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 PfWB Seele (Bd. 6, Sp. 9)   PfWB Hering(s)-seele (Bd. 3, Sp. 862) 
   Seele f.:
1. 'Gesamtheit der Gefühls- und Gemütsregungen, im Ggs. zum PfWB Leib', Seel (sēl) [verbr., Altenhofer 19 Christmann Kaulb 11, 89 Heeger Südostpf. 7 Mang 118 Müller Dietschw 58 Lambert Penns 148 Krämer Gal 196], Sääl (sl) [GH-Neubg (Heeger Südostpf. 34)], Säil (sęil) [ HB-Breitft]; Pl. Seele [verbr.], Säile [ HB-Breitft]. 's is mer aus de S. gesproch [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. 's dut mer in de S. weh [ LU-Friesh]. 's geht em grad an die S. 'Er ist in seinem innersten Wesen betroffen' [ LU-Alsh]. Sie zerrert (zittert) an Leib un S. [ BZ-Dernb]. So werd'm nit de Lejb blos schamereert, die Seel genauso [Kraus Arwed 48]. Doch hat die Seel vum Mensch de Dalles, / dann prüft un unnersucht mer alles [Damm Nachtdischlamp 42]. Der mit soiner schwarze S.! 'Der mit seinem schlechten Charakter' [ LU-Opp]. Mei Herz un S. hot an nix gedenkt 'Ich habe mir in meinem Innersten nichts dabei gedacht' [GH-Kand, vereinzelt VPf]. Ach Gott, nää, Mudder, mei Herz un mei S. hot an gar nix Beeses gedenkt [ NW-Gimmdg]. RA.: ää Herz un ää S. 'in bester innerer Übereinstimmung' [LU-Opp, verbr.]; mit Leib un Seel debei sein (bei de Sach sein) [LU-Friesh, verbr.]; aam ebbes uf die S. binne 'jemandem ins Gewissen reden, jemandem etwas eindringlich sagen, jemandem ein dringendes Anliegen auftragen' [ KB-Kriegsf, mancherorts]. Den kann ich in moiner S. net rieche 'Der ist mir im Grunde meines Wesens zuwider' [ LU-Opp]. 's wär meiner Seel de Iwwelscht net [Müller Lottche 6]. SprW.: (Gut) esse un (gut) trinke hält Leib un S. sesamme [RO-Dielkch, verbr., auch Auslandspfälzer]. —
2. 'nach religiöser Vorstellung der immaterielle Teil des Menschen, der nach dem Tode den Körper verläßt und ein unsterbliches Dasein führt' [verbr.]; vgl. PfWB Allerseelen; die arme Seele, Pl. 'Seelen, die noch nicht vollständig erlöst sind und für ihre Sünden im Fegefeuer büßen müssen' [PS-Erfw, in kath. Orten verbr.]; die S. aushauche 'sterben' [ KB-Kriegsf]. RA.: Do kammer sich die S. aus'm Leib erausschaffe 'Da kann man sich zu Tode arbeiten' [ ZW-Battw, mancherorts]. Do ärgert mer sich die S. eraus 'Da ärgert man sich zu Tode' [ LU-Friesh, mancherorts]. Er nagt mer d' S. raus 'Er

[Bd. 6, Sp. 10]
bringt mich noch durch beständiges Bitten ins Grab' [ LA-Nd'hochstdt]. Der hot 'm Deiwel sein S. verschrebb 'Der ist zu jeder Schandtat bereit, wenn sie ihm nur nützt' [ KU-Schmittw/O]. Er is drufaus (druf versesse, hinnerher) (z. B. auf Geld), wie de Deiwel uf e arem S. [KB-Kriegsf, verbr., auch Auslandspfälzer]. Die sinn uffs Geld wie de Deijwel uff die arm Seel! [Glass II 82]. Jetzt hot die arm S. Ruh, Äußerung im Sinne von 'Jetzt ist endlich Ruhe, jetzt ist Schluß, jetzt geht nichts mehr' (auch in anderer Bed., s. 3a) [RO-Dielkch, verbr., Hebel 45], auch erweitert: Jetz hot die lieb S. Ruh un der Arsch Feierowed [ Gal-Dornf]. Wenn jemand mehrere Lichter gleichzeitig brennen läßt, sagt man im tadelnden Sinne: (Er, sie) läßt ääns brenne for die arme Seele [ PS-Erfw]. Beteuerungsformeln: Bei moiner S.! (d. h. urspr. 'Ich beteuere beim Heil meiner Seele!') [ LU-Opp, mancherorts], meist verkürzt: Meiner S.! [ZW-Battw, verbr.]. 's isch meiner S. net wohr [Pirmas]. Ha jo, meiner S.! [ NW-Haßl]. Er hot meiner S. die ganz Schissel leergefreß [ KU-Kaulb]. E Kumbe voll warmi Kihmillich isch mer meiner S. liewer as wie e kaldi gequelldi Grumbeer [ BZ-Hofstätt]. Du hoschts meiner Seel schöner wie e junger Hund: Du brauchscht nett emol se gauze [Kühn Kumödi 21]. Volksgl.: Wenn jemand stirbt, öffnet man einen Fensterflügel, damit die Seele des Toten entweichen kann [KU-Diedk BZ-Dernb, Journ. 7. 1790, 8. Stück, S. 142-144]. Wenn man dem Teufel seine Seele verschreibt und das mit dem eigenen Blut beschriebene Blatt von anderen unbemerkt irgendwohin legt, findet man am nächsten Tag an dieser Stelle Geld [ HB-Bexb]. VR.: Meiner S. is krumm geschwor, / leck mich am Arsch, 's is doch net wohr [ Gal-Bagbg]. a. 1342: vor vns vnd alle vnser altforderen sele [OttbgUrkb. 422]. a. 1345: dorch Got vnd dorch miner selen heil [OttbgUrkb. 427]. a. 1535: Gott der armen seele befohlen [ABlieskst 98]. a. 1629: die andern zween finger in der rechten handt neigt er (beim Schwören) vnder sich, der bedeutt die christliche sele, als die verborgen ist vnder der menschaitt, vnndt der funffte, kleine finger bedeutt der leib, als der leib klein zu schetzen ist gegen der selen [PfWeist. 810 (FR-Gr'karlb)]. —
3. Seele als pars pro toto.
a. 'Person, Mensch' [verbr.]; Zs: Herings- 2, Jungfern-, PfWB Krämer-, PfWB Lahm-, PfWB Menschen-, PfWB Sterbensseele; e lahmi (langsami) S. [ NW-Kallstdt LU-Opp]. Er esch (war) e guri (gute) S. [ LA-Nd'hochstdt, mancherorts]. Eß un trink, liewi S. [ NW-Gimmdg]. E Seel vun Mensch, e Herz aus Gold [Damm Pälzer 69]. E lahmi Seel un leicht verschlofe [Damm Schoggelgaul 29]. RA.: kä Mensch un kä S. 'niemand' [GH-Kand, verbr.]. Jetz hat die arem Seel Ruh, von einer Person, die vor ihrem Tod vieles ertragen mußte (jedoch auch in anderer Bed. s. 2) [Pirmas, mancherorts]. —
b. Dim. kosende Bez. für kleine Kinder; mein Seelche! [KU-Kaulb RO-Dielkch LU-Opp NW-Frankeck Land]; Seelche, gudes [Keiler 173]. —
4.
a. 'gerade aus dem Fisch-

[Bd. 6, Sp. 11]
laich ausgeschlüpftes Fischchen' [ KL-Trippstdt Kaislt]. —
b. vgl. PfWB Heringsseele 1. —
5. 'Kreuzriemen am Zuggeschirr für Rinder' [ BZ-Stein]. —
6.
a. 'Freiplatz beim Fangspiel' [ BZ-Stein]; Syn. s. PfWB Bott 1. —
b. 'Loch, in das die Klicker beim Spielen geschnellt werden' [ LA-Mart]; Syn. s. PfWB Kaute 1 g α. —
7. vgl. die Zs.: PfWB Leib-und-Seele. — Südhess. V 947/48; RhWB Rhein. VIII 8 ff.; LothWB Lothr. 475; ElsWB Els. II 348; SSA II/24.03.

 

 -seele f.:
1. 'Schwimmblase des Herings', Hering(s)seel [verbr.]. —
2.
a. = PfWB Heringsbändiger [ IB-Bebh PS-Vinn NW-Lach/Speyd]. —
b.
α. 'schmächtig gebauter Mensch'; e langi H. [ LA-Nd'hochstdt]. —
β. 'kleinlicher Mensch' [ LU-Oggh]. — Südhess. III 326; RhWB Rhein. III 259/60; Lothr. 239; ElsWB Els. II 349; Bad. II 637. —