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 PfWB Setz-stein (Bd. 6, Sp. 86)   PfWB Stein (Bd. 6, Sp. 498)   PfWB Glocken-stein (Bd. 3, Sp. 353) 
  -stein m.: 'Grenzstein', -stään [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Satzstein 1. Rhein. VIII 105. —

 

   Stein m.:
1. 'Gesteinsstück, Mineral', von verschiedener Größe und Beschaffenheit, Stään (dn) [verbr. mittl. WPf westl. NPf VPf Altenhofer 19 Bernhard 153 Müller Dietschw 61 Höh 62 Otterstetter 69 Schmitt Billh. 33], Stään (dn) [KU-Blaub Diedk Föckbg Körbn Odb mancherorts SWPf RO-Duchr/O'hs Odh KL-Mehlb Reichb PS-Eppbn Gersb Glashtt Schweix BZ-V'weidth Glass 95], Steen [mancherorts südl. WPf Castleman Zwbr. 27 Schneckenburger 30, 44, 49 Lambert Penns 142 Krämer Gal 206], Steen (dēn) [mancherorts SWPf Hussong Kirkel 146], Staan (dān) [mancherorts NPf Christmann Kaulb 24, 77, 95 Mang 132, 157 PfId. 135], Staan (dān) [ KU-Albess Herchw PS-Schönau], Stḁḁn (dn) [ RO-Falkst Lohnsf KB-Kerzh Zell], Stäin (dęin) [ KU-Schmittw/O WD-Niedkch ZW-Ixh], Staain (dāin) [ GH-Neubg], s. K. 362; Pl. wie Sg.; Dim. Stäinche (dęinχə) [ KU-Schmittw/O], Steenche [Lambert Penns 142], Steensche [Hussong Kirkel 146]; Dim. Pl. Stäincher (dęinχər) [ KU-Schmittw/O], Stäänlich (dliχ) [ PS-Bruchw/Bärb]; Zs.: PfWB Bern-, PfWB Bims-, PfWB Bruch-, PfWB Buch-, PfWB Treppen-, PfWB Troddel- (Nachtrag), Tuff-, Edel-, Eisen-, Feuer- 1, PfWB Granit-, PfWB Hart-, PfWB Höllen-, PfWB Kalk-, PfWB Karfunkel-, PfWB Kessel-, PfWB Kiesel-, Klee-, PfWB Marbel-, PfWB Quader-, Raff-, PfWB Rötel-, PfWB Sand-, PfWB Schiefer-, PfWB Wacken-, PfWB Weinstein; Stein hasele (haseln2) 'Steine den Berg hinunterrollen lassen' [ KU-Schmittw/O]; hart wie St. [Bergz (Kamm 96)]; Stään anfahre 'St. herbeischaffen' [ LU-Alsh]; Steen ablese (raffe) 'Feldsteine lesen' [ BZ-Wind, KU-Schmittw/O]; en groosr Schdee or Felse [Buffington Penns Var. 251]. Die Knebb 'Kartoffelklöße' sinn so hart wie Stän [Westricher Kalender 1957 102]. Hart isch de Stän, / de Mäßel awer noch härter [Kraus Arwed 55]. Als Lehrbu hat er gemerkt, wie schwer e Stän isch [Kraus Arwed 51]. E jedes Salzkorn werd zum schwere Stee [Ranssweiler 45]. Habe viel Blumen vor meinem Fenster, viel Hündcher, so ich recht lieb habe, gegrabene Steincher, viel Bücher [Liselotte Briefe 209]. S'Herz, so betroh, dät verbreche. / Seins war so hart wie e Stän [Kraus Putscheblum 56]. Die Wasserflute awer wälze / Sich weiter iwer Steen un Felse [Münch Werke I 38]. E Herd vun Schdaa es schnell gebaut [Burgey Keschte

[Bd. 6, Sp. 499]

[Bd. 6, Sp. 501]
58]. De St. fahrt amme an de Kopp 'Der St. trifft ihn am Kopf' [ GH-Nd'lustdt]. Der Dietz Schorsch war än großer kräfticher Mann. Der hott Stän gebroch [Schneider Dillje 108]. Ma hodd doodevoor aa Schdeen vunn de Käärschobbsmauer genomm [Hussong Kirkel 19]. Die Speyrer krie'n e Brick aus Steen / Mit Eiseboge wunnerscheen [Münch Werke I 179]. Wenn's scheppert, werd kän Stän o'm'anner blejbe [Kraus Arwed 33]. Met flache Steen so schmeiße, daß de St. huppst [Zweibr]. Lee e St. unner de Won!, sagt man beim Bergauffahren mit schwerem Wagen, damit das Zugtier entlastet wird [ KU-Schmittw/O]. RA.: Doo isch doch Schdään unn Bään sesommegefroor!, von großer Kälte [IB-Ensh (Glass II 83), mancherorts]. Er fahrt (springt) iwwer Stock un St. 'über alle Hindernisse' [ LU-Alsh, vereinzelt]. Er is hart wie Steen 'hartherzig, unmenschlich' [mancherorts]. Es liegt em e Stää uf em Herz 'Er hat Sorgen' [ NW-Geinsh]. 's esch mar e St. vum Harze (g'falle), wenn man eine Sorge losgeworden ist [BZ-Dierb, vereinzelt, Krieger 33]. Der hot e St. im Brett bei'm 'ist gut angesehen bei ihm' [NW-Hardbg, Damm Nawwel 30]. Ich schmeiß der aach emol e St. in der Garde 'eine Gefälligkeit erwidern' [BZ-Hermbghf, verbr., Thielen So rerre mer 111 Brandstätter in: PfMHk. 7/8 1925 175]; andere Bed.: 'Ich will dir schaden' [ KU-Schmittw/O]. Der schwimmt wie e St. uf de Grund [ PS-Saalstdt]. Mer määnt, der dät Staan kaue 'mit Widerwillen kauen' [ FR-Bockh]. Wo anner Leit ehr Herz hun, hot der e St. [ KU-Schmittw/O]. Er hat ach kee Steen, wo annere e Herz hawwe [Land]; e Herz vun St. 'herzlos' [vereinzelt]. Er hot de St. ins Rolle brung 'Er ist die treibende Kraft' [ KU-Schmittw/O]. Er hot immer e Stää im Sack, von einem hinterhältigen Burschen [Thielen So rerre mer 111]. Do beischde uf St. 'Damit versuchst Du etwas Unmögliches' [ FR-Bockh]. Ich werf der emol e St. in de Weg [ HB-Breitft]. Bleib nor uf dem kalde St. sitze, do werscht aach net glucksich [ NW-Ellstdt GH-Kand]. Mein Leib isch so fescht wie St., von der Hartleibigkeit [ PS-Erfw]. Sie rafft die Steen uf un er schmeißt se, wenn beide gleichermaßen an einer schlechten Tat beteiligt sind [ Gal-Dornf, mancherorts Gal Don Rußl]. Krieh die Kränk Offebach! Die Staan binne se an un die Hunn losse se laafe! Ausruf bei Verärgerung (jemand konnte einen festgefrorenen Stein nicht aufheben, um sich gegen die Hunde zu wehren) [Hebel 41, KB-Albish]. Ortsneckereien wegen Mundarteigentümlichkeiten: Ich schmeiß dir e Steen ans Been [ ZW-Bottb]. SprW.: Zwee harte Schdeen mahlen selde reen 'Wenn beide unnachgiebig sind, führt es zu keinem guten Ende' [KU-Diedk KB-Bischh PS-Haust LA-Edh Krämer Gal 206]. Wann zwee zammekumme sollen, helft der Steen im Weg dezu 'Alle Umstände haben für das Zustandekommen dieser Verbindung gewirkt' [ KU-Diedk LU-Opp]. Wer die Stää uffrafft, soll se aach schmeiße 'Der Urheber soll den Plan auch ausführen' [Thie-

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len So rerre mer 111]. Sterer Troppe hehlt de St. 'Ununterbrochene Arbeit führt zum Ziel' [ KU-Schmittw/O]. Vor jedem Haus do leit e St. - is 'r net groß, dann is 'r kleen 'Keiner ist ohne Sorgen' [ Gal-Dornf]. Wann de St. aus de Hand is, hat'n de Deiwel, sagt man zu Kindern, die aufeinander werfen [ KB-Bischh]. Mer werft ehder eem beese Hund e Brot hie wie e St. [ Gal-Einsingen]. Net jeder Steen is e Achaat [Feierowend 9/1957 Nr. 51, Krieger 32]. WR.: Wann's am Karfreidaa rehnt, rehnt's uf e heißer St. [ ZW-Hornb]. Volksgl.: Un Seiteschteche werd vergeh, / Do schpaut mer drei mol uf en Schtee, / Noh schmeißt mer'n hinnersich eweck, / Un do verloßt's eem uf em Fleck [Birmelin Penns Gezw. 68]. Warze reibt mer mit gleene Steencher un schmeißt se no in en Grab [Fogel Beliefs Penns Nr. 1676]. Volksmed.: »Bei habituellem Schwerharnen, das indessen leicht in wirkliche Harnverhaltung übergehen kann, empfiehlt man auf einen kalten Stein, oder auch in kaltes Wasser sich zu stellen« [Pauli Heilm. 134]. KR.: Mudder geb mer e Nodel. / Fer was dann e Nodel? / Säckel flicke, Säckel flicke. / Fer was dann e Säckel flicke? / Stäncher lese, Stäncher lese. / Fer was dann Stänncher lese? / Vöchel schmeiße, Vöchel schmeiße. / Fer was dann Vöchel schmeiße? / Brode, brode / 's Peifel is mer gerode [Neustdt (Wilde 257 ff.) Donnersberg Jahrbuch 1981 168]; Var. s. PfWB Saft 1 a. De Hḁhn geht ins Korn, / Do krieht de Bauer e Zorn, / Do nimmt de Bauer e dicke Steen, / wirft 'm Hḁhn ḁn dḁs Been, / Macht de Hḁhn: Kickriki! / Gel, du host mich doch net krieht! [ RO-Duchr/O'hs]. Weitere KR. s. PfWB Saft 1 a, PfWB Sauerkraut 1, PfWB Schnibelschnabel. a. Neckreim: Klare (Klara), loß dein Ferzel fahre, setz dich uf e Stäänel, kreisch wie e Hähnel [ NW-Frankeck]. Lui (Ludwig), fui, Hinkelsdreck, beiß de Katz de Arsch eweg, lee'ne uf e Stäänche, klopp'ne korzekläänche [ KU-Kaulb]. Kinderspiel: Steckelche, Steckelche, Stoo'che. Kinder sitzen im Kreis und halten die Hände zu einer Tasche geschlossen. Ein Kind verbirgt in seinen Händen ein Stöckchen oder ein Steinchen. Es geht von einem zum andern und fährt mit seinen Händen durch die eines anderen Kindes. Hierbei wiederholt es den Reim und läßt heimlich das Steinchen in eine andere Hand rutschen. Ein Kind rät, wo das Steinchen ist [ Gal-Josbg]. Ein Kreisspiel der Kinder, bei dem das Lied Mariechen saß auf einem Stein gesungen wird [KU-Diedk KB-Kriegsf, J. Hoffmann, Chronik des rheinpfälzischen Dorfes Kriegsfeld, 1897 S. 62]. a. 1512: darumb mussen wier ihm helffenn, so es vonn nöten ist, stein aufziehen vnnd die bach fegenn [PfWeist. 61 (FR-A'lein)]. a. 1706: grundherren zu Weidenthal uber dorf und gemarkgericht, uber walt, wasser und waid, uber grund und boden, uber stock und stein [Grimm Weist. V 591 (NW-Weidth)]. —
2. bes. Arten von Steinen.
a. 'Grabstein'; de St. setze 'errichten lassen' [ NW-Kallstdt, vereinzelt]; Zs.: PfWB Grabstein 1, PfWB Leichenstein. Der hats verdient, daß merm e ordentlicher St. setzt [ ZW-Battw]. Han

[Bd. 6, Sp. 503]
aber sei Stän net fun [Albert Oppschuhmacher 16]. —
b. 'Gedenkstein mit Inschrift an einer Unglücksstelle, Mahnmal' [ HB-Peppk PS-Ruhbk FR-Hertlhs GH-Sondh]; Zs.: PfWB Denk-, PfWB Feld-, PfWB Gedenk-, Napoleon-, PfWB Russenstein. —
c. 'Grenzstein in der Gemarkung, Markierungsstein', teilweise als Vermessungsstein im Boden versenkt, teilweise aufragend mit Grenzzeichen versehen [ BZ-Dierb, vereinzelt]; Zs. (auch Randstein): Abweis- 1, PfWB Acker-, PfWB Angewanden-, PfWB Anungs-, PfWB Bann-, PfWB Pirmans-, PfWB Planken-, PfWB Buchen-, PfWB Dreimärker-, PfWB Dreimark-, PfWB Trumm-, PfWB Eck- 1, PfWB End-, PfWB Etter-, PfWB Furch-, PfWB Gefurchen-, PfWB Gelach-, Gemark(ungs)-, PfWB Gereite-, PfWB Gerichts-, PfWB Gewannen-, PfWB Grenz-, PfWB Hinkel-, PfWB Jungfern-, PfWB Kilometer-, PfWB Lach-, PfWB Leber-, PfWB Leucht-, PfWB Linien-, PfWB Mal-, PfWB Mark-, PfWB Meilen-, PfWB Ram- 2, PfWB Rand-, PfWB Rech-, PfWB Satz-, PfWB Scheide-, PfWB Schied-, PfWB Schor(r)-, PfWB Schossee-, PfWB Setz-, PfWB Straßen-, PfWB Stunden-, PfWB Wegstein. Der Kerl hot mer schun wirrer iwwer de St. gezackert! [ KB-Mauchh]. Vk.: »Der Stadt Schreiber eröffnet den Zug mit einer erläuternden Ansprache, dann geht es mit klingendem Spiele hinaus bis zum ersten Steine. Hier werden viele Bürger, vorab die Jugend gepritschet und dieser zur Gedächtnuß weiß und rothen Bänder außgetheilet, so sie auf ihre Huth gebunden. Dann von Stein zu Stein; am achten gab's ein Tractament von Brod und Wein. Nach aufgehobenem Mahle wieder weiter; beim elften wurden die Gränzüberläufer abgepritschet, und endlich mit dem 31. Steine geschlossen. — Der zweite Tag zeigt ein Gleiches, da wurden auch die Herrn studenten durch den Pritschenmeister alle auf unterschiedlichen Steinen matriculiret. ... Mit Beendigung des dritten Tages zog man wieder zurück auf den Marck, allwo nochmalen an die Burgerschaft sowohl als an die Jugend die Mahnung ergangen, die Situation aller der Steine in keinen Vergeß zu stellen, so daß jedes die Gränzen und deren Steine von selbst finden könne« (Beschreibung eines Umganges der Stadt Kaiserslautern) [Schandein Bav. IV,2 396/97]. a. 1421: ahn dem Steinechten Weg stehet ein stein [PfWeist. 134 (IB-Blieskst)]. a. 1485: Item ob jemant dem anndernn stein, zeihenn oder gemerck verruckt [PfWeist. 656 (KU-Glmünchw)]. a. 1547: Diese gemarckh fahet ann ann einem Stein vff Wattweyler hohe [ZweibrOABannb. 24]. a. 1600: Ja alles von Stein zu Stein. Loch zu Loch beschrieben und mit seinem Anfang zuerst und also wie folgt [Vellmann in PfW 10/1909 57]. a. 1629: Item ider, der ein stein auszackert oder zu nahe grebt ... Item da einer oder der ander einen stein verdeckett [PfWeist. 758 (FR-Gr'karlb)]. a. 1783: Er ist ein hoher und sehr gesünder 'kräftiger' Stein [Dimel 13 (IB-Alschb)]. undatiert: Item fürter weisen sie von stein zu stein mit auff ein Eckstein, der scheit die statt Lauttern vnd sie selbst [PfWeist. 15 (KL-Alsbn Enkb)]. —
d. 'der Stein zum Hausbau, Backstein'; gelwe St. [ FR-

[Bd. 6, Sp. 504]
Bockh]; Zs.: PfWB Back-, PfWB Deckel-, PfWB Dreiviertel-, PfWB Tür(en)-, PfWB Fenster-, PfWB Harst-, PfWB Herd-, PfWB Keller-, PfWB Königs-, PfWB Leimen-, PfWB Mauer-, PfWB Ofen-, PfWB Reichs-, PfWB Riegel-, PfWB Schluß-, PfWB Schmelz-, PfWB Schorn- 1, PfWB Ziegelstein. E Kind traht Stän, / e kläner Bu rehrt Spejs an [Kraus Arwed 48]. Han Steen gesetzt un Speis getra', / Gerischte uf- un abgeschla' [Münch Werke I 42]. a. 1540: ... und in guttem bauw zu handhaben, versteht sich an fenster, wändteiser, steinen, kalck, leimen, latten, leyen, nageln [PfWeist. 529 (Flurskapelle bei KU-Ulm)]. a. 1700: und 500 gebachene Steine das Hundert ebenfalls vor 10 Batzen [Knapp 77 (KL-Ottbg Samb)]. —
e. 'Mühlstein, Mahlstein'. a. 1741: an Mühlengeschirr: die 2 stein seynd abgemeßen worden und ist der Läuffer dick 3 Zoll der Bodenstein 5 Zoll [SSp F29/11 (KU-Dittw)]; vgl. PfWB Läufer 4 b. —
3. 'Bodenfliese, Kachel'. De Hausgang is mit rauhe Stää beleht [ KB-Kerzh]; Zs.: PfWB Haus-, PfWB Haustürstein. —
4. 'der Schleifstein, Teil des Schleifsteines' [ KL-Stelzbg, mancherorts]; Zs.: PfWB Abzieh-, PfWB Reib-, PfWB Schleif- 1, PfWB Wetzstein; de St. mit de Achs un de Dreh [ GH-Nd'lustdt]. —
5.
a. 'der gebrannte Ton, Lehm; das Material gebrannter Gefäße'. Stenner / Sie war'n vun Schdaa, vun Ton un Holz [Burgey Keschte 44]. —
b. 'der Bierkrug (Literkrug)', meist aus gebranntem Ton, aber auch aus Glas, Stein [verbr.], Aussprache nach dem Schd., Stoin [LU-Opp Kröher Lyoner 14]; e glasene St. [ NW-Kallstdt, PS-Erfw]. —
c. 'Hohlmaß; die Menge Bier, die in einen Stein 5 b geht; 1 Liter', Stein [verbr., Bernhard 153 Kamm 63 Schmitt Billh. 109], Aussprache nach dem Schd., e Stään [ RO-Dielkch]; vgl. PfWB Krug 2 a, PfWB Maß 1 a; oin Stoin Bier [ LU-Opp NW-Freinsh]; e Steen Bier [ KU-Brück]; en St. bezahle [ LA-Nd'hochstdt, mancherorts]; een anhage for'n St. 'jemanden ansprechen, damit er einen Krug Bier spendiert' [ LU-Friesh]; ene stumbe, daß er e Stoin Bier bezahlt, dass. [ LU-Opp]. Du kennscht emol 'n St. Bier orre 'n Schoppe Woin bezahle! [ NW-Freinsh, LU-Maud]. Mer hann an sellem Owend meh als eene St. sesammegetrunk [WD-Niedkch (Feierowend 33/1966)]. Mach en St.!, Aufforderung eines Gastes an einen neu Eintretenden, er möge ein Bier spendieren [ LU-Oggh]. —
6. 'ein behauener runder oder eckiger Stein mit einem Loch in der Mitte als Fuß für den Weihnachtsbaum' [mancherorts]; vgl. PfWB Steinblock, PfWB -klotz, -sockel, PfWB -ständer; eiserne St. [ KL-Fischb]. —
7. 'ein dicker Spielklicker', Stäänel (dnəl) Dim. [ FR-Merth]; Zs.: PfWB Marmottchens-, PfWB Murmelstein; Syn. s. PfWB Schießklicker. —
8. ' Teil der Uhr, Lager für die Zapfen der Zahnräder', oft künstliche Rubine, die Stään Pl. [ RO-Dielkch NW-Haßl]; Zs.: PfWB Deck-, PfWB Gewicht(s)- 2, Uhrstein. Die Uhr geht uf vier Stään [ RO-Dielkch]. —
9. 'Stützvorrichtung im Kammertbau' [Scharff 169]. —
10. 'Nieren-, Blasen-, Gallenstein, Steinleiden', medizinisch [vereinzelt]; Zs.: PfWB Blasen-, PfWB Gallen-

[Bd. 6, Sp. 505]
stein; reißender St. [Heeger Nachl.]. Volksmed.: »Glaubt man aber, dass Jemand am Steine, reissender Stein genannt, leide, so lässt man ihn bittere Mandeln, Heidelbeeren, gelbe Rüben, Hagebuttenmuss etc. geniessen« [Pauli Heilm. 135]. »Wenn einer den Stein hat. Der nehme sauber zusammengelesenen Taubenmist ½ Pfanne voll, gießet darauf guten scharfen Essig, lasse es 7 Tage stehen und Nächte. Abends und morgens einen guten Trunk davon getrunken, zermalmt den Stein wie Sand und gehet ohne Schmerz von ihm. Dies ist ein gewisses Mittel« [NPfGV 1925 36 Heeger Vhk. 65]. a. 1700: Körfel (Kerbel) treibt den Harn, zermalmt den stein, zertreibt das geronnene Geblüt [Exzerpt Kleeberger aus: Der Meierhof 1010]. —
11. 'Gewichtsstein, Gewichtseinheit'. a. 1472: Item 18 gulten han ich empfangen von Hans schruckmann bürger zu wissenburg fur die herbstwolle zu myner gnedigen herrn deyle, nemlich 37 steyne, 3 pfund wolle ye 2 steyne für 1 gulten [SSp Guttenberger Landschr. Rechnung]; Zs.: PfWB Pfund-, PfWB Einpfund-, PfWB Vierpfund-, PfWB Fünfpfund-, PfWB Gewicht(s)- 1, PfWB Halbpfund-, PfWB Kilo-, PfWB Molter-, Waaggewichts-, PfWB Zweipfundstein.
12.
a. 'der Samenkern in Obst', bes. von Kirsche, Zwetschge, Pfirsich, auch Hagebutte [mancherorts]; Zs.: PfWB Kirschen-, PfWB Quetschenstein. RA.: Mit dem es nit gut Karsche esse, dar schmeißt em d' St. en's G'sicht [ LA-Herxh]. Er ißt die Kersche un werft der d' St. ins G'sicht [ BZ-Dierb]. Wann ich emol Persching eß, kannscht die Stää hawe! [BZ-Rohrb und Umg.]. Rätsel von der Zwetschge: Auße bloo, inwennich geel un in de Mitt e St. [ KU-Schmittw/O]. Rätsel von der Hagebutte: E schwarz Keppche - e rot Reckelche - un die Titzcher voller Stee [Zeitw. Gal. 1959 82]. —
b. eine Mandelsorte mit sehr harter Schale, Derkemer Stään [Wilde 169]. —
13. 'eine Süßigkeit', Steincher Dim. Pl. [ IB-Reinh]; Zs.: PfWB Pflaster- 2, PfWB Feuer- 2, PfWB Guts-, PfWB Malz-, PfWB Zuckerstein; Syn. s. PfWB Guts 1. —
14. Namen.
a. ON. Siedlung im Kr. BZ, Stein [Dolch-Greule SN 446/47 Christmann SN I 577], mda. Stään [ BZ-Stein]. Neckname für die Bewohner: Steener Gäns, mit de lange Schwänz [ BZ-Gossw Silz Stein W'rohrb]; Zigeuner [Seebach Neckn. 78]. Neckvers für die Bewohner: Stäner, Stäner, äch (auch), äch, äch, danze uf de Kucheblech [ BZ-Gossw]. Weitere ON in Zs.: PfWB Elm-, PfWB Falken-, PfWB Franken-, PfWB Hauen-, PfWB Heiligen-, PfWB Hoch-, Kolgen-, PfWB Ram- 1, PfWB Ungstein; PfWB Judensteinbach, PfWB Staustein.
b. FlN; amtl. Auf dem Stein [ LA-Gommh], mda. hinner Staan [ KU-Kreimb]. »Die Straße setzt sich dann über Sauhäusel und Hexenbrücke bis zum Langen Stein [Vogel 12 (GH-Zeisk)]; Zs.: Allmend-, PfWB Beil-, PfWB Bett-, PfWB Pflaster- 1, PfWB Breiten-, PfWB Teufels-, PfWB Geier(s)-, PfWB Gollen-, PfWB Heiden-, PfWB Hexen-, PfWB Katzen-, PfWB Krähen-, PfWB Kriemhilden-, PfWB Märmel-, PfWB Metzger-, Raben-, PfWB Riegel-, PfWB Ringel-, PfWB Sau-, PfWB Schleif- 3, PfWB Schreck-, PfWB Seifel-, Staffel-, PfWB Wilden-

[Bd. 6, Sp. 506]
stein. a. 1297: an me kurzen steine [Lam 1 45v]. a. 1432: zu dem priel am stein [GGA Bl. 22v (KL-Morlt)]. Zu zahlreichen FlN mit dem Bestimmungswort Stein- s. Zink FlN 88. —
c. Neckvers für die Bewohner von FR-Ebertsh Quirnh und Boßweiler: Jerem, o jerem, / Buschber leit bei Querem. / Querem leit voll Staan, / Buschber leit ellaan. / Ewertsem leit im Loch. / Querem sieht mer noch [Hebel 94]. —
15. in weiteren Zs.: PfWB Abweis-, PfWB Basis-, PfWB Pavei-, PfWB Pflaster-, PfWB Platt-, PfWB Preß-, PfWB Bodem-, PfWB Brunnen-, PfWB Tauf-, Domino-, PfWB Torf-, PfWB Eck- 2, PfWB Gewürz-, PfWB Glocken-, PfWB Grab- 2, PfWB Hickel-, Klopf-, PfWB Kraut-, PfWB Krippen-, PfWB Krotten-, PfWB Lager-, Laster-, PfWB Mahl-, Mörsel-, PfWB Mühl-, PfWB Rasier-, PfWB Rechel-, PfWB Rinn-, PfWB Satz-, PfWB Schäl-, PfWB Schiefer- 2, PfWB Schleif- 2, PfWB Schorn- 2, PfWB Sorgen-, Stolper-, PfWB Straßen-, PfWB Stück-, PfWB Wasser-, PfWB Würz-, PfWB Zahnstein.RhWB Rhein. VIII 594 ff.; LothWB Lothr. 492 Stän; ElsWB Els. II 598.

 

 -stein m.: im KR.: Sunnerään, Glockestään, fall uf mich, do wachs ich (dabei stellen sich die Kinder mit bloßem Kopf in den Regen) [ZW-Hornb, mancherorts WPf Don-Werb Gal-Schönth]; vgl. PfWB Sonnenregen. —