Sippf], oons (ōns) [ Gal-Hohenb Josefow Josbg Königsau Obl Engelsbg Bagbg Augustd Sewerynowka]. — Punkt äns bische do! 'Pünktlich um 1 Uhr bist du da!' [Kaislt, allg.]. Des isch ääns A 'von erster Qualität' [VPf, allg.]. Des war e Batsch 'Ohrfeige' Nummer eens [ NW-Geinsh]. Im Heiratsstifte war er Nummero äns [PfPr. 6. 8. 1927]. Ich fahr mit de Eins 'Buslinie Nr. 1' [Kaislt]; vgl. PfWB Einser 2. AR.: Ens, kens, schnelle, belle, pupp [ BZ-Völkw]. Eins, zwei, Polizei, Forts. s. PfWB Polizei. Eins, zwei, drei,

[Bd. 2, Sp. 815]
Forts. s. PfWB eigenagenei. Äns, zwää, drei; 's Hinkel lecht e Ei; de Gockel, der guckt zu; un aus bischt du [ LA-Kl'fischl]. Ääns, zwää, drei, hicke, hacke, hei, Forts. s. PfWB barfuß 1; vgl. auch die Var. bei Pappendeckel, Bauersfrau, Baum (I 629 Z. 2), drei (II 469 Z. 34), vier, Hexe, Katzenschwanz, Klavier, Landstraße, Saft, Schieferdeckerei, wick.
2. Adv. 'einig, eines Sinnes'. Mer sin in dere Sach eens worr [ Gal-Dornf]; vgl. PfWB übereins. a. 1400 (1560): derowegen seinndten wir obbestimmte schultheisen, burger- vnnd dorffmeister zur besserung vnnd handhabung vnserer welden raths vnnd einß worden ... [PfWeist. II 558 (NW-Freinsh)]. — Südhess. II 55 Z. 13 ff.; Rhein. II 62 Z. 42 ff.; Bad. I 644 Z. 12 ff.