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| PfWB Sichel-henke (Bd. 6, Sp. 89) | PfWB Wagen (Bd. 6, Sp. 998) | PfWB Pudel-wagen (Bd. 1, Sp. 1332) | |||||||||||||||||||||||||||||
[Bd. 6, Sp. 90] weiterem Ernteschlußbrauchtum s. PfWB Erntefest und Christmann in PfA K. 25c. DWB DWb. X, I 716.
| 1. a. 'von Tieren gezogenes, vierrädriges Gefährt, bes. der alte Bauernwagen', im Ggs. zum zweirädrigen Karch, Karren, Waan (wān, wn) [verbr. SWPf westl. WPf westl. NWPf vereinzelt übrige WPf, Klein Wag. 103], Woon (wn) [vereinzelt westl. SWPf, Glass 132], Waan (wān, wn) [mancherorts WPf vereinzelt NPf, Müller Dietschw 71], Waa (wā, w) [mancherorts mittl. SPf WPf vereinzelt NPf NOPf, Höh 84 Mang 157 Schneckenburger 34, 50 Krämer Gal 237], Woo (wō) [ RO-Rehborn], Waae (wāə) [verbr. mittl. WPf mittl. NPf vereinzelt übrige WPf NOPf, Christmann Kaulb 66], Waue, Wauje (als örtl. Mundarteigentümlichkeit gemeldet) [ PS-Bundth], Wache (waxə, seltener -ā-) [mittl. und südl. VPf O-PS, Karch Jockgr/ Nd'horb 121, 216 Lambert Penns 173], Woche (wǫxə) [ PS-Bruchw Busbg], Wage, Waggə (wāgə, wāγə, wagə) [mancherorts mittl. VPf], Wajje [NW-Kallstdt Lambert Penns 173]; die Verbreitungsgebiete sind (mit Ausnahme der Kürze des Stammvokals in der VPf) mit den auf K. 322 dargestellten Verhältnissen bei sagen vergleichbar; Pl. Wään, Wään, Wääe, Wää, Verbr. entspr. dem Sg. [WPf], Waae (wə) [Höh 105 PfId. 149], Wäge [mancherorts mittl. VPf], Wäche (węχə) [mittl. und südl. VPf, Heeger Südostpf. 16]; Dim. Sg. Wäänche [SWPf westl. WPf, Glass 128], Wäänsche [Vogelgesang Bliesmg 172], Wääelche [KB-Kriegsf FR-Merth, Christmann Kaulb 48], Wääelsche [Henn Mda.-Int. 294], Wäälche [RO-Sippf KL-Rodb Kaislt KB-Boland Gauh, PfId. 149 Krämer Gal 237], Wäälsche [Schneckenburger 34, 55], Wäänche [ KU-Aschb], Wägel, Wäggel [ LU-Opp NW-Iggb LA-Wollmh GH-Zeisk], Wächel (wχəl, węχəl) [ KL-Stelzbg PS-Haust Rodalb Salzwg LU-Rh'gönh NW-Dackh LA-Roschb BZ-Dernb Bergz Sarnst], Wejjel [Lambert Penns 176], Wächele [ SP-Harths Bergz GH-Hay O'lustdt], Wächelche [ KL-Fischb NW-Frankeck Wachh LA-Gommh Venn], Wäjelsche [Henn Mda.-Int. 294], Wejjelche [Lambert Penns [Bd. 6, Sp. 999] ![]() [Bd. 6, Sp. 1000] schlagkette, 54 Kopf(en)brett, 85 Waage mit Sielscheiten; weitere Darstellungen s. Klein Wag. S. 104/05 Müller Gerhardsbrunn 290/91. Zur Laut- und Wortgeographie von Bezeichnungen zum bäuerlichen Wagen vgl. die Karten 6 Achse, 49 Bindeachse, 59 Bordwagen, 85 Deichsel, 220 Karch/Karren, 269 Langwiede, 278 Leuchse, 285 Lunen, 289 Mechanik 'Bremse', 316 Reitel, 329 Schere 'Gabeldeichsel', 350 Sielscheit, 353 Spannholz; Synonymensammlungen für Wagen und Wagenteile s. PfWB Achsenband, PfWB Aufhalter, PfWB Aufsteller 1, PfWB Bindachse, PfWB Bindlöffel, Bord(en)wagen, PfWB Ernteseil, PfWB Kopf(en)brett, PfWB Langwiede, PfWB Leuchse, PfWB Mechanik, PfWB Reff 1 b, PfWB Reitel 1 a, PfWB Schere 2 a, PfWB Schnappkarch, PfWB Spannholz 1 a, PfWB Spannnagel, PfWB Wiesbaum; Zs.: Pferds-10827.46, PfWB Pflugs-, PfWB Pfuhl-, PfWB Bier-, PfWB Blah-, PfWB Bloch-, PfWB Plotz-, PfWB Polter-, PfWB Bord(en)-, PfWB Post-, PfWB Pritschen-, PfWB Pudel-, PfWB Deichsel-, PfWB Dielen-, PfWB Toten-, PfWB Tummel-, PfWB Einspänner-, PfWB Eis-, PfWB Ernte-, PfWB Eulen-, PfWB Fahr-, PfWB Ferkels-, PfWB Viergäuls-, PfWB Vorder-, Fron-, PfWB Frucht-, PfWB Fuhr-, PfWB Futter-, PfWB Gauls-, PfWB Heiden-, PfWB Heuleiter-, [Bd. 6, Sp. 1001] PfWB Heu-, PfWB Hinter-, PfWB Hochzeits-, PfWB Holz-, PfWB Hunds-, PfWB Jagd-, PfWB Juden-, PfWB Kasten-, PfWB Komödien-, PfWB Kraut-, PfWB Küh-, PfWB Kurz-, PfWB Lade-, PfWB Lang-, PfWB Leichen-, PfWB Leiter- 1, PfWB Leuchsen-, PfWB Milch-, PfWB Mist-, PfWB Möbel-, PfWB Müller-, PfWB Ober-, PfWB Reise-, PfWB Roll-, PfWB Rungen-, PfWB Sack-, PfWB Sau-, PfWB Schäfer-, Scharabank-, PfWB Schäsen-, PfWB Scheren-, PfWB Schnapp-, PfWB Siebmachers-, PfWB Sommer-, PfWB Spazier-, PfWB Spreng-, PfWB Sprenz-, PfWB Spriegel-, PfWB Stammholz-, PfWB Stamm-, PfWB Stein-, PfWB Stockleiter-, PfWB Unter-, PfWB Wein-, PfWB Wiedenwagen; de W. abrechele 'loses Heu von der Heuladung abrechen' [ KL-Weilb]; de W. uffbinne 'die Ladung mit Reitel und Kette zusammenbinden' [ KB-Kriegsf Gal-Dornf]; unner de W. kumme 'überfahren werden' aber auch übertr. 'scheitern, zugrundegehen' [ PS-Erfw]. De W. is schepp gelad [ RO-Obd]. Der W. is gagelich gelad 'unsicher im Gleichgewicht' [ KU-Adb]. Mer han finf Leje (Pl. zu PfWB Lege 1 a) uf de W. gelad [ KU-Wolfst]. Er hat e W. voll Hai gelad, so hoch wie e Kerchetorm [ ZW-Battw]. 's Gereih (Gereihe 2 a) vom W. isch kabutt [IB-Ensh (Glass II 21)]. De W. fährt sich leicht 'ist leichtgängig, rollt gut' [ KU-Bedb]. De W. rumpelt un bumpelt iwwer de holpriche Weg [ LU-Opp]. Von Äcker hämzus rolle die Wähn [Kraus Pädcher 40]. Soll ich noch e W. Sand hole heit morje? [Müller Lottche 21]. RA.: 's finfde Rad am W. sein 'überflüssig sein' [Kaislt, verbr.]; de Gaul hinner de W. spanne 'etwas verkehrt herum anfangen' [ FR-Bockh KU-Schmittw/O]. Es werd e Weenche voll Grummet gewwe 'Eine Kleinigkeit wird herausspringen' [Thielen 123]. Mer määnt, du kämscht aus em Wägel 'Du bist ungepflegt, wie dem Wagen der Landfahrer entsprungen' [NW-Neidfs, Thielen 123]. Er reißt's Maul uf, daß mer met em W. ninfahre kennt [ PS-Burgalb]. Des is vor de W. se lang - fer de Karch se korz, von Sachen, Zuständen, die in einem ungünstigen Zwischenverhältnis sind [ KL-Reichb]. SprW.: E Frää kann im Schorz meh forttraache (aus 'm Haus traache), als de Mann mit em W. häämfahrt [ BZ-Dernb, mancherorts]. Mer derf die Leetseel (die Lein, die Rieme) net aus de Hand gewwe, so lang mer uf'm W. sitzt, d. h. man soll nicht vorzeitig seinen Besitz an die Nachkommen abgeben [mancherorts Don Gal Buch]. 'n geladner W. kräckst, 'n leerer rappelt [Fogel Prov. Penns Nr. 1935]. Volksgl.: Der W. ferbrecht der, wann'd iwerm Wacheschmiere die Redder zurickzus drehscht [Fogel Beliefs Penns Nr. 1963]. VK.: Zum Abschluß der Trauben-, Getreide-, Kartoffelernte usw. wurden (vereinzelt bis ca. 1950) oft Wagen und Gespann mit Grünzeug, bunten Bändern usw. geschmückt; vgl. PfWB Bacheszug, PfWB Erntefest, PfWB Herbstbaches, -zug, PfWB Sichelhenke und Christmann in PfA K. 25c. Ein Kinderspiel: Krott, Krott, stei uf de W., bei dem ein Kind vom Boden aus einen auf einem Wagen herumtollenden Mitspieler abschlagen muß, der dann seine Rolle übernehmen muß [ KU-Theisbgstg]; vgl. PfWB Wagenmännchens. [Bd. 6, Sp. 1002] a. 1425: von eyme nüwen gestelten wagen [Lein-Arch. (Löhne)]. a. 1434: so man der gemein ... nott leüdet, sol ein jglicher ... acker, wegen, pflüg vnd hauwen liegen lossen [MHVPf. 7. 1878, S. 56 (Weist. LU-Neuhf)]. a. 1444: von den obgenanten wiesen werden iars 6 oder 7 wane vol grumets [Zweibr I 146]. vor a. 1593: vnd mag fahren alle dag in den gemelden Spittallwaldt mit zweyen wegen vndt nit mehr [PfWeist. 172 LU-Böhl]. a. 1629: so sollen die herren von Otterberg darstellen einen wagen biit (mit) zweiien stuchleiitern [PfWeist. 737 (FR-Gr'karlb)]. — b. 'motorisch angetriebener oder gezogener Wagen; Eisenbahn-, Kraftwagen' [mancherorts]; vgl. PfWB Waggon. Zs.: PfWB Personen-, PfWB Dampf-, PfWB Dresch-, PfWB Trieb-, PfWB Eil-, PfWB Eisenbahn-, PfWB Vieh-, PfWB Güter-, PfWB Kranken-, PfWB Last-, PfWB Rettungs-, Sport(s)wagen 2. Er war im erschde W. (des Zuges) g'sesse [ LA-Gommh]. — c. 'kleiner, von Hand gezogener (geschobener) Wagen' [verbr.], häufig im nur im Dim.; Zs.: PfWB Hand-, PfWB Leiter- 2, PfWB Sport(s)- 1, Zschockewagen. Mirem (Mit einem) wackliche Wächelche fahren se hääm un packen 's ball kaam noch zu ziehe [Wilms Land und Lewe 51]. Hopp, dummool die Zwiwwele ins Wäänche innlale (einladen), daß ma häämkumme! [IB-Ensh (Glass II 29)]. — d. der grüne (gelbe, blaue) Wagen 'Fahrzeug, das Geisteskranke, Tobsüchtige abholt', meist nur in RA., die andeuten sollen, daß man jemanden für verrückt hält [mancherorts]; vgl. PfWB Gelbwagen. Der braicht de griene Waan [ WD-Niedkch]. Der g'härt ins griene Wägel [ LU-Opp]. Er esch zeirich for's grin Wäggel [ LA-Wollmh]. For denne mißt de bloo W. kumme [ IB-Gersh]. Fer den kennen se aach ball 's griene Wägel bestelle [ NW-Hamb]. Den holt ball 's grien Wägelche [ LU-Limbghf]. 's grien Wächelche holt dich! [ NW-Frankeck]. Wann'd sou weirermachsch, kummsch mim griene Wächel uff Minschder (Klingenmünster), uff'd Landegg [Braun Lääsebuuch II 165]. 's geel Wechel kummt for'n [ LA-Roschb]. — 2. das Sternbild großer, kleiner Bär (Ursa maior, minor), de (groß, klää) W. [mancherorts]; vgl. PfWB Bär 2 f, PfWB Sternbild; Zs.: PfWB Sternenwagen. Volksgl.: Wie man den zukünftigen Ehepartner erkennen kann: Man zählt in sieben aufeinanderfolgenden Nächten die sieben Sterne des großen Wagens, und wer einem dann am folgenden Morgen zuerst begegnet, wird der Ehegatte [Kirchhbol (1930)]. — 3. vgl. PfWB Venuswagen. — RhWB Rhein. IX 186 ff.; LothWB Lothr. 529 Wan; ElsWB Els. II 797; Eichhoff WA 119.
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