Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB Simpel2 (Bd. 6, Sp. 120)   DWB zimp (Bd. 31, Sp. 1360) 
   Simpel2 f.:
1. 'in die Stirn hängende Haare, Haarsträhnen', Simpel (simbəl), meist nur Pl. Simbele [KU-A'glan Bedb RO-Dielkch Gundw ZW-Bechhf Gr'bundb Kaislt, Thielen 104]; vgl. Simpelfransen. —
2. 'Stirnmähne des Pferdes', nur Pl. Simple [ ZW-Bechhf]. — Nebenform zu PfWB Zimpel, das wie rheinisch Zimpel, Zimpe, Zimp ( RhWB Rhein. IX 797/98) und niederdt. Timpen mit nhd. Zipfel verwandt ist (Kluge-Seebold22 814 DWB DWb. XV 1360).

 

 zimp, zimpe, zimpen, m., ecke, spitze, zipfel; das nd.-ndl. timp, timpe, m., das am Rhein zögernd der lautverschiebung nachgibt (s. Frings Germ. Rom. 210 f.); ecke, spitze des brotes und kuchens:

ach here, laeth my doch mit yw gaenn,
ick sterve süsz hungers, dar ick sta.
de wegge ys getten up den tympenn
Burkard Waldis d. verlorene sohn v. 997 ndr.;

eenen timpen vam stuten afbyten Richey Hamb.2 308; eenen timpen vom brod bieten Schütze Holstein 4, 260; een timpen vam weggen Dähnert plattdt. wb. 486b; timp holl. fris. i. kant broods oft wegghe; holl. panis minor triticeus eminentibus angulis Kilian 672a Hass.; sprichwörtlich: he bitt all up 'n letzten timpen es geht mit seinem vermögen zu ende Dähnert plattdt. wb. 486b; semmeln mit 4 spitzen heiszen timpen Mensing schlesw.-holst. 5, 65. sackzipfel: den sack bi de timpen anfaten ebda; timpen stumpfes ende am sacke Mi Mecklenb. 93b; in den timpen faten Schambach Göttingen 230b; zipfel eines tuches, taschentuches Mi Meckl. 93b; Schambach 230b; in den timpen vam dook knutten brem. wb. 5, 71; ecke eines stuhls: de büdelste timpe van 'n stohl Mensing 5, 65; eines steins Schambach 230b; landspitze Frederking Hahlen 32. übertragen kopf: he hett wat im timpen ist trunken Richey Hamb.2 308; ebenso Schütze, Mensing, Schambach, Böning 115b; auch: er ist nicht bei guter laune brem. wb. 5, 71; he kreeg 't im timpen das starke getränk stieg ihm zu kopfe, er ist sehr aufgebracht 5, 70; schwanz: dən timpən intēn sich aus dem staube machen Bauer-Collitz Waldeck 104a; en timpen weniger ein biszchen weniger Mensing 5, 65; in vocabularen häufig: relipendium tympe an der coghelen, gleich gugelzipffel Diefenbach nov. gl. 316a; kogeltymp gl. 491a; leripipium kugelczippe, -czippel, -czipfel, eyn timp van der kogelen gl. 324c; orarium timp 399a; relipendium, retropendium tymp, tzep v. d. Schueren teuth. 398a Verdam; timp umbraculum calyptrae muliebris, frontale pallae Kilian 672a Hass.; focale i. qu. cattula halstuch, koller, zympf (vulg. collipendium) Diefenbach gl. 241a; Apherdianus tyrocin. 45. zimpezampe fetzen über fetzen Stauf v. d. March nordmähr. 99. eher von zümpfel (teil 16, sp. 541) zimpferl, n., kleines, kurzes stück Loritza Wien 147b; sicher ist ciringa cymp yssen Diefenbach nov. gl. 341a, stringa zimpffen yssen instrumentum per quod chirurgicus virge virili medicinas resolutivas inmittit gl. 556b mit der umgelauteten form von zump, zumpf penis gleichzusetzen, s. zumpffen eyssen Augsb. vocab. v. 1473 bei H. Fischer schwäb. 6, 3507. —