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 PfWB Seil1 (Bd. 6, Sp. 37)   PfWB Bändel (Bd. 1, Sp. 549) 
   Seil1 n.:
1. 'aus Fasern, Strohhalmen gedrehter Strang zum Binden oder Ziehen', im Ggs. zu PfWB Bändel, PfWB Bindfaden, PfWB Fissel, PfWB Garn, PfWB Kordel, PfWB Schnur bezeichnet das Wort die dickere, stärkere Ausführung, im Vergleich zu PfWB Strick meist die dünnere, schwächere. Gegenüber Tau2, PfWB Leine, PfWB Strang, die meist auf spezielle Verwendungsweisen eingeschränkt sind, gilt es als allgemeiner Ausdruck, Sääl (sl) [verbr. (außer Teilen der NOPf NWPf), Altenhofer 19 Glass 92 Müller Dietschw 58 Krämer Gal 196], Sääil (sil) [KU-Nußb Odb Schmittw/O WD-Niedkch HB-Einöd RO-Münstapp], Seel (sēl) [mancherorts NOPf mittl. WPf SOPf vereinzelt übrige Pf, Beam Penns 99 Lambert Penns 148 Krämer Gal 196], Saal (sāl, sl) [NOPf mancherorts NWPf PS-Bundth LU-Altr, Christmann Kaulb 24 Mang 131 Krämer Gal 196], Saael (sāəl) [ KU-Albess Breitb Dunzw Konk RO-Kalkof Wintbn KL-Wörsb], Saail (sāil) [RO-Schiersf GH-Neubg, Krämer Gal 196]; Pl. -er [ KU-Erdb Krottb Rammb IB-Erfw/Ehling ZW-Käshf Zweibr Frankth LU-Altr Opp Schauh NW-Duttw Elmst Frankeck LA-Diedf BZ-Dörrb Nd'ottb GH-Kand], Sääl [ KU-Bedb RO-Als KL-Matzb PS-Wallhalb KB-Gauh BZ-Dernb GH-Kand], Saal [ KU-Adb RO-Rehborn FR-Albsh], Sääle [ KL-Weltb]; Zs.: Bickel-, Trag-, Draht-, Trückel-, Tücher-, Garten-, Gerüte-, Glocken-, Harz-, Keller-, Kelter-, Leit-, Narren-, Rollen- 1, Rüst-, Ruten-, Scheuer-, Schrot-, Spann-, Sprung-, Stufen-, PfWB Wäscheseil. Sin uf de Asselstää mit Sääl un Hoke gekrawwelt [Kröher Lyoner 124]. RA.: an aam (einem) S. ziehe 'gemeinsam handeln' [PfMHk. 1925 175]. 's rechent an ääm S. (fort) 'Es regnet ununterbrochen' [GH-Nd'lustdt, mancherorts mittl. u. südl. VPf]. Der loßt sich liewer (erschder) e hoorich (fusserich) S. dorch de Arsch (dorchs Arschloch, dorch de Hinnere, dorchs Maul) ziehe, als wie er eem ebbes (en Penning) gebt, von einem Geizhals [ ZW-Hornb, mancherorts]. Der kennt aa nimmi uf 'm S. danze, von einem Betrunkenen [ KL-Reichb]. SprW.: Wen unser Herrgott am Sääl hat, den braucht mer nimmi ze stumbe [Heimatkalender Kaislt 1973 30]. Volksbr.: Bei Hochzeiten wird das aus der Kirche kommende Brautpaar durch ein über die Gasse gespanntes Seil aufgehalten und erst nach Abgabe eines Trinkgeldes o. ä.

[Bd. 6, Sp. 38]
wird der Weg freigegeben [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. a. 1550: hen wir geben vor sel zu sant Ulrich zu glocken [Wenz 291]. a. 1679: dem Seiler vor ... Seiler vndt wagengeschirr [GgHospR]. — Im Bes.
a. 'Seil zum Niederbinden des Heubaumes' [mancherorts]; Zs.: Bind-, Ernte-, Heubaum-, Heu-, Rollen- 2, Wagen-, Wiesbaum-, Wiesen-, PfWB Windseil; Syn. s. PfWB Ernteseil. —
b. 'Strohseil zum Zusammenbinden der Garben' [mancherorts, auch Auslandspfälzer]; Zs.: Garben-, PfWB Strohseil. —
2.
a. Maß für eine Getreidegarbe (mit einem Seil von vorgeschriebener Länge); vgl. PfWB Seil 1 b und DWB DWb. X, I 213 Seil 3bδ; um 1532: Der buttell soll auch inn meines hern beunnen (s. PfWB Beunde) genn, wilch frucht hant, vnnd soll zweyvnndfunfftzig seyll korens darinn nemen ongeferlich, die soll er heimschaffenn [PfWeist. 265 (KB-Dreis)]. —
b. ' Teil des Zehnts'. »Der Mutterstadter Zehnte wurde dabei in gleichgroße Teile gegliedert und diese hinfort Seile (Saile, Seyle, Sayle usw.) genannt« [Eyselein 53, 165]. —
3. FlN, amtl. Im Seil [ KL-Enkb]. a. 1784: am Seil [BrPr. 184 Nr. 17 (KL-Enkb)]. Kann auch zu Seigel2, PfWB Seihel gehören. —
4. vgl. PfWB Stockseil. — RhWB Rhein. VIII 52 ff.; LothWB Lothr. 426 Säl; ElsWB Els. II 350; Eichhoff WA 51 'Springseil'; 74 'Bindfaden'.

 

   Bändel m.:
1. gegenst.
a. 'schmales Band an der Kleidung, das zum Befestigen dient', genauer: Haar-, Hosen-, Schurz-, Strumpf-, Zopfbändel, Bännl [allg.]. —
b. 'Band zum Zuschnüren', genauer: Sack-, Schuh-, Strumpf-, Wurstbändel [allg.]. RA.: Des isch de Sack de B. nit wert [BZ-Apphf, verbr.]; Fluch: Herrgott, Sack uf am Bännl [ PS-Saalstdt], wohl entstellt aus Sakrament, vgl. Schwäb. I 603. —
c. 'Band u. dgl. zum Ziehen und Festhalten', bes. in Zs. Waalenbändel 'Wiegenband', Herzbändel; vgl. PfWB Strick. RA.: am Bännl fehre 'am Gängelband führen' [WPf, allg.]. Er hot äni am B. 'ein Liebchen' [Schandein Sprachsch. 4]. VR.: Edeward vun Schifferstadt hot die Gääß am Bändel ghatt [Umg. von SP-Schiffstdt]. Hex am B. 'zänkische Person' [ KU-Schmittw/O]. Er hot die Krott am B., wenn einer betrunken ist [SPf]. Die hot de Sunndag un Werkdag an ääm B. 'Sie zieht sonn- und werktags dieselben Kleider an' [ KL-Hirschhn]. KR.: Schlof, Kindche, schlof, der Vatter hiet die Schof, die Mutter hiet die Lämmel-

[Bd. 1, Sp. 550]
cher mit de rode Bännelcher [ Gal-Dornf]. Volksgl.: Wann en Kind zahnt, henkt mer drei Meis ame Bändel, bis sie dod sin, no henkt merm Kind seller Bändel ḁn [Fogel Beliefs Penns Nr. 1645]. En wollner Bendel um der Finger Iss en guter Blutbezwinger [Birmelin Penns Gezw. 67]. —
2. übertr.
a. 'eine überaus große männliche Person', scherzh.; e langer Bännl [Kus RO-Schweisw]. —
b. 'langer, schmaler Acker', scherzh. [allg.]; auch FlN [ KU-Welchw]; Hügelzug bei ZW-O'hs. —
c. Heit rechet's an äm Binnel 'ununter brochen' [ GH-Leimh KB-Kriegsf]. — Zs. wie oben, außerdem: Dreh-, Salbandbändel. F.: bęnl [fast allg.], binl [ KU-Dietschw KL-Lind Stelzbg Neustdt BZ-Dierb GH-Leimh]. — RhWB Rhein. I 433; LothWB Lothr. 35 Bennel; ElsWB Els. II 57 Bendel; Bad. I 145/16 Bendel.