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| PfWB Schwitzens (Bd. 5, Sp. 1619) | PfWB schwitzen (Bd. 5, Sp. 1617) | |||||||||||||||||||||||||||
| 1. 'Schweiß aus den Poren absondern', schwitze (widsə) [verbr., Christmann Kaulb 86 Henn Mda.-Int. 288 Schneckenburger 23, 45 Lambert Penns 148 Krämer Gal [Bd. 5, Sp. 1618] 195]; Zs.: PfWB aus-, PfWB durch-, PfWB ver-, PfWB herausschwitzen; PfWB Nachtschwitzen. Ich sein naß geschwitzt [ KB-Kriegsf]. Der schwitzt arig leicht [ KL-Reichb]. Er is dorch un dorch naß g'schwitzt [ NW-Kallstdt]. Der Dokder verschreibt Bulver zum Schwitze [ PS-Erfw]. Der eßt, daß er schwitzt [ LU-Limbghf]. Mer muß sch., daß eem 's Wasser iwer d'Stern lääft [ LA-Mörzh]. E Deiwelshitz als wie zum Brote; / De Rotbart hat geschwitzt no' Note [Münch Werke I 71]. Im Juli kummt mer an die Ärn, / Der Bauer schwitzt, doch schafft er gärn [Birmelin Penns Poems 26]. RA. (bei starkem Schwitzen): Ich schwitz wie e Brore (Braten) [LU-Böhl, verbr.], wie e Sau [ KU-Diedk, vereinzelt], wie e Baarch (s. PfWB Barg) [ KU-Herschw/Petth], wie e Fenschter [Schandein Notizen], wie die Fraa Lehmann [Kaislt, NPfGV 1926 18]. Ich schwitz, daß mer 's Wasser zu de Stiwwelrohr rauslääft [ LA-Mörzh]. Is des e Hitz, do schwitze jo die Faulenzer im Schatte [Krieger 61]; weitere RA.: Blut sch. 'in schwere Bedrängnis, Angst kommen' [NW-Freinsh, verbr.]; unner de Nas sch. 'einen Tropfen an der Nase hängen haben' [ FR-Kindh]. Dem lern ich emol sch. 'Den lasse ich hart arbeiten' [ LU-Opp]. Finf Minudde vorm Schwitze heer uff! (mit der Arbeit), scherzh. Rat [ LA-Siebdg]. Des sin die Richtiche, wo beim Esse schwitze un beim Schaffe friere! [Feierowend 13/1957 2]. Es läßt sich nix aus de Ribbe schwitze 'Zusätzliches Geld ist nicht aufzutreiben' [Thielen So rerre mer 103]. Ich kanns doch nit dorch die Rippe sch.!, entgegnet einer auf Vorhaltungen, wenn er ungeniert Blähungen streichen läßt oder uriniert, auch vom männlichen Samen [ LU-Opp, mancherorts]. SprW.: Faule Gail schwitze gern [ KU-Bechb Trahw]. Liewer schnell geschwitzt wie lang geschafft [Krieger 42]. Wer im Summer net schwitzt un im Winder net friert, der esch net g'sund [ BZ-Dernb]. BR.: Wenn die Pferde ohne viel Anstrengung schwitzen, gibt es Regen [ KU-Bedb]. Volksmed.: Mittel gegen Erkältung: e paar Himder (Hemden) misse naß geschwitzt werre [ ZW-Battw, mancherorts]. »Zum Schwitzen holt man auch in einem Sacke einen Ameisenhaufen, steckt in den Backofen den Sack und diesen glühendheiß in das Bett und legt sich selber darauf« [Schandein Bav. IV,2 405]. VR.: Bei Auschderlitz, do hot's geblitzt, / do hun die Russe Blut geschwitzt [ KU-Schmittw/O]; Var. s. PfWB Austerlitz. Scherzvers: Hitze hot se, saat se, hät se, / schwitze dät se, saat se, dät se / am Vergißmeinicht (s. PfWB Vergiß-mein-nicht 2 b) [ KB-Kriegsf]. — 2. a. 'an der Schnittstelle Saft absondern', von Rebstöcken [ LA-Edk]; vgl. PfWB greinen 2 a, PfWB schweißen 1 b, PfWB weinen. De Stock schwitzt [ LA-Edk]. — b. 'Feuchtigkeit, Kondenswasser ansetzen' [mancherorts]. Die Wand schwitzt [ KL-Weilb]. BR.: 's Brunnerohr (Wasserleitungsrohr) schwitzt, 's gibt Rechewedder [Bd. 5, Sp. 1619] [ LA-Gommh, KL-Kindsb GH-Scheibhdt]. 's gibt anner Wedder, de Brunne schwitzt [ LU-Neuhf]. Unser Keller schwitzt (die Kellerwände sind feucht), 's gebt Rään [ KL-Matzb]. Wann die Steen schwitze, gebts Reche [Fogel Beliefs Penns Nr. 1225]. »Schließlich versichern uns manche Wetterpropheten, daß schwitzende Steine z. B. in de Hauseere (s. PfWB Hausern) auf baldigen Regen hindeuten« [Gimmel in PfL 10. 12. 1927]. — 3. übertr. a. 'in eine unangenehme, bedrängende Situation geraten' [vereinzelt]. Do (bei der Prüfung) is er ganz schee ins Sch. kumm [ KL-Ottb]. Mich bringsche (bringst du) so schnell net ins Sch. 'Mich bringst du kaum in Verlegenheit' [ KL-Schallodb]. — b. 'bezahlen, hergeben' [KU-Schmittw/O Bergz (Kamm 60) Germh]; Syn. s. PfWB bezahlen 1; en halwe Batze sch. [Schandein Notizen]. Er hot awer keen Penning geschwitzt [PfId. 130]. — c. vgl. PfWB verschwitzen 2 b. — Südhess. V 931/32; RhWB Rhein. VII 2085; Lothr. 474; ElsWB Els. II 533.
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