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 PfWB Seihe (Bd. 6, Sp. 35)   PfWB Sieb (Bd. 6, Sp. 94)   PfWB Draht-sieb (Bd. 2, Sp. 405) 
   Seihe f.:
1. 'durchlöchertes Gefäß, Sieb zum Filtrieren von Flüssigkeiten (Milch, Kaffee, Tee, Most) oder zum Trennen von Flüssigkeiten von festen Stoffen (Salat, Gemüse)', Seih (sai) [verbr., Christmann Kaulb 89 PfId. 131 Thielen 104 Beam Penns 100 Lambert Penns 149], Säih (sęi) [vereinzelt SWPf]; Pl. -e [verbr.]; Dim. Sg. Seihche [mancherorts WPf NPf NOPf], Seihle [mancherorts VPf]; vgl. PfWB Seihbecken, -blech, -pfanne, -schüssel, PfWB Seiher, PfWB Sieb 1; Zs.: PfWB Butter-, PfWB Hopfen-, PfWB Käse-, PfWB Milchseihe; PfWB Kaffeeseihchen. Loß die Milich dorch die S. laafe! [Kleeberger 118]. Gebbt's dicki Millich zu Grumbēre, / E' großi S. werd

[Bd. 6, Sp. 36]
ausgeschott [Schandein Ged. 116]. a. 1525: Item ein kupfere syhe [SpeyDomKl.]; a. 1537: Ein alt Zerprochen messin Seyhe [SpeyTreudInv.]; a. 1571: Item 2 messin seyen, ist die ein gar klein [WerschwSchR]; a. 1748: Ein Blechen Sey [Kurpf. 978-976 (FR-Flomh)]; a. 1767: Eine kupferne Seyhe [Kurpf. 940-942 (KU-Einöll)]. —
2. 'die Brause der Gießkanne' [ ZW-Battw]; vgl. PfWB Seiher 2; Syn. s. PfWB Zotte. — RhWB Rhein. VIII 50; LothWB Lothr. 475, ALLG I 273; ElsWB Els. II 338, ALA II 28; Eichhoff WA 79.

 

   Sieb n. (m., f.):
1. 'Gerät mit Löchern oder Maschen zum Trennen von feineren und gröberen Bestandteilen', bes. Getreide, Mehl, Sand u. ä., auch in Dreschmaschinen, Fegemühlen, Mühlen; bei Flüssigkeiten meist Seihe 1, Sieb (sīb) [verbr. SWPf mancherorts mittl. WPf vereinzelt NWPf, Höh 80 Mang 145 Schneckenburger 23 Krämer Gal

[Bd. 6, Sp. 95]
199], Seeb (sēb) [verbr. NWPf LA-Queichh BZ-Dimb, Christmann Kaulb 14, 89 Müller Dietschw 58 PfId. 131], Sibb (sib) [verbr. östl. NPf MPf NOPf mancherorts SPf SOPf, Bertram § 187, 240 Otterstetter 55 Lambert Penns 150 PfId. 132], Sebb (sęb) [mancherorts SOPf PS-Hintwdth KB-Gauh, Heeger Südostpf. 9 Lambert Penns 150], zur Verbr. s. K. 349; Pl. Sieb [ RO-Obd KL-Matzb PS-Erfw], Siewe [ KU-Brück HB-Breitft Kirrbg ZW-L'wied KL-Siegb PS-Gersb], Siewer [ KU-Schönbg IB-Rohrb ZW-Battw KL-Hütschhs Reichb KB-Mauchh], Sieber [ PS-Geisbg KB-Mauchh], Sibb [ KB-Bennhs PS-Schmalbg KB-Bubh Kerzh LU-Friesh NW-Frankeck Kallstdt GH-Kand], Sibbe [ KL-Frankst Stelzbg PS-Rodalb Schmalbg KB-Albish Gauh FR-Albsh Dirmst LU-Alsh Altr Maud Opp NW-Bobh Geinsh SP-Mechth LA-Maik BZ-Albw Dernb], Siwwe [ KB-Morschh], Sibber [ FR-Bockh Tiefth LU-Schauh NW-Bobh SP-Heiligst LA-Gommh BZ-Schweig GH-Schwegh], Seeb [ KU-Obw/T], Seewer [ KU-Bedb Herschw/Petth Hundh Kollw Rathsw Schmittw/O WD-Niedkch RO-Bistschd Dielkch Rehbn KL-Gimsb Morb Weilb KB-Kriegsf], Sebb [ KB-Gauh], Sebbe [ LA-Böbing GH-Nd'lustdt], Sebber [ KB-Gauh LA-Herxhwey GH-Nd'lustdt Zeisk]; Dim. Sg. Siebche, Seebche [WPf NPf], Sibbche, Sibbje [NOPf mancherorts VPf], Sibb(e)l, Sebb(e)l [mancherorts mittl. u. südl. VPf SPf], Sibb(e)lche, Sebb(e)lche [mancherorts mittl. u. südl. VPf WPf]; Pl. Siebcher, Seebcher [WPf NPf], Sibbcher [NOPf mancherorts VPf], Sibble, Sebble [vereinzelt mittl. u. südl. VPf SPf], Sibb(e)lcher, Sebb(e)lcher [vereinzelt mittl. u. südl. VPf WPf], Sibb(e)lich, Sebb(e)lich [vereinzelt SOPf]; vgl. PfWB Reder1, PfWB Reiter2, PfWB Seihe 1; Zs.: PfWB Ähren-, PfWB Bollen-, PfWB Buchel-, PfWB Buch-, PfWB Putz-, PfWB Tabaks-, PfWB Tee-, PfWB Dort-, PfWB Draht-, PfWB Fall-, PfWB Frucht-, PfWB Haar-, PfWB Hafer-, PfWB Honig-, PfWB Kaffee-, PfWB Käse-, PfWB Kernen-, PfWB Kies-, PfWB Kleesamen-, PfWB Kohlen-, PfWB Kohl-, PfWB Körner-, PfWB Korn-, PfWB Mehl-, PfWB Milch-, PfWB Raden-, PfWB Reiter-, PfWB Sand-, PfWB Scheide-, PfWB Schienen-, PfWB Schüttel-, PfWB Schwefel-, PfWB Speis-, PfWB Spelzen-, PfWB Spreu-, PfWB Staub-, PfWB Stroh-, PfWB Weißmehlsieb; Gen. n. vorherrschend, Gen. m. aus KU-Altkch Roßb, Gen. f. aus FR-Flomh LU-Altr BZ-Albw gemeldet; e S. stelle 'ein Sieb zum Vogelfang stellen'. Man stellt seitlich eine Stütze unter das Sieb, an die eine Schnur gebunden ist. Lassen sich die Vögel durch ausgestreutes Futter unter das Sieb locken, zieht man die Stütze weg, das Sieb fällt herunter und versperrt den Vögeln die Flucht [ LA-Gommh, mancherorts]; e S. voll 'Menge, die auf einmal in ein Sieb geht' [ KU-Schmittw/O]. Mit me S. dun mer räre (s. PfWB reden2) [ GH-Erlb]. RA.: Das rinnt wie e S. [ KU-Schmittw/O]. Er hot Puhl (s. PfWB Pfuhl 2) eme S. getraa, von einem Sommersprossigen [ KB-Boland]. Wanns kalt werd, kann mer die Maurer mit me Vertel Schnaps unnerm S. fange, weil sie dann keine Arbeit und kein Geld zum Vertrinken

[Bd. 6, Sp. 96]
haben [ NW-Haßl]. Volksgl.: »Es war etwa um das Jahr 1760, da wurde der Jäger Andreas Leithäuser dahin beschuldigt, 30 fl. gestohlen zu haben. Es wurde das Sieb gedreht und blieb bei ihm stehen, wodurch er nach der Anschauung seiner Zeit als Schuldiger bezeichnet wurde« [nach einem Gerichtsakt RO-Münchw], zum Siebdrehen als Weissagemittel vgl. HwbAbergl. VII 1686 ff., Becker Vk. 368, Anm. 88. a. 1485?: Item soll der becker auch halten sieber, enge vnnd weitte [PfWeist. 223 (NW-Dackh)]. a. 1541: für 1 sip, sand dardurch zu reden [GgHospR]. a. 1582: ein härren sieb vnd ein beuttell [PfWeist. 520 (FR-Flomh)]. a. 1628: Item derselbig becker soll haben gut multen und zweierley sieber [PfWeist. 599 (LU-Fußgh)]. a. 1709: 6 alte Sieber [Kurpf. 1443, 2a (LU-Rehhtt) R. Wihr Rehhütter Chronik 1938 44]. —
2. 'Brause der Gießkanne' [ ZW-Kl'bundb, vereinzelt Gal]; Syn. s. PfWB Zotte. — RhWB Rhein. VIII 124/25; LothWB Lothr. 478 Sib; ElsWB Els. II 318, ALA II 28.

 

   Draht-sieb n.: 'Sieb mit Boden aus Drahtgeflecht', Drohtsieb (-sīb) [verbr.], (-sib) [ LU-Als/Gr], -seeb [ KU-Schmittw/O]. Südhess. I 1634; Rhein. I 1432; Bad. I 526. —