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| PfWB Simmer (Bd. 6, Sp. 117) | PfWB Viertel (Bd. 2, Sp. 1376) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'Hohlmaß für [Bd. 6, Sp. 118] Getreide und (seltener) für Früchte (Erbsen, Äpfel, Nüsse usw.)', Simmer (simər) [KU-Adb A'glan Cronbg Lohnw Nerzw Obw/Tiefb O'staufb Roth Theisbgstg RO-Rehborn ZW-Nd'hs Wintb PS-Windsbg], Semmer [ WD-Niedkch], Simmere (simərə) [verbr., Heeger Südostpf. 24 Mang 100 Müller Dietschw 59 Kieffer 64 Kleeberger 124 PfId. 132], Simmre (simrə) [ ZW-Maßw PS-L'mühl LA-Frankw GH-Rh'zab]; Pl. wie Sg.; Zs.: Halbsimmer(n); s. Abb. 86; Gen. m. u. n. nebeneinander ohne erkennbare geographische Gliederung bezeugt. Angaben zur Maßrelation: 25 l [ NW-Bobh], 20 l [ FR-N'lein], 16 l [ KL-H'spey BZ-Apphf], 10 l [ LA-Roschb], 1/7 Malter [ LU-Oggh], 1/8 Malter [PS-Rodalb NW-Haßl Spey BZ-Dernb GH-N'potz Heeger Südostpf. 24], 1/8 hl [ FR-Carlsbg], 32 Schoppen [ SP-Dudhf], 2 Sester [ PS-Windsbg], 4 Immel [Heeger Südostpf. 24]; die von einem Simmer gehaltene Getreidemenge wird, je nach spezifischem Gewicht des Getreides, mit 18-30 Pfund angegeben [verbr.], abweichend dazu 12 Pfund [ RO-Dielkch FR-Mörsch], 33 Pfund [ FR-A'lein Carlsbg LA-Nußd Siebdg], 36 Pfund [ NW-Frankeck]; vgl. PfWB Aiche1, PfWB Topf 2, PfWB Dreiling, PfWB Tüpfen 4, PfWB Eiche2 2, PfWB Faß 2, PfWB Vierling 1 a, PfWB Viertel 2 a γ, PfWB Viernzel 1, PfWB Fünfling, PfWB Immel, PfWB Malter, PfWB Maß 1, PfWB Meß1 1, PfWB Metze2, PfWB Milster 1, PfWB Mutte, PfWB Quart1 2, PfWB Scheffel, PfWB Sester 1. Wir mit unserm bissel Geld, / mer sin so luschtig uff de Welt. / Mancher tut's mit Simmere messe, / hott nit's Herz sich satt zu esse [Hebel 75]. RA.: e Kopp wie e S., von einem dicken Kopf [ZW-Marthh, verbr.]; viele Gewährsleute geben an, daß das Wort meist nur noch in dieser RA. oder in übertragenem Gebrauch (s. Bed. 2) gebräuchlich ist. Ich häww e Kopp wie e S., vor Sorgen, Schädelbrummen, Kopfschmerz u. ä. [ BZ-Nd'horb, mancherorts]. Un so dick aß wie e S. / Mant 'r, eß 'm heit sein Kopp [Kühn Schnitze I 62]. Am Schluß hawen se all Kepp ghabt wie en S. vor Zorn [Sunndag 33/1966]. a. 1333: III summ(er)en [Lam 1, 68v]; a. 1382: in Spirdorf III summern siliginis 'Korn, Weizen' [Doll Seelb. 39 NW-Lach]. Mitte 14. Jh.: Die ouch habern veil habent, die sollent isen haben in irn smmern oder irn vierzaln oder in andern irn massen, da mite sie messent [SpeyUrk. 485]. a. 1425: undt einen Dreyling eines Simmere von einem achtel zu nehmen [Vogel 50]; a. 1482: 6 ½ Summern [LandsbgZb. 35]. a. 1500: das er alle wochen zway somerin brots usser meiner herrn pfistery nemen moge [Krebs ProtDomk. Nr. 51]. a. 1515: Item 6½ ß d von 13 syymern nüßkern oley dar uß zu machen [GgHospR]. a. 1518: man soll geben VIII sumeren korns myt der strichen [PfWeist. 213 (PS-Burgalb)]. a. 1522: 55 ½ malter 2 symer 1 Sester [LandsbgKellR]. a. 1563: es seye maß, ell, gewicht, moß, simmern vnd dergleichen [PfWeist. 710 (BZ-Gräfhs)]. a. 1596: Ain Creuznacher Mtr. hat acht fas oder Simmern Jedes Simern 4 Vierling oder drei Dreiling [WerschwSchR 1]. a. 1615: ein halb Simri [Bd. 6, Sp. 119] ![]() 2. 'dicker Kopf', auch scherzh., verächtl. für Kopf allgemein [verbr., Höh 234/35]; vgl. PfWB Simmernkopf; Syn. s. PfWB Kopf I 1. Der hot awwer e S. [ RO-Semb]. Ich treff der de S.! (drohend) 'Ich schlage dir auf den Kopf!' [ PS-Steinalb]. — Ahd. sumbar, sumbari, sumbri, sumbarin (Ahd. Glosswb. 607), mhd. sumber, sumerîn, sümern u. a. 'Korb, Getreidemaß, Scheffel' ( Lexer Lexer II 1295/ 96), wobei die in der Pfalz hauptsächlich bezeugten Simmern-Formen auf die mit dem germ. Suffix -îna gebildete Ableitung zurückgeht. — RhWB Rhein. VIII 991/92 Sümmer; ElsWB Els. II 358; Kluge-Seebold22 672; DWB DWb. X, I 1059.
| 1. a. 'Stadtteil'. Er wohnt im neie V. [ LU-Oggh]. Zs. PfWB Juden-, PfWB Kirchenviertel. — b. 'durch Pfade markierter Teil eines Gartens' (durch Pfädchen weiter in Beete eingeteilt) [ KU-Bedb Herschw/Petth KL-Weilb KB-Kriegsf]. — c. 'abgeteilter Vorratsraum für Heu in der Scheune' [ GH-Max'au Wörth Neubg]. — d. 'Mondphase'; 's eerscht V. 'die Sichelform des zunehmenden Mondes', entspr. 's letscht V. 'die Sichelform des abnehmenden Mondes' [ZW-Ernstw HB-Einöd RO-Bistschd KB-Albish verbr. VPf]; vgl. PfWB abnehmen 2, PfWB zunehmen, PfWB Viertelsmond. — e. 'Schenkel des Schlachttieres' [Frankth]. Zs. PfWB Vorder-, PfWB Hinterviertel. — 2. 'der vierte Teil einer Maßeinheit', sowohl den Inhalt als auch das Meßgeschirr bezeichnend. a. Hohlmaß. α. bei Wein = Viertelliter; e V. Wein trinke [LU-Oggh, verbr.]; häufiger: e Verdelche W. [verbr. WPf NPf nördl. VPf], e Verdele bzw. Vierdele W. [verbr. mittl. u. südl. VPf]. E Paar Vertel Woin sin die bescht Friejohrskur [Krieger 6]. a. 1507: (Von seiner Besoldung ist der Karstvogt) dem gericht schuldig den dag ein virteil weins vnd ein [Bd. 2, Sp. 1377] pfenningwerts brodt [PfWeist. I 25 (RO-Alsbr)]. — β. bei Schnaps = PfWB Viertelschoppen (⅛ l); e Verdelche Schnaps [RO-Sippf, verbr., Wilde 277]. SprW.: Im Winter kammer die Maurer mit eme V. Schnaps unner'm Sieb fange, so billig bieten sie ihre Arbeit an [Feierowend Nr. 29/ 1956, S. 7]. Spottname für einen, der oft dem Schnaps zuspricht: 's Verdelche [ KL-Fischb]. — γ. bei Weinmaische 'ein Viertelsimmer' (8 l) [RO-Als Dielkch Rockhs KB-Zell Mauchh FR-Kirchh verbr. südl. VPf]. Wir müssen in diesem Jahr lang arbeiten, bis mer e Vierdl kriegen [ BZ-Nd'horb]. — δ. bei Getreide (32 l); e V. Korn (Hawwer usw.) [verbr. Gal]. Er hot e Kopp wie e V., von einem dicken Kopf [ Gal-Dornf]. — ε. = PfWB Viertelstück (300 l); e V. Wein [ KB-Kriegsf]. a. 1532: ann dem frentschenn (französischen) win ann dem virttell sechs heller, an dem hontschenn (hunnischen, d. h. minderer Qualität) ann dem virttell vier heller [PfWeist. I 264 (KB-Dreis)]. a. 1578: Ain Gauwfuder 'im Wormsgau übliches Fudermaß' hat 6 ohmen, Jede ohm 20 Viertl, vnd jedes Viertel 4 massen [WerschwSchR]. a. 1578: Ain Queich fueder 'im Speyergau übliches Fudermaß' hat 10 ohmen, Jedes ohm 10 Viertel, Jedes Viertel 4 maß [ebd.]. — b. = PfWB Viertelpfund; e V. Worscht [KL-Enkb, verbr.]. Zs. PfWB Halbviertel. a. 1521: 9 vertell schmaltz [LandsbgKellR]. a. 1794: ein Halb verdel weisen Kannelzocker [KU-Nußb (altes Hausbüchlein)]. — c. 'Viertelmorgen' (6 Ar); e V. Wingert (Feld), auch: e Verdelche W. [verbr.]; vgl. PfWB Viertelviertel. a. 1305: In Heppenheimer marken anderhalb morgen, zu Hauge siben virteil, an derselben stat nun (neun) virteil, vnd dan abir do vonf (fünf) virteil wingartes [OttbgUrkb. 266]. a. 1465-70: Item ein vierteill Ackers am Rechwege [SpeyHochst. (LA-Roßb)]. a. 1482: 3 vertel ackers [LandsbgZb., Bl. 8]. a. 1524: 3 fertell ackerß lyen jn der hang grüben [Kurpf. 884 (Kirchengefälle Duchroth)]. a. 1737: von einem viertel felds zu messen, drey batzen zu entrichten [PfWeist. II 569 (NW-Freinsh)]. — d. Zählmaß. α. bei Wolle (10 Lot); e V. Woll [ LU-Böhl Oggh Opp]. — β. bei Holz und Stroh 'ein Viertelhundert'; e V. Well [ NW-Haßl]. En V. Holz zeerscht unne nein (in den Wagen, mit dem man eigentlich Streusel aus dem Wald holen wollte), des hott kään Deiwel g'sähne [Keiler 8]. a. 1550: 500 fertel boßen, vors hundert boßen 14 Sch. [Wenz 289]. — e. = PfWB Viertelstunde. 's es V. noh acht (8 Uhr 15 Minuten) [KU-Adb, verbr.]; e V. vor sechs (5 Uhr 45 Minuten) [KU-Herschw/ Petth, verbr.]. Die Uhr schlächt V. [NW-Freinsh, verbr.], schläät e V. [ KB-Kriegsf KL-Reichb NW-Frankeck], schlacht drei V. [BZ-Dierb, verbr.]. Scherzh. Antwort auf die Frage nach der Uhrzeit: Drei V. uf Glocke [Rockhs]. Drei V. uf kalde Erbse (auch mit dem Zusatz: Wann's [Bd. 2, Sp. 1378] droonkummt, schlaat's) [ Gal-Dornf]. Noch finf Minute bis zehn Minute bis halwer drei V. vorbei [ LU-Opp]. Var. s. PfWB Bohnenstecken 1. — Südhess. II 724/25; RhWB Rhein. IX 116 ff.; Saarbr. 222; LothWB Lothr. 159; ElsWB Els. I 130; Bad. II 148/49.
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