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 PfWB Sohn (Bd. 6, Sp. 145)   PfWB Zapfen (Bd. 6, Sp. 1533) 
   Sohn m.:
1.
a. 'männliches Kind in Bezug auf Vater und Mutter', Sg. Sohn (sōn), Pl. Sehn, Sähn (sēn, sn) [verbr. SWPf mancherorts westl. WPf vereinzelt NPf]; Sg. Soun (sǫun), Pl. Sehn [ WD-Niedkch HB-Lu'thal IB-Bliesmg/Bolch]; Sg. Sohn (sōn), Pl. Sehn, Sähn (sēn, sn) [verbr. NPf mancherorts mittl. WPf vereinzelt übrige Pf, Bertram § 258 Müller Dietschw 59 Lambert Penns 151 Krämer Gal 200]; Sg. Souhn (soun) [PS-Heltbg Hintwdth Schopp LA-Bornh, Höh 28]; Sg. Suhn (sūn), Pl. Sihn (sīn) [ KU-Lauteck IB-Bebh ZW-Walshs PS-Schweix SP-Harths]; Sg. Suhn (sūn), Pl. Sihn (sīn) [verbr. mittl. WPf mittl. SPf mancherorts VPf, Christmann Kaulb 20, 89, 95 Heeger Südostpf. 10 Höh 28 Mang 111, 113 Lambert Penns 151]; Sg. Suhe [ GH-Neubg]; Sg. Sahn (sān), Pl. Sähn (sn) [RO-Münstapp Sippf KL-Wörsb], Sg. Sahn (sn), Pl. Sehn, Sähn (sēn, sn) [verbr. SOPf mancherorts übrige VPf östl. NPf, Heeger Südostpf. 10 Schnekkenburger 26, 50 Beam Penns 83]; Dim. Sg. Sehnche, Sähnche [WPf], Sihnche [vereinzelt WPf SPf], Sehnel, Sähnel [VPf], Pl. (kaum gemeldet) Sehncher, Sähncher, Sihncher [vereinzelt WPf], Sehnle, Sähnle, Sähnlich [vereinzelt VPf]; Zs.: PfWB Bauern-, PfWB Pfarrers-, PfWB Pflege-, PfWB Bruders-, PfWB Geschwister-, PfWB Haus-, PfWB Herren-, PfWB Lehrers-, PfWB Reicheleuts-, Schwester-, PfWB Schwiegersohn; Mamme-, PfWB Muttersöhnchen; das Wort wird häufig nur in gehobenerer Sprache verwendet, im täglichen Gebrauch herrschen Umschreibungen wie mein Bub, mein Jingschder (Ältschder), unser Philipp u. ä. vor. Dann hot der arm verlore Suh / Sich uf

[Bd. 6, Sp. 146]
der Weg gemacht [Birmelin Penns Gezw. 40]. SprW.: De Vadder e Schlamp, de S. e Schlambamp [Krieger 38]. Rätsel vom Rauch und Feuer: De Vadder is noch net gut do, da steit de S. schun ufs Dach [mancherorts Don Gal Buch]. VR. s. PfWB Georg 1 a, PfWB Sohle2 1 b. a. 1295: Herman Kerwisses sn [ZweibrReg. 119]. a. 1305: Herburt von Dalsheim, hern Hertwig Stiches sun [OttbgUrkb. 266]. a. 1320: so sol ich minen sun zu in senden [SpeyUrk. 260]. —
b. 'in einem sohnähnlichen Verhältnis Stehender'; vgl. PfWB Pflege-, PfWB Stiefsohn. —
2.
a. 'Rebe, die durch Absenken und Eingraben eines Rebzweiges vom alten Rebstock gezogen wird', Sohn [ FR-Grünstdt], Sahn [ FR-N'lein], Pl. Sähn [ KB-Gauh Otth]; vgl. PfWB einlegen 1 b, PfWB Sehne 2, PfWB Senker.
b. 'Ersatzzapfen am Weinstock' [ KB-Zell]; beim Rebenschnitt gilt die Regel: immer de Vadder uf de Sohn 'die (lange) Rute über den (kurzen) Stift' [ KB-Zell]. —
3.
a. Sohn vor dem Vadder 'Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)', weil die Frucht im Frühjahr, die Blüte im Herbst erscheint [Zweibr u. Umg. (Wilde 103)]; Syn. s. PfWB Nackarsch 3 a. —
b. Söhnche vor dem Vadder 'Leberblümchen (Anemone hepatica)', weil die Blüten vor den Blättern kommen [Zweibr u. Umg. (Wilde 158)]. —
c. 'Huflattich (Tussilago farfara)' [IB-Blieskst (Wilde Notizen)]; Syn. s. PfWB Huflattich 1. — RhWB Rhein. VIII 188/89; LothWB Lothr. 513; ElsWB Els. II 363.

 

   Zapfen m.:
1.
a. 'Pfropf zum Verschließen des Zapfenlochs von Fässern, Zubern', auch mit Zapfhahn, Zappe (dsabə) [verbr., Höh 78 Lambert Penns 182 Krämer Gal 246], Zapfe (dsabfə) [Südostzipfel der Pf]; Zs.: PfWB Schlauch-, PfWB Spundenzapfen. RA.: voll wie en Z. 'stark betrunken' [ LA-Kl'fischl, mancherorts]. Jetz is de Z. ab 'Die Sache ist nicht mehr akut, nicht mehr im Schwang' [Otterstetter 265]. Jetzt is Zappe 'Jetzt ist Schluß', urspr. vom Zapfenstreich, d. h. dem Verschließen des Fasses und damit dem Ende des Ausschanks [vereinzelt, Kamm 70 Thielen 125]. SprW.: 's is en Z. f'r jed'r Loch un en Deckel f'r alle Hafe [Fogel Prov. Penns Nr. 1866]. VR.: Was - alt Faß, / wann's rechent werd's naß. / Kummt e neier Z. nein, / dein Nas, die muß de Z. sein [ LA-Essing]. Rätsel von der Mutterbrust: 's is e Fäßje wohlgebunn, / kummt nie net e Raaf drum, / 's trinke Grafe un Ferschde draus / un kaaner zieht's Zäppche raus [ Gal-Dornf]. Ende 14. Jh.: Item wer um lon wyrket, der sol an sime lone nid anders nemen dan gelt, korn und wyn, als ez zu dem zappen giltet [StArch. Kaislt Zunftordnung]. a. 1563: selbert wein ... vom zapffen außzuschenken vnd zuverkauffen [SLgb. Dirmstein, d, Bl. 359 (KB-Otth Immh)]. —
b. 'Flaschenkork', Zappe [mancherorts mittl. VPf], Zapfe [ GH-N'potz]; vgl. K. 365 Stopfen; Zs.: PfWB Pantoffel-, PfWB Flaschenzapfen; Syn. s. PfWB Stopfen 1 a. —
c. 'Schnuller für Kleinkinder' [vereinzelt VPf, Schmitt Billh. 77 Kamm 70]; Syn. s. PfWB Schnuller 1. —
2.
a. 'Stift, Bolzen, Pflock', bes. an Maschinen, Geräten usw. [mancherorts, Klein Wag. 109]; Zs.: PfWB Eggen-, PfWB Eis- 2 a, PfWB Furchel-, PfWB Gabel-, PfWB Grieß-, Grund-, PfWB Leichten-, PfWB Leier-, PfWB Stirn-, PfWB Walzen-, PfWB Wendzapfen. Wann en Baam net trage will, bohrt mern Loch in der Stamm un schlagt en Zappe nei fume Baam as trächt [Fogel Beliefs Penns Nr. 54]. a. 1565: Item 20 albus dem Schmid zu Limpach von 2 muelneisen vnd ein zapen in die muellreder gemacht [WerschwSchR]. —
b. 'Eiszapfen' [vereinzelt]; Zs.: PfWB Eiszapfen. Die Fingre wie Zabbe aus Ejs [Kraus Pädcher 62]. —
c. 'Suppositorium', nur Dim. Zäppche [WPf NOPf], Zäppel [mittl. und südl. VPf]; Zs.:

[Bd. 6, Sp. 1534]
Seifenzäpfchen; e Schachtel Zeppcher fer die Gall [Damm Nachtdischlamp 11]. —
d. vgl. PfWB Stalltürzapfen. —
3.
a. 'Kiefern-, Tannenzapfen' [vereinzelt, Wilde 124]; vgl. K. 74; Zs.: PfWB Tannen-, PfWB Fichten-, PfWB Forlen-, PfWB Kiefern-, PfWB Kienzapfen; Syn. s. PfWB Butzel1 4. —
b. 'für den nächstjährigen Fruchttrieb stehengelasssener Stift am Weinstock, Reservezapfen' [FR-Albsh Maxd N'lein NW-Herxh Kallstdt LA-Edk Mörzh BZ-Hergw O'ottb Schweig, Wilde 200]; vgl. PfWB Knebel 2 a γ, PfWB Sohn 2 b, PfWB Stift 1 a; uf Zappe schneide [ NW-Kallstdt]; WKW 58. —
c. in den Pflanzenbezeichnungen PfWB Eis- 2 b, PfWB Rahm-, PfWB Weinzapfen.
4.
a. 'Gaumensegel, Uvula', nur Dim. Zäppche [WPf NOPf], Zäppel [mittl. und südl. VPf]; Zs.: Gaumen-, Hals-, Gurgelzapfen. RA.: Der hot sich 's Zäppel abgesoff, wer sich durch Trunksucht ruiniert hat [ BZ-Albw]. Zu weinenden Kindern sagt man 's Zäppche fallt 'm ab [ Gal-Dornf]. Spruch eines Weintrinkers: 's Zäppel im Hals muß immer halbwegs im Woi hänge [Sunndag 14. 9. 1958]. —
b. 'männliches Glied', nur Dim. Zäppel [ BZ-Dernb]; Syn. s. PfWB Schwanz 2 a. —
c. '(große) Nase', scherzh. [ KL-Bann LA-Kl'fischl]. —
5.
a. 'Trunkenbold' [ BZ-Albw]; Zs.: PfWB Vollzapfen; e versoffener Z. [ BZ-Albw]. —
b. 'unbedarfter, närrischer Mensch' [vereinzelt]; Zs.: PfWB Affen-, PfWB Eiszapfen 2 d; Syn. s. PfWB Tappes 1 a. —
c. 'kleiner Bub' [ LA-Wollmh]; klääner Z. [ LA-Wollmh]. —
d. Neckname für die Bewohner von KB-Morschh, nur Pl. die Zappe [ KB-Morschh]. — RhWB Rhein. IX 711/12; LothWB Lothr. 553; ElsWB Els. II 910.