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| PfWB Sonne (Bd. 6, Sp. 168) | RhWB Abendsonne (Bd. 1, Sp. 23) | |||||||||||||||||||||||
1. a. 'das helleuchtende Himmelsgestirn S.', Sunn [verbr., Bertram § 119 Christmann Kaulb 19 Heeger Südostpf. 11 Henn Mda.-Int. 291 Höh 58 Mang 109, 186 Müller Dietschw Schnekkenburger 27, 48 PfId. 140 59 Beam Penns 101 Lambert Penns 151 Krämer Gal 200], Pl. -e [verbr.]; Dim. Sunnche [ KB-O'wies Gal-Walddorf], sonst nicht bezeugt; Zs.: PfWB Abend-, PfWB Altweiber-, PfWB Aprilen-, PfWB August-, PfWB Buben-, PfWB Februar-, PfWB Frühjahrs-, PfWB Hasen-, PfWB Herbst-, PfWB Juli-, PfWB Mai(en)-, PfWB Märzen-, PfWB Mittags-, PfWB Morgens-, PfWB Oktober-, PfWB September-, PfWB Sommer-, PfWB Spätjahrs-, PfWB Wintersonne. Die S. geht uf [ NW-Haßl]. Die S. scheint [RO-Münchw, verbr.]. Die S. macht hääß (brennt, sticht) [ GH-Vollmw, mancherorts]. Die S. brennt mer uf de Buckel [ KL-Weilb]. Die S. määnt's gut [ KU-Bedb]. Die S. steht schun am Himmel [ RO-Obd]. Die S. schinnt schunn scheen! [Glass II 63]. Die S. kimmt (hinter den Wolken hervor) [ KU-O'alb]. Die S. macht sich eraus, dass. [ KB-Kriegsf]. Aweil hot sich die S. verschluppt 'Eben ist die Sonne hinter Wolken verschwunden' [ NW-Ellstdt]. Heit kummt d' S. nimmi raus [ GH-Zeisk]. Die S. geht unner [ LA-Maik]. Die S. geht schlofe [ ZW-Gr'bundb]. Mer dun als mit de S. schlofe gehe un mit de S. ufsteige [ LU-Alsh]. Heit scheint die S., morje reent's [ KL-Reichb]. Nau is es aa schun duschber un die S. is nimmi drauß [Penns-DeitschEck 19. 3. 1938]. Vun all den Veel unner de Sunn / Eß mer das liebschte Dier / E Babbegei, wie 'n eich ne hunn! [Ranssweiler 68]. Die Erd, die Sunn, de Mond un alles, / Das krät am selbe Dag de Dalles [Münch Werke I 24]. RA.: dorch (in) S. un Muund schlaan (schloon) 'gehörig verprügeln' [IB-Herbh Glass II 83, mancherorts]. Die S. zieht (sauft, scheppt) Wasser, wenn die Sonnenstrahlen hinter Wolken hervorbrechen und bis auf die Erde reichen [RO-Bistschd, mancherorts, Beam Penns 101]. Die S. ziecht Wasserstrahle, dass. [ BZ-Münchw]. Die Sunn schluppt (geht) in e Sack (Wassersack) 'Die [Bd. 6, Sp. 169] Sonne geht hinter Wolken unter' [ NW-Ellstdt, mancherorts]. Die S. schluppt in die Hose, dass. [ ZW-Gr'bundb]. Die S. is uf der Budderritsch 'ist im Untergehen' [ Gal-Brotschk]. Die S. scheint (schun) iwwer Berch un Dal (iwwer siwwe Berje) 'Es ist schon heller Tag', bes. zu Langschläfern gesagt [ PS-Münchw, mancherorts]. Dem scheint d' S. alle Morche ins Bett nein, von einem Langschläfer [ BZ-Stein]. Der schloft, bis em die S. of de Arsch scheint, dass. [ GH-Nd'lustdt]. Die S. scheind Bloodere 'Die Sonne brennt' [Hussong Kirkel 21]. Die S. knalld ma uffs Bless, scheint mir ins Gesicht [Hussong Kirkel 21]. Mer määnt, siwwe Sunne stehen (hängen) am Himmel, bei großer Hitze oder wenn jemand für die Witterung zu dünn bekleidet ist [KU-Bedb, mancherorts, Thielen So rerre mer 113]. Die Supp is uf der S. gekocht, wenn sie heiß ist, und uf em Mond, wenn sie kalt ist [ ZW-Gr'bundb]. Das isch so hell (rein, klor) wie d' S. [ GH-Vollmw]. Do kammer S. un Mond dorchsiehe, von einem fadenscheinigen Stoff [ ZW-Bechhf]. Der esch nit wert, daß en d' S. anscheint [LA-Nd'hochstdt, verbr.]. So traurich wie du laaft nix unner de S. erum [ KU-Diedk]. Zu einem, der gar zu gern und fortwährend befiehlt, sagt man: Michel, blos die S. aus! [Hebel 23]. SprW.: Die S. hot noch kenn Bauer zum Land enausgescheint (awwer de Reen enausgereent) [KL-Reichb, verbr.]. Die S. scheint ke Hunger ins Land, awwer Kotjohre sin Notjohre [ Don-Gottlob]. Was helft's, daß die S. scheint, wann mr blind is? [vereinzelt Don]. BR.: S., die frieh lacht, weint ball [ GH-Leimh, mancherorts]. Die S., die morchends so frieh lacht, sieht mer am Meddach greine [ GH-Vollmw]. Die S. sticht, do gebbt's e Gewirrer [ KL-Weilb]. Die S. geht rout unner, do gibt's schäi Wedder [ LA-Gommh]. Flien (fliegen) die Schwalwe nirrer, gibt's Rää, flien se hoch, scheint die S. [ FR-Bockh]. Wann die S. in die Hose (in de Sack) schluppt d. h. beim Untergehen in einer dicken Wolke verschwindet, gibt's Rege [ ZW-Gr'bundb, KL-Wörsb]. Wann die S. mittwochs hell unnergeht, gebt's kenn Rege fer Sunndag [Fogel Beliefs Penns Nr. 1242]. Is's am Samstag noch so trieb, scheint die S. doch der Muttergottes zulieb [ KL-Reuschb]. Volksgl.: Sonne am Tag der Hochzeit bedeutet Glück [ KB-Kerzh, mancherorts]. Wem's regnet auf den Hochzeitstag, dem scheint die Sonne auf das Grab [ FR-Lambsh]. En Schlang geht net dot bis die S. unner is [Fogel Beliefs Penns Nr. 1111]. Wammer'n Baam planzt, treet mer'n fescht mit der S. 'tritt man ihn in der Richtung des Sonnenlaufes fest' [Fogel Beliefs Penns Nr. 1059]. Am Ostermorgen hüpft die Sonne [ NW-Esth]; vgl. PfWB Osterlamm. Brauchspruch gegen Mundfäule: Mundfail, du sollscht weiche, wie die S. am Himmel dut streiche [ KL-Spesb]. KR.: Bei Regen singen die Kinder: S., kumm erunner, / Rää, bleib drowe [ KB-Biedh, mancherorts], auch umgekehrt: Rää, kumm erunner, / S., bleib drowe [ FR-Bockh, mancherorts]. Rää, Rää, bleib [Bd. 6, Sp. 170] drowwe, / S., S., kumm erunner. / Deck de Deckel uf die Pann, / daß de Rää erunner kann [ KL-Stelzbg, ähnl. Gal-Brunndorf Walddorf]. Reche, Reche, weirer fort, / Sunne, Sunne, do her [ LA-Nußd]. Sunne, Sunne, scheine, / wir fahren iwwer Rheine, wir fahren iwwer's Glockehaus, / gucken drei Bobbe raus. / D' ee spinnt Seide, / die anner wickelt Weire, / die drett macht en rorer Rock / for de kläne Borzelbock [ KL-Wörsb], Var. s. PfWB Herrgott 1 a, Madame 1 a, PfWB Seide. Weitere KR.: Die S. scheint, / 's Veelche greint, / de Schneiðer hockt im Laðe, / schneidt nix as Kuche un Flaðe [KU-Kaulb, ähnl. GH-Vollmw Horne Penns 111]. Die S. scheint, / des Kind greint, / die Modder is im Garde, / de Vadder is im Wirtshaus, / sauft alle Gläser aus [PfRSch. 11. 11. 1934]. Die S. scheint, de Paff greint, / de Miller leit im Lädche. / Wann mei Mudder Budder steßt, / do krie ich aach e Flädche [ KB-O'wies]. Die S. is aach schun lang zur Ruh, / Die Hinkel uff de Stang, / 's is dunkel draus wie in 're Kuh, / die Nachteul macht ehm bang [Heeger Tiere I 11]. Rätsel: Was esch der liewer - 's Kiechel in de S. 'Kuhfladen auf der Straße' - orrer de Deiwel em Schornschde 'Schinken' [ LA-Nd'hochstdt]. 16. Jh.: Des morgens sol er abziehen mit wachender sonnen [PfWeist. 512 (RO-Finkb)]. — b. 'Sonnenschein; Sonnen-, Tageslicht' [verbr.]; in de S. sitze [mancherorts]; an (in) die S. gehe [Kaislt, mancherorts]. Die Sunn leit uf em Dach 'bescheint das Dach' [Kaislt]. Do misse mer die S. ausnitze un missen raus, schun morjens frih [ LU-Muttstdt]. Un freindlich leit dort in de Sunn / De Weierhof, ganz trucke schun [Münch Werke I 40]. RA.: sesammegehe wie Bodder in de S. [KU-Lohnw, verbr.]. Do kummt kän S. un ken Mond ane (hin), von einem nach Norden gelegenen Zimmer, einem engen, abgelegenen Winkel, auch vom Gefängnis [LA-Nd'hochstdt, verbr.]. Geh mer aus de S.! 'Gehe mir aus dem Licht; Verschwinde!' [NW-Haßl, verbr.]. Die S. hat (noch) keen Kraft (Gewalt) 'Die Sonneneinstrahlung ist (noch) gering' [ LA-Ranschb]. Scherzh. Rat zur Förderung des Bartwuchses: Schmeer der Budder druf un stell dich in die S. [ KB-Kriegsf]. SprW.: Loß die S. ins Haus, dann kummt de Dokder net enin [ KU-Brück]. Wer Budder uf em Kopp hot, soll net in die S. gehn [Don (Steinmetz)]. Wein un Kunscht brauchen viel S. [Krieger 50]. Die S. bringt's an de Dag [GH-Kuhdt, verbr.]. 's kummt (alles) doch mol an die S. [ GH-Schwegh, mancherorts]. 's is nix so fein gespunn, 's kummt alles an die S. [ ZW-Bechhf, mancherorts]. BR.: Viel S. im Herbscht gibt gude Wein [ RO-Dielkch]. — 2. a. 'Mond', scherzh., in der Wend.: Winderdaler Sunn [ RO-Dielkch]; vgl. PfWB Bubensonne. — b. 'zugesetzter Zucker im Wein', in der Wend.: Frankedaler Sunn (wegen der dortigen Zuckerfabrik) [FR-Tiefth, mancherorts, JKurpf. 1934 30]; die Frankedaler S. scheine losse 'den Most zuckern'. Do hot die Frankedaler S. noing'scheint [ NW-Freinsh]. — 3. a. 'Glatze, Glatzkopf' [Bd. 6, Sp. 171] [ FR-N'lein, mancherorts]. Die S. geht uf, sagt man, wenn jemand mit einer Glatze kommt [Kus, vereinzelt]. Die S. fangt an ze scheine, dass. [ ZW-Bechhf]. Neckvers: Was brauche mer S. un Mond un Stern, / sein Glatz leicht wie e Ladern [ BZ-Annw, vereinzelt]. — b. 'Stangengerüst über dem Ofen zum Trocknen' [ NW-Wachh]; Syn. s. PfWB Ofenstange. — 4. Name von Gasthäusern [vereinzelt]. Scherzdialog (Spiel mit der mehrfachen Bedeutung): Wuunaus? (Wohin?) — In d' Sunn 'Gasthaus zur Sonne' — Bleib liewer im Schadde! [ GH-Zeisk]. — 5. 'günstige Umstände, Glück, Harmonie' [verbr.]. Dem lacht die S. [ KL-Reichb]. Do is kän S. im Haus 'Da ist Streit, Zwietracht' [ LU-Alsh]. RA.: Warum solle mer net aa Haai mache, wann grad die S. scheint? 'Warum sollen wir nicht die günstigen Umstände ausnützen?' [ KU-Hinzw]. Die S. scheint aa mol wirrer uf unser Dach 'Für uns werden auch einmal wieder glücklichere Umstände eintreten' [ FR-Tiefth]. 's werd uns aach emol wirrer e S. scheine, dass. [ GH-Zeisk]. — RhWB Rhein. VIII 211 ff.; LothWB Lothr. 513; ElsWB Els. II 363, ALA II 250.
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