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| PfWB Sichel (Bd. 6, Sp. 88) | PfWB dengeln (Bd. 2, Sp. 212) | PfWB tümmeln (Bd. 2, Sp. 606) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'Mähwerkzeug mit stark gekrümmter Schneide und kurzem Handgriff', um 1930 fand sie vor allem Verwendung zum Schneiden von Gras [Bd. 6, Sp. 89] in kleineren Mengen (s. PfWB grasen), zum Getreideraffen beim Garbenbinden, und in Weinbaugebieten zum Entfernen von überflüssigem Laub (s. PfWB gipfeln) am Weinstock; in früheren Zeiten wurde sie jedoch auch zum Mähen von Getreide verwendet (vgl. PfWB Sichelhenke), Sich(e)l (siχəl, siχl) [verbr., Altenhofer 12 Christmann Kaulb 14, 89 Mang 97 Müller Dietschw 59 Buffington-Barba Penns 159 Lambert Penns 150 Krämer Gal 198], Sisch(e)l (siəl, sil) [mancherorts]; Pl. -e [verbr.]; Dim. (selten gebr.) Sg. Sich(e)lche [vereinzelt], Pl. Sich(e)lcher [vereinzelt], Sichlich [ GH-Zeisk]; Zs.: PfWB Gras-, PfWB Rübensichel; met S. un Sens schaffe [ KU-Schmittw/O]. Mit de S. dut mer schneire [ ZW-Gr'bundb]. RA.: Er hot Bään so rund wie e S. [ BZ-Dernb]. BR.: Kilian lecht (setzt) d' S. an (Beginn der Ernte am Kilianstag, 8. Juli) [ SP-Mechth GH-Bellh]. Rätsel vom Hahn: Vorne wie e Kamm, / in de Mitt wie e Schwamm, / hinne wie e S. - / jetzt root, mei(n) liewer Michel! [Hebel 120]. VR. s. PfWB batten, PfWB dengeln 1, PfWB Feld 1 a α, PfWB grasen 1 a, PfWB Lene 1. a. 1515: Item 18 d vor zwo siecheln [GgHospR]. a. 1790: 1 Siegel 1 Holzaxt [SSp v. d. Leyen Fasz. 100 (BZ-Wernbg)]. a. 1745: 2 Siegelen [SSp F 29/11 (KU-Dittw)]. — 2. Sichelförmiges. a. 'Mondsichel' [mancherorts]; Zs.: PfWB Mondsichel; die S. vum Muund [ PS-Schmalbg, mancherorts]; de Maand hot e S. [ BZ-Albw, mancherorts]. Un sieht vum Mond die Sichel leichte [Damm Pälzer 54]. — b. 'Schwanz des Hahns' [mancherorts], bes. in dem Rätsel vom Hahn: Was (Wer) laaft (geht) ums Haus erum (im Hof erum) un hot e S. im Arsch? [KU-Kaulb, mancherorts, auch Auslandspfälzer]; Zs. PfWB Hahnensichel. — Mhd. sichel ( Lexer Lexer II 901); aus lat. sicilis (Kluge-Seebold22 670). — RhWB Rhein. VIII 111/12; LothWB Lothr. 478; ElsWB Els. II 322.
| 1. die Sense, die Sichel d. 'die Scharten und Krümmungen an der Schneide der Sense (der Sichel) mit dem Dengelhammer auf dem Dengelstock ausschlagen und die S. dadurch schärfen', dengele (dęŋələ) bzw. dengle (dęŋlə) als Hauptformen, dingele (diŋələ) bzw. dingle (diŋlə) in Kleingebieten, s. K. 87, dangele [ RO-Rehborn KL-Mackb]. RA.: Ich bin so satt; uf meim Nawwel kinnt mer än Sens dengle [ PS-Erfw, KU-Kaulb]. Fraa, flick mer die Hose! ... Wann du mer mei Hose nit flickscht, no dengl ich der die Sichel nit! [PfL 15. 9. 1934 (BZ-Wernbg)] a. 1514: Martin schmyd von otterstad hat er verdient ... mit schmyden vnd dyngeln [SpeyGgHosp-R]. — 2. 'schnell gehen oder springen', dengele [ KL-Lind, jüng. Gener.]. Syn. s. PfWB gehen. — 3. a. 'prügeln'; ene dingele [KL-Wörsb, verbr. WPf LU-Altr]. Ich han'ne gedengelt [Zweibr]. Die Buwe han enanner uf de Kerb gedengelt [ KU-Blaub]. Syn. s. PfWB verhauen. — b. 'abschlagen', von Früchten auf den Bäumen. Bis sich in Lautre mol e großstädtischer Geischt dorchgesetzt hat, denglen se mit unsere Knoche die Niß vun de Bääm [Pfälzer Volkszeitung 30. 3. 1966]; vgl. PfWB bengeln 2. — 4. 'quälen, plagen'. Du mich net so dengle! [ LA-Venn SP-Schiffstdt]. Johrelang hat die Braune-Lies an'm gedengelt un gedeiwelt [JKurpf. 1926 S. 60]; vgl. PfWB türangeln. Syn. s. PfWB quälen. — F.: Die weithin herrschende Lautform dęŋələ, bzw. dęŋlə zeigt die auch sonst vor Nasal + Konsonant zu beobachtende Senkung von mhd. e (vgl. tengelen, Lexer II 1401) zu ę (vgl. z. B. Christmann Kaulb. § 14, Heeger Südostpf. § 6, Bertram § 60). Verstärkte Tendenz zur Senkung liegt vor in der für RO-Rehborn und KL-Mackb (hier neben dęŋələ) bezeugten Form daŋələ; doch könnte hier Dangel 'durch Dengeln erzeugte Schärfe' mit eingewirkt haben. Geschlossenes e (deŋələ bzw. deŋlə) ist in der mittleren und wohl auch in der nördlichen Vorderpfalz (vgl. Südhess. I 1467) zu hören. Ob diŋələ bzw. diŋlə auf die mhd. Nebenform tingelen (Lexer a. a. O.) unmittelbar zurückgeht oder durch spätere Hebung von e vor Nasal + Konsonant zu i hervorgegangen ist, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen. Für die letztere Annahme sprechen Formen wie himb 'Hemd', biŋəl 'Bengel', siŋənesəl 'Sengnessel, Brennessel' in der südl. VPf (vgl. Heeger a. a. O)‧ Die Verbreitung von diŋələ bzw. diŋlə in Kleingebieten der NWPf [Bd. 2, Sp. 213] ![]() [Bd. 2, Sp. 214] Südhess. I 1467/68; RhWB Rhein. I 1239; Saarbr. 45; LothWB Lothr. 85; ElsWB Els. II 689; Bad. II 457; DWAVIII/8.
| 1. = PfWB donnern. a. vom Schall nach dem Blitzschlag, dimm(e)le (dim(ə)lə, zu (e) vgl. PfWB dengeln, K. 87) [WPf NPf verbr. VPf (ohne SO-Ecke, s. u.) Lambert Penns 41 Don Gal Buch Rußl], demele (demələ) [ KU-Langb Wahnwg Krottb Frohnhf RO-Lohnsf], däimele (dęimələ) [ KU-Breitb], dumm(e)le (dum(ə)lə) [Frankth LU-Mundh NW-Forst], (dumlə) [SO-Ecke der VPf bis zur Linie GH-O'lustdt — LA-Offb — GH-Minf — BZ-Schweig]. Das Wort wird mehr und mehr von jüngerem dunnere (s. PfWB donnern) verdrängt, das schon um 1930 in der VPf (außer der SO-Ecke) vorherrschte. Es dimmelt fescht 'sehr' [PS-Erfw, verbr.]. Mer krieje e Gewirrer, uf'm Roßberich dimmelt's schun [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er macht e Buckel wie e Katz, wann's dummelt [ GH-Vollmw], e Gesicht wie e Kader, wann's dimmelt [verbr. Don Gal Buch], wie e Gans, wann's dimmelt [ ZW-Gr'bundb Battw], wie Schäf 'Schafe', ... [PfId. 173 (WPf)]. Dem steigt de Kamm wie'm Hahn, wann's blitzt un dimmelt [ BZ-Dierb]. WR.: Wann's morjens dimmelt, dimmelt's de ganze Dag [ NW-Frankeck]. Wann's dimmelt iwwer de kahle Wald, dann soll verschrecke jung un alt [ KU-Bedb, WD-Niedkch]. Dummelt's iwwer de darre 'dürren' Wald, sellen trauere jung un alt [ GH-Vollmw]. Wann's dimmelt iwwer de kahle Wald, do kann sich freie jung un alt [ KU-Adb Kaulb], durch de hohle Wald, werd's noch emol sechs Woche kalt [Kaislt]. Wann's dummelt iwwer Dolle (?), gibt's alle volle 'volle Weinfässer' [ LA-Herxhwey]. — b. vom fernen Kanonendonner [Kus]. — 2. übertr. a. 'schnell laufen'. Er dimmelt [ KU-Ulm]. Mer sein schnell gedimmelt [ KU-Schmittw/O]. [Bd. 2, Sp. 607] Zs. PfWB heruntertümmeln. — b. 'prügeln'; eene dimmele [ NW-Haßl Spey]. Syn. s. PfWB verhauen. — Verbalbildung (mit und ohne Umlaut) zu mhd. tumel 'betäubender Schall'; vgl. auch mhd. tumelen (subst. Inf.) 'Lärm, Getöse'. — Südhess. I 1527 dimmeln, 1818 dummeln; RhWB Rhein. I 1361 dimmeln; Saarbr. 47; LothWB Lothr. 89; ElsWB Els. II 684; Bad. I 590/91.
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