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 PfWB schwulig-warm (Bd. 5, Sp. 1624)   PfWB warm (Bd. 6, Sp. 1060) 
   schwulig-warm Adj.: 'schwül, feuchtwarm', schwulichwalem (wūliχwāləm) [ ZW-Lambsbn]. Es is sch., es gebbt e Gewiller [ ZW-Lambsbn].

 

   warm Adj.:
1.
a. 'eine höhere Temperatur habend' (zwischen kalt und PfWB heiß), warm, warem (wārm, wārəm) [mancherorts VPf SWPf SPf vereinzelt übrige Pf, Henn Mda.-Int. 296 Otterstetter 125 Lambert Penns 173 Krämer Gal 239], (wrm, wrəm) [mancherorts NWPf MPf NPf südl. VPf, verbr. übrige Pf, Christmann Kaulb 90], walem [ ZW-Lambsbn]; Formen mit und ohne Sproßvokal finden sich ohne erkennbare räumliche Gliederung

[Bd. 6, Sp. 1061]
nebeneinander, wobei Formen mit Sproßvokal leicht überwiegen; Zs.: PfWB bachel-, PfWB bett-, PfWB brüh-, PfWB brühbrei-, PfWB hand-, PfWB kätzel-, PfWB kessel-, PfWB kuh-, PfWB laulich-, PfWB lau-, PfWB mühl-, PfWB ofen-, PfWB sau-, PfWB schmudig-, PfWB schwulig-, PfWB seich-, PfWB sonnenwarm; bisweilen mit Diminutivendung -chen erweitert, was dem Wort einen verniedlichenden, meliorisierenden Aspekt verleiht (vgl. PfWB hellchen), z. B. Die Herbschtsonn scheint noch warmche ins Gesicht [Kraus Arwed 59]. Drin is 's warmche un mer fiehlt / sich so recht dehääm [Rheinpfalz 19. 11. 1977]. Kompar.: wär(e)mer [verbr.], Superl.: am wär(e)mschde, war(e)mschde [mancherorts]; warm Wasser [ GH-Jockgr]; warmi Millich [ NW-Gimmdg]; war- mer Räne (Regen) [ PS-Hintwdth]; e warmer Herbscht [ KL-Ottb]; e warmi Stubb [ RO-Schweisw]. Die Sunn scheint w. [ KU-O'alb]. 's macht w. 'Es ist warmes Wetter' [ GH-Westh]. Heit macht's w. 'Heute ist es warm' [ LA-Siebdg]. Die Luft is w., vom warmen Wind, Südwind [ KB-Kerzh, mancherorts]. Warme Fieß han ich jo keen, awwer kalde Hänn, scherzh. [ KU-Diedk]. Er räicht (raucht), daß er ebbes Waremes in de Leib kriet [ KU-Schmittw/O]. RA.: w. abreiße 'ein Gebäude niederbrennen (Brandstiftung, um die Feuerversicherungsprämie zu bekommen)' [WD-Niedkch, verbr.]; e waremer Schlag 'ein Blitzschlag, der etwas in Brand setzt' [ LU-Alsh]; so w. wie Saaich, von lauen, schalen Getränken [ KU-Kaulb]; vergehe (sammegehe) wie warm Wasser 'schwinden, abnehmen' [ RO-Rehborn, ZW-Bechhf BZ-Dernb]; abgehe (weggehe) wie die wareme Weck 'reißenden Absatz finden' [KU-Kaulb, verbr.]. Der kann w. un kalt vertrage, von einem robusten, belastbaren Menschen [ LA-Roschb]. Des Messer (Die Ax) schneidt wääche (faule) Kääs un warem Wasser, von einem stumpfen Schneidwerkzeug [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Er hot w. 'ist betrunken' [ LA-Böbing]. Der hot 'm emol w. gemacht 'Er hat ihm zugesetzt, ihn in Bewegung, Aufregung versetzt' [ LU-Opp]. SprW.: Is e Mudder noch so arm, sie halt doch e bißje w. [Kaislt, mancherorts]. BR.: Januar w., daß Gott erbarm [ NW-Frankeck, mancherorts]. Do unne im Dal is es e Wammes wärmer (näheres s. PfWB Wams) [ KU-Trahw]. April w., Mai kihl, Juni haaß, fillt dem Bauer Scheuer und Faß [ FR-N'lein]. April trucke un w., macht de Bauer an Hoffnung arem [ FR-Bockh]. Volksmed.: Bei Vergifdunge trenkt (trinkt) mer warem Wasser met Bodder dren [ WD-Niedkch]. E kiehler Kopp und warme Fieß [Bergz (Kamm 81)]. Mittel gegen Durchfall: warme Umschlää [ RO-Dielkch]. —
b. 'Kälte abhaltend, Wärme reflektierend', von Kleidung, Decken [verbr.]; e waremi Mondur [ FR-Bockh]; e warem Kapp [ KU-Kaulb]; wareme Strimp [ KU-Kaulb]; sich warem anziehe [ RO-O'mosch]. Im Winder zieht mer wareme Kläirer an [ KU-Schmittw/O]. Do brauch mer kalt Blut un warme Unnerhosse, von einer Situation, die schwierig zu werden verspricht [Kus]. —
2. übertr.
a. 'drin-

[Bd. 6, Sp. 1062]
gend, hitzig, leidenschaftlich' [vereinzelt]. Er hot warm Blut 'ist leidenschaftlich' [ NW-Frankeck, vereinzelt]. 's fallt mer ebbes so w. ein [ BZ-Heuchh NW-Meckh]. —
b. 'herzlich, mitfühlend' [mancherorts]. Er hot e warm Herz [ LU-Opp]. RA.: Do werd's em w. ums Herz 'Da wird man gerührt, bekommt Wohlgefühle' [Kaislt, mancherorts]. SprW.: Kalde Finger - warmes Herz [Bergz (Kamm 82)]. —
c. 'vertraut, eingewöhnt' [mancherorts]. Sie sinn mitnanner w. worr [Feierowend 24/1953]. Sie weeß net w. se werre [ BZ-Dernb]. So aaner muß mer sich w. halle 'So jemanden muß man sich gewogen halten' [ KU-Kaulb]. —
d. 'homosexuell' [vereinzelt]. En Waarmer kann ach manchmal friere [Runck Hand 29]. — RhWB Rhein. IX 261 ff.; LothWB Lothr. 530; ElsWB Els. II 853, ALA II 270.