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 PfWB Schwert (Bd. 5, Sp. 1603)   PfWB Schmiele (Bd. 5, Sp. 1175) 
   Schwert n.:
1. 'Hieb- und Stichwaffe mit langer, scharfer Klinge', Schwert (węrd, wrd) [verbr., Schneckenburger 42 Lambert Penns 146 Krämer Gal 195], Schwart [vereinzelt SPf]. RA.: Er (Sie) hot e Maul (Gosch, Zung) wie e Sch. 'Er (Sie) redet viel, hat eine scharfe, spitze Zunge, nimmt beim Reden kein Blatt vor den Mund' [NW-Elmst, verbr., auch Don Gal Buch]. Ihr Maul geht wie e Sch., dass. [ LU-Opp]. E Schlappmaul hat se wie e Sch. [Damm Nachtdischlamp 71]. SprW.: Schorfe Schwerder schneire sehr, schorfe Zunge noch veel mehr [ KU-Schmittw/O]. Brauchtum: Am Sommertag 2 tragen die Buben im Umzug hölzerne Schwerter oder Säbel [BZ-Rinnth, mancherorts mittl. VPf]; vgl. PfWB Sommertagssäbel. 16. Jh.: zu richten mit dem strang, radt vnd schwehrt [PfWeist. 658 (LA-Gleisw)]. —
2.
a. 'Lenkruder des Fährmanns' [ LU-Opp]. —
b. ein Sternbild, Teil des Orion [ BZ-Hermbghf]. —
3.
a. Bezeichnung für verschiedene Lilienarten, bes. 'Schwertlilie (Iris germanica) und Wasserschwertlilie (Iris pseudacorus), selten Feuerlilie (Lilium bulbiferum)', Sg. nur mit l-Suffix, teilweise Gen. n. (Dim.), teilweise Gen. f: Schwerdel [mancherorts NPf WPf nördl. u. mittl. VPf vereinzelt übrige Pf Rußl-Spey], Schwardel [HB-Einöd Sandd Schwarzack ZW-Battw RO-Duchr Münstapp O'mosch Schiersf KL-Gerhbn Miesb LA-Nd'hochstdt BZ-Dierb Hergw BZ-Wind], Schwerdelche [ PS-Schmalbg], häufig nur im Pl. gemeldet: Schwarde [ HB-Kirrbg], Schwerder [ FR-Beindh], Schwerdel [ ZW-Battw NW-Frankeck], Schwertle [verbr. östl. VPf mancherorts NOPf vereinzelt übrige Pf], Schwartle [ BZ-Dierb], Schwerdele [ RO-Messbhf FR-Tiefth], Schwardele [mancherorts, Wilde 225], Schwerdelcher [mancherorts WPf NPf nördl. VPf, vereinzelt übrige Pf Gal-Dornf], Schwertlich [ LA-Nd'hochstdt], Schwärtli, Schwartli [Lambert Penns 146 PennsDeitschEck

[Bd. 5, Sp. 1604]
10. 7. 1937]; vgl. PfWB Bachbrot 1, PfWB Bauernlilie, PfWB Tintenblume 2, PfWB Feuerlilie, PfWB Gelbnase 1, PfWB Grasblume 2, PfWB Liesch 1, PfWB Lilie 1, PfWB Meerlilie, Messer-, Säbel-, Schneidgras-, Schornsteinfegers-, PfWB Schwertblume, PfWB -lilie, PfWB -ritter, PfWB Speckblume 4, PfWB Storchenblume, PfWB Wasserlilie, PfWB Ziehhaube; gääle Schwertle 'Wasserschwertlilie' [Zweibr und Umg. (Wilde 226)]. BR.: Wie die Schwardle (Schwerdele) an Fronleichnam derre, so derrt's Hei [ ZW-Gr'bundb, KL-Nanzdzw]. a. 1577: Die wurtzel von den blawen Schwerteln, inn Wein gesotten vn(d) getruncke(n), treibet auß die Wassersucht, Frawenblo(e)digkeit, den endenstein, vnd wehret dem dro(e)pffelichten harnen [Bock Kreutterbuch 250r]. —
b. 'Gladiole (Gladiola)', nur Pl. die Schwerdel [ NW-Geinsh], Schwerdele [ KB-Kriegsf]. —
c. 'lange harte Halme im Heu', Schwardele [ ZW-Nd'hs Wintb]; vgl. PfWB Schmiele; s. K. 336. — Südhess. V 920; RhWB Rhein. VII 2063/64; Marzell II 1021, 1031/32.

 

   Schmiele f. (m.):
1.
a. allg. Bed. 'in Wald und Wiesen vorkommende Gräser mit langen harten Halmen; hohe Grashalme mit Ähren, Blüten, Rispen'; Bez. für verschiedene Grasarten, die nur selten genauer angegeben oder bestimmt werden können; nach Wilde 75 und Marzell 161 ff. handelt es sich meist um Gräser der Gattung Aira (Aira caespitosa 'Rasenschmiele' und Aira flexuosa 'Waldschmiele'). Verbr. in zahlreichen und stark differenzierten Varianten ges. Pf (häufig nur Pl.); vgl. K. 336; Sg. Schmell (męl) [vereinzelt SOPf], Pl. Schmelle (męlə) [PS-Eppbn Schindhd LA-Herxh BZ-Billh Dörrb Hergw Heuchh Kling Mühlhf Nd'ottb O'ottb Schweig Steinf GH-Erlb Freckf Kuhdt Leimh Mindlach Neubg Schaidt Scheibhdt, Umg. v. Land (Wilde 75)], Pl. Schmille (milə) [ FR-Mühlh], Sg. Schmelm [ ZW-Walshs], Pl. Schmelme (męlmə) [LA-Siebdg, südl. WPf mittl. u. nördl. VPf, Umg. v. GH-Weingt u. Pirmas (Wilde 75), Lambert Penns 136], Sg. Schmelmer (męlmər) [ RO-Rehbn], Pl. Schmelmere (męlmərə) [KU-Reichsth RO-Münchw Würzw KL-Einsdhf KB-Otth FR-Tiefth, NPf (Wilde 75) NPfGV 2 1926], Sg. Schmelb (męlb) [LA-Venn, NW-Hamb (Wilde Notizen), Krämer Gal 188], Sg. Schmelw (męlw) [ BZ-Albw], Pl. Schmelwe (męlwə) [KU-Adb Eschau Hachb Jettb Kaulb HB-Höch ZW-A'hornb RO-Alb Falkst Rehbn KL-Erlb Fischb Gerhbn Kottw/Schwand Mackb Mehling Rodb PS-Heltbg KB-Boland Göllh Lauth FR-Albsh Bockh Grünstdt Kirchh LU-Muttstdt NW-Bobh Dürkh Duttw Forst Gimmdg Haardt Lach/Speyd Meckh Wachh Weidth LA-Altd Böbing Burrw Diedf Mart Nd'hochstdt Rhodt Venn Wey GH-Germh Nd'lustdt Zeisk, Krämer Gal 88], Sg. Schmelwer (męlwər) [ KB-Mauchh NW-Friedh], Pl. Schmelwere (męlwərə) [KU-Adb Berzw Cronbg Hefw Nerzw Nußb Obw/Tiefb RO-Bistschd Dielkch Dörrmosch Feilbg Felsbghf Gonb Hochst Lohnsf Messbhf N'hemsb Obd Odh Potzb Rockhs Rupp-

[Bd. 5, Sp. 1176]
eck Sippf Steinb W'grehw KL-H'spey Katzw Mehlb Morb Neukch Niedkch Olsbr Ottbg Schneckhs KB-Bennhs Dannfs Harxh Kriegsf Marnh Orb, Kühn Schnitze I 253], Pl. Schmewele [ GH-Westh], Pl. Schmilwe (milwə) [ BZ-Dernb], Pl. Schmolwe (molwə) [ KL-Weilb], Pl. Schwele (wēlə) [ NW-Lambr], Pl. Schwelme (węlmə) [HB-Brenschb Einöd O'bexb ZW-Mittb KL-Bruchmühlb PS-Schmalbg FR-Frankth Lambsh LU-Fußgh Maud Neuhf SP-Harths Mechth LA-Birkw Gommh Kl'fischl BZ-Annw Dimb Ingh Schwanh Silz GH-Freisb, KL-Mehlb (Wilde 75), Lambert Penns 136], Pl. Schwelwe (węlwə) [KU-Albb A'glan HB-Brenschb IB-Nd'würzb KL-Erfb PS-Windsbg FR-Bobh Hettldh NW-Hamb SP-Mechth Schiffstdt LA-Wey BZ-Gossw W'rohrb GH-Knitth Schwegh Westh, Kaislt (Wilde 75)], Sg. Schwelwer [ KB-Mauchh], Pl. Schwelwere (węlwərə) [KU-Kreimb Odb Obw/Tiefb RO-Sippf KL-Siegb Wörsb KB-Orb FR-Beindh Bissh], Pl. Schwile [ KL-Miesb], Pl. Schwilme [ IB-Gersh NW-Wachh], Pl. Schwilwe [ KL-Matzb PS-Schönau Schweix LU-Limbghf]; Dim. Pl. Schmelmelcher (męlməlchər) [Spey], Schwelmle [ SP-Heiligst Ottstdt GH-Lingf], Schwelmcher [KL-Landstl]; Gen. f. vorherrschend, Angaben zu Gen. m.: de Schmelm [ZW-Stamb], der Schmälme [Bayer Hackm. 61], der Schwelwere [ FR-Merth]; vgl. PfWB Binse 2, PfWB Dickhalm, PfWB Dort 4, PfWB driesch 2 a, PfWB Fasche 1 a, Halm(en) 1 b, PfWB Schilf, PfWB Schilfen, PfWB Schilfengras. 's stehe nur e paar Schwelme 'Das Gras steht schlecht' [ HB-Brenschb]. 's sinn nur Schmelme, d. h. lange, dünne Grashalme [ RO-Obd]. Die Wiß hat lauter Schmelwe, d. h. das Gras ist lang [ KL-Weilb]. Die sauere Wies hat Bense un Schmelme [ ZW-Bechhf]. 's hot zu wenig Boddegras (Bodengras), 's geht noh z'samme, des Fuder, 's hot soviel Schwelme [ GH-Schwegh]. BR.: Wanns uf de erschte Maai raant (regnet), koscht d' Schmell e Grosche [ GH-Neubg]. Wenn d'Schmell e Pfund wiegen, wird's Haai (Heu) deier (teuer) [ GH-Neubg]. a. 1539: so sollen sie ein schmelwe oben an das were (Wehr) inn die bach legen [LA-Edk (PfWeist. I 331)]. —
b. 'die Rispe des Maushafers (Avena fatua)', Schmelwe [ RO-Rehborn], Schmelwere [ KB-Stett]. —
c. die Grasart 'Trespe (Bromus erectus)', häufig in PfWB Kleeheu, Schmelwere [ KB-Stett]. —
d. 'Rohrschwingel (Festuca arundinacea)', houche Schmelbe [ NW-Geinsh]. —
e. 'Gerste (Hordeum)', Schmelwere [NPf (Wilde 70)]. —
f. 'Melde (Atriplex hortense u. Chenopodium, Gänsefuß)', Schmelwe [GH-Zeisk (Wilde 173)]. —
g. 'Vogelmiere (Stellaria media)', die Schmelme [ ZW-Rieschw]. —
2.
a. 'die kurze Pfeife', Schmelme [Pirmas], Gen.: m. —
b. 'Pfeifenspitze, die man beim Rauchen in den Mund nimmt', Schmelb [ LA-Venn]. —
c. 'Zigarrenspitze', Schmelme [Pirmas], Gen.: m. —
3. 'spitzes Ende

[Bd. 5, Sp. 1177]

[Bd. 5, Sp. 1179]
eines Stockes, meist aus Eisen', Schmelwer [ KL-Olsbr]. — RhWB Rhein. VII 1475 ff.; ElsWB Els. II 483 Schmale, Schmäle; Schwäb. V 993 Schmel(ch); Kluge-Seebold22 643; DWB DWb. IX 1075 ff. Schmiele, 1010 Schmelm, Schmelme, 2511 Schwelm; Lexer Lexer II 1006 mhd. smelehe; Marzell I 161 ff.