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 PfWB Sechsling (Bd. 6, Sp. 4)   DWB sechsling (Bd. 15, Sp. 2786) 
   Sechsling m.: 'Hohlmaß für Getreide', angegebene Maßrelation: 2 Pfund, Säßling [ LA-Gommh]; vgl. PfWB Sester. a. 1390: und soll der müller malen ein malter umb ein seszlingk [Grimm Weist. V 618 (KB-Rams)]. — Mhd. sëhselinc 'der sechste Teil eines Maßes' ( Lexer Lexer II 852), zum Schwund des -ch- s. Christmann SprBew. 22. — DWB DWb. IX 2786/87.

 

 sechsling, m.
1) sechster theil eines ganzen, so
a) in älterer sprache sechster theil eines maszes, mhd. sehselinc Lexer mhd. handwb. 2, 852, bair. sechster theil eines Passauer schaffs Schm.2 2, 218: ein sehselinc öls. quelle des 14. jh. bei Lexer a. a. o.; ein sechsling chorn, sexling waitz. quelle von 1409 bei Schmeller a. a. o., so auch mnd. seslink: super hec omnia iura concedimus ciuitati in Plawe lx mansos et modium, qui dicitur sesling, ad usum et profectum ciuivatis. quelle bei Schiller-Lübben 4, 194b. in der folgenden stelle liegt vielleicht ein schreibfehler vor: undt soll der hoffman je zwey pferden ein sehling vorlegen. weisth. 2, 152 (Kreuznach). daneben begegnet in diesem sinne sechsteling, sextarius. quelle von 1420 bei Lexer a. a. o.: so ein hber sinen sn oder sinen gedingten botten (sendet, der?) fúr jnn sinen tagwen tt, dem sol man geben einen sechsteling rotz wins und zwey mser geteilt und ze nacht einen nachtleip. weisth. 4, 118 (Elsasz, von 1354).
b) so heiszt auch wol eins von sechs auf einmal geborenen thieren sechsling. vgl. fünfling oben theil 4, 1, 1, 568.

[Bd. 15, Sp. 2787]

2) ganzes das sechs theile enthält, so
a) sechsling, et seszling, moneta sex nummulorum Stieler 1990, besonders der holsteinische halbe schilling, sechs pfennig geltend, niederd. seszling, semissis, sechs Lübische pfenning. Chytraei nomenclat. Saxon. (1597) bei Frisch 2, 252c, sexling, teruncius Hamburgensium Apini gloss. (1728) 495, nd. auch söszling Jacobsson 4, 113a. Schütze 4, 160. Dähnert 442b. Mi 84a, sechspfenniger, halbes düttchen (silbergroschen) Frischbier 2, 345, anderswo auch sechs heller geltend, dreier Adelung: de rad (in Braunschweig) is enich geworden, dat me der hildessemsche seslinge myt dem rudenkranse unde ock der gottingschen seslinge hir in der stad gerichte nicht durer uthgeven noch upnemen schal men vor dre pennigk. d. städtechr. 16, 417, 24; vor einen söszling, das sind anderthalb dreier. Coler hausapothek (1640) 142; zum ende, gab ihm das weib ein kupffern rundstück, ist ein seszling nach hollsteinischer, oder 6 pfenning nach meisznischer müntze. Olearius pers. reise (1696) 7a;

disz (den werth des geldes) lernen alle knaben,
so offt ein kleines kind will einen sechsling haben
zum weissen morgen-brodt, dasz er zur schulen geh.
Rachel sat. 37.

sprichwörtlich: dree sösling is de oole koop. Schütze 4, 160; giv en lütjen jung dree sösling un do et sülvst, zu trägen, die nichts selbst thun mögen. ebenda; de tom söszling uutslaan is, de wart nig ligt en daaler uut. ebenda; der sechsling klingt am besten mit dem sechsling. Wander 4, 487 (Angeln, also wol eigentlich in nd. fassung zu geben); söszling, stâ up, lât dütken (silbergroschen) sitten. Frischbier 2, 345b (Danzig).
b) Schottel gebraucht sechsling für eine sechszeilige strophe: wird aber der reimschlusz also eingerichtet und geordnet, dasz er sich mit sechs versen oder reimzeilen endige; der erste und vierdte vers sich reime, wie auch der andere und dritte, die letzten beyden aber, als der fünffte und sechste vers machen jhre eigene reimung, alsdann nennet man solche reime sixains; sechszeilige oder sechsversichte, sechslinge. 934 (vgl.: achtzeilige reime oder ein achtling. ebenda).