Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB Schwert (Bd. 5, Sp. 1603)   PfWB Nebel-kappe (Bd. 5, Sp. 93) 
   Schwert n.:
1. 'Hieb- und Stichwaffe mit langer, scharfer Klinge', Schwert (węrd, wrd) [verbr., Schneckenburger 42 Lambert Penns 146 Krämer Gal 195], Schwart [vereinzelt SPf]. RA.: Er (Sie) hot e Maul (Gosch, Zung) wie e Sch. 'Er (Sie) redet viel, hat eine scharfe, spitze Zunge, nimmt beim Reden kein Blatt vor den Mund' [NW-Elmst, verbr., auch Don Gal Buch]. Ihr Maul geht wie e Sch., dass. [ LU-Opp]. E Schlappmaul hat se wie e Sch. [Damm Nachtdischlamp 71]. SprW.: Schorfe Schwerder schneire sehr, schorfe Zunge noch veel mehr [ KU-Schmittw/O]. Brauchtum: Am Sommertag 2 tragen die Buben im Umzug hölzerne Schwerter oder Säbel [BZ-Rinnth, mancherorts mittl. VPf]; vgl. PfWB Sommertagssäbel. 16. Jh.: zu richten mit dem strang, radt vnd schwehrt [PfWeist. 658 (LA-Gleisw)]. —
2.
a. 'Lenkruder des Fährmanns' [ LU-Opp]. —
b. ein Sternbild, Teil des Orion [ BZ-Hermbghf]. —
3.
a. Bezeichnung für verschiedene Lilienarten, bes. 'Schwertlilie (Iris germanica) und Wasserschwertlilie (Iris pseudacorus), selten Feuerlilie (Lilium bulbiferum)', Sg. nur mit l-Suffix, teilweise Gen. n. (Dim.), teilweise Gen. f: Schwerdel [mancherorts NPf WPf nördl. u. mittl. VPf vereinzelt übrige Pf Rußl-Spey], Schwardel [HB-Einöd Sandd Schwarzack ZW-Battw RO-Duchr Münstapp O'mosch Schiersf KL-Gerhbn Miesb LA-Nd'hochstdt BZ-Dierb Hergw BZ-Wind], Schwerdelche [ PS-Schmalbg], häufig nur im Pl. gemeldet: Schwarde [ HB-Kirrbg], Schwerder [ FR-Beindh], Schwerdel [ ZW-Battw NW-Frankeck], Schwertle [verbr. östl. VPf mancherorts NOPf vereinzelt übrige Pf], Schwartle [ BZ-Dierb], Schwerdele [ RO-Messbhf FR-Tiefth], Schwardele [mancherorts, Wilde 225], Schwerdelcher [mancherorts WPf NPf nördl. VPf, vereinzelt übrige Pf Gal-Dornf], Schwertlich [ LA-Nd'hochstdt], Schwärtli, Schwartli [Lambert Penns 146 PennsDeitschEck

[Bd. 5, Sp. 1604]
10. 7. 1937]; vgl. PfWB Bachbrot 1, PfWB Bauernlilie, PfWB Tintenblume 2, PfWB Feuerlilie, PfWB Gelbnase 1, PfWB Grasblume 2, PfWB Liesch 1, PfWB Lilie 1, PfWB Meerlilie, Messer-, Säbel-, Schneidgras-, Schornsteinfegers-, PfWB Schwertblume, PfWB -lilie, PfWB -ritter, PfWB Speckblume 4, PfWB Storchenblume, PfWB Wasserlilie, PfWB Ziehhaube; gääle Schwertle 'Wasserschwertlilie' [Zweibr und Umg. (Wilde 226)]. BR.: Wie die Schwardle (Schwerdele) an Fronleichnam derre, so derrt's Hei [ ZW-Gr'bundb, KL-Nanzdzw]. a. 1577: Die wurtzel von den blawen Schwerteln, inn Wein gesotten vn(d) getruncke(n), treibet auß die Wassersucht, Frawenblo(e)digkeit, den endenstein, vnd wehret dem dro(e)pffelichten harnen [Bock Kreutterbuch 250r]. —
b. 'Gladiole (Gladiola)', nur Pl. die Schwerdel [ NW-Geinsh], Schwerdele [ KB-Kriegsf]. —
c. 'lange harte Halme im Heu', Schwardele [ ZW-Nd'hs Wintb]; vgl. PfWB Schmiele; s. K. 336. — Südhess. V 920; RhWB Rhein. VII 2063/64; Marzell II 1021, 1031/32.

 

   Nebel-kappe f.:
1.
a. 'veraltete Frauenhaube', Newwelkapp, Näwwel- [(1927 nur in Erinnerung der Alten) verbr. ges. Pf, Hebel 67], -käppche [Schandein Ged. 28, 244]; vgl. PfWB Nebelbätze, PfWB -haube, PfWB Tracht 3f; Abb. verschiedener Typen s. Becker Volkstr. 114 ff.; Syn. s. PfWB Kapotte. Neckvers.: Herr Schmidt, Herr Schmidt, was kriet das Mädche mit? E Newwelkapp mit Ärmel dran, das steht dem Mädche gar schän an [ KL-Mackb]. a. 1744: 1 schwarz tafente Nebell Capp [aus: JKurpf. 1930 41 (LA-Roschb)]. a. 1773: 1 nebel Kapp [Kurpf. 1588-90 (KU-Rothsbg)]. —
b. Neckname für die Bewohner von RO-Alsbr, Pl. Newwelkappe. —
2. = PfWB Nebelhaube 2 (s. d.). — Südhess. IV 942; RhWB Rhein. VI 125; Lothr. 382; ElsWB Els. I 454. —