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| PfWB schwarz (Bd. 5, Sp. 1564) | PfWB Tenee-ui (Bd. 2, Sp. 210) | |||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'von der dunkelsten Farbe, (fast) kein Licht reflektierend, absolut dunkel', schwarz (wards, wḁrds, wads) [verbr., Bertram § 241 Christmann Kaulb 85 Heeger Südostpf. 14 Höh 79 Müller Dietschw 68 Schneckenburger 43, 44 Lambert Penns 147 Krämer Gal 195], schwärz (węrds) [LA-Mart, Fogel Beliefs Penns Nr. 458], Kompar.: schwär- zer [verbr., Lambert Penns 146], Superlat.: am (de) schwärtschd(e) [vereinzelt, Krämer Gal 195]; Zs.: PfWB pech-, PfWB kohlraben-, PfWB krappen-, PfWB rabenschwarz; e schwarzes Klääd [ BZ-Böllbn], schwarze Strimp [ RO-Rehborn]; schwarzer Dinde 'Tinte' [ KU-Schmittw/O]; de schwarz Punkt im Ääg 'die Pupille' [ BZ-Wernbg]; 's Schwarze in de Aue, dass. [ IB-Gersh, mancherorts]; de schwarz Mann 'der Schornsteinfeger', bes. Kinder- oder Ammensprache [ LA-Gommh, vereinzelt]. RA. und Vergleiche: so schw. wie 'n Krapp (Rab) [ NW-Haßl, vereinzelt]; sch. wie die Nacht [ KB-Kriegsf, mancherorts]; sch. wie e Schuck (Schuh) [Thielen So rerre mer 110, mancherorts Don Gal Buch]; sch. wie de Deiwel [ KU-Bedb]; sch. wie e Owe [ KU-Bedb, LA-Wollmh]; so schwärz as 'n Grab [Fogel Prov. Penns Nr. 1685]; die schwarz Visit 'der Schornsteinfeger' [ BZ-Dernb]. Es sitzt e schwarz Kätzi im Owe 'Es ist kein Feuer im Ofen' [ KU-Schmittw/O]. De schwarz Perer is im Geldbeidel 'der Geldbeutel ist leer' [ KL-Samb]. Hol emol enne aus dem Faß, wu die schwarz Katz druf sitzt! 'Hol vom besten Wein!' [ GH-Kand, FR-Bockh LU-Muttstdt]. Ist eine Frau ihren Mann leid, so sagt man zu ihr: Du e schwarz Hinkel ins Kloschder un loß en dotbere (totbeten) [ LU-Böhl]. Am e rußiche Kessel mach ich mich net sch. 'Ich gebe mich nicht mit gemeinen Leuten ab; ich meide Situationen, die mir zum Nachteil gereichen könnten' [ GH-Westh]. SprW.: In de Nacht (Bei Nacht, Nachts) sin alle Kih (Katze) sch. [ LU-Opp, mancherorts, auch Don Gal Buch]. Schwarze Kih gewwen aach weißi Millich [ KL-Alsbn]. Wer sich am e rußiche Kessel reibt, werd sch. 'Wer sich in schlechte Gesellschaft, in negative Situationen begibt, soll sich nicht über negative Folgen wundern' [ GH-Nd'lustdt, mancherorts]. De Deiwel is net so sch., wie er gemolt werd 'Nicht alles ist wirklich so schlimm, wie es auf den ersten Blick aussieht' [ LA-Edh, mancherorts Don Gal Buch]. Volksgl.: In der Volksüberlieferung, in Sagen und Erzählungen kommen häufiger schwarze Tiere oder Wesen vor: So soll ein schwarzer Hund unterirdische Schätze der Burg Wilenstein oder des Klosters Disibodenberg bewachen [Heeger Tiere II 19 Schandein Bav. IV,2 321]. Eine schwarze Katze geht als eine Art Gespenst um [ BZ-Hermbghf]; schwarze Katzen haben auch besondere Fähigkeiten oder bringen [Bd. 5, Sp. 1565] Unglück [FR-Bockh KB-Kriegsf BZ-Albw, Fogel Beliefs Penns Nr. 655]. Kindern droht man mit einer Schreckgestalt, um sie beim Dunkelwerden im Haus zu halten: De schwarz Mann kimmt (holt dich)! [RO-Feilbg, verbr.]; vgl. PfWB Schwarzmann. Du kimmscht bei die schwarz Hex! [ RO-Feilbg]. Weiterer Volksgl.: Die schwarz Katz (das schwarz Hinkel) sell ke Bauer aus 'm Haus losse, das bringt Unglück [ NW-Geinsh]. Wammer die Hausdeer ufmacht un es leit e schwarzer Farrm (Faden) uf de Trepp, steht e Trauerbotschaft in's Haus [Kaislt]. Große schwärze Schlange sehne (sehen), bringt schlecht Glick [Fogel Beliefs Penns Nr. 485]. Brauchtum: Früher trug die Braut am Hochzeitstag ein schwarzes Kleid, gegen 1930 kommt das weiße Hochzeitskleid allmählich in Mode [verbr.]. AR.: Schwarz, weiß, rout / geb mer Stickel Brout / geb mer Stickel Kuche / un du muscht suche [ LA-Nußd]. VR.: Roder Fuchs im Hinkelstall / frißt die roðe Hinkel all, / die schwarze läßt er leie, Forts. und Var. s. PfWB Fuchs 2 b [ KU-Kaulb]. Kinderspiele: Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann [Wasgau-Bote 1934 Nr. 13]; Schwarzer Peter, ein Kartenspiel, bei dem eine Karte (mit der Abbildung einer schwarzen Person) für den Verlierer übrigbleibt [Kaislt, verbr.]; vgl. PfWB Schwarzenpeters. Ausruf beim Spiel (bes. PfWB Tenee-ui): schwarz!, wobei der Fänger weiß oder bloo ruft [ KU-Albb A'glan Ehw Jettb Hinzw Konk O'alb KL-Reichbstg]. Ein Pfänderspiel: Ein Kind tritt als Handelsfrau auf und sagt: Ich bin das Frääche vun Erlebach un hab was Schönes mitgebracht! Nicht weiß, nicht schwarz, nicht ja, nicht nein, Madam was wünschen Sie für e Kleid? Gebraucht eines der angesprochenen Kinder im folgenden Verkaufsgespräch eines dieser vier Worte, so muß es ein Pfand geben [J. Hoffmann Chronik des rheinpfälzischen Dorfes Kriegsfeld 1897 68]. a. 1786: 1 schwarz seiden Halstuch [R. Wihr Rehhütter Chronik 1937 131]. — b. 'dunkelfarbig, relativ dunkel' [verbr.]; Zs.: PfWB backsteinschwarz; schwarze Wolke 'dunkle Regenwolken' [ RO-Obd]; schwarzer Rääch 'dicker Rauch' [ PS-Erfw]; e schwarzi Haut 'dunkler Teint' [ NW-Kallstdt]; schwarzer Kaffee (Tee) [BZ-Dierb, verbr.]; e schwarzi Hex 'dunkelhäutige oder dunkelhaarige weibliche Person' [LA-Ilbh, verbr.], auch subst. e Schwarzi, en Schwarze 'eine dunkelhäutige oder dunkelhaarige Person; Neger' [verbr.]. Der is ganz sch. im Gesicht verbrennt 'von der Sonne braungebrannt' [ KU-A'glan]. In Afrika gebt's Velkerstämm, / Die sin ganz sch. un dauern em [Münch Werke I 124]. RA. und Vergleiche: nit 's Schwarz unnerm Naggel 'nicht das Geringste' [NW-Hardbg, verbr.]; enner schwarz un bloo schlache 'tüchtig verprügeln' [LA-Hainf, verbr.]; die schwarz Katz 'weibliche Schambehaarung' [ KU-Kaulb]; ins Schwarze treffe, genau das Rich- [Bd. 5, Sp. 1566] tige treffen, übertr. vom schwarzen Mittelpunkt der Zielscheibe [ LA-Wollmh]. Er is sch. wie en Neger (Zijeiner), von dunkelhäutigen Menschen [ LU-Alsh], sch. wie de Erdsboden, dass. [Heeger Nachl.], sch. wie e Schunke, von einem Schmutzigen [Rockhs]. Bään wie e Owerohr, net so dick, awer so sch. [ KB-Gauh]. Der Kaffee muß sein: Hääß wie die Hell, sch. wie de Deiwel und sieß wie die Lieb [ BZ-Dierb]. For schwarze Kaffee schaff ich net 'Für geringen Lohn arbeite ich nicht' [ KU-Herschw/Petth]. 's werd mer sch. vor de Aue 'Anfälle von Schwindel, Bewußtlosigkeit bekommen' [Zweibr, mancherorts]. Er liecht 's Bloo vum Himmel uns 's Schwarz vum Dach, von einem haltlosen Lügner [LU-Opp, vereinzelt VPf]. Die belien (belügen) uns aach als emol, daß mer sch. werd, dass. [RO-Münstapp]. SprW.: Schwarz gebore, esch wische un wäsche verlore 'Man muß sich mit seinen Naturanlagen abfinden' [ BZ-Dierb]. VR. s. PfWB Meise 1, PfWB schlafen 1 a. Rätsel von der Hagebutte: E sch. Keppche - e rot Recklche - un die Titzcher voller Stee [Zeitw. Gal 1959 82]. — c. sch. als Namenteil zur Differenzierung dunklerer Varianten bei Pflanzen-, Tiergattungen, Krankheitssymptomen u. a.: schwarzer Riesling 'Müllerrobe, eine rote Rebsorte' [NW-Dürkh (Wilde 204)]; vgl. Früh-, PfWB Kleinschwarze; de schwarze Herbscht 'die Lese der dunklen, roten Traubensorten', im Ggs. zum weißen Herbst [ FR-Heuchh, Frankth Lambsh LA-Edh]; schwarze Heckebeere 'Brombeeren' [mancherorts mittl. VPf (Wilde 35)]; schwarze Embeere (Embiere, Himbeere) 'Brombeere' [vereinzelt mittl. WPf, IB-Heckdh Seelb]; schwarze Hembere (hęmbərə), dass. [KU-Kaulb Rothsbg, Mang 101], schwarze Humbeere, dass. [ PS-Rodalb]; vgl. PfWB Schwarzhimbeere und K. 68; schwarze Elsbeere 'Heidelbeeren' [ PS-Erfw]; schwarze G'hannstrauwe 'schwarze Johannisbeeren' [ NW-Kallstdt, mancherorts]; schwarze Kersche [LU-Altr, verbr.]; schwarze Imeze (Imese, Iminze, Ämeze, Uminse) 'schwarze Ameisen', im Ggs. zu den roten Ameisen [ NW-Kallstdt, LU-Friesh Opp NW-Frankeck Wachh LA-Gommh]; schwarze Käffer 'Küchenschaben' [ LA-Gommh]; schwarze Schnecke'dunkelbraune Nacktschnecken' [ LU-Opp NW-Frankeck]; schwarze Idaljener eine dunkle Hühnerrasse [ KU-Hefw LA-Gommh]; de schwarze Star eine Augenkrankheit (im Ggs. zum grauen, grünen Star) [ RO-Dielkch, mancherorts]; die schwarze Bladdere [ KL-Reichb]; schwarzer Kuche 'Kuchen aus dunklem Mehl, Brotkuchen' [ ZW-O'hs RO-Höring KL-Eulbis PS-Herschbg H'einöd Saalstdt Th'frösch]; vgl. PfWB Schwarzkuchen. — 2. übertr. a. 'negativ, schlecht, ungünstig' [verbr.]; die lange schwarze Stunne voll Gedanke [Kraus Arwed 50]. Der hot e schwarz Herz (Seel) 'Er hat ein schlechtes, heimtückisches Wesen' [ LU-Opp]. [Bd. 5, Sp. 1567] Doi schwarzi Seel will niemand hann [Damm Nachtdischlamp 34]. Ich seh sch. 'Ich bin pessimistisch' [Kaislt, mancherorts]. Mer sell nid sou sch. sääne unn nid sou roosanich [Braun Lääsebuuch 225]. Der steht im schwarze Buch 'Er ist vorbestraft' [ ZW-Battw]. — b. 'illegal, unerlaubt' [verbr.]; sch. fahre 'ohne Fahrschein fahren' [ KU-Schmittw/O, mancherorts]; sch. schlachde (schaffe, brenne) 'außerhalb der gesetzlichen Vorschriften schlachten (arbeiten, Schnaps brennen)' [ KL-Ottb, mancherorts]; vgl. PfWB Schwarzarbeiter. — c. sch. sein. α. Ausdruck beim Kartenspiel 'ohne Stich bleiben' [mancherorts]; vgl. PfWB Schneider 8 a. Mer sinn sch. [ LU-Opp]. — β. 'betrunken sein' [ KU-Herchw Schmittw/O RO-Odh O'mosch KB-Biedh SP-W'see]. Er es sch. [ RO-Odh]. Wer hot dann denn so sch. gemacht? [ SP-W'see]. — d. sch. machen 'belügen, betrügen, hintergehen' [mancherorts]. Der hot mich sch. gemacht [ LA-Gommh]. Den will ich emol sch. mache [ LU-Opp]. — 3. 'religiösen, klerikalen, katholischen Vorstellungen nahestehend', bes. von politischen Gruppierungen, Zeitungen u. ä. im bes. vom Zentrum (bis 1945), danach von der CDU [mancherorts]; die Schwarze 'die Zentrumsleute' (1936) [ LA-Wollmh, mancherorts]; e schwarzer Brurer [ BZ-Dierb]; die schwarz Kattel Bezeichnung für eine zentrumsnahe Zeitung (um 1920) [LU-Muttstdt Land]; e schwarzer Keiler, Schimpfwort für katholische Geistliche [ KU-Schmittw/O]. Er is so sch. wie die Nacht, von einem überzeugten Zentrumsmann (um 1920) [ LU-Opp]. — 4. sch. als Bestandteil von syntaktischen Gruppen in FlN; amtl. Schwarzer Herrgott, berühmte Weinbergslage [KB-Zell, Wilde 204]; Am Schwarzen Kreuz [ NW-Freinsh]; Die Schwarzen Äcker [ LU-Friesh]; Die Schwarze Kehr [ KL-Neukch]; Der Schwarze Felsen [ NW-Lambr]; Schwarzer Letten [ LA-Edk]; Im Schwarzen Sand [ NW-Deidh Forst]; Im Schwarzen Bruch [ HB-Einöd]; Schwarzes Meer [Germh]. a. 1390: der swartze acker am konigespecher wege [StArch. Neustdt, Liber animarum des Kollegiatsstifts]. a. 1600: ein Woog unterhalb des Schwarzen Bilds [Reichsl. 38]. — Südhess. V 885 ff.; RhWB Rhein. VII 2015 ff.; LothWB Lothr. 472; ElsWB Els. II 530/31.
| [Bd. 2, Sp. 211] 37]. — Das Spiel T. war bis etwa 1910 in der ganzen Pfalz, besonders WPf und NPf, eines der beliebtesten Kinderspiele. Der Ausruf des Schlägers lautete zumeist ˈtennee, auch ˈtennii, ˈdennee, ˈdennii. Sonderformen: ˈhenni [ KU-Schmittw/O KB-Kriegsf], tenni-batti [ RO-Mannw]. Die Antwort der Fänger: fui, vielerorts auch wui oder hui; Sonderformen: bui [ KU-Hüffl], pui [ KU-Heinzhs], tui [ KU-Nußb RO-Feilbg Steinb], ui [ NW-Dürkh], fuide [ IB-Ballw], wui Mossjö [ KB-Dannfs], hui Massee [ KL-Münchhf], pfui [ KU-Körbn Elzw Hachb RO-Gundw], hopp [ SP-Harths]. Mancherorts wurden beide Wörter vom Schläger ausgerufen. mitunter abgewandelt in tenni hupp [ ZW-Nd'aub], tennee bloo [ KL-Matzb], dennee wublee [Zweibr]; auch die Wiederholung des zweiten Wortes (fui, hui usw.) war üblich, ebenso dessen Weglassen. Hin und wieder verzichtete man auf jegliches Rufen. Die Benennung des Spiels entsprach dem jeweils geübten Zuruf: Teneehui, -fui, -hui, -wui; vgl. auch PfWB Teneewuplee, PfWB Hennihui, Kernissel.
Aus den NachträgenErgänzend zu den Ausrufen sind gemeldet: denni hubblee [ ZW-Ixh]; tenni hussee [ ZW-Kl'bundb]; dennerle dublee [ ZW-Mittb]; dennee fissee [ HB-Seyw]; kernee hui [ NW-Haßl Spey]. Vielerorts hieß es einfach Tenee [ KU-Patb Blaub Körbn KL-Stelzbg FR-Albsh] oder Tenees [ LU-Assh NW-Meckh LA-Venn BZ-Apphf], Tenis (ˈtenis) [ FR-Grünstdt], Tenissels [ LA-Nd'hochstdt BZ-Dernb], Ternee [ LA-Altd], Terneels [ LA-Bornh], Ternis [ LA-Edh]. In mehreren pfälzischen Siedlungen in Galizien kannte man ein ähnliches Spiel, das jedoch erst in neuerer Zeit mit slawisch klingender Benennung Eingang fand. — In der Pfalz dürften Sache und Bezeichnung in der Zeit der französischen Besatzung 1792-1814 aufgekommen sein. Die pfälzischen Kinder haben wohl beides in jener Zeit von ihren französischen Spielkameraden übernommen. — Südhess. I 1467; RhWB Rhein. VIII 1135; Saarbr. 209 Tennetadee; ElsWB Els. II 128 Tennibutz; Bad. I 457.
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